Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 4 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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r», |btfc M»e,rfii»<t.- Jch^ZE Sicht tu HW,sich», verhältGfie et».-ich «jß ^tcht »i fifU) et« 8Mc «matc» haben; «her im e« fich »» dtt RrtU*| der d|»cB Persau rnd der Seel« handelt, d« »Me» s»lch« , Empfindnnge» i» de» Hlnterguad weichen. Du weißt übrigns. daß ich wo Fanatiker dt», ich tarn dir Inden nicht »egen ihrer Li «feisten nicht leiden, fander» an» rein f0}fat*(tK»mif<fttn Eründen, die ihre Quell« glrtchkell« in den reli-ille» Vorschriften hoben und Dein Vater ist anch nicht der Schlt««str unter de» Brüdern. Dn wirst als» nach Annah«« der heilig» Danse »etter mit ihm in ver« Hindun, dlctden könne«. Dir Blntdavdr kann ich nicht durch, schneiden. Ich erinnere Dich n»ch einmal: morgen n« «tlf Uhr, wenn Deine Mutter »ach de« sabbetliche» Nachtmahl« bereit« die Nnh« pst-ge» wird, »erd« ich Dich a» Hügel in «ine« gedeckten Wagen erwarte». Nim» ,ar kein« Sachen als di» anenlbetzrlichpr Lüsche mit und weder Pretiasrn noch andere Wnlhgegrnftänd«. Lass« den Ellern ihr Eigeuthum. Du hast vtldoug »<n»g, n« var einer ehrsame» Arbeit nicht »rückzuschrcckru. Die Trägheit und IrdeiKlnstlafigkeit der Juden ist einer ihrer schändlichsten Kehler; sei Da daoau frei. Laß all« Sarg» fahren — »erirane und glaud« an de», der Dich bald i» Schoaße seine« einzig seit, machenden Glauben« »nfnehmen wird. Er ist unsere Znflncht, Heffnung «nd Heil . .* LI« Klara diese» Brief erhielt, kannte st« die gang Rächt nicht wehr schlafen, van der Wichtigkeit de« Ma» »entr« »nd »an verschiedenartig» Befürchtnng» an» Haff, nnngcn dnrchdrun,«», bracht« fie die knrzen Gtnnde» der Nacht mit unruhig« Nachstnnen z». St« «ah» »an ihrer vergnugenheil Abschied nnd tegüßte dt« Zukunft «Ü ver. träne» »nd Nenner»«. Wa« wird fie ihr dring»? Heil «der neue« Trübsal? Da« stand in ihre» Seist« fest, daß . der »argtge La, »wische» ihre» frühere» »nd «ca» Jede» einen Snnzpfahl Hilde» wird. I» dies«« letzte» wird sie keine , Jüdin* «ehe sein. Da« guügte ihr und verlieh ihr Mnth. Der Kretin, verstrich lan,s«m mi» erwüdend. Sie kannte weder «in Bach in di« Hmrd «ach «in« Speise in de» Man» nehmen. Ag. falg der Schlastasi^eitwämend bet -anga Nacht Heck« fttMtzi LlWw nvd-attr dlagr» Gaficht^-Zum^Müch war der Vater nicht g» Haase^ denn'rrniM»« in Olimihr^mahin^ er Ochse» führt«; die Mutter wieder »it de» varderettnnae» für de« Sannt«, beschäftig, hatte keine Zeit, wie gwöhnltch tadeln »nd ,» ,wedlg». Der «tt Sehnsucht «rwartrt« drach endlich «r. Al« Chche die Sadbattichttr anzündei« nnd dt« Uhr acht schlag wallte Klara freier anfattznwn, kannte e« aber nicht. Ihr Her, ieaan» stärker z» schlag». Nach einer 8wie (tu, sie M anftaßchch« Zimmer nnd sagte der Mutter, »aß fie »«atzt sei und gu» Nachtmahle nicht erscheine» weide. Ehaje war verwnnden »nd «rsrent zn- Geich, daß dt« Tachter sie zuerst ansprech«, wa« nur selten aeschah. Da« nah« Klara am Seiptza Matz nnd üderließ sich einige Zeit ihre« Htudrülen. Die Würfel find gfallen, sie kann var nicht« »ehr zn rückweiche». Wird fie »ach dal> di,st ein« Nets« unternehmen, dtt sie an« dem Land« de« Schmutze«, der Unrechtschaffenheit «d de« Jndenthnm«, in dt« »Welt der Jdenle* gleiten wir». Mit fieberhafter Eile öffnete str ihr« Schndläden »nd Schränke. Sie ertnah» denseldt» rtptg Bücher» Nippjachen »nd üleinigtrilrn, welch« sie van tzehrerinnra nnd Telleatnnen «■ Andenken erhüten hatte, und packte aste« in rin keine« lletsen. In dt« Tasche sttcktt sie eine^schöne «tt Striae» »«setz« Bracht. Sie pstegte st« nie ,» trag», aber tratz de« ffrhle« de« Geistlichen kannte str sich' »an derselbe» nicht ttKnen. Es war 10 Uhr. Klara nah« am Gchretdtisch« Platz »nd «tt Zitternder Band schrieb sie «ff eine» «edltche» Baß« Oäpiar mst MmWramm falgenbe'Wvrtt niedere wt lad« Abend ,A» »eine Eltern! Ich verlaß« Euch hntte. um in den Gchaaß der Kirche überznghe». verzeihet »Ir, ach, diese» Schritt, f» wie ich Luch verzeihe, daß Ihr »ich dt«her -efangr» gehalten »nd »vglücklich gmacht habet. Habt Ihr «ich »trNich lieb g. habt, s» »erdet Ihr meine« Glück kein« Htuderniff« bereite» nnd ich, in der heiligen Quelle gebadet und gretnigt. werde anch dir Vergangenheit vrrgffr» and «tt Euch nicht breche« l Wistet aber, daß «ein Entschluß unbeagsam ist. Adieu Vater, leb« wohl Mutter. Ach, warn« bi« ich zu dttsr« tramige», äußersten Schritte gebracht warben, »erstvhlA» in der Nacht da< Han» meiner Elter» verlasten zu wüsten? Sebet »«hl «nd seid glücklich Klara-. . Kl« ft« «it dlesen Warten zu Ende war, ließ fich am Neuster «in leichte» Peche» vernehmen . . . ^ansetzuag l»>g«) U»r ei« r«»fschei»! Echmrrzensschrrl «tue» rnsstschen «arranr».-) .... Zertrümmert sehe ich alle «ein« Hoffnungen. Die »ufgbe meine» Leben» habe ich falsch gelöst, ich stehe am Abguud« meine» verderben». Dtt »ifttar Schlau,« Falsch« hett reckt «mpar, umschling «ich «tt Rttseumacht und schießt da» Gift «tt in Herz nnd Seele. I« Widerspruche mtt «tt selbst, mit mriser Vergangenheit, «it «eine« Gewissen will ich eine Lhat beghe», dtt mir tausendmal schrecklicher •I» der Selbstmord dänchl. Wie glücklich würde ich mich jeg fühla^ wen» ich sterben könntt. Alle dtt wildjagnde» Gedanki», all« dtt enmörten Empfindung» dnrch ein« gäg. lich« Sünde — den Seldstmard — gnm Schweige» dring». Ader mein Weid, weine Kinder wallen Brad, »nd ich kan» fie nicht mrhnngr» laste«. Als» tanfe» — der einzige »nüwrgl Varn« kan» ich keine» ander» w«, finde»? — warn» ist» s, dnnkel um mich her? warn« schttßr kein Blitz va« Himmel, der dttft ganse «acht erhellen» — »ich, »ei» Weib nnd »eine Kinder «tt «ine« einzigen Schlag verutch««» sall. — Dtt Gruppe de» schln»g«>t»AÜrttt«a Laakaa», leer «tt sein« Kindern in einem Athemzugr sei» Hede» entet. hat »fich «se» als der AtMdrnck de» höchstt» Schpwrg«. mtt Schanden» erfüllt; — o »tt wünsch« ich »tt s»tz» ttfimIag — Ewige Satt! habe Erbarmen! Ich ^MÄnm fÄ^en'Schwnr letftty. .Dtt tÄtseadjthrige ver. gangnheiit wälzt fich wie eutt gwalttg Lawine auf meine Seett. dar Ginnt«, de» ich mtt heißer, glühendster Sied« verehr«, <«» elende« materiell«» Nückpchten will ich ihn setzt öffaülich aerttngne«. Hiswe, »an »tt, ihr drehenden Geister, gestatte» meiner Eltern» htmneg »an »tt alle mevtt Ahne» «nd all« tg edlen Hgdenaestalten, dtt für IG» starben. Ich kbnnte, t« ich will auch für »einen Glauben sterbe« — aber hört. hört, mein« Ktnder schreien: vrad. E» ist kein Fttbertranm — Gespenster bildet wirbeln aa mich her — des Adgnudrs grans« Mächtt ziehen mich zu sich h^ab, »nnr dnrch die Tanfe kannst Du endlich rttw Aastellnid; erhallen-, lantet daß grimmig llrthetl. Ja, es ist wahr — |U werde« lagen« »der «ende, »egn einer salche» Aasttlln», d«t er sein» Glande» verleugnet-. Warna habe ich tansrnd« Matt gestehet, gbettett «m Arbeit? Nicht, all Arbeit walltt ich haben nnd st« haben «ich zurückgwiesr«. zur ückgschirüden in dtt Marter, wa dtt Gewistenspei», »tt fürchterlich«» Kralle» Uder vergwetstnng »tt in dtt Geett schlüg. Blnte. dlntt arme Geett, dt« »es Wahnstnus Klamm« dich «hascht. D» ringst »«sanft — jede Minute ist «tt rin« Ewigkeit — bald wird er kämme» »ich adguhalrn, »ich htnznsühmr zn« Tanfdecke, — er wirk «ich frag», ad ich an dtt «ne ütttgta ganbe «a «ährend »rin Her» mein« Geett» meine vernnnst ei« tausendfache«: »net«, nein» nie «n» nie mal«- verzweifeü »nfschret, »rrdr» mein« bleiche» Lippe» lebend wttbnßvttll nlüffrn: ,o ja. ich . . . Ga»»« stg«, >ll«S. was «» «ch sü.- Gransain» Jrontt des datm •bwift#*« kM vchmte», Mtf» vk.