Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 21 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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separate» vc» schüre erschein«,^ aber.MM »nrd« »«» ber St«at«anwaltschaft configeftt. HPa« M »r Nasa«, «ch>» Wirksamkeit", sagte IaWtzckühl. " Bei-« bracht« ihreM« ZM gengrinschaftlichopn, Mg» Stauden verbrachWl fie m Parse wie 9tn»ft unk SchweKer oder wie «tu vMreffiiche« Ehepaar. Wen» fie sich «cht auf dem Bade» Ver gemeinschaftlich« geistigen Arbeit befände«, tauschten fie täglich die schdaste» Blüthen ihrer Gedanke» mit einander an«; fie verständigt« sich über Viele Tinge, die ihnen heilig und thener »arm; Aride hattm fich gegenseitig viel Wissen und Annehmlichkeiten zn verdanken, fie haktm sich an einander gewähnt und »nrtra sich unentbehrlich. Ihre gemeinschaftliche Wirksamkeit auf de« Feld« der Barmherzigkeit, ihr gemeinschaftliche« Wohlthmi, knllpftm da« fie verrinende Band noch enger. Aber weder vor fich und noch weniger vor einander gestanden fie fich die Natur de« fie umschlingenden Bande«. Klara war beinah« glücklich. Da« Gefühl de« Glücke« ist immer egoistisch. XXXI. Auf einer dieser täglichen sawaritischm Wanderungen erkältete sich Iklara und erkrankte, so daß fie di« Nacht schlaft»« zubringend, Tag« daranf nicht zum Morgenkaffee erschien. Al« Jakob dft Ursache ihrer Lb«esrnheit vernahm, ölte er in« Zimmer der Gouvernante nnd traf sie im Bette liegend an .Ich komme al« Arzt, unaufgefordert," sprach er auf die Patientin «schreitend. .Wa« ist Dir?" ^sch habe mich angeuscheütlich erkältet und fiebere etwa«, aber da« wird vorübergehen, ich danke Dir herzlich." Der Doetvr griff nach ihr m Pulse und schaute. sie aufmerksam an. .La« für Glück," flüsterte er, .Da warft gestern in der Näh« eine« Tgphn«kranka und ich hatte nicht geringe, zum Glück unbegründete Angst," .Ich danke Dir für deine wahrlich übertriebe« Sargsamkeit," erwidert« dt« Kranke. .Wirst Du gefiUten, daß ich hier etwa« länger verweile? Al«. . natürlich al« Arzt?' fing er nun au nnd schob fich einm Sessel zn. »Nach dem »nsrutzen nnd «»sprechender Diät wirst Dn schon «orgm genesen sein. Aber . . fühlst Du Dich nicht in der Einsamkeit traurig?" fügte er nach einer Panse peinlich« Schweigen« in Ermanglung eine« beffern Einfälle« bei. ,O, nein," erwiderte sie, .di« Frau Marmor «ft den Lindem Hab« «ich bi«her nicht ein» Moment verlassen. «a« für Glück." fügte fie mit Gefühl hinzu, .w«n solch eine «tgleist« Person, wie ich, in di« Mitte solcher Leute geräth, dt« sie mit solch aufrichtige» Wahl« »oll« umgeben. Wer weiß, m ich »ich in einig» Jahr« befind« werde," fügte sie für fich «ft leiser Stimm« hrnzu. 3ak»b fühlte fich gerührt. Er sah vor fich ein lebendige«' rzeugniß unserer ,eg«wSrtti« Verhältnisse, die so viel« lausende von Mensch« zu ein«» Leb« »hu« Hoffauag, ^n« Luft und Famftimwärme »erurtheill, zu eine» Eklavenled«, welche« dort elendiglich zu Grund« geht, wohin e« der Zufall schlendert. .Ader da« ist nicht«;" fügte Klara beinahe Hefter hinzu. .Ich beneide Niemanden »« etwa«. Wer weiß, wenn ich von Glück und Zufriedenheit umgeben auf Blum« schreit« würde, wäre ich nicht . . .Dn betrachtest Dich sehr prsfimisttsch. Der Geburt nach gehöre ich ja zn den vermeintlich« Glücklich«; »ber nur der Geburt nach. Allein die Stimme der Wahrheit nnd der Gerechtigkeit, die zn mir sprach, war mächtiger und edler al« der Klang de« Golde« und al« dir lockende Stimme de« Grnussi«." .So ist e«," begann er nach einem kurz« Nächst««, wie zu sich, »mein Schicksal ist entschieden. Ich folg« der Stimme »etn«« Herzen« und verstand«», ich werfe mich in d« 8eben«»irb«l mit Wifi», Erfahrung und Ausdauer ausgerüstel und sollte ich t» Kampfe selbst fallnh so wird »ein Körper für »«in« Nachfolger eine Spross« sein. Ich bin aber voll Glaube..." .««glücklich btst pu." rief Klara beziffert. Iaksb erhobt«, «ein da« $ kein «ch» bnr eignen Wort«, kn» dchsDbe sLffüchttze 0MlM flüsterte sfleich: „Wie glüMch Gst DZ" Vas ist Helen ch«.. Iachtzmmmbte sei« verschleiert» Angel» geg» fie. Inf ra» weichst» Kiffe» floff ein Meer rabeuschwargech «veichrL duftender Haare, und auf diese« Hintrrgmnd« zeichnet« sich ihr. Haupt, daß weiße vortrefflich gemeißelte Gesicht, die etwa« «erdthetm Wang« ab und ein paar schwarzer, funkelnder Ing« erhob fich « ihm mit dem In« drucke der Begristemn, und Sehn, sucht. »Wie glücklich bist Du l" wiederholte fie mit einer .Hel««" sprachJakob etwa« hitzig, .willstDu diese« Glück «ft mir theilen?" «in elektrischer Strom durchlief ihr« ganz« Körper. Sie hafte doch gut gehört. Sie schnellte ««vor und setzte fich auf i» Bettc. .Mein Gott!" mehr konnte fie nicht hervvrbringm. Sie war m diesem Moment« n änderbar schön. Ihre Ingen flammt«, da« anf^löste Haar umfloß in dicht«^Seü« ihr« bl«d«» weiß« Hol«, her Bas« wogte stürmisch und von unter der Deck« schaute der alabasterariige, gedrechselt« Arm hervor. Jakob war ein Mann. Grbleadek und verwirrt näherte er zn ihr sein Haupt. Er war gan, tu Flamm«, seine Lippen zockten und er wiederholte «ft abgebrochen« Wort«: »Sag«, willst Du diese« mein Glück unterstütz«? Willst Du ans Dein« Schulte« die Hälft« der Last seine« Bane« nehnnn?" Und lödenschafil-ch aufgeregt schaute er fie «ft feinen glühenden Ingrn an. und fich hernnterb«g«d. drückte er rin« heiß« Kuß auf ihr« Ir» ... Deffeld« «und« noch hernhigt« Jakob die vesorgniß seiner Familie hinsichtlich Klara'« Gesnnbheittznpan» «ft der ErVärnng baß 1Ü»r»'« leichte« UmroPsetn brrrftö ge» wich« sei. Ille war« sehr erfreut. .Und »a« würbet ihr sagen," frn, Jakob nach wenig« Mimten, »wrnn^ch eure Gouvernante heftath« möchte?" Der Herr Ena« brach in ein schallende« Gelächter an«. Dafür aber sagt« die Frau Jeanette und der alt« Salvwon beinahe einstimmig: »Scherze nicht über diese« Mädch«!" »Ader «eine Theuern," erwiderte Jakob. .ich spreche im voll« 8nfU. Ich habe beschlossen, sie tt ^eftathen." E« folgte rin Schweig«. Ille war« wft erstarrt. .Jakob," sogt« der Herr Elia«, »verzeih« mir, trvtz der beiden Pattnte al« Weiser habe ich nie an den normal« Stand deine« verstände« geglaubt und jetzt ... . weiß ich nicht, wie Ich «ft dies« «xenftrischrn Uedergriff erklär« fall. Da« wäre schon rtwa« pi stark. Und weißt Dn, daß wenn Dn dies« Achter begingest, Du auch sein« «ettenfolge durch« ganze Leb« »ft Dir hernmschleppen müßtest?" Inf dfts« Bemerkung erwiderft Iakab nicht«, ^jftckvd," wandt« fich Frau Ieauette an ihn zifttltch, »Ihr licht «ch als» so schr?" .Weißt Du Ieauettchen'" antwortrft er. ,n»d da« ist et»« «igrmhümltch« Sache. Wft find wahrscheinlich da« erst« Paar junger verliebter, »ft in ihr« Geständnissen da« War» .ich liebe" kein eiuzigesmal auägefprvchen haben." .Wa« hclf« all ihre Eigenschaft« und ihr« Schönheit," «einte Salowou nachdenkend, .wenn fie keine Jüdin — kein« der Unsrig« ist." .Eh," brummte Jakob erbost und tonte an« de« Speisesaaft, beinahe Ille ob der hart« Nuß, die er ihnen zu beiß« gab, erschrocken znrücklaffend. U« dieselbe Zeit ftänmft Klar« »nndervell in selig« Grdauftn versmkt. Ueber dem Hanpte hftft sie dft Hände verschlungen, dft Ing« war« halb gefihloff«, da« Hirz schlug in beschleunigte» Trmv« nnd. ihre Seele war angüeat und vergnügt. D» unverhoffte Glückgschtmmer blochte sie nt cht, fie dachte nur daran, daß fie jetzt mft diese« gnttn braven und chl« Jakob bald für immer Verbund« sein, daß fie mit ihm Hand in Henb an da« grvß« Werk, Material für« ZukunftOgedäUd« varpcherrit«. geh« wüche. Und fi« fühllr noch die Glnth seiner Lisch«, sein lörasch afttiches Flüstern, den Mapntismn« seiner leuchtenden