Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 41 (8.10.1890)
- Date
- 1890-10-08
- Page
- Seite 310 (sequence 6)
- Language
- German
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Asyl» tüblbat z» wmdfta, brat — mlge tfbK X09akr öcr^iMö» — was sticht «in» treten kann — «ran Furcht obetit strenge RcBttfd eine Massen Emigration unserer GlaobenHeuoffe» »ach sich ziehen sollte, — es wäre doch hohe Zeit, die» ernstlich in Erwägung zu ziehrn. (ES geschieht bereits mehrseitig.) V. Morsch««. (Orig.-Corr) Der Redakteur der hebräischen Zeitschrift ,Hazesira-, Herr N- Sokolow, hat eine Brochüre in polnischer Sprache unter de« Titel: ,Die Aufgaben der jüdischen Intelligenz" erscheinen lassen, »elche geeignet ist, die Aufmerksamkeit in den weitesten Kreisen zu erwecken. E» sind Worte eines vollkommene» Fachmannes und bietet er unerschrocken und klar «in Programm, wie den zwei gewaltigsten Schäden depolnische« JudenthumS — dem Fanatismus der Ehassidim und dem JudisferentiSmu» der jüdischen Intelligenz — am besten abzuhelfen sei. Da Herr Sokolow ein ebenso genialer hebräischer als polnischer Schriftsteller ist, gewährt er uns in seiner 105 Seiten fassende» Brochüre einen tiefen Einblick in die Zustände der polnische« Juden. Hüren wir Einiges aus seinen einleitenden Worten: .Durch unsere iSr. Sphären zu ht ein du«kler Landstrich, der nur Elend und Unbeholfenheit birgt. Lin einziger Blick genügt, um daS ganze Schaudervolle und die ersticstnd« Lust zu erkennen. Ja diesem versteinerten Organismus de- Chassidismus sind aber gesunde Schichten, die man zu Lutz und Frommen verwenden kann. Man muß sie der starre« Nacht nur entreißen. In den Städten wird noch Manches hiezu versucht, aber in den Provinzorten, wo der erdrückende Kreis im Lampst ums Dasein jede Moral überschreitet, in der der religiös« Fanatismus der Lhassidim immer höhere Wogen schlägt, Erziehung und Leben in widerliche Formen zwängt und die ethisch»sozialen Begriffe trübt — — was thun wir gegen die» Hebet?! Die junge Generation der Intelligenz bindet sich mit gar keinem Bande mehr an unser Volk, aus dem sie hervorging. Sie verleugnet dir Rassengemeinschast und verfällt der ConfessionSlostgkeu. Sie können nichts für das Volk thun, welch« sie nicht kennen. Eiu« civilsatorische Thütigkeit kann nur dem Voltscharakter entsprechend erfolgen. Man muß den Samen auf wohluntersuchten, lebensfähigen Boden streuen. Unsere älteren isr. Geschlechter habe» allerdings Kenntnisse und Mitgefühl für die Sache ihrer GlanbenSbrüder — aber si» thun Nicht», «eil der JndifferenttSmuS auch si« austeckte. So jage« wir immer rascher bergab. Noch rinige Jahrzehnte solcher Apathie »nd die jüdische Intelligenz hört auf, jüdisch zu sein. Paun wird di« finstere, immer dichter sich gruppirenoe Maffe nur dem Judenthume bleiben — in dem Wahne sich befestigend, daß in der That die Bildung zur gänzlichen LoSlösuug vom Glauben führe-. Nun weist der Autor auf die Ursachen und Wirkungen der herrlichen Entwickelung jüdischer Lebenskraft im Au«, lande hin und hebt den Mangü jüdischer Bildung in der i-r. Fortschrittsklaffe der Pole« hervor, indem er bewerft: ,Auf der einen Seite die finstere, abgesonderte Maffe «ft eigner Sprache, Tracht und Sitter, auf der andern Seite eine zu stark m die Höhe geschraubte Intelligenz, die gar keine Pflichten für ihre SlauoeuSbrüder anerkennt״. nLo »lmon Israel I Rein, wir haben noch hervorragend« edeldenkeade Männer genug- — (ruft der Autor und wir stellen ihn selbst mit an deren Spitze) — die für ihre Brüder fühlen, denken und wirken, nur sthft dir gemeinsame organisatorische Arbeft-. Dies« Arbeit projektirt der Sntor zuerst durch Wirkung auf di« finster« Masse mittelst I. VolkSpredigten, 2. gebildete Rabbiner, 3. organisirst Gemeinden. 4. Schulen. 6. BolkSschr ften; dann durch Wirburg innerhalb der jüdischen Kreise mfttelst: 1. jüdischer Krantniffe 2. Literatur und Zeitschriften, 3. Religiöse Etc- Eichung, jL Eultur, _ 5. häßliche» Leben, 6. SffaftlicheS Jedes dieser Kapitel ist ans Grund hochinteressanter endlich zu ersoffen, zu prüfen R»d energifl Afttatlmen. pdUwf. Rumänische Blätter veröffentlichen nachstehenden Protest: DaS Blatt .Gleichheit- (ein jüdischst Organ früher ,Fraternitäten-) veröffentlicht einen von Dr. E. Schwartzseld Unterzeichneten Artistl, in welchem zum Beweist der Nothwendigkeü der Errichtung israelitischer Spftästr behauptet wird, daß vor nicht länger als fünf Jahren der kranke JSraelft in christlichen Spitälern mißhandelt, geschwePe denn ausgenommen wurde. Wir eadeSgefertigten jüd. Aerzst und Studirende der Medizi«, die wir irden Tag Gelegenheft hatten und haben, tut» peqönlich von der Behandlung zu überzeugen, dst in den christtichek Spitälern der Residenz jedem Kranke« ohne Unstrschstd der Religion und Rationalität zu Tbeil wstd, protestcre« mit aller Enttüstung gegen diese unwürdige Beschuldigung, welche gegen alle christlichen Kraukra-Jnstttust des Landes erhoben wird und erkläret^ daß sowohl heute wie ehedem mmke JSraelistn in den Spitälern zugelaffen werden «nd dieselbe menschliche und generöse Behandlung, wst der Kranke jeder anderen Konfession erfahren. — In derselben Nummer de»- genannten Blattes finden wir ein« uaqualifizirbare Beschuldigung nachstehenden Inhalts: .Wir werden von einigen unserer Freunde befragt, ob die angehende« jungen Aerzst, dst morgen als Doktoren 'der Medizin auftrestu, als Hau»- Aerzst in den israelitischen Familien gebraucht werden könnten und ob dieselben nicht im Stande waren, dst krankeu Israeliten in'S bessere JellseitS so schnell als mög» sich zu befördern, da sie so viel Feindschaft für diese Konstsiion in ihrer Brust nähren?!- Auf «men solche« in der That übertriebene« Zweifel können wir trotzdem (eine Antwort geben. Diest tendenziöse nnd gewiffenlose Insinuation, welche den Gedanst« aufkommen läßt, als wenn ei« Arzt, der andere Ueberzeugungen und einen anderen Glauben alsder Patient hat, diesem gegenüber von einem andrarn Gefühst als demjenigen seiner Pflicht als Mensch stitea lassen könnte, weisen wir mit der größten Verachtung, als eine solche zurück, welche zu allen Zeiten ein« der Waffen war, deren sich der niedrigsst Fanatismus bedient hat. DDr. Braunstein, Davidoviet, 6. Btchenban«, Lupus, E. Marcel, Mendelson, verrann, viagu. — Di« Studenten »er Medizi»: I. Albaanu, Bruear, Baer.M. Lodreauu, M. Ser««». L. ilooUnvstt, Crrmnitzer, I. Böslich, L. Fein«, S. Fischer, W. Klub, Kttnstlber, Kerrfter, D. Soldner, Brünbera, L. Henic, H. Inster. I. Jaeobson, H. ikor». «. Lax, M. L. Levt, I. Lnvtsch, LüWeusoh«. D. M. Lsdet 4. Marcianp, B. Marcalescu, H. Raumann, I. Rappaport, S. Ros«» seid, >. Schermann, L. Schmidt, R. Stein, Sch»«hm«nn, veintraub « «altoman», Wagschal, S. HeUgher/-) B«ttou«h»»t, 2S. Septbr. Der hler tagende Kongreß der rumänischen Studenten hat einen bedauerliche» entisemftischen Buoenstreich im Gefolge gehabt. Schon als in der gestrigen Versammlung der von nahezu dem dritten Theist aller anwesenden Studenten unterzeichnest Antrag eingebracht wurde, den bisher von allen studenttschen Kon- und Berathungen zu gewähre«, erhob sich ein solcher Tumult, daß dst Sitzung geschloffen werden mußst. Am Abend fand ein von der Stadt den studenttschen Gästen zu Ehren veranstalstteS Bank« statt, bei welchem «S sehr hoch herging. Eine Anzahl heinckhrender Bansttgässt mußten am israelitischen Tempel vorübergehen, deffen Fenster anläßlich der Vorfeier deS BersühnungStagv» hell erleuchtet waren. Dst weinbegeisstrst Jugend batst nun nicht» NottonastreS zu thun, als die Fenster de» israelitische« GotstS- *) verdient — so heißt es in dem an uns beiaefügte» Begleitschreiben — der Redakteur des jüd. Blattes tu Ruauinie» nicht rin« jderbe Lectio» für jene Artikel, dst eine»!solchen »Protest" ninhta «achten. Derartige Uebertreibunge» schaden hstr de« Juden sehr!- Hstr heißt «s in der Thal: M־״n0־ TVnn 0V2N .V ־־־f II lfraft1-־rn״T־i״ . ־ i&öiä-WL•' >■_*