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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 27 (1890) · p. Seite 105

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
27 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 105 (sequence 3)
Language
German
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#*+ ~C- Ihr diese oh»e -»re Schuld tzchchert. ' Starrt tt f» •dflfftb»ef'nb tat Xkaft m 9ut -tu», |t lebe» müht. Comn Odfl förtbca höbe ich für Dich; Drin guter Beirr kommt un« «uh.' El»« Stunde später fitzt Simon, da« schlafend« Kind?B»f seine« Schooß, im Zimmer de« Pfarrherrn dies«« »gtnübcr nnd hört, »überholt sein Einverftösdniß mit Kopf, bekunden, in rnhiger Stimm»»« der Vorschlag de« Gatriel an, in der kommenden Nacht mit seine« Kind L ... heimlich z» «erlassen nnd über di« jLchfische Grenze 4» flüchte». »Ihr »«rkanst mir Euer Häuschen,» sagt« der milde Dsarrherr. »für achthundert Gulden, Ich würde Such -er» Wehr dafür gebe», wen» ich mehr besäße. Ader ich kau» nach etwa« für Luch thun; ich will <S»di rin lateinische« ~ tnngsschreiben, oder richtiger ei» Zriagniß «itgedeu, , Ihr als da« unschnldige Opfer einer frevelhaften Verfolgung -nrr Heimath «erkoren habt und des Mitgefühls der Unterstützung jedes guteu Christen Mrth seid! rechte Priester wird Luch dann in lfiöhme» wie io sen »ar de« Gchlt««sten gu schütze«^ suchen. Nu» cheht zu Bette nnd sucht Kraft i« Schürfe. Ihr «erdet sie ::m der weiten Wandrung brauchen; Ihr hättet auch den £«Ma »icht verschmähe» an« -ach nicht mit Milch nnd Brot ^.chesnüge» solle»! Bedenkt, daß Ihr morgen Nacht fort '«oft. Meine alte Brigitte ist zwar gehorsam, aber länger -»I« «ierundzwnnzig Stunden wird fie es doch kau« »er« -schweigen, wem das Pfarrhans Schutz gewährte. Als», schlaft wohl!' . Mit heiße» Danirsioorle» scheidet Simon in der nächsten Macht «an seine« edlen Lebensretter und wandert, sein Kind nnd einige Lebensmittel tragend, hinaus in die Fern«, seine . Schritt« rasch nordwart« lenkend. Die ofsene» Landstraßen «tzgltchft vermeidend, sucht er a»f Waldpfade» den weg p» der hochgelegene» Grenze zu gewinne», wo« ihm »ach längerer --Zeit geling. Gezwnn-en, de» dreijährige« Knaben stufen- - «ng z» trage» und nur »,» vrod und Milch zu lebe», den -einzigen Nahrungsmittel», die St»»», in «msameu Bauern. Wen für wenige »renzer erhält, fühlt er bereit« bet de« Betrete» de« sschfischen Bodens seine Kräfte »ollständig srschäpst. Trotzdem wandert er mit seine« Kinde auf einem - wtüdwege weiter bis er zu einer Lichtung kommt, wo er tndvnüde Hatt macht» ei» «itgeführtrs stmkes wallentuch ans eine» vom Sturm »«gebrochenen starke« Stamm wirft nnd sich «tt dem Knabe» daranf niederläßt, um der Ruh« «, pfleg«», «te hu* diese «oft dauert, er weiß es nicht, denn »icht der Schlaf, sonder» eine tiefe Ohnmacht hat den armen Man» ««fange», dessen Kräfte vom Kummer »m de» - Verlust »er Satü» und der Heimath, von der lange» Wanderung bet ungenügender Nahrung nnd von der Sarg« um di« Zukunst ansgezehrt find. Der bewußtlose todtmdleich« Mmm mnd das vor chm kuiernd« weinende Kind bilde» eine rührende Grnppe, welch« das -rstanne» einer fich derselbe» nähernden vornchm,» Jagdgesellschaft wachrnft. Di« derselben voran- -schreitenden, von einem alten Fbrster ,»leime», dttden abltge» Jagdjnuter befrage» dn, schlMzmde» Kaaben um «am« »nd Herkunft, wähmnd der alte «aidmau» dem Oh». »Gchchge» Sttr» nud Brnst «tt Branntwein rinretbt nnd ihm *a* einige Tropfen ettwnfiöße» sucht. ÜÜadet findet der ' »brster <uf Simms ^st bte fär da, Berstmf sttnes ^Hanfes echttte« «nm»w und da« -mps ...... - tp fc* mildhawaen katbowchr» Pfmrherr». hermGeki - Mt alte Fsrstrr »och immrr nm de» ümgsm» fm Bewnßt. strmochuwen beschsfttat ist, mW Jagdstrekrr m» Hetz»»»« das fich vor der Watt» fürch^d« Kwd z» »,r»hlmu pwppy '^ppnmr WWU WsskUWW^s «frasmgp di» Smschm» dimtt k» bis W» Hänbe^ütbtt des strrr-en aber gerechten »nd pttldi*» Landesstrfiüt Sachsens dringt. Laag» prüft Kurfürst Friedrich »ngnst, der später »t« König von Sachsen den Beinamen .der Gerechte* erhielt, das in lateinischer Sprache abgefaßt» -mpfehlnnasschretben und reicht es dann «tt den warten weiter: „Alaia lioo» dono, MMUMara, une collioitation formell« d’un xrstra oh-Atun ponr un jnif emuat! Cest eurieux, non, o'aob plus, o’Mt tonohantl* Sich bereit« zam Sehen wendend, fügt dann der Kursürst gütig hinzu: .Gersdorf, Ihr sargt dafür, daß der Jude und sei« Kind in der Nähe »»nächst Unterkunft und Stärkung finde« «nd dann baldigst sicher nach Dresden geschafft «erden. Ihr, Hehgendorff, gebt Eure« Vater, dem Präsidenten, meine« Wille« kund, daß der Jade Sima» aus T... in Dresdm Schn» und Heimathsrecht erhält. Dem Manu ist in Böhmen schweres Unrecht *schehe«; in »einem Lande soll auch dem Geringsten Gerechtigkeit widerfahren*. (Schlag folg».) Zwei M»fe»»S«ge» auS »er arabische« Sttteratnr. Bo« Rabbiner Sr. «. Landau in Zürich. An di« Prrson Mosr's knüpfe» »icht »nr Talmud und Midrasch, sondern auch der Islam und seine Ausleger eine ganz« Reih« von Sage» an. 2a« die letzteren die jüdische» Gagen üd.w Moses ans» »ahmen und «odifieirte«, ist allgemein bekannt, Es dürfte aber auch von Jutereffe sei» zu sehe», wie der Muhammrdauismns originelle Moses'Sagen, d. h. solche, die in Talmud und Midrasch «icht «nthasten find, erfindet. In Folgende« führe ich de» Lesern dieses Blatte« zwei dieser Sage« vor, ote, so wett mir bekannt ist, nur Da Saoy in seiner .Chrestomathie* »idergirbt. Diese Sagen suchen das^beuso intereffaate, wie schwierige Problem zu löse», das schon iw Buche Hiob von verschiedene» Gefichtspnntte» ans betrachtet wird: .Warum geht es so »st ta Leben dem Fromme» schlecht und dem Frevler gut.'' Wie nun im Hiob uachgewttsen wird, daß nur der Mensch in seiner Knrzfichtt-krtt die Wohlfahrt der Böse« und das Leid der Framme» für Ungerechtigkeit hätt, so schildert an* auch diese Sage anschaulich da» Walten der Gerechtigkeit Gottt« ans Erden. Die erste Sage ist au« der Borreoe von Mohamed Kazwini's: ^Ueber di« wnnder der Natur und dt« -i*n» thümlichkette» der geschaffenen Wese»,* und lautet wie folgt: -ine« Tage» ging Moses an de« Fuße eines Berges vorüber, ans de« eine Quelle hervorsprudelt. Er wusch fich darin und erklomm sodann de» Berg, nm dort zn beten. Bold darauf kam ein Netter des Weges daher. An der Quelle «acht« er Hatt, und nachdem er sich eines schwere», «tt Geld gefüllte» Beutels entledigt hatte, füllt« er seine« Durst am frische» sWaffer. Darauf trabte er davon, vergaß aber in der Eile den Geldbentel. -in Hirt, b«r bald daranf vorüberkam, steckte ihn eia nnd freut« fich des kostbare« Knude«. G» danerte nicht lang«, da keucht« ei» Greis heran, der ein schweres Bldidel Holz ans feine» Kopfe trug. Er warf die Lost nieder »nd legte fich in'« Gras, «« za ratze». g» diesem Anaendick kam der Netter zurück «nd sah sich nach dem Geldbentel ««. Er sucht» laug«, aber »er» gebltch. Da benwrkte er de» Greis, »nd sogleich fiel sei» Verdacht ans ihn. Er forberte gebtttrrisch sei» Eigenthn». Der Srris betbenerta seine Uns chnlb. Da schlng ihn der wütheetze * Vöde», daß er tobt liegen blwb. »rose«. Mt Astes mit angesehen hatte, rief ans: U»o ist hier bi» ^ttttch» Gerechttgttttk* Da «schien ihm Sott a* Prach. .De» Gnise^ist gkschchen. wie « es verdtensg,

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