Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 41 (8.10.1890)
- Date
- 1890-10-08
- Page
- Seite 307 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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entnommene Skizze einzige offizielle!efonbet# angelegentlich auch ־ die Interessen de» ״Tempel Israel , de» ״techmsch-jüdrsiüen Institut»." Diese kurze, dem ״Amer. Hebe." welche später ergilmt werden soll, möge vor der Hand genügen, um dem Manne, welcher die besten Jahre eine» ' vielversprechenden Äben» der Besserstellung seiner bedrückten 'Glaubensgenossen in den östlichen Ländern gewidmet hat, den -ranz pflichtschuldigen Danke» auf» frische Grab zu legen. Die von ihm mit Hintansetzung der Heimath und Familie bei jedem Nothschret gebrachten Opfer, seine eifrigen Bestrebungen zum $«i(e unserer bedrückten Glaubensgenossen haben ihm einen Platz unter den Männern unserer Zeit gesichert, welche eine höhe Stellung in der jüdischen Geschuhte unsere» Jahrhunixnck» einnehmen. Ein den höchsten Zwecken der Humanität.geweihte» Leben hat durch ben srümeitigen Tod Benjamin Peixotto'S einen allzufrühen, jähen Abschluß gefunden. Sein Leben täte ein Segen für da» Judenthum — möge auch sein Andenken stet» zum Segen bleiben! זכרונו לברכה! Hrrichtie und C*rr*fpot1fce11;en. Dentschland. Magdeönrtz Unter dem Titel .Antisemite n- Spiegel — Die Antisemiten im Lichte de» Christenthutn», de» Recht» und der Moral', ist soeben im «klag von A. W. Kafemann in Danzig die erste Lieferung eine» SOBerie» erschienen, da» vortrefflich geeignet 'ist, den geistigen Waffen, mit weichen der Antisemitismus die Judenhetze betreibt, die Spitze abzubrechen. Die Verfasser desselben gehen von der Ueberzeugung au», daß die antise« mitische Bewegung in Deutschland viel zu wenig beachtet wird. Und die Thatsache, daß die Antisemiten bei den letzten ReichStagSwahlen zu dem bisher innegehabten einen Wahlkreise noch vier neue HÜHu erobert haben, daß in diesen fünf Wahlkreisen im ersten Wahlgang 30467, bei den engeren Wahlen 52 5S2 antisemitische Stimmen abgegeben sind, daß außerdem in 28 anderen Wahlkreisen besondere antisemitische Kandidaten ausgestellt sind, läßt diese Ansicht berechtigt erscheinen. Lin Bezirk und ein Wahlkreis nach dem andern wird von der antisemitischen Agitation unterwuhlt, und vielfach nicht ohne Erfolg. Nachdem der Antisemitismus in Hessen so große Erfolge erzielt, hat er sich jetzt auf die Bearbeitung von Baden geworfen: aber er wirkt auch aaitatorifd) in verschiedenen anderen LandeStheilen. Der LutisemitiSmu» arbeitet überall mit Anführung gefälschter Thatsachen und,Zahlen, welche ihnen der.Antisemtten-KatechiSmu»' und der Auszug darau», da» .ABT der Antisemiten', giebt. Daß dies>r Angaben falsch, zum Tbeil absichtlich ne fälscht sind, unternimmt der Unnsemiten-Spiegel zu oeweifen und ei: hat diesen Beweis schon in der ersten Lieferung in Bezugs auf einen großen Theil der Angriff»- punkte geführt. Die Angriffe sind ia schon wiederholt widerlegt worden; aber da» Material darüber ist in vielen einzelnen Schriften und Zeitungsartikeln zerstreut. Die . annsemirischen Agitatoren tragen ihre Angaben mit großer Sicherheit vor, und ihre Gegner haben »st nicht die richtigen Thatsachen und Zahlen zur Hand, um daraus auSretchmtd zu erwidern. Im ,Antisemiten - Spiegel" wird man daS ganze Material beisammen finden, um jeden der immer wiederholten Argriffe al>zuweisen. Dabei sind der Berfasset weit enlsernt, die Juden und da- Judenthum zu verhimmeln; sie verfahren rein sachlich. Sie fordern nur,. daß uni.er allen Umständen daran festgehalten werde, ״daß die bürgerliche und staatsbürgerliche Stellun welche unsere jüdischen Mitbürger^ Kraft unserer nd zivilis historischen und zivilisatorischen Entwicklung ung, ganzen haben, nach mird.' Ju dein «c U. der wesentliche Inhalt de» ArtiklO: .Die Judenverfolgungen in Deutschland am Ende de» neunzehnten Jahrhundert», den der Abg. Rickert vor Kurzem in der .Nation' veröffentliche, zum Abdruck. Dann »erden historisch die staatsbürgerlichen Rechte der Jud.'N in Deutschland behandelt. Bon besonderem Jnteresie sind dabei die mitgetheiltcn Aeußerungen einer Anzahl von Mitgliedern der hoben preußischen Aristokratie in früheren Jahrzehnten über die Fräge. Dann wird die Entwicklung de» Antisemitismus historisch geschildert. Ein weiterer AI,- schnitt ist übersthrieben: »Kaiser Friedrich als Krön- Prinz und Kaiserin Augusts über die antisemitische Agitation'. Besonder» Kapitel schlagen die Antisemiten au» ihren Lügen über die;Alliance iSraelite". Sie kommen immer wieder mit einem zuerst von einem französischen antisemitischen Blatte veröffentlichten angeblichen Aufruf, den Crcmieux bei Begründung der .Alliance' erlassen haben soll. Dieser Aufruhr ist aber, wie schon seit Jahren nachgewiesen ist, erdichtet und erlogen und. Cremieux ist überhaupt nicht an der Gründung der .Alliance" beteiligt gewesen. Die ״Alliance" ist für die Verfolgten werktätig eingetreten, nicht nur für verfolgte Juden, sondern z. B. auch für die verfolgten Christen am Libanon. Die beiden letzten Abschnitte lauten: .Die Juden im Heere' und ״der Juden Antheil an Verbrechen". Auch in Bezug auf diese beiden Puntte werden die von den Antisemiten vorgebrachten falschen Thatsachen und Zahlen eingehend durch wirklich vorhandene Thatsachen und statistisch festgestcllte Zahlen eingehend wiederlegt. Der .Antisemiten-Spiegel' ist so billig, daß er sich zu massenhafter Verbreitung eignet. Die Lieferung lostet bei öS Oktavseiten Text nur 20 Psg. pro Exemplar; bei gleichzeitiger Abnahme von 10 Exemplaren kostet sie 18, bei VO Exempl. 16, bei ISO 1ö, bei SOS 18 und bei 1000 Exemplaren nur 10 Psg. pro Stück. Die arVßte Be,rbreit un g ist «forderlich. Magdeüurg, 1. Oltover. Dir ״Magdeb. Ztg.' bringt folgend« Bericht au» Jlsenburg am Harz, welcher jeigt. Kreisen stet» beherzigt wird. Der Bericht lautet: »Aus dem hiesigen Kupferwerk der Firma Aron Hirsch * Sohn zu Halberstadt beging a« 32. Stttemder der Walzmeisb» Ludwig Lüttge da» seltene Juvlläum seiner VOjährigen Thätiakeit. Für Nachmittag waren sämmtliche Arbeiter von der Firma zu einem Festessen eingeladen» an dem sich auch die Chef» mit ihren Damen und eine Abordnung fo!» Tomptoirpersoual» an» Halberstadt betheiligten. Der Jubilrir wurde von Herrn Hirsch und dem tähuischen Direktor, von seiner Wohnung abgeholt und von tot auf dem Werk versammelten Arbeitern mit einem Hoch empfangen Nach!-, dem der Jubilar seiten» der Vertreter der Firma beglück, wünscht und mit einer Ehrengabe bedacht war, wurde ec, gefolgt von den Arbeitern, an die Festtafel geleitet. welcl>e in einem großen» mit Blumen nnd Fahnen auSaeschmückten!tattkran« ausgestellt «ar. Dort Übergaben ihm die rer da» Geschenk seiner Kameraden. Bei der Tasck »»erst Herr Benjamin Hirsch da» Wort, um smwei» auf die Entwicklung de» Werk» darzuthwt, besonder» durch die Bestrebungen der letzten drei Lage der Arbeiter gebessert habe; da» Wohlwollen jetzt regierenden Kaiser« für die Arbeiter beweise 1 umstand, daß dem Jubilar in Anerknnung to auch der Trdue, mit der er 50 Jahre hindurch einer Firma gü>i«,t habe, da» allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden sei. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Kaiser, in welche» alle Anwesenden begeistert einstimmten. Darauf brachte Herr L.ron Hirsch ein Hoch auf Meister Lüttge au», inoem er ihm für me treuen Dienste dankte und fein unermüdliche» Streben den Arbeitern zur Nacheiferung v»o> .hielt. Der Jubilar dankte in bewegten Worten für die ihm