Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1890
- Issue
- 4 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
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Lebe««, vernichtender Hob» M Geschicke«! Ort hat bie Regierung, »a« Heck«, die Priester und «ei»e «m« Glauben». brüder baoon, »e«« ich »ich tanft? M«ß e« de»« sei»? >ch, e« muß sei«, de«« ich bi« ei» auüländischer Jude. Zwanzig Jahre hatte ich hier zu gebracht, hier geheirathel, «ei« Geschäft gegründet «nb eine gute Anstellung bekleidet. Ich habe »ir di« schdnste« Zeugnisse erworben und i« meinem letzte« Zeugnisse heißt e«: .Sein strenge« Rechtlichkcit«aefühl kau« al« Muster hiugeftellt werden." Da erhalw Ich den Befehl, einen Taufschein zu bringe«, »der die Stadt zu verlassen. Ich we»d« »ich an alle hervorragenden i«raelitischen Firmen de« Autlaudet, um ein« bescheidene Anstellung. Eutweter keine Antwort erfolgt, »der da« stereotype .bedauern".— Ei« hervorragender Rabbiner in Oestrreich, de« ich mei«e unglückselige Lage deichte, a»twortet: «Ich ktznute Ihnen «her ei« Königreich, al« eine Steve hier verschaffen." Ich reise nach dem Au«lande und irre rin Jahr umher — überall abweisend« Aatworteu — bi« eiu alter Freund mich iu'« Geschäft nimmt. O Freundschaft, dein Name ist Etzvilmu«! Zu eigene« Zwecken ausgebeutet und mit so geringem Gehalt, daß Ich mich selbst kaum da von nähren konnte, aber nicht auch mit Frau und stiudern lebe» — mußte ich nach Rußland zurück, wo mir eine Stelle mit fünffach größerem Lohn offcrirt wird — natürlich uuter Beibringung de« Taufscheine«. Ein Taufscuei« kostet nicht«, aber man muß ihn mit der Seele bezahlen. Wa« ist in dem gegenwärtigen praktischen Zeitalter die tkuh« der Seele werth; meine liberalen gute» Freund« lachten über «eine Aengftlichkeit. .Du wechselst de« Hut ja nur und nicht de» Kopf", weinte der Eine deschwichligeud. .Rein", fiel der Andere witzig eia »die Taufe ist wie Ln d« Cologne statt alter Pomade zu nehmen." Me machte« noch aodre Litze, ich hörte sie nicht, mir bräunt« e« im Kopfe, der Schweiß lag mir onf der Stirue. Frevelhafte Täuschung I womit kam, ich dich rechtferttge». Ich hatte richt mehr de« Math, jenen lästernde« Freuude« eutgegenzutrete« uud doch dachte ich grade a» die herrliche» «orte, mit denen der Prediger iu D. zu« Schluß de« Bers»hnuug«fefte« da«: »Schein* Jsioel!" verkündete. »In w elcher Lag« Du bist, sage küh«: Du bist eiu Jude." Ich könnte e« nicht mehr sage», ich fühlte mich wie Macbeth, al« er de« Mord begangen und ruft: Warum konnte ich nicht.Amen" sagen. Immer schwerer wird der Schlag «eine» Herze»« — » könnte die« Herz bald stocken! — Die Schande brennt auf ntinta Angesichte, ich »erde nie «»ehr frei die Auge» erheben könne». Wehe mir! da« Brandmal Kai«« gche ich mir hole« — die Verachtung aller edelgesinnte» Menschen! Uud Du, Allgegenwärtiger, Alliebeuder, himmlischer Later! Ermattet fioke ich vor Dir iu die Kuiee — Du flehst auf «ich. Du hast Mißfalle» an meine« Thun. Zerschmettere mich, bevor meine Lippen meineidig meinen Glauben abschwörr. Du, Gott vergieb mir! Meine Kinder »olle» Brod —. Schon höre ich da« dumpfe schauerlich« Kirchengeläute — Wehe mir — bald wird er kommen. — — Geist meiner vielgeliebten Mutter, die mich sterbend mit de» Worte«: ,HöreJ«rael" segnete uud «ich beschwor, immer Jude zu bleiben, vergieb «ir, um Deiner unglückliche» hungernden Enkel willen, vergieb mir — und Du «ei» Bater, dem ich al« Kuab« am Sterbebette mit Thränen die Hände küßt« uud in« brechend« Auge sah — schlend e Deine Flammendlicke nicht auf «ich — Deine aufgehobene Recht« will mich zerschmett«» — —. Halt ei, —I Ich will noch warte«, einig« Tage, einige Woche», sonst — Wehe mir! vielleicht find« ich doch »och ein« Stellung ohne Tanfschei»."") Warschau, am 1. Januar im Jahre de«Heit«(?) 1890. B. *) «iellricht ist einer ter »sch. Leser diese» «. t» »er 8*e, km Unglüälichen. der odge» «chmizenoschrri doe Beefoetfbe», «rtsti^t, p, einer Anstellung l«eine»«oamwtr) peoertrtse, — aber bald, eze e» ,u sp»t iß. D» nichere XdeeGe, sowie Absehr st derteetst che» Z-»g» nisse sind »ir bereit »ns Wunsch «Vprihellen. ALeriei f&iie« FmUttieRttsch. Eine jüdische Hochzettbfeier in der Lederhändler. Halle zu Lond«». "Folgender «rittet fand ss« in einer alten englische, Zeitung Mt. Ein gläuzende« Hochzeitdfest. I« Jahr« 17L0 fand in der Lederhändler.Halle die höchst glänzende Hochzeit»- frier eine« jüdischen Brautpaare« statt. Die Hall« «onrbe zu diesem Zwecke auf 6 Tage gemiethet und für die FestWHfeit in alle« Styl jüdischer Großartigkeit d'corirt. Der Rame de« Bräutigam« war Eornele. welcher eia Mau» »oller 8el>en«lust uud große« Reichlhum« gewesen zu sei» schien, den» er hott« zu dem Fest« eine große Anzahl Gäste au« dem Adeluud voruehmen Bürgerstaud« eiugeladen uud eine Reih« großartiger Lustbarkeiten veranstaltet, von denen jede durch Posaunenschall nach Art de« jüdischen Neujahr«» ritual« eingeleitet wurde. Da« Brautpaar saß unter riuem herrliche» Baldachin. Di« Hochzeitschleife» (Erinnerung«, zeichen für die Gäste) waren au« den kostbarsten Stoffe» und ttuge» die gestickte Inschrift: .Da« ist Gotte« Gebot!" Während die Gäste Im Inner» sich an de» »erschiedeuartigste» Dlstlichkeitea ergötzten, welche die Kunst erfunden, die Indnftrie erzeugen »nd da» Geld verschaffen konnte, erfreut« ^ich da« Publikum draußen au den Sttöme» Weine«, die fich an« dem Mnnde und den Brüsten einer alten Seejungfer, welch« di« vor wenigen Jahre», da mau sie al« einen alte« Fisch beselligte, im Bordergrnude der Halle stand, «»aufhör. lich in ihre Trinkgefäße ergossen. Spigr»««e. >,« tm Hebräischen «eetrlsch übersetzt von L. Lohen. Der Rezensent. .O sage mir, mein Freund. Kennst du z» .Schah" «eine« Eommentark" — — .Gewiß; auch »««halb der Prophet geweint. Ist «ir jetzt souurnttar". Der Träumer. .De» ganze» Tag zu schlafe«, ist dein einzig Thun, Wie kannst d« in der Rächt run »och i« Bette rnh'»?" — — »Bei Tag« trän«' ich immer, «ich drücke schwer« Last. Und die wiegt »ich in Schlummer «nd dringt mir süß« Raft".. KLttzsel-A«fG«ke». j^» I. °f*£***Wl> Li» Find wirb mir de« Wort genannt. Der »»« der Bibel »»hl detnant; Bleibt da« letzte Zeichen fort. Zeigt Italien Ihn sofort. II. IWeis^rlU^i-<»^A«m«»y«. Ja Stadt »nd Dorf, oft grob, rtt vet». Errichtet «aa't an» Holz »ab Stet»; Zu «ose« hat H Sott getetabea, IM Bhära» sein Wort gebrochen; I» Wocheaabschnttt such e« »nr. Der führt Dich «es die rechte Spar. I». AeßrÄs^e« ^«-«grVPh. Such'« tm Wasser, ans dm Land, »>I Thier ist Dir nicht »nbewml«; Wirst de» Kopf und Faß D» trenne», Wirt'« ei» Zwitterthter Dir nenne». A»ß-stmO der KSttzsel i« w. Ar. L Off«, Ofit. % n. "M (Hon). (Feind), TJf (Bote). -G (*»0, TflC <*yt«ä)- Bet»«»»eMcher »»dacnnr: De. «. «nhmer, Den« »nn D. L. Wolss, Berlag »o» NtMere Urße s e, L>Wl'