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Israelitische Wochenschrift · 1890-12-04 · 49 (4.12.1890) · p. Seite 373

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
49 (4.12.1890)
Date
1890-12-04
Page
Seite 373 (sequence 5)
Language
German
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Dieser «ed. zn Blatz in Schlesien am LS- Juli 1849, hu ebenfalls in Bresla» nnb Bttatzbnr« stndirt mb ■er Assistent »an Eatz», Fretichs nnd Leyden. Die znm Lheil bahnbrechenden Ntdeiten beider Fauchet, die in diesem Jahre zn »»Der« ordentlichen Prafefloren ersannt' Warden, liegen ans phyfloloßische», pathologisch-chemischem, pharmüolagischem nnd kltntjchem Gebiet.*) »Leser des Voll-! rufe Dir in's Gedächtniß, dah der grausame, Jude He rodet bei den Kindesmort«» tn Bethlehem nnr durch Gotte«' Fügung das Shristttnd nicht erreicht hatte. Bedenke' daß die Juden de» Melsia» noch erwarten, und da» fie wühle» gegen alles, was uns hetlia ist. Jede» treue» Christen müssen doch schmerzliche, mindesten» peinliche und gemischte Gefühle beschleichen, wen» er am tzeiligenabend -a» die Kripp« seine» Heilande» denk», und wenn er erfährt, dag die ihm au» solche« Anlaß bescheerten Sachen von Juden stammen, die doch hent noch über Jesum spotten, wie zu der Zeit, da er aus Erden lebte. Deshalb ist es wohl »»gezeigt, selbst aus die Gefahr hin, »gndenoersolgergenannt zu werden, daran zu erinnern, dag Weihnachten ein echt christliche», ein echt deutsche» Fest ist. Und dazu sollte man bei Juden kaufe«? . .* Dach •1• ad bas nach nicht genug der Religianshaß 'sei, erfindet es eine sagen. Mische Seschäf'üreeiame, nnd damit man ihm nicht ans die Lüge kommt, versetzt es dieselbe »eit weg nach San-Arancisco und redet den Lesern vor, daß die jüdische Zeitschrift ,Vebarah" in Atncianati beim Herannahen des Wethuachtsfeftes 18SO folgenden Artikel ans San-Franztck« gebracht habe: l .Es ist ein DJalel (Glück) daß der Tales (?) (Gekreuzigte) in die! «Belt gekommen ist. Die alte Lage, daß der Totes (?) von den Juden komm«, hat beute noch ihre Gültigkeit. Aber lehren wir die Ordnung j der Dinge für den Augmblick um und sagen wir, dah. die Juden die größte« Profite de» ganzen Jahre» dem Sohne der Maria zu »erdanke» haben. Die Schaufenster habe» ei» einladende» Auösehen, sie find angefüllt mit den schönsten, ausgesuchtesten, nettesten Sachen, die man nur irgendwo finde« kan». So beherrsche« wir die Situation, und manche» schöne Mädchen wird glücklich gemacht werde« durch orientalische Schmncksachen, wenn der Geburtstag de» »Sonftmüthigen -und Drmüihigender unter .Eseln* uad dergleichen geboren wurde, anbricht. 9t ist übrigen» weit bester den Shristiaa zu haben, als die Pocken; und wenn sich die Jungsrau nur dazu verstanden hätte, uns noch elnen'.Bnben" im Sommer zu belcheeren, io daß wir zwei Christ, tage hätten, so hätte ich ihr gerne unsere «hinesen überlaste«.- wer erhallen die vom Rabbiner Dr. Wist in Liocinannli heransgegebeve »Dedarahschon seit 2 Jahrzehnte» allwöchentlich im Austansch, nnb erklären, baß wir solche« bnmnwlsßerttche Zenniemals barin gestochen habe». Das Wanze ist offenbar eine böswillige »rstndnng eines Antisemiten, der sich nicht catbtlbct, ans pure« Sanatismns nnd Jndenhaß solche Blasphemien gegen die eigene Neltgion ansznstoßen. und sie bau» den Inden in de» Ldnad zn legen. Es ist das dieselbe vermchthe». die ehedem Gtzrislenkinter «erdete, nnb sie dann in Jndeuhänsern warf, *» den Pöbel ac«cn die Inden zn Hetzen. Welche sittliche Berkommenhett im Nmisemilrnlager?! Berlin. Der ,Nat.-Z'g.- zufolge ist der vom Minister Bastler in seiner Bannabend-Rede hervargehobene Spender Per Million Mark und eines Baugrundes für die Sr» richtnng eines Lrankeahanses, in toelchem die Koch'sche E»r- -be cknn g angewendet werden soll, Herr B. »an Sleichröder. ׳Der nach Ansführnng des Baues verbleibende Nest der Million ist für die Verpflegung der armen Kranken bestimmt. Bis zur Fettigstellnng sollen 30 «Üttllase Kranke ans Bi.'s Lasten tu einem, hies. Institut nach dem Koch'schen Berfahren behandett werden. Diese hochherzige Stitinn, hat ■$. ». Bleichröder dem Andenken seinrr Eltern gewidmet. — Professor Paal Ehrlich, welcher ans Wunsch von Wabert Lach die ärzllichc Behandlung Lnberknloser in <den »an der Stadt Berlin zur Berfügn», gestellten Baracken übemehm»n wird, gehört zu den ansgezeichnetften «lter den jün^ren Forschem. Geboten zu Strehlen in Schlesien am 14. März 1854, machte er seine Studien in Akzen. Bedauernd, daß ich durch Unwohlsein gehindert war, der Bestattung KlinaensteinS beizuwohnen, habe ich zwar schriftlich und persönlich der Familie mein innige- und tiefe» Tstileid kundgegeben, aber e» ist mir auch außerdem innere Herzenspflicht und wahre- Herzensbedürfnis mich gleichsam im Geiste auf danoch frische Grab zu stellen und frei und öffentlich von Klingelfftein'S Lehrer-Leben und -Wirken Kunde zn geben, dem er wbte und wirkte znnächst eine ganze Reihe von Jahren in meiner allernächsten Nähe, in meinem Amts» kreise, zum Theil unter meiner Anleitung und Michülfe. Auch als er Ort und Kreiwechselte, waren wir doch nicht getrennt, wir lebten und wirkten, trotzdem zusammen. Ich habe demnach da» Recht und die Pflicht, über Klingenstein's Lehrer-Leben und -Wirken zu reden. Klinaenstein gekörte zu den intelligentesten und strebsamsten Lehrern und war als solcher auch in der nichtjüdischen Welt anerkannt; er trat tn geistige und persönliche Berbindung mit den hervorragendsten Männern seiner Zeit, und ihre Korrespondenz mst ihm giebt Zeugniß, daß sie sein Wiffen und Wollen würdigten. Er war immerfort thätig und äußerst strebsam, aber kein Streber; für sich erstrebte er nur Wissen und Können, Bortheile und Errungenschäften für Andere. Aber auffällig ist doch, daß chm nicht ein größerer Wirkung»krei» beschieden war, vaß er nicht von Anderen gesucht wurde, wenn er auch nicht Andere suchte, denn er war weit über seinen kleinen Wohnort hinan» bekannt und geschätzt. Aber so ist es in Israel, in unseren Gemeinden und bei unfern Vorständen. Man verlangt selbst von den bekannten und berühmten Männern, daß sie sich bewerben und ambitioniren wie jeder andere; wer da» nutzt kann, bleibt an seinem kleinen Orte sitzen, gesucht und aufgefordert wird er nicht. Go geschah es auch unser« Klingenstein. Klingenstein ist nicht für da» Lehrfach bestimmt md auSgeblldet worden und wirtte doch schon in frühen Jünglingsja fast Kinderjahren als Lehrer. Er glaubte sofort, daß er zum Lehrer berufen sei, aber er erkannte auch, daß ihm das Wiffen dazu fehle. Wiffen, Kenntniffe hiett er damals nur nöthig für den Unterricht und besuchte dafür einige Jahre die polytechnische Schule in Karlsmhe. Nu» hatte er aber auch fowtfcn gelernt, daß zum Unterrichte Methode gehöre, und daher ftubtrge er fortan mit Eifer Pädagogik; dieses Studium blieb fortan seine Lebensaufgabe und Liebling»- beschäftig«!«. Besonder» interessirte er sich für die Ueder« traguna der Methodik in die jüdische Schule, wo sie dem Unterricht und den Lehrern noch vielfach fehlte. Er besuchte dafür Lehrerversammlungen, gründete Lehrervereine, schrieb für Lehrer - Zeitschriften und gab selbst eine solche heraus. Aber ttotz aller Berdienste hatte er keinen Betdienst» denn sein Einkommen als Dorffchulmeister und jüdischer Gemeindelehret war gering, dabei opferte er für Wissenschaft und *) Ob die von eine« jüd. Blatte ans .autnnierrichteter Quellegebracht« MittheUnng, bah der »ege» ve r me rs liche, Ausnützung der Kochfchr» Lymphe »»rühmlich genannt« De. William Levy, nicht («ehr 7) de» Judenthu» angehöre, sich bestätigt, bleibt abzutoartrn. Dach den» sei uri« ihm «olle, Jüdisch ist sein Verfahren krtnessall». Die Bibel hat in der Bestrafung de» Gechafi mit Aussatz dafür, daß er hinter den Nücke» seines Herr» »Ufa sich von Htaema« für di« Heilung delohne» lägt, ein für allemal «in Srempet ftatnirt. (sied.)

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