Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 45 (5.11.1890)
- Date
- 1890-11-05
- Page
- Seite 342 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bare Seule sich befinden. Ich werde gele-üitlich derart!« Artikel, von welchen Sie mir eine Probe in Ihrem Briefe beilegten, strenge tadeln.' (Die Antwort ist doch etwas sehr matt.) Smgla«d. ׳ Tic Beglückwunschadresse, welche die jüdischen Gemeinden Englands dem Cardinal Manning am 30. Oftober bei Gelegenheit feines 25jLhrigen Bischofs-Jubiläums überreichten, hat folgenden Inhalt: ,Wir, die abgeordnctcn Vertreter der Juden des vereinigten Königreichs, haben den ehrenvollen Auftrag erhalten, Ew. Eminenz in ihrem so wie auch in unserm Namen bei Gelegenheit der 25 jährigen Jubelfeier Ihrer Bischofsweihe die herzlichsten Glückwünsche'darzubringen. Das Bewußtsein von der großherzigen Sympathie und dem unermüdlichen Eifer zur Förderung der Interessen aller Gesellschaftsklassen, welche Ihr langes und thatrnreiches Leben mit unsterblichem Ruhm erfüllt haben, ist uns tief ins Herz geschrieben. Ihre eifrigen Bemühungen um die Förderung des Unterrichts, Ihr wirksames Auftreten in Sachen der Mäßigkeitsbestrebungen, Ihre Arbeiten für die Verbesserungen der Armenwohnungen und die Aufbesserung der Lage der Arbeitsllassen überhaupt, haben in den Herzen aller Engländer ohne Unterschied des Glaubens ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit und Hochachtung wachgerufen. Ganz besondere und ausgezeichnete Dienste aber sind es, welche den Namen Ew. Eminenz unser» Glaubensgenossen so werth und theucr machten. Wenn eine große und schreckliche Verfolgung über unsere bedrängten Brüder in Rußland ausbrach, so traten Sie in die vorderste Reihe derer, welche ihre Stimme gegen Gewaltthätigkeit und Bedrückung erhoben, und gaben Ihrer Sympathie m Worten Ausdruck, aus welchen Bruder!׳ebe und Erbarmen hervorleuchtrten. Als Mitglied des Comitees, welches bei jener denkwürdigen Versammlung unserer Mitbürger im Mansiou- House am 1. Febr. 1882 sich constituirte, unterstützten und leiteten Sie zu wiederholten Malen die Berathungen mit scharfer Einsicht und bewundernswerther Weisheit. Durch Ihre enthusiastische Bertheidigung des Recht- und der Humanität, durch ihre nacPwuckvolle Verurtheilung der religiösen Intoleranz, durch Ihre großartigen Unterstützung denenigxn, die einen von dem Ihrigen verschiedenen Glauben bekennen, haben Sie sich als einen Priester der Religion im edelsten nnd erhabensten Sinne des Wortes ausgewiesen. ,Wahrlich, die Erinnerung an Ihre Worte und Tbaten während jener Zeit der Trübsal wird nie aus unserm Herzen und aus den Herzen unserer Kinder schwinden. ־ In diesem Augenblicke drängt sie uns, unsere Gebete zu Gott, dem Herrn alle- Geistes nnd allen Fleisches, emporzusenden, daß er Ihr edles Werk belohnen und Ihnen ein langes und glückliches Leben verleihen möge. Möge die Gnade Ihnen zu Theil werden, daß Sie Ms dt« Früchte so unermüdlicher und selbstverleugnender Arbeiten schauen mögen — Arbeiten, zu deren Ausführung die glühendste Lieb« zu Gott und den Menschen Sie begeistert hat. London, den 30. Oktober 1890. Dr. Adler, ftellvertr. Oberrabbiner, Dr. »aster, Oberrabbiner, Professor Mark«, Oberprediger, A. Löwy V. L. Cohen, K. D. Macatta, I. Seliamann, K. S. I oseph, Lionel L. Alexander, Lord Rothschild, Arthur Lohen, Joseph Leb« Rontefiore, Samuel Moniagu, Alfred «. Henri,ue», Uli« A. Franklin, Leopold Schloh, Benjamin Lisch, Oswald John Simon. Sir Henry Jfaac«, Lordmayor, Sir Julia» «oldfmi», Sir Altert Sassoo», -kenden D. Sassoon Sir John Simon, Baron Henry deWarm« Baron Ferdinand de Rotschtld, Isidore Spiel»,«». In feiner Antwort sagte der Kardinal a. A.: ״Es aiebt, glaube ich^ drei unzerstörbare Elemente in der menschlichen Geschichte: das Volk und der Glaube Israel, die daraus entsprungene katholische Kirche und die Welt, welche beide verfolgt hat. Wir haben uns manchmal vielleicht Unrecht getyan. Es find nicht alle Lhristen, welche sich so nennen, nnd nicht all« von Israel, welche Israeliten genannt werden. Die Welt rekrmirt sich faxtwährend von beiden Seiten durch Diejenigen, welche d«S- Namens unwürdig sind, de« sie führen. Je größt» die Welt der Menge nach wird, desto mehr wächst sie cm Bvs- Heft.Im britischen Reiche, svo ihnen jede gerechte undehrenhafte Laufbahn offen steht, find unsere jüdischen Mitbürger loyal, friedlich und edelmüthig. Sie nehmen Thell an unsere Stärke und erhöhen dieselbe. Die Menschen werden das, was ihre Regierungen aus ,hnen machen. Je größer die Macht, desto größer sollte die Menschlichkeit und Duldsamkeit gegenüber denjenigen sein, welche sie Jahrhunderte erniedrigt haben.' Die Adreffe ist ein Prachtwerk Meister ZaehnsdorfS. Den Rand zieren Bibelsprüche: ״Du sollst den Herrn Deine« Gott lieben', ״Du sollst Deinen Nächsten lieben, wie Dich selbst", ״Liebe den Fremdling", ״Liebe Wahrheit und Frieden"״ ״Haben wir nicht Alle einen Vater, sind wir nicht Alle eineö Gottes Kinder." 9?nm4»tett. zklojeßt Die hiesige jüdische Gemcindeschule wirdauch von 30 christlichen Schülern besucht, vo« denen mehrere am Unterricht im Hebräischen freiwillig cheilnehmen. In den Lberklassen des Gymnasiums befinden sich mchrrre christliche Studenten, welche ihren Elementarunterricht in der jüdischen Schule empfangen haben. Diese Bevorzugurm einer jüdischen Schule vor den christlichen ist nicht nur ein Beweis von dm vortrefflichen Leistungen jener, sondern auch von den freundlichen Beziehungen zwischen der jüdischen und chriftliehen Bevölkerung. Antnrest. Herr Dr. Lazar Edeleanu, als Chemiker rühmlichst bekannt, ist vom Staate als Leiter der chemischen Arbeiten an der hiesigen Universität ernannt worden. N»r«ifch1r 1md »r«eße Nachricht»». Beeslnn Di« Beerdiauag 3,81», M Bielbetranerle«, sinder Donnerstag, Kachwlttags L Uhr» m» oct mm« Syaagag? an« Üntt. Mntzdebnen. Die .Alliance Israelit«" erlagt tnfolg« de» in Kr. 43 uns. Bl. von Herrn Rabbiner Simons« «-Kopenhagen mitgetheUten Betrugsfalle» nunmehr solgend« Warnung: »Ein Individuum, welche« sich einmal Dr. Munk, ei» andermal Albert Schweizer nennt und wahrscheinlich auch noch andere Kamen führt und Mitschuldige hat, hat sei« einiger Zeit »ffrnMche Unterst ützuirgstaffen in verschiedenen Gegenden durch falsche Borlpiege» lungen hintergange». Dchselb« hält, angeblich zu« Zwe« der Unter» stützung von durch UngliickssLll« heimgesuchte» Gemeinde« ikollerte» ah.. Znr Beglaubigung zeigt er ein angeblich von der ״Alliance Israelit«" ausgestellte» lkmpsehlnimsschreiben vor, welche« an der Spitze die gedruckt« Adreffe »er Alliance trägt. Ich bitte Sie, di« Leser Ihre» Blatte» zu informire», daß der Inhalt dieses Schreiben», so wie das- Papier, aus welchem es geschrieben, unecht und gefälscht find und daß die Alliance nie Jemandem et» solches Schreiben gegeben hat oder überhaupt girtt" Msptnnnse» Xfc.. 31. Oktober (Cria.<«cn.) In voriger Kr. 4t der ״Isr. Wochenschrift' find an dieser Stell« (unter ״Magd«» bürg") di« Vorstandsmitglied« der deutsch-soziale« Antisemiien-Partei genannt, darunter auch «in Herr Pfa »-Mühlhausen L DH. Diese« Schimpf darf ich nicht anf Mühlhausen fitzen taffe», hier gedeihet der Antisemitismus nicht. Ein Herr Pfau mikL thaoL war ewige Jahre an der hiesig, höheren Töchterschule angestellt; er gefiel sich in anttzemitischen Redensarten, wurde dieserbalb von seine« Rektor zurecht gewiese«, später von seiner Stelle entlassen. Jetzt soll er sich wieder der Theologie zugeweu det und irgendwo eine Dorspfarre erhalten habe«. Hier ist er schon lange nicht nüchr gesehen worden. Das antisemitische Unkraut findet hier keinen Bode» — dt« verschiedene» Consessione» lebe» und verkehre» hier in Liebe und Friede» mit «inander, davon, hach«« die vor Jahre« hier gehaltene» Rede« der antisemitischen Gräben» .selbst dt« eines HowreRgers, nicht» ändern können. F. MIR. Am Sterbetage des Freiherr» Abraham v. Oppenhei«, S. Ott., wurden die Zinse» eine» Vermächtnisse» von 10Ö.OOO SW. zur Hälft» an christlich« nnd zur andere» Hälfte an jüdische Arme, und am 24■ d. 9t., dem Sterbetage der ffntfuui Charlotte ». Oppenheim, di«Zinsen einer «Mns» grohe» Summe in ähnlicher׳ West«^ vcrt^stli^ ^Di« der Synagogengemeutd« znsallend« Zlnsöthälft» - eine weil Krnnkfnet «. M. «an beabsichtigt hier von oUhodager Sette hshere Lehranstalt znr Ausbildung von Radbüeern zu errichten, »ns Beätner Mttzesoz« RnMnersemtnar Mn Hichigen;,ich« «thsdchk«״« .«,״xi^NSrÄP/NA — Dem Herr» Dr. S. Herxheimer ist der Charakter als- SnnitätsV» verliehen worden«