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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 9 (1890) · p. Seite 34

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
9 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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I» diese« Haus kam Klara. ^ronia >«t» Hertz. Brouü met« Seele", rief Herr Molickl sch« «s der Bntschkr, »de»d« muh Hanse ürnmend. .Beißt D», wa« ich Dir <m« der Stadt mitgrdracht hecke?" .Und was?" lieh sich ei« Sopranpirnwe hör», .vielleicht dt« letzte Kummer der .Rornanwocheuschrist?" Herr Malicki l«chte herzlich auf und stellte sei«r An« Klar« m. Ara« emiitiM, in ei«r für« fuk «ehr als hinreichende» Toilette, begrüßt« die Gonvernautt «it einem Seufzer und einer englischen Umarmung- .Set» Süuür willü»«»", rief st« et»»« aufgeblasen. In dm folgendm Tag» »rimtirt« sich Klara in ihrer tun« Umgebung, «bsrrvüte Alle und Alle« aufmerksam und lam zn de« Schluffe, daß der Herr Moltcki ein sehr rechtschaffmer, wenn auch alltäglicher Mmsch sei. die Fr« Broniolawa edel, aber übertrieb» in ihr» Gefühlsäußerung» und Life, ein liebe« und ansgeweckte« Kind. Und sie ging an di« Arbeit. Sie maßte s« qnast von der Fibel beginn», denn Life konnte nicht« «ehr al«, franpstsch plappern und polnisch lesen. Die Fr« Brouiolawa athwele, fich dieser Bürde mtl«dig«d, freier «f, fl« halte nun genügend« Muße, ihr» Idealismus zu cultivüm. Ganz« Tage saß sie Über Bücker und Zeitungen, schrieb smttmmtale Berse und Poemata von furchtbare« Inhalte und großer Läng«, ihren schönen Körper fütterte sie «it dm o« Magda bereitet» Speis». Die Lebensweise in Parow« blldete rin» grell» Lontrast zu der in Javowka. In der zweit» Boche ihre« Aufenthalte« war Klara mit ihrer Brotgrberin «f vertrante« Fuß«, in der drittm nanntm fie fich beim Boroamm und in der oiertm gab Fr« Broniolawa der Gouvemmüe ihre -Ilswoiroa" zu lesen. Klart? verhielt fich pasfi», vorsichtig. Fr« Broni«la«a war redselig und «fbrtngend. .Hier ist die Belt mit Breitem verschlagen", sagt« fie, .r« ist niemand da, der mein» höhe» Geiste«fing, die Stimme meine« Herzen« verstände. Die Prosa de« Leben« giebt mir den letzt» Stoß." Fr« Broniälawa war ein« üppig« Blondine. .Du, Heimchen, wirst «ich versteh». Du wirst «it einem Besen MÜleid habm, welche« zu etwa« Höhere« erschaff», i» Käfit, verwelk» muß. An die Erfüllung der Pflichten. « eine Arbeit bei ihre« Kind« u. s. w. dachte »diese« höhere Besm" nicht. Ne wollte lieber ächzen und fich «Ü Roman» und mit, allerdings vorzüglich geschmotten, Hennen mästen. Herr MoUcki war «it dies» Berhältniff» sehr zufrieden. Er sah, daß Liese viel lernt«, daß «ch Brouislawa dabei profitüte; »a« konnte für ihn erwünschter fein. Sonntag sehnt« fich Klara in die Küche zn gehen. Sü »erspürt« t»«er da« Bedürfni« nach Gebet, obwohl fie nicht »ehr dü änßere Form und die religiös» Merkmal« streng beobachtete. Ihr freier Geist hatte fich bald diese« d» denkend» M»sch» nur belastenden Ballaste« entledigt, allein da« wund« Herz sucht« immer i« Gebei« Linderung nnd Ruhe. Aber ans ihr, Proposttiou entschuldigt« fich der Herr Moltcki nüt Mangel « Zeit und Fr« Broniolawa »it Migräne. Sie ging also allein. Rach der Meffe hörte st« «in« vorzügliche Predigt welch« rin junger Bit« «Ü Begeisterung und nüt innere» Durchdrungmsetn von de« Thema der Enthaltsamkeit, d«r Sitteureinheit nnd der Moralität htett. . Und Rach- «ütag hörte fie wü Herr Moltcki zu Raftali. dem dorüg» Pächter, seiner GewohnheÜ gemäß in jüdischem Jargon sagte: »Hört, da« wird so sein. Ich habe wieder gar kein Geld — nnd d« Arbeite» muß «« zahl». B« heute « werde ich also d» Bane» p Dü Zettel geben, Dn wirst fü »m jedem einlösen. Dü ein» »tsprnhend» Prozentsatz in «bpi, bringend, und etwa« wirst Dn Dü «ch mü Bräuntwetn oter auf ei« andere Weise aw-helf«. Dn wüst, der Hoskasfier sein. Du wüst dabei doppeü profitüen, d»n Dn wirst mehr Schnapp« absetz» und da« für dü Zetül an«- gezahtt« Geld wirst Dn Dü bald vom Müttzzin« de« Birth«. Hanse« abzieh». Berstehst Dn? Als« adgemachtl" Klara hörte die« nn» empör» sich. Sü dach» sich: »In die»« Falle «acht nicht der Jude dü Bauern p Säufern, nicht «Lamm |M9CmI rC» Dm7| dü MöMäett und dü Gelepnhott düüt. st» p demoraltfb» und p dekstrz». Und dü Borü de« Choral« kam» ihr in Grinuernng: „O, nicht da« blinde Schwert strafe fände» die Hand." Am Abend deffeG» Tage« ging Fr« BroniBlawa in« O «äldch» spazier». Seit einer gewtss» Zeit errtgnett stch die« oft. Jetzt bemerkü die« der Herr Moltcki. .Aber nm Gotte« Bin», wie kannst Du nur allein in d» Bald geh»? Rim« wenigst»« Jemand» will" Rach eine« hartnäckigen Sträuben lud Fr« Broniolawa auch ^belmchm" ein. Schweigend traün fie d» »eg an. Fr« Bwnülawa war nurnhi, und zittert«. Endlich b«g«n fie nüt abgebrochener Stimme ein Lange« und Brette« zn sprechen, wo»« Klara nur diese Borü »erstand: „Wundere Dich nicht deff». wa« Dn bald erblick» wüst. Et» gegmsüttge unbesiegbare Herz»«nei,nng. Mein höherer Getstesfiu, sühtt fich in dieser prosaisch» Sphäre eingeengt, er «nß fich Freiheit such» und alle vorurtheile und Lonvmtmzm brechm." Im F»rsterh«s« erwartete dü Fr« Bronillawa nüt ,ff»m Arm» derselbe .heiße" vicar, der de« Morgen« Äa» mit seiner Predigt erbaut hatte .... Tag« dar«f hatte Fr« Broniolawa heftig« Migrä« und Klara dankü zu Molickr'« größter «erzwetflnn, für di« Stell« und verl«,te Pferde pr Bahnstation. xvm. von hier begab fie fich düect nach Lewberg. Obwohl fie in düser Stadt einige Jahre zugebracht hatte, kannte ste dieselbe doch sehr wmig. Sie hatte dort nahe An»rrw«dü, Eolle,innen und herzllche Frmudtuuen, ste beschloß aber ein Inkognito zu beobachten, nm stch nicht unangenehm» vegegmm,» auspsetzeu. An« der Fern« sah fie «üüprnal ihre alt» Bek«ntschaften. jung«, lustig«, blühende, gedankenlose Mädch», aber fie wich ihn» an«. Und e« war ihr leck nm ihre Jugend, welche fie damtt vergeudete, Beschäftigung aufpsuch», »ährmd fie jetzt da« Leben genießen könuü. Aber um welch» Preis? Dieser Preis war jetzt kleiner al« vor einem halb» Jahre. In Lemberg stieg ste in einem Hotel dritt» Range« ab und begab stch sosort in« Bermütlungs-Bnre« de« Her» X. mit der Bitte, ihr ein» paffend» Post» zu verschaff». Da« Schicksal war ihr hold. Rach kurz» Formalität» reist« fie nach Pagorki, nm dort eine Stell« beim Gntsbefitzer Dabrowtecki zu übernehmen. Herr Dabrowiecki. «in alter Edelmann «it bauschig» Schnurrbarte und einnehmend» Geficht«, empfing dü Lehrerin sehr freundlich. Höflich» obwohl etwa« derb in seine« Benehmen. dü lauge Pfrifenröhre nicht an« de« Mund« laffend, fteltte er fie seiner Tochter, einer nicht mehr jung« Bittw«, welche tu Pagorki dü vüthschast versah, de» ihr Vater war auch ein« .Waise" d. h. «tu Btttwer, vor. Und Klara begann unverzüglich d» Eursn» nüt der achtjährig« Banda. Gewöhnlich «terrichteü ste 4—5 Stund» täglich, denn «ehr erlanbü .Großväterch»" nicht. .Uno .da« ist noch p viel", sagte er. .Für eine Enkelin «ine« arm» Schlucker« Mn einem 4M* mann wird ste auch so p viel können. G» ist besser,' daß da« Kind in frischer 8aft Purplbänme schlazr und auf dü Bäum» vettere. Meine Banda ist ein« Palin, nicht «ine adrette Französin oder ein« gelehrt« Deutsche. Allpgraße Gelehrsamkett verderbt ein Fraueuhrrz." — lSortsegua, üüt.) Ue»er NI veretNAhwesem im SRde«ttz»m«. wortrag, gchatt« tu deuf Bereia» .llutou" am L gebrua« XMQ. Bm cke. It Güdemauu. de» j »st Borp««weise aber schoß ha« Beriinäleden geg» Ende IMiin Aiiici fai Mi MiLiLA ||A AmA Ckrafemftm aran« hervorßegang». Sü Hab» gewiß van tan Sees»

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