Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 38 (18.9.1890)
- Date
- 1890-09-18
- Page
- Seite 294 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Form tat Hoch auf Kaiser Wilhelm auS. '(Wir Hab«, di« ordeo some Red« i« v«r. Nr. mitactheil^)!darauf erhob sich der Präsident der irr. Gemeinde, Abr. Dloch» um der Regierung und dem BrznkSpräsidenten Dank zu sagen. Sein Hoch Halt dem Bezttkspräsidenten t eih-rrn v. Frryberg. Das Mitglied der Verwaltung Emil criber dankte dem Kreisdirrctor für seine Mitwirkung an tum Zustandekommen des Baues und 'brachte demselben ein Hoch aus. ReickStagSabaeordneter Laug brachte sein Hoch tcm Gcmeinderath und der Einigkeit der Bürgerschaft. Oberrabbiner Weil! toastete auf den Statthalter, was diesem alsbald telegraphisch übermittelt wurde. Kreisbircdi'r Poelman dankt« für die ihm gewordene Anerkennvug und trank auf das Wohl der Gemeinde, worauf der Präsident des Festausschusses, Marc Levi, «in« Geschicht.׳ des Baue« gab und den bei der Ausführung mitwirkenden Meistern, Gesellen und Arbeitern dankte. Noch wurd-׳ von dem Secrrtär des israelitischen LonsistoriumS, Asch, dem Staatssekretär v. Puttkamer für dessen Unterstütz» ng Dank gesagt. Rabbiner Drehs« ß aus FegerSheim beglückwünschte die Schlettstadter israelitisch« Gemeinde ob de,' schänen Baues und toastet« auf den neuen Ober» rabbirer Weill, der -protestantische Pfarrer Zwilling aus Schlei tstodt sprach über die Duldsamkeit der einzelnen , Religionsgemeinschaften und brachte derselben ein Hoch aus, und zum Schluß dankte das Borstandsmitglied Hammerbing--r für die materielle Unterstützung. Gegen 9 Uhr begam ein Festball, der die Grmetudemitglieder und deren Gäste noch lange zusommenhielt. ״ Leotfchütz, im September. (Or. - Torr.) Am 12. d M. fand anläßlich des 2Sjährigen!Sestehen» unserer Synapige ein Festgottesdienst statt, zu welche« sich zahlreiche Gemein de-Mitglieder und viele christlick)« Honorationen ringestnden hatten. Di« Festfeier wurde mit ma towu «in» aeleittt, welches Herr Tantor Lirbel mit sriner klangvollen Stimme und Ehorbegleitung executirte. Darauf folgt« di« Jubel, antate von bewährten Sänaerkräftrn exact und wirku >g»voll zu Gehvr. gebracht. Nach Berndignng derselber, bestieg der Rabbiner, Herr Dr. Krakauer die Konzll, um in einer geistvollen und formvollendeten Rede das freudige Ereigniß be« Tages zu würdigen. Der Redner wähl-e als Text die Psalm-Stelle 48.1V, und hob hervor, welch« heilsamen Einfluß die religiüsen Teremonien, die bezüglich der Familieurreignisse im Gotteshaus« verrichtet werden, auf das ganze Leben üben und schloß mtt einem Geb« fürs erhaben« Herrscherhaus. Di« Absiugung des Psalm 117 bildete einen würdige« Abschluß der Feier, welche einen «hebenden Eindruck hinterließ. 1L Notar, 8. September. (Or.-Eorr.) Als Gegenstück zu dem Artikel auS dem .Großherzogckh»'» Heffen" in Nr. 38 Ihr« geschätzten Zeitung, theile ich Ihnen folgendes mü: Vor einig« 3«it starb hier ein sehr geachtet« Jude, dessen Beerdigung unt« großer Betheingung sowohl der Inden, al» auch d« Christen stattfand. Außer vielen christlichen Bürgern folgten sämmtliche Mitglieder dcS Gesang» Vereins, dem auch ti« Verstorbene angehört hatte, mit um- Sorte! Bereinsfahne. Wie groß die Achtung war, deren sich n Verstorbene «freute, geht insbesondere daraus hervor, daß der hiesig« Bürgermeist« zu den Verwandte« d« Berftorbenen ging und anfragte, ob eS gestattet sei, daß bei der B««digung, die Kirchenglocken läuten dürsten! Die B«- wandten lehnten jedoch diese» An«biet«n dankend ab, mtt dem Bemerken, daß dieses bei den Juden nicht Titte sei! (DaS war corrcct und taktvoll. Red.) Schwel». KL. Oaite«. Anfangs Septbr. (Or.-Tor.) vor ca. 14 Tagen wurden wir hier mit dem Besvch« eine» Mannes beglückt, der sich Munk nannte und angeblich von d« Be- Hürde sein« OrtSgemeiude Btstritz (Nkä!si!m) de» Auftrag eryalttn, zur Untmstütznng bei»« d«ti^1, « Folge einer Ueberschwemmung notleidende» Glaube»Sbrüd« und Mitbürg« Beiträge im AuSlonde zu sammAn. Zar Bestätigung: sein« Aussage wie» « die diesbezügliche Schriften vor, die von d« dortigen Bürgermeisterei' unterzeichnet »nd untersiegelt waren, sowie einige Empfehlungen sogar eine solche von dn .Alliance JSraelite" in Pari» und ein mit zahlreiche« Zeichnungen versehenes Sammelbnch. Mit dem erzielten Resultat wohl zufrieden und, wie er vorgab, auf der Heim- . reis« begriffen, wollte er hin nur bei einigen wenigen und - »war solchen Gemeindegliednn vorsprechen, von denen ansehnliche Beiträge zu erwarten seien. Die« that n dann auch und soll, wie ich nachträglich Härte, ein recht gute« Geschäft gemacht haben. Ec war anftändia gekleidet und trat bescheiden und Vertrauen nweckmd aus; nur die allzuaroß« Elle, womit n die UnterstützungSgrlder einstrich und von dannen eilte, fiel einigen Spendern auf und al» er zudem noch in Begleitung eine« Mannes gesehen wurde, mit dem er auf offener Straße Schriften austauschte, tauchte der Verdacht auf. daß man e« hier mit einem Gauuer zu thun habe. Man wandte sich, sofort an die Bürgemeisterei B. mit der Bitte um schleunig« Auskunft, die aber leider erst nach acht Tagen — inzwischen war unser Ehrenmann selbstverständlich schon längst verduftet — hier rintraf, dahi» lauttnd, daß Bistritz von einer Ueberschwemmung keine«- weg« heimgesucht, daher auch nicht veranlaßt wurde, einen- Mann mit obiger Miffion zu bettauen und daß ein solcher . »amen« Munk dort gar nicht bekannt sei. — Möge die« all den Gemeinden und Privaten zur Warnung dienen, bei denen dieser Erzgauner srd»e Schwindeleien fortzusetze» versucht. — In der Schächtangelegeuheit wird un« berichtet, daß der vom aargauischen Großen Rath beschlossene Rekursa« die Bundesversammlung gegen den bett. bundeSräthlichm Entscheid bereits bei dem eidaenösstsche« Justizdepartemenr angemrldtt worden. Da indeffen da» bezügliche Memorial noch nicht ringettoffea ist, dürfte der Rekurs schon au« formellen Gründen nicht mehr in der ohnehin belastete« nächste» Session der Bundesversammlung zur Behandlung, kommen.. Schließlich will ich zu erwähne« nicht unttrlasse«, daß. di« vor einiae» Jahren von de« schweizerischen Naturforscherverein gestellte Preisfrage über ״Gletscherkoruvon einem׳ hiesigen jungen jüd. Gelehrten, Herrn Dr. Robert Emden, gelüst worden ist. Dr. E. GroObrttamvte«. London. Ls dürft« nur Wenigen bekannt sein, daß die sogenannte Prinzessin von Sachsen-Tobnvg-Gotha, welch« in Dieppe starb und am 8V. August auf dem Montmartte beerdigt wurde, «ine aeborene Jüdin war. Bor 30 Jahr» kannte sie ganz Men unter dem Namen Eon staute Geiger, eine der beliebtesten Sängerinnen damaliger Zeit. Ihr Vater, Joseph Geiger, war ei» bekannter Musiker und Eomponist. Eonstante wurde 1836 in Wien geboren. In ihrem 22. Jahre trat sie zu« ersten Mal« «st große» Erfolg auf der Wiener Bühn« ans. Eie ragte hervor als Sängerin, Schauspielerin, Pianistin und Lomponistin «nd ganz Wien trauertt, als sie 1882 ein« morganatische Ehe mtt Prinz Leopold von Sachsen-40bürg, Neffe» de« Prinzen Albert, einging «nd der Bühn« entsagte. Bon da an führt« sie de« von ihrem Gemahl ihr betgelegten Titel »Baronin von Rüttenstein* und führt« mtt demselben «in änßerst glückliches Lebe«. Sie hinterließ eine« Sohn, Baron- Theodor von Rüttrnsteia. E» ist interessant, die Verwandten dieser Jüdin »ach ihrer Brrheirathurg kennen zu. lernen. So wurde z. B. Känigi» Bietoria ihr« Tante und der jetzige König von Portugal und Prinz Ferdivandwurden ihr« Neffen. Ferner wurde sie mit,dm Häusern. Bourbon, Orleans «nd Sachsen verwandt. Odessa. Trotz der «icherholte» AblmgnnngSverfuche ־ der russischen Regierung häufen sich dir Bavetfe für «er Mosseü-AuSwrisungm von Juden aus Rußland. E'n hie^ef.^ sPv ->£•:^.^,:,4^(