Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 18 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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crtssttfte »sich uach»»e»>,N« ,SefüOE. ^estatteteAikr nicht daß nun ifei ffanater .kMiM*, . „Uak M|*, »*i>lc kr fxrr «A n«ch kn VM$m, „Omca die feste noch sagM, kf ich chufchlechter Nachbar sei. Ebenso wie die heutige Zeitung krfler lUft, fc«| kr Saks in Misch« $i*k überuht. Die Eescheidten, sie fitzen bei» Redactiousttsche nnd ihnen ist gut sprechen. Ich bin nnr neugierig Ml für Glück ich «n fetiöi gemacht bok. Manchmal kkscrc ich e« «stichtig. Kuf k» feste ist kein« Idylle nnd Goldgruk, un allerweuigp« in «ine» polnischen Dorfe, »eiche« «eine Vorgänger systematisch rninirt nnd ansgebeutet haben. Ich »eiß nicht, ob »tr Karotta bei der größten Sorgfalt, Sparsamkett nnd vikth» schofiltchkeit jährlich 4*/. tf rtrfL" Und in der Thai »ar Karotta »egen der Wirlhschastlichkett nnd Ordnnugsliek »eit nnd breit bekannt. IU» Elia« do« Gut onkausl«, begann er a>ron»«tsche Werke zu stndtren nnd »ar in der »««»ohl der feste sehr {•rifun und glücklich. Der Oekone» »or nnr ein technischer Wirth« schostsansseher, olle Fäden hielt Elia« in seinen Händen nnd leitete alle» persönlich. «« herrschte «ine strenge Disciplin, ein« musterhafte Ordnung, alle» ging genau noch der Uhr, »elche der Gutsbestzer aufzog. Dazu »or er ein guter Finanzier nnd dt« speculativ« Ader ließ ihm keine Nutze, und so »achte er fortwShreud bald »it k» lebendigen Inventar, bald mit der Branntweinbrennerei nnd größtentheil« »it gntem Erfolge Geschäfte. Er »vr nämlich ein unternetzmeukr, gebildeter Nechenmetster «it »ettv«rz»«igten Verbindungen. Da« aber fiel STora auf, »aß die ganze Dienerschaft ans de» Ente, von den höchsten Würdenträgern d. i. vom Oekono», Förster. Vrauulwciubrenuer angesangen bi« zu» letzten Hirtenjungen, beinak ausschließlich an« Christen kftand. Elia« hatte auch nur «ft christlichen Geschäftssinn« zu thuu, er ließ alle« durch christlich« Agenten besorgen, sich wenig «it Inden eiulaffend. Und »euu ein Ink i« lang« Laston kam, mußt« er da« Fegefeuer der Vorzimmer pasfiren, stch anmelden lost«, »it de» Hute in der Hand bei der Thüre »arten, ganz so »ie bei» Adel. Der Herr «Via« rechtfertigte fich, daß er die« nicht an« Mangel an vertrauen zu der Nechtschaffenhett nnd Fähigkeiten der Inden thne, sondern daß er kein »Mischer- Herr sei, keinen Mischen Hof holten und »ft der Judenhett nicht affichiren »oll«. Do« »ar ein kleinlicher Ultlitaii«n>n«, der anfänglich zwischen Vater und Bahn oft Streit verursachte. Andererseits aber kannte «an auf de« »nte keine Grenze in der «ohlrhättgkett nnd Humanität, kein Armer ging ungestärkt und nubeschenU fort. Elia» gehörte zu vielen Local- und Landesveretn«, spendet« reich« Gaben für jeden öffentlichen, bürgerlichen Zweck, hatte bei. nah« ausschließlich ans eigene Aasten i» Dorf« «in« Schule errichtet, und bedachte den Lehrer »ft einer schönen jährlichen Remuneration; er hatte sogar einmal «in« bedeutend« Betrag zur Restaurimng der Ortskirche gespendet, »a« der ihm ftindlich« Pfarrer dankbar und eilfertig annahm. Da« Landvolk sehnte fich gar nicht nach der früher« erblich« Dynastie der Gutsherr«, fühlte nicht ihren Abgang und obwohl e» i« Anfänge argwöhnisch und mißtrauisch beim Hose verkehrte, beruhigte e» fich bald, da ihn« dort in all« streitigen Angelegenheft« «ine rückfichtsvvllej und nachstchftge Behandlung zu Theil tourk und in der Noth — eine thätige Hilfe. Dafür »ar« di« Inden der Umgebung der Familie Marmor feindselig gesinnt, hatten bei ihn« »«ig Verdienst nnd wurden zu« näher« Verkehr nicht zngelaff«. Der Stolz und die vornehme Znrückgezogenheft de» Gut«, besttzer» reizt« fie, umsomehr al« e« kein Gehetmntß »or, daß dort alle« „träfe“ sei. Aber so» konnten fie, arme L«te, gegen solch ein« großen „Porez* ansrichten? In seiner Gegenwart demüthigt« sie fich, bangten fich di» zur Erk. und zischelten am «eist« geg« kn alten Salomon. Wenn nicht seine früher« verdtenfte und Autorität, mochten sie ihn gar nicht zum Altar, nicht zu kn öffentlich« Gebet« zulasten. ffc> krJPMKg» imponier, ihn« alK^er splendide Gab« An an k« GeteetukM« asiss,4 Der Herr Solo«« richmter r»«nd ist und et, sacheu. Dt« Autorität de» Letzter« »ar auch in kn Ang« der Bauernschaft de» Orte« eine große. Klo« kacrfte einmal, »te mehrere Person« zu» Her« Saloumu Iww, seiner «etshett und «rfatzruu, die «utschetdung trgate ein« üreftig« Frage überlastend. Gr hörte die Partei« an, stellt« Frag«, überlegte nnd er»og. feierlich nnd mild. Mtt kn ältest« Bane« »or er vertraulich und herzlich, die Jüngeren khandelte er von ob« herunter. „Unser Herr Schlomke" pflegt« die Alt« «it Zärtlichkeit und Achte», zu sag«, di« soft« Grlebnistr, die verfloss«« Zeiten er» »ähn«d. Und er vergalt ihn« »ft gleiche» Maoße. Hat er doch «U ihn« geg« achtzig Jahre seine» Leben» zugebracht, hatte sie lieb gewann« und verbrüdert« stch »ft ihn«. Und manchmal konnte «an in de» kschetkn «ödltrt« Eckzimmer dies« grau« mageren Inka, da« milde Erficht geröchet, kr die üblich, Pelzmüze trug, und fich eben von eine» ungeheuren Taimudfoltauten losgertst« horte, setz« und ueku ihm ein« zweiten Greis, einer ander« Nace, eine« ander« Glauben«, einer «kr« social« Position, » ekem Hemk au» Sockleinewond und «onchmal ohne Stiefel, beik sonst und ruhig, plauderten fie vertro« über ihn« thenere Eegenstänk und Andenken, von Zett zu Zett tief seufz«». Klara hotte ihn sehr lieb gewonn« und er »or ihr so zngethan und hotte fich an fie so gewöhnt, daß die Fron Jeanette sie oft zur Ztelschetk ihrer Scherze »achte. .Fräulein Heleuch« bethört mir «ein« Vater," wiederholte fie bet jeder Gelegenheft. Und als eine« Abend« noch «im» l«g« Gespräch« der Herr Salonmu kn Kinde« ftgenb welch« philosophisch« Mtkoschsagen erzählte, vom sanften Hmel, der kn Ke« der ganz« Religion in ein« Aphorismn« „liek Dein« Nächst« »t« Dich ftlbst" schloß, von k» Prophet« Jeremia», der nach km Verluste seine« eigen« Vaterlandes in tieffte verzweistnng versunken, dennoch befahl, kn s«« Wohnsitz zu lieb« und für kff« Wohl zn arbeiten, von Itsaja, der in prophetischer Verzückung der Welt die schließlich« AMiebe, Eintracht und Glück verkündete, nnd als er daran anknüpf«» herzlich nnd wehmüthtg von sein« Erinnerung« und Ideal«, von sein« Verbindung« »ft manchen Nädelsführe« t« Jahr, 1848 zn sprech« begann, berührte er damtt in Klara'» Herz« soviel« empfindlich« und harmonisch« Satt« und fie wnrk so gerührt, daß fie »ft Gefühl sein« dürr« Hände küßte. Der Greis kitte ebenfall« Thrtnen in d« Ang«, kgum fie «ft .«ein KM" an» xnsprech« nnd küßte väterlich ihr Hanpt. An diese» Abend weinte Klara lange, sehr lange in ihre» Zimmerch« nnd sehnte sich zn» erstenmal« fest undenklich« Zetten nach ihre« Vater. Er hatte fich in ihr« Ang« nicht rehabtllktrt» trotzk» hatte er in ihre« Herz« «in« Platz »ilkr, aber richtiger ans'« Neu« erlangt. Sie kdanert«, verstand ihn jetzt . . nnd sehnte stch nach ihm. . . (Fortsetzung folgt.) 9er «sitbi ftnd der «Stech. (Schluß.) Jkf Werratß. Hell delenchtete der Mond die Landschaft, binn« drei Lage mußte er voll sein; es »ar nämlich der IS. im Nissan. Zwei Stauden ruht« nun erst Nönkn kn Iehndah unter kr kühl« Erk, da fallt« er schon wiedergestört »erb«. Mft fette« überstieg« 4 Männer kn Fürst enamll in kr Elbseft« her, jeder trug tin« Spat«. Bald kam« sie an Ht Stelle k» Fried Haft«, »» ein frischer Hügel auf cten neuen Gast htmvte«. Der Rabbi uud sein« drei G««chs» wühlt« nud gruku iu^sgeschäftiger ^Eile da« Grab «ch -