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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 5 (1890) · p. Seite 19

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
5 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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•Unk im (Mode bd wiffm«, sin, 3*fef auf, »Irante Ich da» ettMTtetr, daß str mir meine Siete, meine Arbeit nnb Sorg« ans diese «eise, vergelten wird? Oh, ich habe mir keine Locht« erpteu, sandrrn eine Viper, eine garstige Hündin. . Sie hat «ein Haupt entehrt, die «ich nm« gebende Achtung vernichtet, meine und ihre Seele getvdtet. Schauen Sie, da» ist der Zettel, den fie mir zurückließ.' — »Und om Sabbath hat ste ihn geschrieben', sägte Chase bei. — Sehen Sie, fie macht mir Borwürfc, aber tum Schluffe sagt fie: »lebet wohl und seid glücklich I" »Ich, ohne ste glücklich, wenn fie unsere Familie «tt solch einem Klecken behaftet hat. Was »erden die Leute sagen? Deine Lachter ist unter de» Gojim, eit» MeaohanunedM (Abtrünnige), ihre Linder »erden Munaerixn (Bastarde) und Sohttkoaim (freche Burschen) sein — und daran trägst Da die Schuld, den» Du hast sie so erregen. Mau wird ans «ich «tt den Fingern jeigeu, auf der Gaffe schimpfen, — da» habe ich auf «eine alttu Lage erlebt! . ." Chase bejahte diese Warte mit ihre» Haupte. Der Herr Mose» war »erwirrt und genirt. Cr wußte nicht, wie er sich da benehmen solle. Joses beruhigte fich langsam. Jetzt ließ Chase ihrer Zunge die Zügel schießen: »Und sehen Sie', begann sie, »damit ist'» roch nicht adgethau. Der Rabbi hieß uns zwei Wochen »Buße" fitzen, zweimal so viel al» nach eine« gewöhnlich Verstörten«, denn fie ist doppelt gestorben. Und dazu hat fich «ein Manu noch soviel Leid zugerogen. Prozeß und Irrest." »Und warum da»"? rief Herr Mose» neugierig Gemacht." »Hören Sie. Ich weile t« Olmütz; da erhalle ich Mittwoch von hier einen Brief, daß fie spnrla» verschwunden sei. Wie vom Donner gettoffen, laß ich'» Geschäft, verlier' an ten Ochsen, komme hetmgepogen und «eine Frau erzähtt mir »ste». Btt wtffeu nicht, wie mich da» schmerzte; sehen Sie ich bin grau geworden nud diu wohl um zwanzig Jahre gealtert. Ich renne zu« Geistlichen, drohe, weine, ja ich «einte vor ihm, bi» auch ihm beinahe Lhräueu in die »trefenen Augen" kamen, und er sagte mir, wo sie fich befindet.. Ech laufe hin und mein Lind ist im Llofter einaeschloffen. ch gehe überall hin, stehe, schleudere «tt de« Gelte .. . e» Hilst nicht» . . ich kvmtte fie nicht zu Gesicht bekommen. Auf de« Amte wurde mir gesagt, daß sie da» 14. Lebensjahr bereit» zurückgelegt habe nud somtt auch da» Rocht besitze, ihren Glauben zu wechseln. Ich war »üthend und e» ist ein Wunder, daß ich nicht wtrntch wahnsduttg geworden bin. Da stehe ich eine« Lag«» und schaue, ein ganzer Haufen Aqjim sühn meine Locht« . . in die Lieche. I« Lopfe wurde e» mir ganz wirr, ich ward wie vom Leusel besessen. Ich. stürze hinan», wa» ich gemacht, wn» ich gesagt habe — ich weiß e» nicht, ich erwachte in »er Amtssttite nud habe mir einen Prozeß »u den Hals gez^en." »Und wer weiß, wa» der Pra^eß kosten wird I" fä|te Chaje bei. »Aber ich frage, warum hat fie da» gemacht? Wozu? Ging'» ihr denn htm schlecht? Hatte sie nicht asta» im Ueterfinffe? Lleider. Ringe. Bücher und »a» ihr Herz begehrte nud fie ließ da» alle» du Stiche. Oh, fie wird e» bedauern, ja fie wird e» I" — Rach einer Weile.schmerzlich« Htnbrüttn», erhob Josef sei« Hanpt und sein Besicht wurde wie von einem Haffanug»funken belebt: Und doch — spricht er — hat nett der «unterraböch der Zadch gesagt, daß fie noch zu nett zurückkomm« wird." — »Wa»m Stt auch schon beim Rabbi", frug Mose» spöttisch. ^.Chiic schantt ihn scharf an. •Und gewiß", erwiderte fie, •nett Riecht fat der Bauer: e» »fite kein Uetel. webüe» tttae ante Wendung netzneen sollte. Früher war auch «<» Mann so snperklng und lachtt über »gute Jäten' nud jetzt. .' •Ich wittdd fdkft vom Leusel annehmen', unterbrach Josef du Snee der RechtsertigntG. In unangenehme Ge- Zanken versunken, verließ der Herr Mose» da» «ttthshan». Da» Geschäft war für ihn verloren. Und er hatte manchmul geträumt, daß wenn er feine« langjährigen und unter, würfij«, InnggesÄenleten Batet sage, würde er fich einen eigenen Laten eröffnen und .solch" eine Frau Hab«; jetzt — wir» nicht» au« de« Geschäfte. Er seufzte nud mttthete fich Pferde zur nächsten Bahnstation. Fortsetzung folgt.) Der CHrtaftiite* v»« Unter der Uebnschrist: »Berühmtheiten der Heimat d" brachte da» engl. Blatt »World" vor einig« Wochen eine biogrophlsche Skizze de» Chief-Rabbi von London, die jetzh nach dem inzwischen erfolgt« Ableben derselben, nicht nur von erhöhtem Interesse ist, sondern jedm Leser «tt desto tieferer Webmuth erfüllt, ob de» großen Verluste», ten die «esammtt Judenheit erlitt; denn wir mach« un» nicht der Uetertreibung schuld!), e» ist buchstäblich wahr: auf dem ganzen Ertenrunde fft INA MPV2 .17WM rmn »Thora und hohe, einflußreiche Stellung" in ei n e r Person nicht so vereint gewesen, wie in dem Verstorbenen. Wir entnehmen der de« Lebenden noch gewidmeten Skizze die ntchfolgmden Auszüge: In einem bescheidenen Hautt, recht« von dem Durchgänge zwischen .Quem» Gardeut" und »Western Road" verbringt der ehrwürdige Geistliche, Herr Oterrabbin« Dr. Rath an Marcu» Adler, deffea Juri»dictioa ausgedehnter fft, al» die Ihrer Löniglichm Majestät (dtt gefftliche Antorität de» Oderrabl'iner« erstreckt sich nämlich auch über die Inden de» Tranäoaalgebiete»), ten fittdlichm Ateno eine» reich«« «eiguißvolleu L«mö, welche» zwei Jahre vor der Schlacht bei Lrafalgar sein« Anfang genommen hat. Dtt Remmisttuzm de» jetzt 87iührig« Greise», welcher Jedm sofort mit dem würdevoll« Anstante eine» Hochbetagt« tu seinem «tt einer reiche« Btbliochet ansgestattet« Studttzimmer empfängt, beginn« Mit dem Durchmarsch Napoleon» L durch Hannover *) auf feinen Zuge »ach Moskau und der Abrufe de» Frankfurter Rabbiner« 0aer Adler nach Pari«, wo derselbe im Jahre 1807 mit ten Delegntea de» großen Sanhedriu tagte. E» fft fast uugloudttch, laß dn verehrte Oberrabbioec dtt jüngere Brüter de» Baer Adln fft, wenn mau sieht, wie er sich von seine« Arteitslffche, an welche« tt sich ohne Brille mtt seinem Bibelcommmtar beschäftigt, slluk erhebt, um ml» zu «zählen, wie « Dank der bewährttu Arznei seine« »testtu Freunde» Dr. Brighton"."^) am Bttsöhnungstage noch 25 Stunden fast« and am Laubhütteufestt feine Mahlzeiten Nach religiös« Borschrift noch einmal iu ein« >1 üeoaoo-Laute eiuuehmm konnte. Den Teppich welch« dm Fußiodm de» Studirzimmer» bedeckt, hat bereit« ter Fuß zahlreich« Verehr« betrete«, den» dasselbe ist ein wahr« WallfalMort und e« wird für eine tesoutere Ehr« angesehen, au dein Gottesdienste, welch« n tu demselteu alle Sonnabende hälr, theiloehmeu zu dürft«. Auf eine« Pultt iu ter Nähe de» Fenster» liegen da» Gebetbuch, dtt Psalm« und da» Mischuajath, diese drei von dem Oberradbiu« bei» Gottesdienste immerfort benutzten Büch« und gerate gegenüber, an ter entgegmgesetztm Seitt de» Pulte« testutet sich dtt heilige Lade" «tt «ehrerm alt« »Gesetzroüen". E'tnge dies« wrnhvallm Roll« wurden de« Obaradbln« von hervorrageudeR Mitgliedern ter London« jüdffchm Gemeinte al» Geschenk verehrt; am höchst« ater schätzt « eine in Wilna geschriebene. ein Geschenk ftrue» verstvrteum Freunde» S» Mose» Montefiore, de» ersten, *)Retina Maren» Rdler, ter dritte Kote te» Marens Barr Atter, LauteUbteurr» w» fioaute«, mute am «.gebe üösch (d. t. am >». Iamm» gelte»«. »amal» gedtetrHaauoter zur «a> lisch,, Mxmm, Sc. Um war tehrr «te teuffchrr Uattrcha». m Attgtewr, Sc. Kat »man Htrfchal. »ncte tu drmselte, gatzm za» vteccadbimc v», liiln, teuut, tu welche» ft Akte ■•- darr» warte — "^Ko paanw rr dtt ttza krssttgmte Lust tu vrt^tea.

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