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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 9 (1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
9 (1890)
Date
1890-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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(ttai4gt(cbt* am »ahm« in tttgbefcorg. Zn NckrtzMq ». -eich»» M bie duMsche F«M._ 5wbalt: fc^YA. f»t tra faiUUattf» — MtMttmfgalm aa» mttfcMfaaoco. (Oatefagtrr «»Hk»« Mtf HcM» «KM ist aatttfagt.) •] Die fch»»e Jüvl«. Etm fuM pshchologiGe Erzähl aag '■ voa Wilhelm Arldmaau. tRas di« Polaische« ibertragiru von 6. Hsrvwip.) - <nmtnar Mmfatt) 8I«rt besaad fich in solch» Sage, daß sie diese Prapafition sehr erfreute. (Sie ging auf die für fic günstigen Bedingungen ein und schonte heiteren Blickes in die Welt. Molicki rieb sich die Hände in« andere Zimmer gehend: »So »ohr ich Gott lieb Hobe, es ist nrir prachtvoll gelungen! Und »ie wird sich Broni« mit dieser Gehilfin und Gefährtin freuen", und leise fügte er bei: »wenigstens einmal »erde ich diesen Krafick?« zusetzen". Nach ein» weile vernahm Klara zu ihrem gräßten »staunen, »ie derselbe Mali« mit «istrin sehr lebhaftes Gespräch i« jüdischen Jargon führte. Gr beherrschte ihn vorzüglich, und «ista, »ie es schien daran grmähnt, sprach »it der ganzen Natürlichkeit ruck Schlichtheit. »Ich bin bergekonnnen", sagte MoÜicki, »denn ich denüttzige Geld. Der Graf ist im Bad«, die «nie im Gange nnd ich habe nicht die Arbeiter zn bezahlen. Ich »ar tu ber »«ck. ." — »Und dort hat man gewiß nicht gegeben", unterbrach «ist, sarkastisch-»Daß sie bort »er Donner treffe mit ihren «eglements und Paragraphen. Sie sagen, baß die Hypothek bereits belast« ist, baß die Prozente im Rückstände find und drohen »it Licitation l Dem Grafen — mit Licitation zu drohen l Das ist «ne unerhsrte Sache?" »Und »anan zahlt nicht ber Herr Graf?" — »Gr zahtt nicht . . nun »eil « nicht zahlt! Ei, es »ar früher besser l Ich pflegte mir früher b« Deinem seligen Jautrl zu leihen »totd ich nbthig hatte. U ist »ahr — ich zahl« gesalzene Zinsen, ad« »aus thm's? Dafür kannte ich keinen Termin. Hatte ich nicht gleich zn zahlen, nun so machten »ir das schon unter uns ab; ich gab einen Loretz wetzen, einige Hühner vom Meierhosr und alles »ar in Orbmmg! Und jetzt da, Prozente zahlen, die Hhpothekarbüch« klecksen, tausend Formalitäten und Kosten und sollte man um einen Termin verfehl,» . . Qcitircn fic gleich! O, baß ich sie gar nicht kenne! «lest», «ieftchen, Ihr »erb« »ir einige hundert Gilben geben." Und kt Hamel begann. Mali« sprach ein reines Jüdisch, den Jargon hie und da mit ebnem;»lnischen InitnfMg—»m ob« Fluche durch- »irken». Niste lieh endlich das Gel», nicht ons den Namen des Geasen, «oelcher schm, ganz in Mtßcredtt zu stehen schien, nur dem Herrn Mall«. — Rn» dies« Szene erfuhr pe, daß ihr namr He« ein ehrenhaft« Mensch lein «Me, »m, « Butemn» besitzt: denk fia-ttMi’T&a xm Herr Molt« Mt Dekans» ab« richtiger, vermalt« ' i» Pmaivc^ iviächts Darf km 'GraM Ü.'»n feinen ans- ''MchMn «ShevMtchiae äOffOn■ ckär. r' ' 9>tt Grtzfl 'M Wtffäitei ^üM tchelos« Rapsch, ktlt fein Erbthrll *m seinen Vorfahren dnrchgebrMht, etvzelne Dbrser gingen in die Hände Krafickt's und ähnlicher »neu«" j Jndivtdnen üb«. Donk Moli«, d« »it grenzenlas«! Ansopsrrnng und »ohr« Selbstverleugnung dem Grasen tun dient«, ihn fanatisch blind liebte, blieb nach die Befitzmeg Pmo»« bet ihu« Erbherrn. iNaii« hat« nämlich -'seine ganze Existenz de« Grasen zn verdanken. Er entstammte ein« Banerufamilie, ad« — wie eine andere Legende besagte —■ sehr hohen Sphären. Ans de« gräflichen Snte erzogen, begann « seinen Dienst i« Amte eines Hirten und dam» eines Küchenjungen; allniiihlich, stufenweise, in de» Maße, »ie der Graf materiell öenntterkam. avancireud, »mb« er mit b« Zeit b« einzige Oderosstcial und als solch« «r» waltete «, »em» auch ohne thearettsch : Beldnng, bas Gut. Ge hat nur z»et Leidenschaften: sei« Anhänglichkeit an den Grasen und die an höchste Verehrung grenzende Liede für seine Frau. Die zmeite Leidenschaft hat ihre Quelle in kr ersten. Es ist nämlich Thatsache, daß die Frau Bronislawa einst sehe intim« «erhäwttsse »it kn Grasen unterhalten hatte und ans seinen Händen ging sie «st mit Moll« zn« Ltar, kr am Tranungstag« einen höhen» Rang und Gage «hielt. I» Lause kr Zeit akr schloß « sich »ie rasend seinee schönen Fran an, besieg« sogar ihren Stolz und ihre GletchgilligleU, »ooon Life kr vemeis »ar. sich asten Klatschprägen zum Trotz ans die srappmtt« Aehulichlei» zwischn» sich und sein« »eigenen" Tochttr berufend. Frau Brantslama »ar ganz und gar lein alltäglich«» Wesen. Ein« hohen Familie entstammend, erhielt fir ei« noch höhere Erziehnng und hatte die höchsten Pr«mfioarn. Ans drei Gründen trug sie Gott einen Grost nach: erstens, warum'« ste ükehanpe «schaffen hatte, «veitens, »an« sich »die vnhälviiffe so gestalt««»", daß sie »solch rinai Moli«" heirathen mußte, drittens, »an»» die wett so ,«dreht, prosaisch, »kr richtig«, «atrrialifirt ist. I« Uebrign» »m ste eine noch jetzt recht schöm Frau» in »er ftauiMschen mH polnischen Belttttistik belesen, und alle Zellen ihres- Körpers »aren nrtt Ideen und Idealen verschiäenen Katiiwrs «gefüllt. Damtt blendete und nntermarf fio sich Moli«, kr ein alttrgemöhnttchft« ot»j^a» d«i Mm» »ar, sich erträglich unterschreiben ImvM, akr n» kein Ha« mehr I Sr ikh m» kt polnischen Sprache und des jüdischen Jaepans mächtig, stn Verkehre nüt kr länbttchen und Anttsinteäligenz hatte « sich einige »hühe«" Nednoendnugen und seine Ausdrücke ungeeignet und damit Mt feint Bildung zu Linde. So »te kr galiztichr Ghoßid es als Glück betrachtet, die vleb«reste aas der Schüssel kr Zadbil anslecken »n können, so »« « ans den Befitz kr grüflichen Fron stolz. Gr licke und ehrte sie, gab nicht» ans die Klatschereien, die chm üdeigens um seilen gm-Lhren-kamen,-ba « nie irgrstbme «« nnd-seiten Mnenku empfing und — vollzog sein ÜWß die Gesicht Ns-Grafen -und sein« Fran.- Seine ' Ghnnhastitzchtt »ar »uakeSos. bte Gntmüthtgkett nicht Mglrt '-Ü»O-all kest '«Etnfchafte» znsmnmengiWmmW kamch kr DikümMchhiit'd.k Fnne SenüchK» «» kn »versprechend«« Hoffmmgm" kr Tachtte Elise nicht-gleich.

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