Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 42 (15.10.1890)
- Date
- 1890-10-15
- Page
- Seite 317 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 625 — habe, wenn der Lohn hier am Orte mit der Mutter leben und mit ihr seinen Verdienst theilen könnte. So gut wie -7 der Kaiser die Mutter verstand, ei» so geringe« Brrständ- £ «iß zeigte er für diejenigen Skrupel, welche für di« Zurück- . Weisung bcft Solraten von der Berliner Garuisou Vorhand«! gewesen. Der Brief war in da« Manüverterrain nach Schle-wig-Holstrin gesandt worden uud dennoch waren eist ' acht Tage seit dem Abschicken de« Bittgesuch« vergangen, al« der Oberst in Metz den Hautboisten S. zu sich bescheiden ließ, um ihm zu eröffnen, daß er zur Garde über- . Hehea könne, da Gr. Majestät da» Nöthige.veranlassen werde. S. kan» zwar erst später von der Gnade de« V Kaiser« Gebrauch machen, da er verschiedene contractliche Bechflichtungen nicht sofort brechen wollte, ab.-r der oberste Krieg-Herr hat jedenfalls unverzüglich seine Be»fügungrn י ' getroffen. ',״ hkosttt. Au« dem S2. Bericht über den Stand und '׳ die Verwaltung der hies. i«r. Waisen > Knaben - Anstalt er- . sehen wir, daß die Zahl der Zöglinge, welche in der An- V־־ italt verpflegt wcrden sich auf 25 beläuft, von denen'8 au»!?/. der Stadt Posen, und 17 au« der Provinz sind, und zwar 8 ."£/׳ au« Jnowrazlaw, je 2 au« Strelno, Obornik und Lissa und je 1 an» Pleschen, Santomischel, Samter, Neustadt b. P., Schwersenz. Wronke und Grätz. Dieselben bcsuchen die^OrtSschulen und zwar -um größten 'Theil dir Mittels,hule, 10 die Bürgerschule; den Religion», unterricht erhalten , sämmtliche vom Anstalts-Inspektor Herrn Dr. Falkenheim; Herr Kantor Schönfeld ertbeilt wöchentlich eine Stunde Gesangsunterricht in der Anstalt. Dir Anstalt subventionirt und beaufsichtigt 5 Lehrlinge ׳{l Buchbinder, 1 Buchdrucker, 1 Soldarbeiter, 2 Uhrmacher.) Der so segen-reichen Anstalt wurden auch im verfangenen Jahre mehrere Legate (von Frau Wittwe Jda!Sander 200 M.und Hrn. Moritz.Matthias 300 M.), und Dotationen (die Erben der Witwe Eäeilie Kantorowicz, Wilhelm Cohn uud Frau Regina Birnbaum je -000 M., Frau Eäeilie Becker und Herr Hugo Stern je 300 M.. und Gebrüder Ja ff« 200 M^) zugewendet, sowie größere Spenden von Justizrath Orgler 480 ,StadtrathKantorowicz, Hr. Lißneut, Frau Kommerzien« räthin Bertha I isst ie 150M-, von HHrn. Joachimczhk, H. L an dSberg, Auerbach 100 Mk. u. s. w. ö b »0, M . 10 4 30 in Summa'2133 M. Die Gesammteinnahmen W beliefen sich aus 18,486 M, darunter an Jahresbeiträgen - ' von den 3S2 Anstalt-Mitgliedern 2688 M. SO Pf. Der Ueberschuß der lanftnden Einnahmen über di« lauftnden Ausgaben betrüg! 2838 M. Die gegenwärtige Verwaltung besteht au« folgenden jn DirettionSmitgsiedern, den HH. Rabbiner Dr. Bloch, ^»riedländer, Heilbronn, Stadtrath Kronthal, ^Kantorowicz, Malachow»ki, Orgler, Dr. Rahmer. M'tktor, Kommerzirnrath Wolfs; und den 6 Ehrendamen: ^Felicia Bremer, Emilie Hamburger, Bertha Heilvronn, Stadtvrth Paulin« Kronthal, Rosalie MalachowSki, Clara Milch. Da in diesen Jahre der Erweiterungsbau der Anstalt ^und di« daran sich knüpftnde. Aufnahme einer größeren Au- /zahl von Waisermaben bedeutende Kosten erfordert, bittet K oie Direktion di,«mal ganz besonder» um vermehrte Au- Wendungen., gauji besonder« richtet sich dies« Bitte an die Provinzmlgemeinxn. ^Haben ja die Gemeinden der Provinz . — hebt der Bericht mit Recht hervor — ihr vollgemessener ^'Dheu an den W!chlthaten unsere« Institut» und werden ja gerade au« ihrer Mitte von Jähr zu Jahr größere Ansprache ' "t. Dabri steigern sich alljährlich die Anforderungen, wir un« nicht entziehen können, um den Zweck der .Anstalt eine volle und zeitg««äße AuSbilduug der Zöglinge, erreiche«. Wir wollen hofft» .Haß umer schon so. »Wrhpltr» i8ort nicht tNWhcktt verhall» werde und!. -daß a,u». unseren Schwestergememden Jeder an fe seiner Stelle ftin lebhafte« Interesse bethätigen werde.' — Diese Hoffnung ist um so berechtigter, als der Bericht au« der großen Zahl der zur Provinz Posen gehörenden <Semeinden nur 11 al« Mitglieder aufführt (die Synagogen- Gemeinden: Jnowrazlaw, Lissa, Pleschen, Griitz, Strelno, Schrimm, Rogase n, Kresche«, Schönlanke, Labischin, Neustadt b. P,) während man doch erwarten sollte, daß jede der Provinzial-Gemcinden e« für eine Ehrenpflicht betrachten müßte, für die Waisen-Ansmlt in der Muttergemeindc einen Jahresbeitrag etatmäßig festzusetzen, rrsp. jährlich eine Sammlung zu diesem Zwrcke unter den wohlhabenden Mitgliedern zu veranstalten. *־־ Mkkktsch t Kchk., 10. Oktober. (Orig. - Corr.) Ein schöne« Fest wurde am Simcha« Thorci Abend in hiesiger Gemeinde gefeiert. Schon am Tage der Enthüllung de- BtendelSsohn« Denkmalin Deffau, wurde hier ein ״MendelSsohn-Berem" gegründet, der eS sich zur Aufgabe gestellt, durch Borträge audem reichen Schatze unserer Litteratur und audem jüdischen Leben, gehalten von Vereins-Mitgliedern, im« Jnteresie für jüdische» Wissen zu weckrn, zugleich aber auch, durch Einführung nichtjüdischer Gäste, die wahren An- und Absichten der heutigen Juden zu verbreiten und so zur Berscheuchung so mancher Vorurtheile, die in christlichen Kreisen über Juden und Judenthum hervortrcten, beizutragen. Am genannten Abende versammelten sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen im Schirßhau--Saal«. Nachdem!xr Vorsitzende Hr. Schr. H a u p t m a n n ein Hoch auf Sr. Majestät dem deutschen Kaiser auSgebracht, da« mit größter Begeisterung ausgenommen wurde, ergnff Herr Alfred Hirschseid das Wort und erläuterte in einem längeim, wohldurchdachten, gediegenen Vortrage, die Verdienste Ix« großen Mannes, dessen Namen der neue Verein trägt, der nicht nur ein eifriger Mitarbeiter deutscher Cultur un Allgemeinen, sondern auch, und da« ganz besonders, der Mgründer und Förderer der deutsche» Wissenschaft unter t«n deutschen -Juden gewesen. Redner charakterisirte dann auch da« Leben und die Hauptwerk MaimonideS und wies noch daß Letzterer schon im zwölften Jahrhundert der Träger und Vorläufer Menixlssohn'scher Ideen gewesen. .Un!)', so schloß Redner, .diesen beiden großen Männern nachzueifern, sei das Streben eines jeden wahren Israeliten, um dunh Sittlichkit, Nächstenliebe unb HerzenSfrömmigkcit die heilige Religon de» einzig-einigen Gotte« zu bethätigen.' Allgemeiner Beifall lohnte dem Redenden für seinen fesselnden und wahrhaft erhebenden Bortag. Mit einem Hoch auf den Vater veS Vereins, Herrn Oel-ner, war das ofsicielle Programm erledigt.' Ater noch lauge blieben die Mitglieder belsiupmen, und währrrd die jüngeren sich an Musik und Tanz vergnügten, pflogen die älteren Herren eine gemüthliche Unterhaltung über Juden und Juder thum. Mitk.inacht war längst vorbei, al« daschöne Fest seinem Ende entgegenging und sehen Alle mit Sehnsucht dem nächsten BeremS-Abend entgegen, der am Chanuka-Fesi stattfinden soll. Wir glauben, daß solche Vereine innerhalb der jüdischen Gemeinden jetzt mehr al« je am Platze sind, sie trage« nicht nur zur Befestigung de« JudenthumS bei dem Bekenner« desselben, sondern auch zur Hebung desselben in der Anschauung unsererMitbürger bei. Gerade bezüglich deletzteren Punkte« dürsten solche Allen offenftehenven Vereine wohl ersprießlicher sein, ab» geheimuißvoll sich abschließende, deren e« ja auch in unserem Schlesien mehrere gievt. S« 18. Oktober, dem Ta« der großim Völkerschlacht, ftiert die einzige Schwester Helnrich Heine'S Frau Charlotte E mb den, geborene Heine, ihren »0. GeburtStag. Jn körperlichem Wohlftin und erstaunlicher geistiger Frische lebt die Schwester de« Dichter« seit vielen Jahren auf der Hamburger ESvlanat« mit chrem einzig«« Sohne Baron Ludwig Emboe«.^ Ein Skdacteur «S ,Hamburger Fremdenblatt", welcher^xr Jubilarin kürzlbh