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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 7 (1890) · p. Seite 27

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
7 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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Herz, »eiche« (»ich wbbintscher Redeweise) so »eit »er, wie M* Vorholl« de« Sal»»»ntschr» Tempels. U» sei« biblisch« Belchrsamkrtt »ach Berdttnst würdig« zu könne», liraucht man nur seine dttsbegügltchen Druckwerke z» lese« und zu studiren, vornehmlich sein „Gnr Aij«h“, et» Snpercomawatar zu Rascht's Peutateucherkläruag. 2» ollen seinen Schrille«, besonder« ober in dieser, belnndet er eine tiefe Kennteder Grammatik und. Ml noch »ehr ist, einen feinen hebräischen Justiuct für deren Etgenthümlichkett«. Wo« sein« «mfessrude tolmudische Gelehrsamkeit betrifft, so braucht nur im Borbeta«Heu bemerkt zn werde», daß der berühmte Berfafier de« Loffaphot Jomto», Robbt Jom Lob -tpmauu greller au« Wallerftetu, ihn in dieser Beziehung noch höher schätzte, al« Maimoutde«. Bein« kabboliftische llenutoiß, welche sowohl die thevrrttsch« al« praktisch« Kabdalah umfaßt«, wird durch eine Lhatsach« documentirt »eich« «ehr Werth hat, al« der bloß« Rnh«, den er fich in seiner Vtadt und Gemeind« erworben «nd »er noch heute nuoermtndert fort besteht, «bschou seit feinem Lode beinahe dreihundert Jahre »erfloffen sind«: Der Gol e« (Homnncnlnl) «nd «der« zu diese» in Beziehung stehend« Sag«, dürste» vielleicht zu den Mährchen gehöre»; sei» kabbalistische« vifir» aber, wie e« nn« in Verbindung »it seine« Herzen« ad el ent gegen tritt, hat einen festen Grnnd, wie wir weiter nute» sehe» »erden. Da r« aber nicht allgemei» bekannt ist, welch edle« Herz in der Vrnst dies es selten« Man«« schlug, so wögrn folgend« zwei Bei« spiele nn« defieu deiel»reu. «» Rabbi Ab noch Vachur (Lalwndstndiosu«) war, hatte er sich durch seine Gelehrsamkeit schon ein« solch« Ans erworben, daß einer der reichst« Jud« Böhmen« ihm seine besouderr Anfmrrksamkeit ja®«b«tt. Dieser bot ihm sei« Lochter znr Fi«» an nod versprach ihm nach damaliger Sitte, chm, seiner Fr« und etwaig« der Lh« «tsproffen« Rindern «f sechs voll« Jahr« Wohnung, Rost und Kleidung zn ged«, um ihn hierdurch tu den Stand zn setzt«, frei von Rochrnug»sorg«, fich de» Lalmndftndin« »idm« zu kbnn«. Kanm war die verlobnug öffentlich bekauut ge» worden, al« fnrchlban Schtcksalsschläg« de« Bachnr« künftig« Schwiegervater Heimsucht« »nd d« reich« Man» plötzlich zn» Bettler «acht«. Jedermann erwartete nun natürlich nicht« «dere«, al« dir üösnng de« Berhältuiffe« ixoo Laoto; sogar der Schwiegervater in km sprach z» de» Bachnr: »Da dt« Schtcksaloschläg«, welch« »ich heinigesucht, e« mir »»»»glich »ach«, aute Dir geged«e Zusage zu halten, so bist Du natürlich Deiner Berpflichtuag «tbiuld«." Unser von' wahrer Gottesfurcht beseelter »vachur" aber kein« lugeudllck Anstand z» erklär«, daß er nie darein willig« würde, eine bescheürn« »nd fromme Lochter Israel« an« de» Grund« zurückzu weise», daß fie an« Mangel an einer Mitgift ihn nicht v« weltlich« Sorg« befreie» kdnu«. I» G«g«thtil bestaub er dar«f, dt« Hochzeit mü derselb« s«alb all« ntzgltch zn feiern. Die« geschah den» auch nnd von dem Ai^äwticke « verdoppelte er seine Lhätigkrtt, nicht »,r nm für sein« Fra», sonde« auch für der« Vater nebst FamUtt»>zlttde« zu sor^u, welche selbst fich nicht »ehr ernähr« konnte». Diese Lhätigkett setzte er durch mehrere Jahr« fort. Ll« hieranf da« Rabbiuat zn Prag (damals da« «wist umworden« Rabbiuat i» Jndenthn«) vaeant wnrde, wurde Rabbi Ab einstimmig als Rabbiner gewählt »nd die v«»»d«r»»g, welche «an ih« rntgegenbeachtr, steigerte fich von Lag zu Lag bi« zu seine« Lode, itendft« nn» ftönunst« Lalmudest« Prag'«, der« wie immer, euch zn teuer Zett nicht gering war, ansoine überlegen« Gelehrsamlett und Frömmi^ett »Nd »»torwarf« fich fein» Lntscheidnng« mtt größter Bo- Mggz fla» Elng» die Leide» der sths m H«>« »»b war er sich daß th« sein kabbalistische« Wifi« bald Gelegeuhett gten würde, ihn« ein« wesentlich« Dienst erweis« ,» kbnmn. Rndolph ll. hatte i» Spant« seine Grztthuug ««off« und würbe tu Folge dessen «tu Fanatiker seine« Glauben«. Lrotzde« schenkte er dm Wahrsagern mehr Glauben, al« d« katholisch« Priestern und der Ruf de« Prager Rabbiner« al« ein« Kabbalisten war auch tu seine Ohr« gedmu^u. Line« Nacht« in später Stund« hielt eia Fiaker vor de« Rabbiner« H«se. Dir Haulleute mit Au«nahme de» Rabbi wäre» schon zur Ruh« gegangen. Letzterer, tief in feine Folimtte« versank«, öffnete die HaasthÜr und heretntrat rin Manu in eine gewöhnliche Militäruniform gehüllt. >l« er in da« Studirzttnmrr de« Rabbi getreten war. sprach dieser zum höchst« Erstaun« seine« Besuche« die hebräische Beuedictioa, welche Jod« bei» Anblicke eine« gekrönt« Haupte« zu sprechen pfleg«: „Gelobt seiest Du, Ewiger unser Gott, König dor Welt, der Du von Deiner Majestät de» Menschen verliehen hast." Der vorgebliche Soldat rief: „Was hast Du da gesagt?" Der Robbt sagte ihm die Uebersetzun, der Beaedietiou in deutscher Sprache, »vrauf jener fragt«: „Für wen hälft Da »ich den»? Welch« göttliche Majestät bemerkst Du d«a an mir?" .Ganz bestimmt find Sir unser allergnädigster Kaiser und König", erwiderte der Rabbi von Prag. „Jetzt sehe ich", eutgegoete der Kaiser, „daß «an mir von Deiner übernatürlichen Kraft nur wahr« berichtet hat,' d«u sogar meine nächst« Hofleute Hab« «ich in der Berkleidung nicht wtedererkunut. Kannst Du mir nun auch vor» hersag« w« ich zn wtff« wünsche, so »erde ich Dich reichlich ttüd kaiserlich belohnen." „Ich erbitte al« Belohnung nichts", erwiderte ber Rabbi» „als baß E». Majestät d« Joch meiner protestantisch« Mitbürger in Böhm« erleichtern, ihn« btt freie Ausübung ihrer Religio» gestatt« und fie in ihre alt« Freiheit« »leb« etusetz« »ög«." „Oa* D» forderst", sagte der Kats», „ist sowohl für «re Nation al« für »ich von verhängottzvoll« Folg«, den» die Protestant« find sowohl Feinde d» Jnd« al« b» Katholiken." „Wohlan", «Uwortet« der Rabbi, „die Sündm, welch« fie begang« Hab«, »erd« auf ihr etg«e« Haupt zurückfalle». «« eine» Jnd« ist e« «tt ab« heilige Pflicht, für alle Menschen, welch« sich t» Unglück beste«, mein Möglichste« z» thnu, da alle Menschen im Ebenbild« Gotte» geschaffen «nd daher Brüder find." „Dn bist, wen» «nch nicht Spanier von Geburt, «tu echt spanischer Hidalgo (Edrlmanu)", sagt« brr Kaiser. „Ich werde thu», »tt Du gesproch« hast. Nn» sage nckr aber »nch, »eich«« Schicksal meine« Haus« im Allgwnetn« und diese« Söntgmtch« t» Besonder» »artet Y‘ Der Rabbi verkündete oun dem Kaiser, was seine« Hause bevorstehe. Er sagte ihm voraus, daß Böhm« durch dafielbe verlor« geh« nnd wtedererodert »erd« und darin SVjährigrr Krieg da« Laad tu groß« Noth bring« würde. Bet viel« wtäerholteu Besuchen, welch« der Kaiser später »och dev- Rabbi verkleidet und um die Mitteruachtfürnde «achtt. Unterrichtete ihn dieser über «auch« wichtige nnd minder wichtige Ereigniffe, welch« ihm bevorstäaden, «. A. auch über da« ttaaisch« Ende, welche« seine» Hauptaftrol»,«^ de« Astronomen Lhcho de Br ah r »artete. Bei twegr Besuch« wiederholte der Rabbi aber seine Bitte zu Gnnsti!» brr Protestant«. Oischon ber Kaiser jedesmal versprach, de« Gesuche m willsahrol, hatte « uttl der Erfüllung sei»«« verspreche» doch nicht so inft Etw. Endlich, al« n z» der UebchzeNgmch gelangt war, daß de« Rabbi mehr zn trän» sei, tiTam fite» -»«löge» und Räche» znsmmn«, «schien zu Gunst« der Prrtestnnm, M berühmtt Lolermqnttt

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