Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 45 (5.11.1890)
- Date
- 1890-11-05
- Page
- Seite 343 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— Zuaz' .f»)trtJH«*(([l4t**rtT4|f* n*rte», »0* Dr.«. Brüll ftearMttl, i« Kanffmar.a'schen Berlage erschein-,,. Bro«si«ru» 28. Ott Der 9min Ehebr« Kadischa hielt «ftenr Abend fein« Generalversammlung «L. Der versitzende, Rentter Sei »dein, hieb nach kurzer Ansprache di« Erschienenen willkommen und gedachte sodann in «arm empfundenen Sorten de« verstorbenen Verein«mitgftede« Kalsimann, dessen Andenken di« Versammlung durch Erheben von den Litzen ehrte. Demnächst »urde der Kassenbericht erstattet: danach betrug di« Einnahme inklusive de« vorjährigen «eftande« 3064,28 Mark nnS die Ausgabe 1883,91 Mark. Berntzura, 80. Oktober. (Or.-Lorr.) Lei der Neuwahl de« Borstände« Mer sind di« Herren E»m««rz.-Rath Emil Lal m, vanquier Moritz Wolfs und Eommerz.-Rath N. Ganson gewählt worden. Lahiesige Rabbinat wird zu« 1. April vacant. Vertat (Weftpr.), 2. November. (Or.-Eor.) Am 15. Novbr. seien unser Kantor, Herr Maren« Kohn, da« Fest seiner 26jöhr. 'Amitthaiigkeil in unsrer Gemeind«. Derselbe entstammt einer äe» achteten Familie in Ria», woselbst sein Vater 46 Jqhre »l« erster GchochN und zweiter Ehasen sungirtr. Der Jubilar steht noch im besten Manne«alt«r, feine Stimme klingt noch heute so hell und kraftvoll wie «inst, al« er vor einem viertel Jahrhundert nach unserer Gemein de kam. Seine Frirden»li«te und sein rechtschaffener religiöser Lebentwandei haben ihm di« unaetheilte Liebe aller Gemeindemitaiieder und sein talmudische« Kiffen die Zuneigung aller Rabbiner, di« ihn kennen, verschafft. Unsere« Gotte-dirnfte vgrkieh er gleich bei seinem 1l«t«antritte eine besondere Seihe, indem er den jetzt von vielen Gemeinten acct Wirten einstimmigen Gemeindegesang einführt«. Nächst -Herrn Dr. Salvendi (jetzt in Dürkheim), der vor 26 Jahren in uusnr Gemeinte Rabbiner war, verdanken wir dem JnbUar da» Be- -ehen unserer so ftgenöreich wirkenden ilhewrah -adischa. (Bei dieser Gelegenheit sei mir noch gestattet zu berichten, daß der Genannte durch Heine Ahiftkkeit ans dem Gebiete der Spenden so mmluugeu weit bekannte Rabbiner unserer ilhewrah zum 26 jöhr. Stiftungdfepe die Summe von 100 -kM. zur Gründung eine« eisernen Fond« mft dem -Ersuchen vermacht hat, ihn dafür zum ewigen Mitglied» zu ernennen). Zn der Religion«schule leistet der Jubilar, neben unser« gegenwärtigen beliebten Rabbiner Hrn. Dr. Münz, auch recht ersprießliche«. So hat der geehrte Jubilar im verlauft der Jahr« durch Sort und Beispiel -aus die Erhaltung und Förderung de« religiöftn Le«en« in unserer Gemeinte einen unberechenbaren Einfluh au«geübt. Möge e« ihm noch recht lange vergönnt sein, in ungetrübter Kraft sein« erfolgreiche Thätigkett sortzusetzen. ««fetatenn. 81. Oktober. Am 18. November er. begeht unftr Rabbiner Herr S. SLldler da« Jubiläum seiner 28jöhr. Amt«- thLtlgkeit in hie st »er Gemeinde. In derftlben hat sich «in Lomitr« gebildet, welche« die Borbereftung zur Feier diese« Tage« bereit« getroffen hat. CtMlriA 12. Oktober. H«r Sanität»rath Dr. Blumenfeld melcher jüngst sei» 2üjiihrige« Doctorjubiläum beging, wurde au» diesem Sulaff« von Lr. Majeftlt dem Kaiser der Kronenorden IV. Klaff« -und von der medicinischen Fakultät der Würzburger Universität der Ehrendoktor verlleheu. Suche«, 81. Oftober. In Folg« der Anregung unsere« Rabbiner«^ Herrn Dr. Jau lu«, in ftiuer Schemini-Azeretz-Prediat sind bei demselben für Me Abgebrannten in Salonift nahezu M. 600 -eingegangen, welche er an dir xlUaaee te-neite, in Pari« übermittelt hat. Aut BMHMt 2. November. (Or.-Eorr.) Der Lande«verein zur Erziehung iäreal. Saifen im Großherzogthu« Baden, mit dem Sitz« in Bruchsal, bat mittelst allerhöchster «taatöministerialentschliehung Er. königl. Hoheit de« Großherzog« d. d. Schloß Baden 8. Oft. die Körpererhalten. Wien Dir Achte de« Eisterzirnftr-Orden« in Oesterreich-Ungarn .treffen Borbereitungeu.dieffOOjährige Geburt« taa-seirr de« heil.B«rnard von Elairveauz festlich zu begehen. Zur Zeit der ersten Kreuzzüge, •aU man Me Juden ohne Erbarmen verfolgte und «ortete, war e« dieser Orden, welcher znerst den erschreckten indischen Flüchtlingen die Morten seine« Kloster« öffnete und denselben!cd« Hilft und ftden Schutz angedeihen ließ. Die Mönche waren die Einzigen, welche damal«, ihre Kaltblüligküt bewahrten und trotz der Mißbilligung der höchsten geistlichen Autoritäten e» an wahrerHumanität nicht fehlen ließen. Scann. Zu dem jüngsten Empfang«ab«nd de« Statthalter« Ritter v. Loebl war auch der Brünner Landrabbiner Dr. Plaezek ein»«laden und erschienen. Sein« Exeellenz sprach sich in anerkennender Werft über teffen seelsorgerische Wirkiamkril au«. #M«. Zu der Soiröe bei« Statthalter Grafen Thun waren auch der Präft« unserer Gemeinde, Herr Dr. Rosenbacher, sowie die HH. Dr. L. Ben diu er, Mitglied de« Lantedschulrath«, Dr. Lichtenstern, Obmann der väh«. Landeüjudenschast und dft jüd. Landtagäa bgeordneien »ugezoaen. Dagegen hat «» sehr befremdet, daß unftr netter Oberrabbiner Dr. Lhrenseld keine Einladung erhielt, »ährend Me geistlichen Oberhäupter der anderen Eonsesfiouen ringeladen waren. LoktG. Am 22. Oktober wurde »er berühmt« Orientforscher Richard Burton zu Grabe getragen. Di« Forschungen teffelten -erstreckten sich zwar »ns nnder« Zweig« de« großen semMchen GolGstamme« al« »uf-den der Juten; «er ln seinen gelchiten Schrift׳» nimmt »r überall auf dies« vezua. Gr bereist« Pal-stin» schon, al« man an Me >n«grabnnaen deöelbst - nach «m dache« and athmen Schriften überall de» Geist »er Rchtenz nnd Toleranz gegenüber nnftrn Glanbenstgenaffen. DI« jübische Gemeinte war bei brr Beerbignng zahlreich mrirrtru. Bologna. Da« Eonservatorium zn Ehiea'g'o Hai unftrn «laubeuögenossen. Herr Bittorio üarpi, zum Director ernannt. Vurick. Anläßlich der Herbstmanöver veröffrnttichen ״Archive«" und ״Univrr«" ein« große tzlnzahl jüdischer Ossiziere nnd Militär» beamten, «elche einen höhern Rang erlangt haben. Dergleichen rückten viel« unserer Slauben«genoffen — und darunter viel« Damen — in höhere Lebrerstellen an den öffentlichen Schulen aus. DurtB. D r u m o n t hatte ein Interview mit einem Berichterstatter de« »Eclair-, welchem er eröffnet», daß er, im Lauft te- Februar rin neue« Buch »Die Geschichte der anttftmittschen Lianevubltzirrn werte und hinznsügt«, daß dir« sein letzte» Wert sein würde, in welchem er über di« Jutensrage zu schreiben beabsichtig«. Birmingham. Eine intereffante Bewegung ist hier im Gang«, weiche auch auf andere Stände in unser« Orte ftgentreich wirten kann.. Die hiesig« jüdisch« Schneitergilte hat einfach beschtoffen, daß ihre Mitglieder am Labbath nicht mehr arbeiten Werben und von diesem Beschluss« ihren Arbeitgebern Mittheilung gemacht. Dieft werden auch durch den Entschluß ihrer jüdischen Arbeiter, de» Reiigion-gefttzc treu leben zu wollen, durchau» nicht benachtheUigt werten, da Letztere statt de» Eabbach« am Sonntag arbeiten wollen. Hier haben wir da» Srheimni« eine« mächtigen Erfolge» in Betreff der Beobachtnng de« Sabbathgesetze«. Jede« Geschäft, in welchem Juten in grober Anzahl sind, müßte demnach so organistrt «erden, um in ähnlicher Weift durch gegenseitige« llebereinkommen zu de« gewünschten Resultat zu gelangen. Edaeaockbm««. Seit der Thronbesteigung Alexander« lll. sollen nicht weniger al» 270,000 Juden au« Rußlanb au-gewieftn worden sein. Di« meisten sind nach Amerika gegangen. Pöurfchuu. Der Bürgermeister unserer Stadt hat den Auftrag erhalten, 26 neu« christlich« Schule», 20 für Knaben und 6 für Mildch«, sowi«'S Mische Schulen, 8 für Knaben und 2 für Mädchen zu eröffnen. Dl« Stadt zahlt «tnen ,Lhrlichen Beitrag von 28000 Rudel zur Unterhaltung der christlichen, ober keinen Heller zur Unterhaltung der jüdischen Schulen. Dt« jüdische Gemeinde hat ganz einfach den Uefthl erhalten, jährlich au« eigenen Mitteln 4886 Rubel zur Unter- Haltung der vorerwähnten jüdischen Schulen aufzubringrn. Diese müssen dazu m Lauft dr« Jahre» 1891 eröffnet werten, «ährend für Me christlichen Schulen der Termin bi« 1862 autectehnt wurde. V«»h«» (Ltefland). Aus drr Lekonomie-Industrie- und Handel«- An«stellnng, weiche im Monat August hier stattfand, erhielten di« hrmn Epstein & Sohn, Besitzer der Bilna-Braurrei, den ersten Pres», bestehend in einer von dem kaiserlichen landwinhschastlichen Verein zu Ltefland gestifteten silbernen Medaille. Jerusalem. Der britische Eonsul, Herr Noel Temple Moore, ist zum Geueral-Eousul ln Tripoli befördert worden. Herr Moor« mar 80 Iah« ln der heiligen Stadt und hat der jüdischen Gemeinte sowohl anßeramtlich al» amtlich manchen «ichttgen Dienst geleistet. Gpokuue - Fall« (Amerika), ist ohne Zweifel ter erste Ort in unser« Land«, in welche« am jüngsten Versöhnung« tag« eine Dam« die Kanzel betreten hat. >« ist Fri. Rah Frank an» Ockland (CEal.) welche zuter Gemeinte sprach und ihren Zuhöhern in schlichten Sorten di« Bedeutung de« Tage« auteinanderfttzte. Ihre Rednergabe wird den Erfolg haben, daß sich hierftlbst eine stehend« Gemeinde con* ftitu'rt. Der Gotte«dteost wurde nach dem Ritu« de« Ahawa» Lheftd- Tempels abgehalten und M« Gebete nach ter Uebersetzung te« Herrn Dr. Kohut in englischer Sprache von Hrn. Ä. Benjamin vorgetragen Eit. PuutO- Die .Iewtsh Bote«- schreibt: ״Wir begrüßen mit Freuden die Erhebung unsere« hochwürdigen und hochgeehrten Mttbürger«, te« Erzbischos« Henrick, zum Lardinal. Er ist in der Thal ein Mann, welcher dir höchste Achtung Aller verdient. Er ist weder bigott noch sanattsch und verbindet mit einem aufgeklärten Geist «in edle» Herz. Mir Juden sehen ebenso wie di« übrigen Sonftsfionrn in ihm «inen Hohenpriester, wie ihn ter Prophet so trefflich geschiltert hat.- Kau Kruueitzcs. Al» ter prei«geir»nte Schütz«, He« Philo Jaeoby, von seinem Si«cke»zuge au» Berlin in unseren Ort zurückkehrte, wurde er von verschiedenen Bereisten und Mt lttä rabtheit trugen mit «incut Fackelznge empfangen. Ven»«e«fta»r (Süb-Afrika). Am jüngsten Rofch tzaschanah wurde in unftrm kleinen Dorf« ter erste Kotterdienst mit Minjan im ״Zofta*. Herr Rapopurt hatte etn Softr -Thora leih weise zur Ber- .sügungge stellt, und Me Spenden ter Ausgernftnen wurden ter Mischen Schul« zu Port Elisabeth zugeMrt. Dizum Minjan fehlende Männer- Ml wurde von Herrn L. Roftnberg au» ein« benachbarten Stadt sup Nutzt Am 21. September hielt die hfts. jüdische Gemeinte ihre Jahreäversammluug. D« Bericht «eist eine Einnahme von 1818 L. St. 7 ».6 ׳ ck. an» de« abgelouftnrn R«chnuna«jahre nach und übersteigt dieft Summ« M« ter Borjahre um ein bedeutende«, welcher günstig« Umstand de« stetigen Vachtthn« der Gemeinte znzuschreiben ist, da dir Einzelbeiträge ter Mitgiftder nicht erhöht wurden. Zur Gründung «lue« Sohtthättgkeit« - Jnstttnt« hat sich ein provisoristhe» Eomftee g«bildet, welche« in de« erstattetem Berichte schon teteutente Scheukuaqm und Subskriptionen nachmeiftn konnte. Demullchst soll ein« Geueraivers« «mlung ternftu werte», um da» AusführuugRoutttee zu withi«, da di« Beschafsuug ter Geldmittel kein« Schwierigkeit vrrnrsacheu wir .