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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 19 (1890) · p. Seite 74

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
19 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 74 (sequence 4)
Language
German
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UfDer Ntß half der Mntter gliichwahl nicht«. Amar, al« sie mit der ganze« Ueberrebaag»ku»st de« Mnttrrherzen» auf ihm cinstürmte, fügte er fich schließlich tdreo Bitte« «ab versprach ihr der Büh«e zu entsage« und die vo» Bater gewünschte Lrchitekteulaufbah« einznschlage», zu welche« Zwecke er da« polytechnische Institut i» Dien besuchen fällte. Die ob der 1tt>r»S»deruag ihre« Sohne« hocherfreute Mutter versah ihn wieder mit angemesseu'r Kleidung und dem uöthigeu Gelbe, liest ihn in'« Polytechnikum aufuehmen nnd miethete in ster Näh« desselben in der Sarlstrast« auf der Dieben auch eine Wohnung für ihn. Doch da« Schicksal ist stärker als alle menschliche Uebereinknnft. Die Mutter miethete unbewußt ei» Zimmer für ihren Liebling in einem Hause, dessen ersten Stock der berühmte Hofschauspieler Ludwig Löwe bewohnte, während in der zweite» Etage der Hofschauspirler Adolf Sonne»thal, ein Land«««,» Barnay'«, sei» Hei» hatte. Derartige Bersuchungrn hatten ihm gerade noch gefehlt. Gar bald sah sich der junge Polytechuiker wieder mitten unter Schauspielern und sprach und härte oo» nicht« anderem. a>» vom Theater. Die kaum tu den Schlaf grlnllte Liebe zur Schauspielkunst erwachte stürmischer den» zuvor; Blei, Zirkel, Winkelmaß und Zeichenbrett wmdrn bei Seite geworfen, und Goethe, Schiller, Shakespeare'und Lesstng mehr »nd mehr zu Gast gebeten, da« Polytechnikum wurde allmählich vergesteu, bi« e« der fahnenflüchtige Architekt, al» Schüler Sonnen,hal't, für immer verließ. Alle diese Borgänge wnrde« natürlich mit der ganzen Sympathie gleichgefiunter Seelen vo« on« »erfolgt. Denn er auch eine« Machtspruche de« strengen Vater«, der ihn für eine »solidebürgerliche Lebeu«stellunz nach Hanse berief, fich für den Aagenblick noch beugte, so wußten wir doch, daß dies« Resignation nicht vou langer Dauer sein »erde, denn schon zu mächttg hatte die Leidenschaft für die Bühne in seiner Seele Wurzel gefaßt. Uud in der Thal, schon nach kurzer Frist erschien Ludwig mit trinmphirender Miene wieder in unserer malerischen Klause. »Ich Hab' ein Engagement, Kinder!- rief er in seiner lebhafte» Weise. — »An welchem Hoftheatrr?- — »An dem Borhoftheater zu Meidling.- — »Für welche« Fach?- — »Al« erster Held uud Liebhaber mit 20 fl. Gage bei« Direktor Forst.- Da« war allerdiug« eine große Erruugeuschaft. Meidling, ein Dorf bei Wien, galt zu jener Zett ol* »versuch«- statt«»- angehender Ro«etuffe, die bei der Näh« de« Burgtheater« mit Sicherheit darauf rechnet«, von Heinrich Laube hier »entdecktzu werde». Auch Barnay hoffte «it Zu verficht auf da« Erscheinen diese« dramatischen Kolnmdu«. Wir waren nicht wenig gespinnt auf de» erste» schauspielerischen Erfolg unsere« Fremde». Nachdem wir dem hoffnungsvolle» Karl Moor da« verspreche» gegeben, bei seinem ersten Debüt in oorpor« »ein freie« Lebenführe« z» wollen, fuhr er hi» ge« Meidliug-j Die Thräueu de« Abschied« waren indeffe» in unseren Augen noch nicht getrocknet, al« Barnay zu unserer Verwunderung wieder bei un» erschien. Da« Bnrgtheater war t* nicht, da« ihn so schlruuig zurückberufen hatte . . . Wir lebte» damal« noch in jener schöne« Zeit, in der nur die Spitzbube« da» Privilegium geuoffe», »hu« Legitimation reisen zu dürfen, wohin fie Lust hatte», die ehrliche« Lenti dagegen, wen» fie fich eine halbe Stund« wett von ihrem Wohnorte entfernte», eine» Paß vorzeigen «nßte». Der hohe» Obrigkeit war wohl der Karl Moor de« Meidlinger Mnseutempel» der Ehrlichkeit dringend verdächtig, den» al« er am Varabend seine« ersten Auftreten« t» Wirth«ha»se keinen Paß anfznwrffe» hatte, wnrde ihm nnter Androhung weiterer Befördern»« mittel» »Schub' die' kategorische Weisung da« Gebiet Meidling« dinne». 2» Stunden zu »erlass». Noch vor Ablauf der ihm gestellt«, Frist kam er der frenndliche» Anffarderung »ach — den sogenannt«» H »Menschen- Meidling» de» Fehdehandschuh der »falsch«, c heuchlerische» Krokodillenbrntin Antlitz zu schlendern, »ar chm «llerding» nicht »ergönm. So endete da» erste »Engagement' Ludwig Baruay'». Kurz« Zeit darauf, am 2. Mai 1860, hat Ludwig Barnay in de» schlichten später berühmte» Städtchen Trantena» unter dem Name« »Laeroixdir Feuertaufe de» Schanspieler« erhalten. Seine erste Noll« war die de« Baron von Horn in Töpfer« .Zurücksetzung-, sein Debüt endete leider «it einer totmen Niederlage. Wen» trotz de» wenig versprechenden Anfang» di« dreißigjährige Wiederkehr jene» Tage» von der deutsche» Bühueuwelt im Verein mit de» zahlreichen Verehrer» de» Künstler» in enthufiaftischer Weise gefriert wird, so muß doch wohl au» dem verunglückte» Debütant« von Traut«»»» noch ein respektabler Schauspieler - gewordeu sei». — Er hatte fich an seinem Jubiläum nicht über .Zurücksetzungzu beklagen. Unter den viele« Ehren und Au«zeichunuge». die ihm in Berlin an diese« Jub ltage (2. Mai) zutheU wurden, gehört auch die» daß er vom deutschen Kaiser den »Kroueuorde»- erhielt. Allerlei sür de« AamMemtisch. Aeönffüssta« Mühe. Meyer lebt mit seiner Gattin Sara in unglücklicher Eh«. Eine» Tage» bricht ein heftiger Streit zwischen Beide» au» und Meyer streckt nach viertelstündigem «impft vor der sieghaften Beredtsamkeit seiner Frau die Waffen. Während dies« nun unentwegt weiter keift, versinkt Meyer in stumme» Grübeln. Di« barsch« Frage: Siehst D» endlich Dein Uw» recht ein? rüttelt tat Grübler auf uud er autwortet«: »Ich sehe «in, daß sich unser Herrgott bei der Erschaffung de» Menschen viel überflüssige Müh« hätte erspare» können.- »Wi« so?' »Siehst Du, Sarchelrben, nach der Bibel hat Gott de« ersten Menschen an» dem Erdenstaub geschaffen, darum hätte er »ach meiner tiefsinnigen lleberzeugung die Eva zuerst in» Leben rufen müssen.' »Warum, Du Rarr?- »Wäre dir Eva zuerst zur Welt gekommen, so hätte sich Adam schon ganz allein au» dem Staub« gemacht.- Otne Prabschrtfl. »Er tat kein Unrecht all« seine Tage - Dtese Worte standen ans de» Grabstein eine» Mo»»«», der, «in bekannter Spitzbube, «egen Etnbrnchdiebstahlt» mehrere Jahr« in «ine« Zuchthanse »brachte. Ich riß Auge« «ob Mund ans, al» ich die» la». Met» Freund, der Thealoge, aber, der sich viel mtt Bibel-iihrgrse beschäftigt, sagtt: Di« Srabschrtst het ihr« Berechtigung; wenn «au sie nnr richtig zu dntte» versteht. »Er tat kein Unrecht alle sein« T a g e,- da» will sage«, baß er seine Diebstähle stet» in der Nacht «»»führt«. zutttzset-A«fO«h». («► 1. gMtgftttawfitfftt, Da« «taoic vo» vor» W )W Schluß et* Jaage» «ab Alte» gar »ett, Sem »am ttaltentsche» stlaß Wka» nimmt ei» fraazlstschs» Be« Uad iam d'ra» eme chaldätsch, Stadt, Die Terah eiaß verlasse» hat. des Aitttzstls i« mtt* Wr. LNtOT) «oh, Beahuaia, (1. B. «- «M). OerouuooeUtcher Revoetenr: Dr. M. »atzmer. Den» mI.IL Molif, Magoevin». Berma »»« daaeu »tiefe, lwimtg

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