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Israelitische Wochenschrift · 1890-12-04 · 49 (4.12.1890) · p. Seite 374

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
49 (4.12.1890)
Date
1890-12-04
Page
Seite 374 (sequence 6)
Language
German
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sie kostete Sil "Presse, seine Zeitschrift brachte ihm nichts «in, noch, man weiß davon de« Erfahrungen in jeder Literat«, der jüdischen insbesondere. Unsere Gemeinden nnd deren Borftünde wifftn ihre Lehrer und CnltnSbeamten nicht z» achte» und zn halten «an betrachtet und behandelt sie noch gar zu oft, sogar in Großstädten, als Abhängige und Untergebene, die sich doch von Unverstand und Rohhsit nicht befthlige« und schieben lassen können und dürfen. Dies vermöge« nur ungebildete und kriechende, an Unterwürfigkeit gewöhnte Leute, und darum sind diese noch immer so häufig gesucht in Israels Gemeinde«. Freilich wird zu solchen sogenannten Lehren« auch oft auS Mangel an ordenüichen Lehrern gegriffen, aber -wer will auch unter solche« Mißverhältnissen -israel. Lehrer sein oder seine Kinder dazu bestimmen wollen? ES hat darum seiue Gründe, daß 86V isr. Gemeinden Deutschland'S ohne Lehrer sind, es fehlt für diese nicht nur an Geld, sondern auch an Lehrern. Kliugeaftei« war Lehrer auS innerem Beruf, er wäre Lehstcr geworden, selbst wenn man ihn zum Handwerker ausgebildet hätte. Er lebte darum i, seinem Beruf und für denselben, opferte sich, Kraft, Ver» mögen und Leben, er gab alles dafür hin. Er fühlte sich krank und arbeitete doch mit voller Kraft weiter, er hätte können, wenn er seine amtliche und bcrui sich erhalten Thätigkeit aufgegeben hätte. Er that cs nicht und — starb in feinem hehren und Helligen Lehrrrberufr und für denselben — leider vorzeitig und zu früh. Klingenstein war auch Kantor, predigte auch und vollzog Trauungen, well und weun er mußte, pnncipiell aber lehnte er solche, dem Lehrerberuft fremde, besonders rabbinische Funktionen ab, er wollte nur Lehrer sein und heißen, nanntt sich'nicht Prediger und wollte nicht so genannt werden, er fand Ruhm genug darin, ein ordentlicher und ganzer Lehrer zu sein, — unb ein solcher war er. Zu« Beweise, daß er «es mar, dient nicht nur die Achtung, wÄche er bei alle«, auch nicht-israelitischen Schulmännern genoß, sondern auch die Einladung weühe er seitens der heff. Regierung gut Theilnahme qit den Commissionsberathungfür das neue Schulgesetz erhielt. Zu KliugrnstrinS Wirksamkeit für die israelitische Lehrer- Welt gehört gang besonders die Gründung des Achawa nuten .Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer, -Witttven und -Waisen in Deutschland". Ich habe die Achawa mit ihm schaffen Helfta, mit mir ist die dazu gefaßt worden, vir beide haben den ersten Statuten - Entwurf gemacht, inAlzeh war der erste Sitz beS Vereins, ich war eme Reihe von Jahre« defftn Borsitzender, auch noch nachdem der Sitz nach Frmckfurt verlegt worden war; aber Klingenstein hat den üftrein gemacht, er hat ihm Leben eingchaucht, der Idee zur Gründung eines solchen Verein» Dasein und Verwirklichung verschafft. Denn kaum war der Plan zur Gründung gefaßt, der G^anke daran ־ rochen, loderte in Klmgenftein Bcheisterung dafür auf; er kegab uur a Flamme schon die Helle sich sofort auf zu sammeln und Gönner und Mitglieder zu Und in gleicher Weift hat e: dem Verein uueine letzt ist, um gewinne» verdroffeu bis auf seine letzte» Tage fortgedient. Da» Intereffe d«S Verein» ging ihm über das eigene, da- Wachsen des Vereins verfttztt ihn förmlich in freudevoll« Verzückung, und Geldzuwendungen für denselben stimmten chn froh, nnr wen« sie ihm persönlich zugewiesen worden wären. Mau darf und muß cs sagm: Klingenstein hat sich seinem Beruf mit aller und voller Kraft hingegeben, er bat dafür gelebt, er ist dafür gestorben. Ehre eine« solche» Mann im Leben, Ehre ihm rm Tode, Ehee ihm «och dem Tode. Dr. Rothschild, Rabbiner. Fkosea, den 29. November. (Or.-Lorr.) In der letzte« Nummer Ihres geschätzten Matte» befindet sich ein - Artikel aus Fronkfnrt a. M״ in welchem dre AuSbiümng jüdischer zu Krankenpflegerinnen angeregt und zugleich mift kilt wird, daß dort bereit« zwei jüdische Pflegerinnen׳ äuSgebildet worden sind. Sie gestatten mir wohl, daran zu erinnern, daß gerade vor 7 Jahren der — inzwischen verstorbene — Herr Paul Jolowicz zwei Leitartikel über das- " Thema in Nr. 1 und 2 dieser geschätzten ״Wochen- (Jahrg. 1884) veröffentlicht bat, die auch jn einem lbzug erschienen, worin er auf den Mangel an kunst. gerecht ausoebildetrn berufsmäßigen jüdischen Krankenwärtern und ganz besonders weiblicher Krankenpflegerinnen hinweist. Der Selige hat bi« zu seinem Lebensende mit Eifer dieft Angelegenheit verfolgt, und waren seine Bemühungen in «uftrer Gemeinde anch mit Erfolg gekrönt. ES sind nämlich mit Unterstützmm der hiesigen isr. KrankenverpflegunaS- und Beeriu-Gesellschafh an deveN SpitzeHerrBankier Dr.A. Näh «kr״ steht, mehrere jüdische Mädchen zu Krankenpflegerinnen und auch in der Massage »»«gebildet worden, dft in wohl- . thuender Weift dem Beruft sich gewidmet haben und in, demselben ausdauernd thäiig sind. ES sind beständig einige derselben bei der genannten Gesellschaft ftst angestellt, die bei Krankheitsfällen in Famllien dahin beordert werden. Die segensreiche Einrichtung hat sich bei nn» bewährt und kann «n Cbewros in anderen G.nneinden zur Nachahmung besten« empfohlen werde«. Promsterg, 14 November. In der von Rössel heraus gegebenen ,Rhemifch-westfLlischeu Monatsschrift für Erziehung und BolkSunterricht", III• Band, Jahrgang 1825, findet sichfolgende Verfügung, über den Schulbesuch der iSrarlitischen Kinder am Samstage'. Dieft Verfügung ist insofern von besonderem Interesse, als sie augenscheinlich dft erste ist, die ftitenS der Großherzoglich Hessischen Kirchennnd SchulrathS der Provinz Starkenburg behufs Regelung de« Schulbesuchs jüdischer Kinder am Sonnab.md entlaffe» worden ist Der Wortlaut der Verfügung ist folgender: .Darmstadt, am 2l.Ju»y'»1SÜ<. Der «oßherzogslch Hessische Kirchen- und Schulrach der Prooivz St»rkr»burz protestantisch» Thrill an di» «roßherzogliche» Uandöth« und Inspektor» der Provinz,- den Schulbesuch der Juden linder am Sonnabend betresst»». Durch höchst« Entschliestung vom 4. d. M. ist gnildigst verordewt worden, daß die Indenkinder anch am Sabbath dft Schule zu besnche» gehalten seyn solle». Indem wir Sie hierdurch von dieser höchste» Verfügung benachrichtigen, trage» wir Ich»», Sroßherzogltch» Land» röche auf, di« Judengemeinde» Ihrer Bezlrft hiervon in Kennt,ih zu setz» und zur Lrsolguug dieser Vorschrift -nzuhaltru; Tie, Praßherzoglich« Inspektoren ab«, Hab» sich »ich« nur selbst hinsichtlich- Ihr« Pfarrsihul» gebührend hiernach z« richt», sonde» «och ite christlich» Ihr« Jnspetftrutö-Ve^rke zur gleichmötzig» Rachachtung mittelst Umlausöschretb» sordersamst anzuwetse», und sofort der» Empsangöbeschelnlgäng» binn» 4 «och» an nn» einznsend»". Die Redaktion der Monatsschrift knjwft a» diese Verfüguna die Bemerk««: .Eine spätere» durch dft iSraelltiscke» Vorgesetzten veranlaßft Verordnung bestimmt, daß dft hör. Kinder des SamStag« nicht zum Schreiben angehalten werden dürft«. In einem auSführlnhttl Berichte über ^n»S BoMchnlschulweftn in einzelne» Ae^nwgsbttirftn de« Preußischen Staate«' wird in derftlben Monatsschrift berichtet, daß (im Jahre 1824) in Labischin. Sckubiner KrriftS, RegieranMbezrrk Bromberg, eine iSraelitischr El7mentarschuft gestiftet ׳ und vorschriftSmüßig eingemicht worden ist." Herzbrrg. . —r. GMtvz, 89. Nonbr. (Oriq^Tor.) 1■ 26. «a»be entschlief t» Atter von 71 Jahre, Herr Meter Jaeoßtz, der Begründer der »ettbrtamtte, Neroeahelltmstatt §« Satz a toi 9*M«s). Seine StGerkeft and Uieigenasttzt-fttt, sein . laatere» W^en aast sei« Frömmigkeit, sein chraraktervokft» West» aad sitae FRSeaSüeto httte, Pw Folg», baß asb«,; setmea Ktndera aa» Eakela dft O«ze Gemetad« «»»darf, welcher der Verstmbe« SV Jahr« lang «I» Vorsteher mit י: «tftr a> tztaßBmi, Mta*, soaft zahlreiche Krrnnde traaerad 1 m friir■ Im*!■■fcnr . ffi ulfciMlaai Xmtr

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