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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 7 (1890) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
7 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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unb Betriebsamkeit arbeitete» JU sich cwpor mb »»rbe» .Hochwohlgedoren". Unb euch jetzt »an eine u M| grenzen de Sparsamkeit Arbeit »»b stttNg« Zucht ihre hauptsächlichste» Glaubensartikel. Iber, kein Mat ei»halt»»b. übertriebe» fie m alle« u»d ba bic Erziehung itznen je« Feinfühligkeit nnb ba« »nr den .Wohlgeboreuen" »nb be» intelligenten Mensche» eigene Benehme», nicht aerliehe« hatte, lebte» sie ganz philisterhaft, rmr während ber Feiertage sich ihr Aeußere« übergolbrnb. Während ber Girthschaitsperiobe hatte sich Fra« Emilie äußerlich ganz »ernachläsfigt, nab sich innere Fehler angeeigaet, bi« von Klara'« Lebe»«« «ad Denkweise lebhaft abstache«. Deßhalb entstanden auch bi» Diflonanzen zwischen brr .Herrin' «nb einer ihrer Dirnerinne», ber Gouvernante. Diese Letzte hatte e« mit zwei Mädchen zu lhun. Die ältere Lala (Enlalft) war sich«, die zweite Rania (Natalie) fünf Jahre alt. <S« waren bic« undäMge, verwahrlaste nnb durch bte Mutter gleichzeitig verdorbene Kinder, denn diese zog e« vor. ihnen alle« nachzugedeu, al« da« Werk einer systematische» Erziehung, zu welcher fie übrigen« gar lei« Befähigung hatte, z« führen. Bau den Hähe» ihrer Ideale und Theorien ans de» harte« Lebenlbode» herunterstrigevd, mußt« Klara all ihre geistige» Kräfte zufammenraffen, um de» übernommene» Pflichte» gerecht zu werde», »nd dt« physische» Kräfte, um die Probe», welche» ste da« Schicksal bald an«setze» sollte. standhaft an«halte» z» kb»»en. Mit Eifer «ad Begeistern»« »achte fie sich »a die Ansübnng ihrer Anfgabe, und bemühte fich in erster Reihe den Kinder« fich zu näher», ihre Neigungen zu erforsche» »nd ihr vertrane» zu gewinne«. Da« kam ihr leicht an. St« ließ fich z« ihre« Begriffsvermäge« herab, behandelte ste einficht«»oll n»d sanft, um fie nicht dnrch eia raftcales Verfahre» abznschrcckr» »nd fich babarch auch di« später« Aufgabe z» erschwere». Gleich >'» der erste« Woche hatte» Lala »ad Nanft .Fltnlrtu Helena" — bi« zur Lästigkeit lieb. Sie wohnt« i« Herrenhanse, in einem separate» Zimmer, beste» Fester auf eftn» prachtvolle» aber »ernachläsfigte» Obstgart«, ginge». Bi«her hatte fie aber »och keine Zeit gehabt, fich in ihrer ne»e» Sttnation zu orientire», den» fie mnßtr beinahe de» ganze» Tag »ft den Kinder» znbrtnge». Sie hatte fich nicht früher über die Anzahl der Arbtttsstunden geeinigt, «nd mnßtr die Kinder immer »ab überall bereiten vom frühen Morgen bi« in di« Nacht. Der Herr Krafickt halt« «ft ihr nur einmal während einiger Minute» gesprochen, »nd zeigt« fich übrige»« selbst nicht bet Tische, da di« «rntezrtt i« Anznge war. Fra» Smtüe war zwar ihr gegenüber sehr artig, machte aber ans dem Gefühl« ihrer Nederlege»heit kein Hehl n»d einigemal des Tage« ließ fich ihr« Stimme vernehmen: .Fräulein Helene, wo ist Lala?" — .Fräulein Helene, »» Gottes willen, Nania ist «Lei» irgend»« hingerannt.' — .Fräulein Helene, es scheint mir, daß et» Stab weint." Und Fränleiu Hele« wnßtr bald nicht, ob fie da die Nalle eines Kindermädchens »der die einer Lehrerin »erfleht. Aber das mochte »och «wehe», da« gehärte z» thremAttribntt. Bald aber als fich .Helenchen" mehr im Hanse aeelimattstrte, »ahm Fra» Krastckl ihr gegenüber ei»e vertrmttere Haltung an, was fich dari» bekundet«, daß sie ihr bald t» befehlen, schon To« Ansträge rrtheilte, wie: .Fritnlei» Helen k bitte ans Magda im Bichstalle acht z» geben", »der etwa'solche: »Fräulein Helenei Sie werden sa gefällt, sei» und kür Franz et»Berzeichniß des Einkaufs znsammenstrlftn." — .Bit,«, wacke» fie unterdessen ans de» Sach Acht geben, die KMoer schlafe» dach." — .Fränlei» Helene! Ich bi» so müde; bester» Sie doch die Strümpfchr» für die Kinder ans!" lind Främtt» Hele«, wissend »2 schwer es ihr »»kam, de, Paste» zu erhalte», war artig mb gehorsam. Sie war nnr in de» Morgenstunden frei. Dan» ging st« in de» Obstgarten spazier«, »nd bManett« nwtzr als reichhattigk T-ÄwhA in Urtwr«. Q>» ging fie gleich znd Frag« über: „Was machen dort »ohl bis Eltem^ De« Sonntags, in bereits vochrrückter Stund«, «chm fie dft Fr»« mit de» Kinder» t» die Dttfkftche. Der Herr mnßtr de» Arbeiter» de» Wochenloh« ausiahle». Damft »erließ er fich nicht auf de» Oekonome». Nachmttta^ bat sie de» Herr» Krafickt, er «ächte doch so ftenndlich sei» »nd ihr ttliche Bücher an« seiner Bibliothek gebe», da fie dt« ihrige» nicht bet fich habe. „Ha. «ein Fräulein", rief er marine» robuste» Sach«», ^ans vollem Heqe» gerne, aber was hllfts, ick habe ja keine. Und wozu tauge» mir Bücher? Am Vinter lese ich manchmal de» Kalender, oder eine« mir elngeschickft» Pretseonrant, äfter» Quittungen. Lonstgaatione», die Bücher des Oekouoms und damft: bafla l Ich begehe »ich sehr gut obnr Märchen und Prediaten." Dt« Frau Amalie konnte noch leichter dies« »Albernheit«»" entbehren. Den» man kann sich «nr schwer eine sparsamer« «nd betriebsamere Fra» vorstelle». Mtt anfgeschürzte» Kleid« Itcf fie den ganzen Tag schnaubend »»« einen Orte zu» andern; fie war bei« Melke« der Kühe zugegen »nb bewacht« de» Koch; fit theilte selbst Pmlioneu für das Gesinde au« und zankt« fich mit de» Jüdftme, über dt« Geslügel- «nd Eier preise herum. Trotzdem ließ fie die Go»- oernautt nicht aus de» Auge». .Frinletu Helene", jagte fie eines Tages, .«mm» beginne« ste nicht mtt de» Kinder» ftanzäfisch« Eonbersation?" Klara stutzte. „Weu fie «och nicht gat polnisch sprechen", erwiderte sie. — „Nnn, asb was folgt daraus? Mtt ber Dftnerschchst »erden sie fich schon verftändtgrn «inne», ftanzäfisch zu lerne» ist bereits Zeit." — »Aber ich bitte Sie, dt« Krnntniß der Muttersprache ist doch eine heilige Pflicht " — „Ta, «a. ta . . Ich hatte mtt der ^äfltchea Herrschaft D. verbiudnugr» »nd dort sprachen dft Kinder in »och jüngerem Alter expedtt ftanzäfisch." — Ihr patriotisches Gefühl «mpärtt fich, «ber fie mnßtt immer chre Empärnng in sich nuftrdrücken. Mtt den Kinder, im Obstgarten weilend, war fie manchmal Zeugin verschtedewer Scene» »nd Gespräch«, welch« ihr über »ftft Sache» des Lebens dft Auge» ästnrte». iftld so belanschft fie etmwal wider Villen das Gespräch des Ortspächters mtt einem Kaufmann. Dftft wußte« nicht, daß dft «Proftssort»" ihre» Jargon »ersteh« «nd sprach«» g«z rnhtg «ft einander. ^Häre nnr, Hersch, hat Dein« Frä» viel »ns de» Herrschafttiche» Speicher herausgeführt?" — ^Bftl» nichtoftt. Alle» Msamme» wftds schäne paar Koretz sei». Aber weißt D», goftl, dft Krafickt ist ans. alle« Biere, beschlagen. Wozu stfthtt ste ihrem Mmme Setretd« «ch ftift es ans in der «acht mir Oho, darin muß fie ei» Geschäft haben . — ^Wahrscheinlich branöfi fie extra Geld." — «Natürlich braucht sie. aber wozu?" — Klara hätte dieses Gespräch m*> gierig au nnb dachte: „Kanu das sei», daß Fra» Amalft ihre» eigen«. Man» bestehlen sollte? Wozu brancht fie das?" Sie »nßft «ficht, daß da« Ehepaar Krastckl in der Landeshauptstadt et«, Sohn, der ein Äebling ber Mutter war, hatte, welcher fie viel Selb kosteft. Uud von bteset Koste» wnßft der Man» nichts. (Fortsegnog faf*.) - Der h-tze 9t*Mi SM« Herr Dr. S. M. Schiller-Scinessh »eräffentltcht im »Jootjh World" ftlgende Btographft des berühmte» Gelehrw», welche es wohl »erdftnt, bnrch Uedersetznng «nch wettere» Srttse» zugänglich gemacht z» »erb«»: »Der dedentendst« «abbftwr, — als» httßt es in dü» Artikel — welcher in Prag am litte, war unstreitig Attibl Läwe be» Bezalel, gmähnlich der .hohe Robbt Lob"

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