Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 44 (29.10.1890)
- Date
- 1890-10-29
- Page
- Seite 331 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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VT - Al» Mangel wurde »och vcu anderer Seite die ftief* »ütterkche Vehantlung der Eeremouien bezeichnrt und al» überflüssig und nutzlos sowohl der angchängtr Aus- »utz au» der bibl. und »achbibl. Geschichte, al» auch die ERedtzrhvlnng-fragen genannt. Der dadurch leer geworden« -Htaum eigne sich eher für passende Psalmen, prophrtische Reden und rabbinische Sprüche «. Schließlich wurden einstimmig auf Borschlag die drei Hauptlehrrr: Selig-Emden. Fink-Aurich und Levy-Rorden zu einer Kommission (1 (s. 11.*) mit dem Aufträge gewühlt, Herxheimer» Religionsbuch gründlich zu prüfen, die Ergebnisse dieser Prüfung dem D. I G. B. und dem Herrn Berleger mitzutheilen und sich zugleich be- »eit zu erklären, da» Buch für jüdische Volksschulen umzuarbeiten. — (Das Lehrbuch der jüd. Religion von Dr. Heilchenseld - Schwerin, sowie da» Lesebuch von Dr. Stein- Kassel waren zu spät eingetroffen und konnten daher keiner .׳Besprechung unterworfen werden). Aa 2 nahm der Herr Referent Selig-Emden Bezug auf die Brrfügung der Küuigl. Rg. zu Aurich, ivelcke von -Oster« kommenden Jahres nur eine» der brzeichueteu Rechenwerke in den Schulen ihre» Bezirk» gebraucht wissen will. Der Referent rachfahl für unsere Schulen da» Rechenbuch voiz Kranke und begründete dieses. Die Sonfeieoz hält es .für wünfchen»werlh, das genannte Rechcnu-erk unter den vier angeführten in erster Linie zu berücksichugrn. Wegen vorgerückter Zeit erfolgten nur noch einige freie Besprechungen Bo» diese» ist zu erwähnen, der Hinweis de» Barsitzendeil auf die Verhandlungen der diesjährigen Konferenz in Haunover, aus welcher derselbe de» Wunsch de» Herrn Landrabbiner Dr. Gronemann zur Lruntniß brachte, daß nämlich die kleineren Vereine zu den» Bortroge de» Herr» Landrabbincr Dr. Guttmann Stellung nehmen «rächten. Die Konferenz hob hervor, im hiesigen Land- -rnbbinalSbezirk sei der nachdibl. Geschichtsunterricht längst Obligatorisch, sie lehnte die zweite These, Anschluß der npchbibl. Geschichte an die Weltgeschichte betreffend, aus ׳»chreren Gründen ab. Damit wurde di« erste Sitzung, welch« nur zur gemeinsamen Verrichtung de» Minchagrbet» «nie, brachen war, um 8'/, Uhr geschlossen Ein gemeinschafrlicheü Nbendefsen und gemüthliches Beisammensein Mun die übrigen Abendstunden au». Zweiter Konsereuztag. Die zweite Sitzung begann Morgens S'/, Uhr im ersten Klassenzimmer der jüdischen Schule zu Emden mit der Lehrprob« de» Borsitzenden über das Geoicht: .Johanna Sebu»- von Goethe. ES wurden zwei Strophen schulgemäß behandelt, an welch« sich im Konferenzlokal der theoretisch« Theil schloß, nämlich der Bortrag des fc 'Vorsitzenden: ,Die schulgemäße Behandlung eine» poetischen Lefestücke».'. I» wr Eiuleitmg schilderte der Referent den hohe« Werth der .Hoest« aus das »atlimal« und reUgtds-sialiche Leben, so»« auf Me <Mhetische und intellektuelle Bildung des deutschen Bolle» und dl« . >»th»wdigtrlt der eingehenden Besprechung poetischer Ltofie in den Boikdschokrn. Trr Referent trenn« dann in seiner weiteren Austühruna die epische« und lyrische« Ilchtungen, zeig» an^ihlrrichen ^Lsifpidlen, wir erste,« an paffend« andere Lehrstoffe der verschiedenstrn Disetpliven angestdlrffeu und verwert hei werdeu-wüffen und wie letzter« eine geeigne« Lorbereitung bedingen, die da» Kind in die Lituation Rachrichtr» über dt« hervorragendsten Dichter, «»klänge an Bet,»»««« ^-^«nd Verwandte« (Beralrichungen), dürfen nicht fehlen. Endlich seien : autr» Einlesen, Memoiren und schriftlich« Darstellung zu berücksichtigen, seeUich alle diese Punk» nicht an jede« «edich», sondern der Lehrrr £ ' mäht» MI», was für fei»« Klaffe und für da» Kerständniß dr» d«. treffenden Stücke» für nothweudig erschein«» Der Lanrag währte über eine Stunde uud erfreute 1 sich dr» ungetyrwrn Beifalls aller Anwescndea. Dieselben erhoben sich aus Ersuche« des stellvertretenden Borsitzenden Herrn Dr. Buchholz von ihren Sitzen, um dem Rcferendm ihren Dank für die fleißige und wohldurchdachtr Arbeit j!u erkenne,.! zu geben. Alsdann wurde die interessante Debatte über den Gegenstand eröffnet, welche sich zuerst über die Lehrprobe und sodann über da» Referat verbritete. Die ÄuSsteüuugcn waren unbedeutend und wurden im Schluzwort de» Referenten widerlegt Derselbe betont, daß ihm nur ein« halbe Stund« zur Lehrprobe ringeräumt war, lei längerer Zeit würde er wohl noch da» gebracht haben, was manchem vielleicht an der Lehrprobe al» fehlend aufgefallen sei. Der Vortrag illustrire dies ja in ausreichendster Weise. Hierauf machte Dr. Buchholz die freudige Mittheilunz, daß Herr Dr. Berliner zur Bertheilung unter die Be» sucher der Versammlung »hm diverse von demselben geschrieben« Broschüren zur Bersügung gestellt habe. Die Versammlung beauftragte Herrn Dr. Buckholz, dem freundlichcn Gebcr wärmsten Dank hierfür abzustatten. — Sodann erhält Apt-Emden das Wort zur Besprechung über die bezeichnet«! hebräische» Lescfibeln. Derselbe kommt zum Ergcbniß, daß Herzbcrg'» Fibel zur Einführung empfehlenSwerth sei. während der Unterzeichnete und Reuß-Ncustakt- Gödens für Liebmanns Fibel sich aussprcchen. Fauerbachs Fibel findet dagegen keine günstige Beurtheiluag. Wolfs-Aurich ist der Ansicht, man dürfe der Fibel über- Haupt nicht zu viel Werlh beilegen, der Lehrer sei die Hauptsache auch bei diesen Lescübungcn. Badt-Kinderbibrl (Breslau - Käbner) hält derselbe Rescreiit für sehr empfehlenSwerlh in der Mittelstufe jüdischer Volksschulen: Le vH macht besonders auf die ,Erläutcrungcn" zu Levy > Badt's bibl. Geschichte und Badt'» Kinvcrbibcl aufmerksam, da sie dem jungen Lehrer bei der Br prechung der bibl. Geschichte Winke gäben. Er zeigt dies«» an mehreren Proben, wogegen er nachwzist, daß di« Sprüche in Badt's Kindcrbibel nicht immer glücklich gewählt seien. Eine eingehende Besprrch.»tlg über diesen Gegenstand konnte nicht mehr stattfindcn. Hiernach ivird die Jahresrechnung de» Vereins von den Herren Wolfs und Rens; rrvidirt, für richtig befanden und dem Borsitzenden Dechargc ertheilt. — Herr Landrabbincr Dr. Buchholz gab nun «ine» kurzen Jahr«»- bericht über den Warsenverein unsere» LandrabbmatSbezir!!». Derselbe zeigt einen merklichen Forschntt. Namentlich waren außer einer Kaddischstifluug größere Sammlungen in verschiedenen Eynagogenaemrinden zu nennen. (Genauere» hierüber wird der demnächst im Drucke erscheinende Beruht bringen.) Bei der Borstandswahl wurde der bisherig Boritand mit Acclamatioa wiedergewählt und nimmt derjell»« di« Wahl dankend an. Al» Ort der nächstjährigen Bersammkung wurde wieder Emden und al» Tag« der 25. und 26. August bestimmt. Al- Reserentrn meldeten sich: I. Herr Bachenhetmer-vHuabrück zu dem Lhemg: .Ale kann der Lehrer da» Interesse der ütemeinde für die Schul« erwecken?- (Korresserent T e l l g - Emden). S. Herr >pt-Emden zu dem Thema: »Ueder Rabbtnlsano in der Bolklschul«. X Ist es nach dem heutigen Umsaug« der Unterrichtsgegenstand« möglich, Zeit süt den Unterricht im Rabbütischen, den Irtc Tchulordnuaa vom 6. ,־ickruac 1854 »orschreibt, zu gewinne»? L. Zn wetcher Weise und mit welchen Hülssmttteln wurde dieser Ün!erricht zn «rcheilen sein? C. Ist dieser Unterricht überhaupt wünschenswerth? 8. Bosanger-Wttmund erbietet sich, «iu« Lehrprob« tu ReligioniUehr« zu halten, zu welcher ihm da» Thema überlasten bleibt. Damit waren di« Berhandlaogen um 1 Uhr erledigt. Nach den üblichen Danksworteu schloß der Borsitzende die Versammlung mir dem Wunsche, sie möge eine reichhaltige Anregung im Eiirr für Berus und Unterricht geaüien Haka n und beitragen, daß unsere Schüler zu edler Gestnnuug «rid her« Sastr-biidnng gelangen, um dereinst gute Staat»- IkWlfienh^e Jtrarlitr» -u »erden. M " ““