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Israelitische Wochenschrift · 1890-12-04 · 49 (4.12.1890) · p. Seite 372

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
49 (4.12.1890)
Date
1890-12-04
Page
Seite 372 (sequence 4)
Language
German
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Ehanukafeste», au» beffett Hellem Lichö.'Sschimmer uns ebenfalls die goldenen Worte entgeaenftrahlen: ,Nicht dui H«rrsmacht und nicht durch irdische Kruft, sondern du meinen Geist!- Wersen wir zunächst einen Blick auf den nächsten Wochenabschnitt (VajoooLob). Was führte er uns vor? Sin Familiengemälde. Im Vordergrund einen Jüngling, HarmloS, fteundlich und zutraulich, mit reinem Sinn, etwas traumhaft-schwärmerischen Blick, in noch kindlicher Weise (והוא מד) die innersten Gedanken mittheilend, ohne Falsch im Herzen, der Menschen BerstellungSkurist und Bosheit nicht kennend, — Joseph, des BaterS Liebling» aber gerade deshalb seinen Brüdern ein Dorn in den Augen. Da stehen sie im Hintergründe, dunkle Gestalte», ihr Antlitz^ von der Läßlichsten der Leidenschaften, von Neid, entstellt, im Innern schwarze Pläne brütend, wie sie diesen väterlichen Liebling aüdem Hause, aus dem Wege räumen. Von den Krallen dieser Leidenschaft gepackt, schrecken sie vor dem scheußlichsten SVittrl nicht zurück, doch frühzeitig genug vernehmen sie die warnend« Bruderstimme: ״Unsere Hand sei nicht an ihm, denn er ist unser Bruder, unser Fleisch — und seine Brüder hörten darauf.- (Cap. 37, 27.) Nicht aus der Welt, nur aus ihren Augen sollte er, fort, weit fort, nach — Egypten; מכד נסכ- יוסף »zum Sklaven wurde Joseph verkauft.- O, hatte ihn der Vater doch damals nicht nach Sichem Stal Brüdern geschickt, um sich nach deren Wohl zu er» ndigen! C, wäre Joseph nur dieseeinzige Mal nicht der gehorsame Sohn gewesen, hätte er nicht so bereitwillig ״ הכוHier bin ich — Vater!- gesprochen. Oder hätte er doch des Weges verfehlt. DeS Weges verfehlt? Er war ja irre gegangen, ״ תעה תועה כשדהsiehe da, er hatte sich verirrt auf dem Felde-, aber zu seinem Unglück fand chn ein Mann, der ihn wieder auf oen rechten Weg führte, daß er zu stinen Brüdern nach Dotkan gelangte. Zu seinem Unglück? War'S wirklich zu feinem Unglück, wie'S dem kurzsichtigen Blick scheinen mochte, oder nicht vielmehr zu seinem, seiner Familie, zu eines ganze« Volkes Glück, ״am Leben zu erhalten ein zahlreiche- Bott?- — Darauf wollen auch die zwei Worte unseres Weisen uns aufmerksam machen, die zu dem Sätzchen: ״da fand ihn ein Mannanmerken, ״da» war ein Engel!-*) Ja, dieser schlicht« Landmann, der dem auf dem Felde umherirrenden Joseph den Weg zu seinen Brüdern wies, war ein ״Bote Gottes-, war eine der göttlichen Fügungen, die wir kurzsichtig« Dienstherr ״Zufällig» kitennennen, die sich aber im weiteren Verfolg' der Be- S'mheiten als die Mittel erweisen, deren die Vorsehung bedient, um ihre weisen Pläne zur Ausführung gelangen zu lassen. Wahrlich, der denkende Beobachter kann gerade in den mannigfachen Verkettungen dvS Familienlebens gar oft diese ״Engel Gottes' erblick«, me' bald ״auf unsichtbaren Händen dich tragen, damit dein Fuß nicht an Steinen des Hindernisse» anstoße- (Ps. 91. 11,12.), bald in Gestalt von unvorhergesehenen Umständen deine sorgfältigsten Berechnungen und Entwürfe durchkreuzen, bald die verschlungensten Fäden wunderbar mit einander verbinden, bald dir innen Ausweg aus drohenden Gefahren zeigen, wo du dich schon für unrettbar hieltest, wo dein« Macht und deine Mittel bereitvöllig erschöpft waren, und «S dunkel vor deinen Augen, dunkel in seinem Innern war. Da auf tan dunklen Grunde deines Herzenleuchtete dann etwas auf wie ein Heller Schein, wie eine Ins« Ahnung von der Wahrheit unseres Tezttttwortes: ״Nicht durch weltliche Macht, und nicht durch irdische Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr Zebaoth!- So sehen wir in der ersten Hälte unseres Wochenobschnittrs die in ihren Folgen so bedeutungsvolle Geschuhte *) דנפנאהו«רש, זה מלאך in scheinbar natürlicher ׳ und im Grunde doch so wunderbarer fSeif« sich eiufädeln. Wir sehen chn dann vom Sklavenmarkt Aegyptennach den Prunkgemächern eine» hoch- )gestellten ägyptischen Hofbeamten gebracht, in dessen Augen er Gunst gesunden, wir sehen dann, wie di« Verführung in verlockender Gestalt sich chm naht, wie er aber eingedenk der -Sittenlehren und Beiwiele im Vaterhause*) ihr widersteht, zugleich aber ein Opfer der Verläumdung wird, und im Kerker sitzend verlassen wir ihn beim Schluß unserer Sidr/. Doch mit dem Beginn denächsten Abschnitteerblicken wir Joseph vor dem mächtigsten König« seiner Zeit, vor Pharao, stehen; ans dem Kerker vor den Glanz de-Thronegestellt, vom gefangenen Sklaven bizum ersten Rathgeber d«S König« erhoben, wird er der Erretter eine» ganzen BolkS vom Hungertod«, der Umgestalter und Umblildner eine» großen Reiches. Und die» Alle» wodurch? ״Nicht durch Vermögen- — er war ja ein besitzloser Sklave — sondern ... wir brauchen unseren Text gar nicht weiter reden zu lassen, dem heidnischen Pharao selbst geht etwawie eine Ahnung von dem Einfluß de» Gotte-geiste» auf, er rnft überwältigt von Joseph- Weisheit aus: ״Wo giebt eS noch einen solchen Mann, der wie dieser, vom GeisteGotte» erfüllt 'wäre?-**) Al» ״durch meinen Geist, spricht der Herr Zebaoth" — durch jenen göttlichen Geist der Demuth nnd Bescheidenheit, der Gottesfurcht und Sündenscheu, den Joseph im Elternhaus« eingehaucht hatte, der durch Erziehung ihm ei«, geimpft worden, daß er nimmer ihn verließ. Hört ihr'» Väter und Mütter? So ihr euren Kindern; die ja nicht immer bei euch bleiben können, denen ihr nicht immer zur Seit« stehen könnt, ein Dauernde» und Bleibendes für'» Leben mitgeben wollt, so beherzigt die Lehre, die Joseph» Stande ist, sie über zu festigen in de» Stunden der Verführung und'Gefahr, sie zu beglücken selbst im Unglüch jenes unerschütterliche Vertrauen auf die Unvergänglichleit der geistigen Güter, die im Gottesgeiste ihwn ewigen, nimmer versiegenden Urquell haben. (Schluß folgt.) jene» geistige Streben, Irdische» zu erheben, sie ühru Hrrtchle ttufc Esrrefp*»*»»?»». D«,lfchl«od. Dt« 8t*•« der >u»wa»der»»g der rnsflsche» Jude, beschäftigt tu Pari», 8«*««, Vatrifa bte einflußreichsten Mtaner. baram ist jede» vorzeitige nnd rinfettige Vorgehen, da» Srtossen von Aufrnfe» zu Spenden für diese, Zweck seiten« eine» Grnlzkowiter'S tu den jüdische» Blättern nicht ersprießlich, nicht» ist schädlicher» «U ein Plc»»- lose» Vorgehen, da» hat man t. I. 1881/82 gesehen, m die massenhaft« ölasamalnnge« von rnsflsche» Rn»»anderer» de» Inden in de» anderen Bänder» große Schwierlgktt«» bereit tteu, «ich viel Geld nnnützer Seife dnrch Hin« nnd Rückfahrteu »ergendet «erde, vor einer nucssenhaste. An», wandern»» «ach Nord-Lwercka wird gcmz besmrder» gewarnt. Gegenwärtig ist die Zahl der rnsflsche» Inden, die an» eigener Jnuiativ« »ach den vereinigte» Staaten — jährlich ca. 25000 — schon ei« so deirächUiche,. daß «nsereu Glanbenogenossen in Amerika dodnrch die grgßtr» verlege»« hctteu bereitet werde». Dnrch die öffentlich« Aufforderung »m veiträg« z» diesem Zweck« (MnSwandernn, »ach Awertkawerde» bei de» rnsflsche» Inden, di, da»«» Kemttntß erhalte», Hoffnungen erweckt, dt« sich nicht verwirkltche» lasse». Möge» unsere »»glückliche» GlanbenSgenoffe» in Rußland sich versichert haliro, daß di« ganze Angelegenheit ans» Ernst» lichstr geprüft wird von Persönlichkeiten, denen ihr Sohl *c נראה לו איקונו של אביו *״c הגמעא מה איש אשד רוח אלהים כו :S

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