Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 18 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 3)
- Language
- German
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fcflAw IML «net Mi ih»» uftift», fit licht lepptt» Mt Mkn ktk» «it großer Mühe de» Tobt» a»f de» Voll hinauf »nd ftcfai dom» tmf kr «de» Sette lia Leichnam wttkrherab, »» ihn a»dere Deute i> Snpfaag »ahn», mt» oaf ctwr koji k* reit ykitrum Söhre ktttt». Ll» »au» je« «mkrc» ekufall« z»» Ufer tkatvdonn» Mies, fiig «f i» Trab »och k» Jnkukrfe ,0, bi« Ae i» -e»üg»der Sntferuung M» kr Stadt ihre «le zu näßlge» wagte». Abwechselnd trug» sie M« Bohre, in* oU fU endlich u’l Ziel gelaugt •orta, stellte» fie die Seich« i» da« Bois de« Rabbi, bi« e»dltch der kunstlose lit| herdetgekacht »»d der Todtt hineingelegt amrk. Doroof sichte» die acht MLuuer, i» »olle» Bewnßtsei» ihrer Pflichterfüllung, als sch,« kr M«rg» «»koch, müde »»d matt ihr 8«>er o»f. »»V Zeit tttmf’ Mrfieft heimlich eke bunfle «estolt do« Hau« nsfctc« wacke» Seelsorgerch. betrat leise de» Garte» hinter de« H«>use, üderftieg die Maier ksselde» »nd dold kf«»d er sich aui' kr Straße |u Sndenbnrger Thor«. U mt Jehnk k» ÜOabra, »elcher ««her »och «icht da« Ho»« k« «ob« vertäfle» u»d nttangefehen hatte, »ie »a» de» Md»ch «»eiubrachte. Da« wollte er skr sich aa«a»tze«. Am Lhare rief er di« Wach« a» «ad veickangtt z»» «rj* «sch« ««führt |» weri>»; da derselbe »och nicht sofort ihn Melassen ko»»tr, s« llieb er tkc Zettl an« in Borge»ach, wo eia alter Bruder, der.Pater KranciScu«. an« de« Kloster 8cr«t» saß. Da er I«« Herzoge etwa« so wichtige« mitgulhett» hatte, — so hatte ««»de» gesagt, — so sachte ih» der Pater au«tuforsche» «»d bald gl,»«« er, erfahre» |» habe», »«« der Jude bei de» Srzblschof« aubringe» wolle. E« wa« auch wirklich nicht so schwer, et> zu rrratheu. Srldst- »erstäudlich wollt« kr Juder^uug« erzähl«», wie di« Jude« im Stebsraueukloster Hwstie» gestohlen imd gekreuzigt hatten, »w a»f dies« Weise bk g»« Peflachfefte nothwrndige Blut z» erholten. So kstte kr frowme Pater. >l« Röub» »argelafl» war, kgrb flch eiligst gfrasefaka« nach kn Markte, indem er ükeall oerktkdete, er wolle ihuea a»f kn Markt« Sachen erzähle», daß ihae» di« Haare zu Berge stehe» sollte». Bald hatte sich eine llnzahl Me»sche» ksonder« Schmttk» n«d Schlossergeselle» a«f km Platz« »ersamnelt. Da ihn der Zutritt zu« «atbhause oerweigert wurk. — er wollte von kr Ultaue au« zun Belke rede» — so stellte er fich vor da« Denkmal de« Kaiser« Ott« u«d erzählt« de» versammelt» Pöbel ivirkltch haarsträudeudr Sache«: »Die Jude» hätte» bei «aiht Hostie» geraubt, dazu aber zwei Lhristeuktuder, die kr Kloster erzöge» wurk», gestohlen uud z» ihren Osterfest« »«schlachtet. Sr hak e» km Ratk nttgtthettt, k kr ihn aber schadk zurückgewieseu hak, so sähe er sich gendthigt, stch au seke Brüder, die Schlofler« «ud Gchmiekgrselleu, zu weudeu, damit st« sorgte», daß 9v> rechttMt k der «elt herrsch« nt daß der Juk »icht allek da« Geld habe, weich«« er de» Shristrnnenschru raube uud oareuthalte, uul da« k» Lhrifte» gehör«.- Kouute kr Pater kfler bewiise», daß die Jude» verdienten auöge. rottet z» werde«? Bald zog mit großem Halloh und LSrm der rohe Pökthaufe den Brruenweg hinab; sie liefe» zuerst »ach der Sudenburg, wa fich ihnru »och weitere rauf» uud raublustige Gesellschaft »»schloß uud kamen dann in« Judrudorf. Da« aber war für sie unbetretbar, deau die Truppen de« Srzbischos uud die Stadtsoldateu hatten iozwische« da« ga«z« Darf besetzt. Sa uneinig stet« die bei»» Sebitter kr Stadt war«», so waren fie kch einig k »er Nothweudigkett, di« Jude» schütze» st» „üffeu, .der Srzdtschof, weil st« seine Untergekn» wäre», die geschädigt nicht solche Steuern wie dkher a»fki»g«u knmt», der nMH dagegen tu der «»ficht, dnrch Uuoükugsekk Schutze« httr eine» Befitzestitel uud ei» Recht -der veftturruug fich zu »erschaffe». Sa war«« dtt stch sonst stet« k kn Haarenst lag», dir Uw ri—m» tih JPNp A nMdir Sfnenai nflßz, Wg sa fronawi Nntrruehn» geschtttert sch». Doch wie war» die Trupp,« dahk gchonn»? Gova!» kr Btfchof^erzOg dt« Melduug de« Jchudah rutgegengenumm» hatte, hatte k k voran» ficht »0» blutken Hikkui, die dar»« eutstrh» »uttra, sofort seine Soldat» hi»»«g«schickt «ob währäck »och Patt, Franci«c»< redete, war» auch scho» btt Trupp» de« RathM hkanSmarschirt »ud schützt» so da« Dorf. Plo 9«affr«».3 Safm t nachdem in Dorfe bekämet geworden war, daß der magdelnrger Pöbel da« Dorf plüuder» wolle, hatte sich dtt ganze Gemeind« »ach der Synagoge geflüchttt, welche einer klnwe» Fest»«g Lhullch zebaut war. Während defl» hatte Samuel Slbthiü, der «azesehcaste der Gemekk, welcher ekufall« 0» dem nächtlich« «knttmr mit thrilgeuomm» hatte, fich k da« Hau« de« Rabbi begebe«. Sr wußtt uänellch, daß der Rabbi sicher fich dem fanatisch» Hanf» al« schuldig «»«liefern würde »»d um diese« zu verhindern, lief er eUtgst zu demselben, wecktt ih» pu« seinen Schlafe »ud rief ihm zur „Sich' a»f, lieber Fre»»d, e« giebt scho» wieder etwa« Reue« z» thue«, ich wM »ach Schöneieck zu meinem krautt» Bruder, Du wirst »«ich doch kgleiteu t" Und kr »ackere Geistliche warf fich schnell i« serue Kleider »»d bald halt» fie Magkburfi hkter fich. Samuel Slbthal war fest tutschlosfeu, >w» Rabbi nicht eher über deu wahr» Sachverhalt «»fznklären, »l« bi« fi: bei seine« Bneder in Gchlurkck k Sicherheit wäre». In kr Gemekk «kr ging e« wild her. Rienai» wußte «a« gescheheu würde. Mt u»d jung, MLauer und Fra»«», Greise uud Kkder hatten flch k der Syaagog« zusammen,^drSugt.. Wenig« wußte», «a» eigentlich lo« war, uud diej«ig», welche e« wußtt», war» f» k Sagst und Schrecke», daß he uur dtt Panik »och oergrdßerteu. Der Rabbi »ul> der alte Schnml, — so nannte mau de» Samuel Slbthal, — dtt hier Ordnung hält« schaff« kV»»», war» spurlo« oerschwuudeu. Sinst war» die Trierer Imd» k in derseld» Nothlag« gewes» uud nur durch da« freiwUige Opfer zweier Frimd» ^rettet. Aber »er solltt hier kür dtt Gemeiad« zum Schutz« austretm? Dttjmig», welch« k erster Reihe zum Schutz« derselk, berufen war», ihr weltlicher uud ihr geistiger Leiter, war» »ttgmd« aufzustak». I« dttser Berwirrung achttt« fast. Riemaud kraus, daß k einem »riß» Gewauk eine Jungfrau, dtt Tächter de« Rabbi, durch dtt lärmenk Meng« fich zum Al-Memmor dräugtt. Erst al« der Genekdedttuer durch drei ««chtig« Hauuuerfthltg« dtt Ruh« hergeftellt hatte, wurk »um darauf aufnwrksa«. Sonst hätte wohl manch Sker Anstoß dar«» genomneu, daß «i» weibliche« Wes» diese Skf» hiuaustieg,, h»t« aber fchim e« jeder uatürüch zu stuk», uud uttgeud« nacht« fich irgend welcher viderfpmch geltend. Al« allgeiurine Still« eiugetreten war» kgauu dtt Jungfrau: ,M,in Vater, »User verehrter Rabbiner, ist e«, durch kn dtt Üienekde tu diese Gefahr geb»cht ist; da er uu« ,-verlaffcu Hai, so mutz ich zunächst mit versuchen der Rettung rinttete». Sr hatte dem Mönche geschworen, seke Leich« »ach jüdischer weis« unter Jud» zu bestatt». Laßt st« nur komm». Ich habe ein Gift genommen, welche« schnell wich tüten uud meiueu Leichnam erkalte» lass» wird. Scho» fühle ich dir Wirk»»,. Legt als« meine Leiche anstatt die de« Mönche« 1» den Sarg und wenn fie daun kommen, »u» dann selb Ihr —- -.uschuloig.' Dtt Jungfrau sank nieder uud mit de« Bekeuntniß.k« Si»ig-Sk»ig» hauchte fie ihr junge« Leb» an«. Dach httr gab e« ttke Zeit zum Feier». Da« Verlang» kr Juugfr» wurk erfüllt »nd dtt Leiche de« Mönche« var'« Erft, k den 5ellergev«lk k« Hause« krdorgru. Nicht, laug« kuertt^ei» uud rk Haufe vv» Schergen kam da« Dorf Hk»