Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 21 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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B»W»r-«W»-WMe' «ntt» - »och 1» der schönste» Meiobte t»Mr» VH«», littzSstm ff* MMlgfUt m*. «hoff» ff* «tiflig. Ach» sie »R so ftlMO^i St« nchchüif, mit der bmk am ftRHi, ait rtnn* SS che!» auf den Sippe». U»d im Schlafe strahlt« ihr Gesicht tu der Eptase dies*» Skücke«. CMflc Mt»te» »och Mitternacht ««»acht» ff» sich an« ko» Schlafe, an ganzen Körper eanoulstotsch zitternd. Ihr Gesicht mar t» Schmeiß Gebadet und dt« Hautfarbe bla«. >n» der zusawmeugepretzte» Kehl» kennte sie weder einen Samt herooebringe«, »och athmen. Mit Rustren-ung richtete sie sich im Veite. empor, die HSnde vor sich ausstrrckenv. „Wer ist dort?" rief sie schließlich mit heiserer Stimme. 2m Gemache war e>» dunkelnur im Garten, von de« Ucn Sind« der ersten »priltaae ^schüttelt, rauschte e« düster nnd vnheimlich. „Wer ist dort?' wiederholt« sie entsetzt, chre er starr!, u Blicke anstrengend. Ihre Palstz klopften stürmisch nnd in de« Ohre» sanfte ci ihr schrecklich. Mit »nstr«np«a> zündete sie ein« Kerze an. 8» Märte Heller auch tu ihrem Kopse. Die klage» halb zumachend schaute sie in dt« Höh«, nirgend« weder et« Gerilnsch »och die Spur eine« lebendiaen Wesen». Sie drückte die Hand ans die Brost und stieß mit da» Kopfe an« Kiffe». „Ach, ich Thörtai Da« war wohl nur ein Traum!" LS war nur ein Traum, aber ei« furchtbarer. Entschlafend, sah sie ror sich verschiedene beseffen tanzende Ftgurrn, wechselnd« Farben und rosige Gestalten; allmählich wurde der Plan eintöniger und ganz schwarz — ringsum umgab sie Finsterniß. Bi« sich sachte au« diesem dichten Nebel schwarz«, zwerghafte, grün«, blaue, vielköpfige, stachttige, (bläßliche Ungeheuer entpuppten. Diese «ahme» sich btt de» Händen, umttngten Klara, wttch« wttß gekleidet war und «neu Myrtenkranz «nf hatte und begannen ttnen tollen Neige«, heulend und pfeifend: .Freuen wir »n»k L« ist die Trauung unsere« Söimesterche»«!" Da begann dies,» satanische Schwarm sich immer mehr g» drängen, sttne« .Kreis »n vereage», mit sttne« übelriechenden Körpern ihre seidene» Kleider berührend. Und e« «tönte unter ihnen ttn einstimmige« Gebrüll: .Fort von unser« Beute, fort!" Und chre schrnüichen Gesicht« ergrimmten, sie ncigm die Köpfe, chre scharfen Hörn« vorstreckend und ihre, flammende Kohlim speiend« Rachen weit aufreibend. Und dort kam an« d« Fern« ttn kleine« zusammen, gekauerte«, wankende« Männlttn Hann. Die lauge« bi« z« de» Knien reichend« Haare waren mllchwttß, die Kleider Sen und seine spindttdünneu ftlnbc streckte er sich an«, ich erhob er sttn Haupt und dimch ch «ch erschütternde» bare« Weinen au«. .Gebet mir mtt« Kind — «ttn, Klara zurück." Großer Sott — ia« ist der Vater! Di« Ungtthüm« stieße» i!ch mit de« Hörnern, verwundeten, traten, bespieen ihn «ttt ihrem Gtthr nnd in sttner eigenen Blutlache unter ihren Füßm sich krünimend, ächzte er chmitten de« höllischen Geschrei»« mit übermrnschluher Stimme «Mein Kind, meine Klara!" Dies« Stimme Halle sie aufgeweckt. Di« Vision stab an«, ttnander, sie gewöhnt, ihre »nzen mit Sicht, nnd ihre Hände zitterte» noch, der ßächweiß rann ihr tropfen« tt« hernnter nnd ch de» Ohr«, tönt« noch die verzwttpnngsoalle Stimme: »Mtt« Kind» mtt« lklara!" 0 Sie taucht« die Hand in ein Sla« Waffer, sich da» Gesicht dttprttzend. bi» fl» ganz zu sich kam. Sie gewann chre Geistesgegenwart wie»«:. Ihre Füße waren kalt wie Li«, nur dt« nubew«,llche» Ang»t starrte« vor sich hinendlich fiel sie auf« Kiff«» ziwück nnd drach in ttn erschütternde« «einen an«. Sie webtt« nnd schluchzte wie tt» verhätschelte« Kind. Da« »ährt« lang«. Sich dernhi^nd, wischt« sie sich da« Gesicht mit einem ch kalt,« Doffer zetanchtr» Tuche Nab «mutterte sich. Ihr »ttjt erlange wtet«r sttn Glttchgewicht nnb mn säht, z» überleg». (Forts, fol^.) Wenn wir lttder fo vttt über die BedrÜckimg der Inden in de« verschiedensten Ländern Europa'« höre» s». ist «» «chlthnend zu vernrhme«, daß dieselbe« ch echem klttnen Winkel ttne« andern Erdihell« t« wahren Sion, de« warte« Herren der Situation find. In Tnui« machen sie «ngefähr ttn dtttkel der Vrvölkrrnng au« und dennoch beherrsche« sie alle« Eizenthum und allen Handtt in eine« solchen Umfange, daß am Samstag« dadurch die «eitlen Kaufläden geschloffen fiad und ein großer Thttl der Stadt «ch fetnckägige« Gepräge Sttgt. Die welsie« ÄehÜlfe« in de» Läden und Bankhäusern lad Inden, während fast alle Schneider, Schuster und Zimwerlente derselben Religion angehören; Dirnstmänner, Mäkler, Lutiquitätenhändler und dgl. find fast ausnahm«lo« Inden. Letztere haben Hypochekr» auf de« größte« Thttl de« Grundbesitze«, so »oß die «raber mit Grnndttgtnthum fast alle ihre Schuldner sind. Die Inden ch dem europäische» Stadtthttl kleide» sich fast wie chre europäischen Brüder und find von bitte» nur dadurch zu «uterschttde«, daß sie in der Regel eine fttnere Außenseite zur Schau tragen. Im Quartier der Eingeborenen klttdr» sie sich nach orientalischer Sitte ch einen Fez mit gewöhnlich dkaner Jacke und wttten Hasrn, Strümpfe» und Schuhe», ttne Kleidung, welch« ihnen ttt ihre» schönen Gefichtözüge« sehr wohl «nfteht. Di« Fron,» trage« ttn höchst ttgenihümliche« Gewand, nämlich weiße, banmwolltnr Hose» und «ch kurze« Oberhemde. Dttt*. wenigsten« «tchi sehr klttdsame Tracht schttnt denEmoPäer» »och senderbarer dtt der vogewihnlichen Korpulenz, »elche dt« Fronen sich zu vettchaffe« suchen. -« gehött nämlich zu ihren Lebensziele«, so korpulent wie möglich zu werde», und nwnn tt» Mädchen sich vrttobt, so rrhäll tt Mn Bräutigam tt» Armband, wttchr« vor d-m Hochzeitstage die Anne aena» ausfUlen müffen. Ich habe viele jüdische Familien bttucht; da« Gesicht der meiste» Jungfrauen ist von auffallender Schönhttt am groß«» dunkeln Angen, aumuthtgra Züge» urd vo» lange» schwarze» Haarlocken ttngerohmt. Alle bemühen sich aber, die als Schmuck geltende Korpulenz zu erhalten und die »eisten httrathe» schon zu 16 Jahren. Ich habe sogar ein« rv jährige Freu gesehen, welche berttt« Mutter von S Kinder» war. Sind dt« Mädchen erst vermögend genug, »m hrtrathev zu können, so erhalle« sie ihre Aussteuer nnd eine sonstige Mitgift an« ttnem z» diesem Zweck« gegründete» Vereine. Am Samstag sieht man im Indruvierttt fast an« jedem Fenster S «der 4 liebliche Mädchengesichtchen m»f die Straße hinanSfchaue». Ditter Tag ift BesachStag and zahlreiche Franc» bewegen sich durch di« Straße» in llttne« goldgestickte» Schuhenihre Hosen find rbrnfall« mit Sold- »der vilderlige befeft nnd Me kurzen Oberhemden größtentheil« von hellfarbiger Seide »tt gttchmackvoller Goldstickerei. Die verhttrathttr» Fronen trog« ans dem Kopfe eine hohe Mütze in Form ttne« Zuckerhwtr« und die Mädchen nmmtckel» denfeldr» mit ttne« echt seidene» Tuch«. Auch in Tnni« pflegt «an di« üble Gewohnhttt de« Schminken«; die Auge» und Aa«endraueu werde» schwrz geftllbt, wa« man 1» Enropa »ttt Recht für unschön hält. Ich Halle »•» Glück, einer jüdische» Hachztttsfeier beiwohne» zu können. Die Braut trug der Sitte entsprechend Pracht vell mit Goldlitze desctzte Hose» nnd Gamasche», et» »laßroth seidene« Oberhemde und «in« znckerhntfvrmig« Mütze, über Mlche« Alle« et» »ttßer Schleier heradhtng; ihr fette« hübsches Gesicht war durch Schmink« förmlich eolsteüt und ihre Schuh« waren so klein, daß di« Füße nur mit Mühe hineiugezwöngt »erd«» konnten. Sie saß auf ttnem Sefftt mit zu Boden gerichteten Blicke», bewegungslos die Ankunft de« Bräuligim« erwartend, welcher noch in der Etz»a,«ße war, nm sich durch Geb« zu de« feierliche» Act« vvrzn« berttten. Plötzlich rttchall Trompelengttchmttter, anLgeführt von da* Ktoder» der Verwandtschaft» di« Frauen erhob«» ") SiTto* ^ewtfh Ehroaielr" «ersetzt von