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Jüdisches Familienblatt · 1890-01-01 · 3 (1890) · p. Seite 11

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1890
Issue
3 (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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— 11 — Der Gast «der schien tcte stark anägebildites gaftnaamische» Gesiihl g» »«sitze», er trank nwnig, «ß >mch «e»»tzrr und ptaAcrtc mit »der Geschäft «ak PolMk. M streichelte er hinters »ander de» rate» «tf s«i»«m dnukelblonde», ovale» Gesicht« »i« zwei feurige Helwonde glänzende» Backenbart, batt spielte er mit sein« schmerr» goldene» Uhrtett« »nd — gähn«» verstohlen. Endlich meldet« di« Mag» leis«, dada« Aränlei» zurückgekehrt sei. Hastig entschuldigte sich Josef bei seinem Gaste, daer ihn für «inen Moment verloste «nd begab sich »ach dem Alkoven seiner Tochter. Sie lag Im ans dem Sopha, di« Hände über dem' Hatqtt« verschlungen unk seufzte schwer, »ar sich hinstarrend. ,v« warst Dn disher', fragte Aases strenge. „Dn hast »«geffe», daß ich Dir befahl... daich Dich «rsnchte. anm Idendesseu mtts Hause zu kommen? Ist doch heute Samstag." — »Ja heute ist Samstag", wiederholt« Klara mechanisch. Jas^ »der bemerkte nicht ihre Anftagun» und Zcrstrennng und ergriff ihre Hand. »Komm mein Kind, wir habe» eine« köast, den D» übrigen« kennst." Klara salgte mechanisch. Sie betrat fei» Gesellschaftszimmer. Bei ihrem Erscheine» erhob sich xx Gast rasch mb seinem Sitz« und ver> dengle sich gewandt mit dem Aufgebot der Galanterie eine» Handlnngscomwi«. »Ich habe doch die Ehr« Ihnen, mein Fräulein, bekannt zu sein", begann er auf deutsch. >n» ihrem Nachsinne» gerissen, kam Klara bald zu sich. »Wer ist da»? wozu hot «ich der Vater hergeholt", fragt« sie sich im Geiste, und laut erwidert« st« auf polaisch: »Nein, ich erinnere mich nicht." — .Wie?" «engte sich Josef, wahrschetnltch an» Höflichkeit für de» Gast in deutscher Sprache in» Gespräch, „mc, Du kennst nicht den Herr» Mos«»?" »Hab« ich doch", fügte der Herr Mose» zu. »mehr «l» einmal bereit« bi« Ehre gehabt, Sie. Aränletn, im Hanse Ihre» Oheim» und meine» achtbare» Ehrs» zu sehen." »>h, {•", »ar Klara'» Lotwart, welch« sich nicht erküre» Irantt, welche« Ztorck die Anwesenheit de» Herr» Mose» der di« recht« Hand tat Oheim» in Geschäfte, sei» Hanptkassirrr und Buchhalter war, in Malince haben mochte. Uedrigen» war ihr da» gleichgiltig. Sie »ahm ar» Tisch« Matz. »Ich danke Dir, Mutter, sprach sie z» Ehnje, welche ihr «in Stückchen desalzener Eh«Re sSabdatbroi) n»d eine» Teller mit Fisch«» hinschad, »ich werde nicht essen." »Warum »bist Dn nicht «ffe»? Warum machst D» nicht mauze?"*) rief Lhaje geärgert. »Ist doch hentr Gchabbes". Inf einen Wnk de» Manne», hielt st« in ihrem weiter, Redefluss«, mit mlchem sie ihre Tochter überschütten wollte, inne «ch begann >ir Teller zu rücken. Josef »erdefferte sich ans seinem Sitze, Klara sastill mit gesncktem Blicke, Herr Mose» streichelte mit ernst« Miene sein« schwere Kette »nd e» herrscht« ein peinliche» Schweigen. Nach «in« Weile nntrrdrach Herr Mose» da» Schweige». »Wissen Sie» Herr Zwiebel, wieviel l>icfc Kette kos,««" Iasef zog di» Bram» leicht zusammen. »Nein", er- Widerte « kurz. Herr Mose» lächäte Wohlgefällig »Da» wird auch Niänwtd «rache»! Sehe» Sie dies« Kette — reine» Gold, tu* hier echt« Steine» sehe» Sie — und kchlel, nun «ratheu Siel nnr S3 Gulden. Ad« dafür Hab« ich sie auch ans ein« Acitatto» gekauft", schloß «trinmphirend. Josef hielt «» nitht für «ntsprechach, sei» Befriedigung z» theüen und schwtH. Klar« härte dem ganze» Gespräch« zn, ungeduldig am Djchtnche znpfend, nnd «Hab sich gleich daranf vam Tische. »D« Bat« wird gestatte», daß ich mich entferne, den» ich fühle »ich etwa» tötpäßlich." Sie ging, ahne de» Gast zti grüße» »«*. Iasef eütt ihr nach. ,«a» ist Dir, Klärchen? Du dist-kr-nk?" Herr Mose» blieb mtt Lhasr bei Lisch. .—-fc—-, ta 6ctni sprechen über M gereichte Saddatdrot zma Preis« oMPw, der MjBnl hervmdttvgt (kHMaida). „Was ist da»?' spricht «, .JHrL Tochttr ist so naoesMachtet? Gi, hat doch der nn» . . . in LemRrg -M< Erziehnng genoffrn". „Hm". «wid«tt Ehas« mürrisch nnd unwirsch, ,w« kennt sh an» . . . Sie ist eben so gescheidt, zn geschmdt. Mein Man» hat sie so »«hätschelt." Josef kehrt« »ach «in« Weil« zckrück und nahm fei»«» frühere» Platz cii. Bo» sein« Stirn war da» Luwett« nicht gewichen, « war ««stimmt und nachdenkend. »Wissen Sie, H«e Moses", begann er, .trotz d« grüßten Achtung, welch« ich für Sie heg«, muß ich Ich»«« doch sagen, daß Sie sich mein« Tocht« gegenüb« etwa» unpassend benommen haben. Ich habe Sie im voran» davon verständigt, wie delikat »ud „herrschaftlich" ft« «zogen ist. deßhalb mnß sie auch ein Gespräch üb« de» Werth ttner Kette verletze» »nd gegen Sie einnehmr«. Ei» solch« Weg führt nicht zu ihr« Gunst". Herr Mose» schüttelte wie mttleidig sein Haupt «nd erwidert« mtt einem gewiffr« Stolz«: .Sie werden sch»« entschuldigen, daß ich solch ei» «tust« Mensch bin. jetzt ««de ich mich doch nicht mehr ändern. Ich bin wed« t» den Salon» »och in eine« Pensionat «zogen worden und meine Jugend habe ich nicht damit zugebracht, elegante Kaip« »der fad« «ompliweute zu «lerne» ... Ich habe eine strenge veden-schulr durchgemacht, maßte mit de« Hunger, mtt d« Bvswilligkett der Leute, mit mir selbst und mit verschiedene» Hindernissen kämpfe», «he e» mir gelang, «ein« gegenwärtige Stellung und ein Jahresgrhatt von 1200 Gulden zu er ober«. Ich bin nur Geschäftsmann »ad wenn die» Zrmandrm nicht gefällt . . ." „Ab«, He« Mose», ich sage Ihne«, ich würde »ich ganz glücklich und üb« da» Schicksal «ein« Tocht« dernhigt fühlen» wen» ich Sie «eine» Schwiegersohn neune» könnte. Ich bin sogar ganz mtt ihre» Anschauungen einverstanden, nur bitte ich S:r, jetzt wenigsten» ans die Erziehung und Gewohnheiten mein« Tocht« Rücksicht nehmen zn »olle«, denn da» liegt in Ihn« eigene» Jntereffe." — „Gut, lieb« Herr Zwiebel, ich bi» zwar ei» ernst« Geschäftsmann. ad« ich »erd« mich überwinden. Den» Ihre Tochter »«dient e»l" — „Das ist wahr, sehr »ahrl Sehe» Sir. es existire» nicht viel« solch« Kind« auf d« Wett i" __ lstoetsetzuug folgt.) Weine «»sichte»?»» der Aretmanerei. . Boa Predig« Gotthold Salomo». («fetal.) Sei Manul rief» au» de» Himmelshöhtu. Stehe fest wie die Eiche auf dem Bode», auf den Gott dich «te» gepflanzt hat. und weder Lockungen noch Drohungen müsse» dich »mi der Bahn der wahrhett und de» Recht» abzubringr« im Stande sein. Sei Mannt Sei grüß« ol» deine Leidenschaft» größer als drin Geschick, größ« als di« Freude, grüß« als d« Schmerz, grüß« al» da» Lebe», gräß« al» d« Tod — Ad« so ist der Man», so sind di« Männer nicht geblieben I Wie früher d« Mensch, so hat spät« der Manu seine hohe Bestimmung vergessen, verkannt; Mißbrauch wurde getrieben mtt btt Kraft, mtt der Stärke — Mannheit, «ämckichkrft, Tirtun, VirtaoMUU, — so sollte alle» Große nnd Erhabene, all« Tugend genannt ««de«; ab« leider! so war es nicht, fo Miefe es nicht. Statt de» Manne» Kraft und Stärke zum Schutz der Unschuld, zur Stütz« der Schwache» verwende» — wtwde die Unschuld, wurde» die Schwache» dnrch des Manne« Stärke unterdrückt. Nicht aüfgebau« — »ied«geriffen »«de eine Hütte »ach d« andern, ei» Palast nach de« andern; nicht augepflanzt — ausgerottet wurden Blume« nnd Bäume nnd die Kraft, di« Paradiese hätte schaffen könne», schaffen sollen — hat bereit» vorhandene Paradies« in.1g>siusti«itU verwandelt «d statt Friede» — Dch>> in die WWi welt gerufem .

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