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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 19 (1890) · p. Seite 73

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
19 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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schntt«dn> Menschtzift Mcht MÜckbletd» »er»». M t» MÜ»»» »ir». M 'tflpcamwtai der itNctteit, kt Jesnttisan«, der Unwifieuhei: de« CcrtfUtauJ, kd Kbd« »nd der tdkJtyUkt, welche« bei w* jeden frei« «kkaalo. seb« 8r»it<«tt»K|niifl n stickt, adzuschüttelu.- »Ich gchdre nicht znr Aaffe je«r Bügel, die da ruhig in ihre» Whig« Nest« sitz«, «nr de« Fraßes »eg« flieg«, ich« Morgen regelmäßig fingen, und dir n»r dag« ged«« find, tu, durch Zeug mg ihr« Gattung zu erhalten." .Und da« persönliche Slüik?' frug Slarn. .Ich kiuute Ihn« »il de» Dichter antwmten, daß ich tt» seiche« nicht z> «rase Hab« kau», wie e« i» vaterlande nicht zu finde»; aber ich »iS «ich nicht überschätzen. Li« zur Stunde sei» ich nur da« Glück in einer erfelgreichrn öffenUich« Wirksamkeit, selidaristre mich »it dirselden, leb« in ihrer Hasftmng — aber »er weiß — wo« da« Schicksal »it »ir- Mi hat.' Jakob ahnte a«g«scheiulich, daß da« nrb« ihm fitzead« Mädchen, welche« ihn flammend« Auge« auftarrte, jede« seiner Werte »erschlang, jeden seiner «KedanKn mit empfand und in da« Gewand der Poesie kleide« — daß sie auf sei» Leb« ein« entscheidend« Einfluß ausüb« kann. vorläufig ging i* in Karotk» nicht müßig. Et» Feind jegltchm Doctrinärisnns und aller Phrase», arbeitete er nicht n»r mit de« Munde. Der reiche Miteigmthümer Korsika'« beschloß »tel»ehr. sch in der nah« Kreisstadt niedergniafsea, «ine Srztlntze Praxi« »n beginn«, fich in d« »eitest« »nd i»«b«s»»derr in d« Bürgernnd Arbettttkrets» der «geheuer« Pnphlagrnd« der Umgegend bekannt m »ach«, ihr vertrau« z» erneck«. fich «it der Lage de» Landes gründlich vertrant zu »ach«, »ud »ach cian ge»tff« Zeitperiod«, nach Beendigung aller vorarbeü«, bi« Bülpm der »ffentlich« Wirksamkeit z» bebetret«, vor aste« «in eigene« pndlictsttsche« Organ behnf« Pragagand« seiner Aruadsätz« and Organist«», der Partri zn grittld» »nd dam« . . — Und dann? Darüber sprach er «it Man lange, viel asb vertrant, so daß « ihm zar t» Gespräche grntrtt, sich fortwöhrend da« Worte« »Fräuleinbedien« zn müsse». »«halb er t§ «nfgad und da« tränt« ,Dn' amvendet«, «vor« fich Klar, »nr schiver gewöhnen konnte.*)—Da« Ehepaar Marmor schaute »it Befriedigung ans da« »ah« Verhältnis der jung« Leute, fich aber an d« Diskussionen nicht betheiligend, infolge wer Langweiligkeit »nd deren ttäumertsche« Kainr-, wntzte «cher nicht, arte «veit die Sach« gedieh« find. Und Klar, fürchtete dar« zn denk«, nnd Jakob »allt« nicht. . . Gleich «ach seiner Ankunft ans de« Land«, begauu er seine ärztliche Praxi« unter d« Bane«. Die Zeit war eine schwer«. Man »ar vor »er lkrnte m»d »ach einer Urbrrfchwemuumg »nd entsetzliche« El«« und Hungertyphus herrscht«. Der Herr Elia« schüttelte da« Haupt, und schante mit ein«, »»«identtg« Lächeln, »ie Jakob in hohe» Stiefeln täglich w Dorf ging nnd «» seiner Sette Klara «it einem Körbchen Medtcamente. in welche» fich nicht seit« auch ein köpf nahrhafter Snppe, tzilttsch nnd fBeta, befanden. Und beide jung, schä» mw edel, betrat» st« rnsummm die verfallen« Hütte» „ Schmns; nnd Gestank, Elend, Krankheit nnd SiUenwtldheÜ herrsihte», »o der Kern der sociale» Frage nnd da« Um» der ßkatto» sich befand« »ab bracht« Trost und Hftsk Und M« sie «ch Hans« .kehrten, ging« »ft einige Hän«l«r »tt leer« Gäckm hinter ihn«, die der Schennämnfseher dann «tt Getreide füllt«: «ehr al« et» armer Teufel vmrde in b« Stand gesetzt, di« ihn »»«sangend« St««« zn zahlen, »nd mehrere — ihre Söhne in d« städtisch« Schnie» imterhalt» z» kvunen. Einmal al« Jakvb sett» radieal-tzemokratisch« Anschannng« über dir zutivstige Gestaltung der Bolksverhöltntff« Elana annetnanderses«. brach die in »er «äh« fitzend« Fra» . -) Am Goluhchr» »Met da« »oet ««Mr" Mcht, soabern ,®** ade« ie* Jeanette tu ein kchallrnhe« Gelächter ml«. »Iber Hab« dach Gatt im speich»", rief fi«, .also dies» einfältigen, hi nt«, listig.dur«»«, bäsrrtschm und schmutzig» Figuren, soll« die lttnige der Zukunft sein? .Da« kommt Dir so »nnderlich vor-, «rmtderte Jakob vetdrießliäs. Und erinnere Dich nur. Sch»esterch«, wm» »ar «msei- Großvater, »«» nicht ei» unbeholfen«,, uugebildeter «ch scharfstmüger Jude? Und doch Hab« ei« gut« Erziehung »nd eine »ohlthätige Lebensweise sein« Enkel zn M«sch«u gemacht, die der Geburisaristokratie in nicht« »achfleh«." ^ao Je«ette zürnte ihre» unartig« Bruder, der vor der Gonvlwnante die FamUieugeheimuiffe verrteth, und der Herr Elia« zuckte mit d« Achsel». Sie gehört« zu einer ande« Welt. Jakob »erlangte auch nicht «ehr von ihn« al« »a« sie leist« kannten. Utber dir princtpielle», öffentlich« Lnl>eleg«heit« sprach er nicht mit de» Sch»ager, »»hl wifiend »al für «ine Kluft fich zwisch« ihr« Anficht« befindet. Der Herr Mas befaßt« fich überhaupt nicht mit solch« Sach», di« ihn nicht persönlich berührten; nur der jüdisch« Frage, die ihm nahe stand, schenkte er Luftnerksamkrii und Jak ad, von Tewprrameut und lieberzengung eta Pndlicist «ab Agitaiar, hatte selbst von d« jüdisch« «n,eleg»heit« eine falsch« Vorstellung. (F. f) $*§ etfe E»gEOe«e»tt L»vwig Arnulf«. In 2. Mat er. degiug Ludwig Baruay sein Svjöhriget! Bühamjudilän«. Josef Lewinsky erzählt au« der trü sett»« tttgmblidi« Znsammenlebe»« mit de» berühmt« chauspieler folgend« tntereffante üdttsvd« über den Beginn der theatralisch« Laufbahn Baraay's, ber als ISjähriger Schüler »es Pester Palytechnikunt« bei Nacht »nd Nebel nach Wien dnrchbuunte, Zirkel und Winkelmaß au d« Nagel hängt« und sich t» Gesellschaft Lewinsky'«, der fich damals in Wi« für di« Oper ansbildete, der Schauspielkunst widmet«. Eine« Abend« — erzählt nun dieser — «ar Barnay bei« Studium einer neu« «alle, von Müdigkeit übermannt, «f seine« Lager «tugeschlafe». Die Svnue leuchtete in sei» Gemach, al« er erwachte; sei» erster Blick fiel auf die geliebte «alle. Doch was war da«? — va» Titelblatt war der Name Ludwig Baruay, welcher am vorherig« Abend noch darauf gestand« — meggertff«. Der «stanmelud« Mime rieb sich dt, Ing«, um fich zn ver^wifscru, daß er nicht träume. Da« war dach seltsam. Sollt« etwa Mä» ... «ach der Läsnug de« «ttsel« im Zimmer sarschend, fiel sein Blick m»s da« Sopha, «nd da — nnneundare Frend« — da lag die Lös»», de« Rätsel« friedlich schlummernd «ns dem Sapha in Gestalt seiner Mutter. Die Sehnsucht muh de« .ungeraten«-, dach Wirklich geliebten Bohne hatte fi« hergeführt. Wie er, blo« bnpch ei» Billet »an b« Ihr« Abschied n«h»«d, war sie heimlich nach Wir» gereist, wo fi«, de« Nacht« «»gelangt, fich durch b« Portier da« Han« öffne» ließ. I» da« Zimmer ihre« Sohne« eintretend, fand fi« ihn bei» herabgebrannt« Acht fest schlaf,»d. Die Ueberraschnng ihre« Anblick« sollte ihm erst bei seine« Erwach» »erd«,». Mit thrünenseucht» Ang» nullt« sie ihm »och eine .gut« Nachtznwiuke», da fiel ihr Blick ans di« «ns de» Nnchtttsch« lieg«de «olle; fi« la« «s dem Titelblatt: .Di» ft«»»,«.' Loaneefpiel ix 6 Iben •m strNdrich «Wille« «ostixsty: «er Lndwtg Bornay. kitscht war der kam« .Lndwtg Barnayvon d« .«linde«- getrennt nnd mit jene» Friadeich Schill«'« znglrtch vpm Blatt« geriff«, »orgns dt« «ackere Frau sehr demchigt nnd «rlckchttri fich ans ihr improvifirte« Bttt bGNb.

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