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Israelitische Wochenschrift · 1890-09-18 · 38 (18.9.1890) · p. Seite 295

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
38 (18.9.1890)
Date
1890-09-18
Page
Seite 295 (sequence 7)
Language
German
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ierstatler be* ,Limer״ hat während der letzten vier» tzch« Zage eine ainze Anzahl jüdischer Familien gesprochen, . 77 «ekche Befehl erhalten hatte«, ״binnen sieben Tagenda»!׳/. Hand zu verlassen. Dieselben gehen nach England oder Amerika. Gründe für die Ausweisungen׳ werde« nicht anden. So haben in den letzten drei Wochen SOO jüdische Familien Odessa und mehr als 8000 Juden Berditschew verlassen müffen, während Aehnliche» au» Rostow und anderen Städten Südrußlands gemeldet wird. Selbst in ASkabad habe« die Juden den Befehl erhalten, binnen vier Wochen da» transkaspisch« Gebiet »n verlassen. Fast alle an» Südraßland ausgewiesenen Juden gehören de» ärmeren Klassen an und man kann sich kaum eine Borstelluog von den Leiden dieser Unglücklichen machen, bi« dieselben von ihrer Eskorte über me Grenze getrieben werden. E« ist selbstverständllch, daß man in Petersburg von diesen Vor- Hängen genau unterrichtet ist, und die Rwierung kann dahrr auch die Verantwortung für dieselben nicht ablchnen. jilt». (Or.«llor.) In Rowno, Gubernium Volhynien zeigte« sich wie l»«r ״KijewSkoje Slowoberichtet Plakate auf den Straßen de« Inhalt«: ״Jeder Bewohner der Stadt, £1prnn er da« 14. Jahr erreicht, muß mit einem Pass« ver- Ar sebea sei«, andernfalls wird er al« Verbrecher «ach Sibirien iw..'geschickt. Di« Hausbesitzer, wo solche «halte« werden, kommen A -aus 8 Monate in« Gesänaniß oder zahlen 500 Rubel , Strafe." .Seit einigen Tagen', schreibt da« Blatt weiter ״ist da« Rowner Postamt hauptsächlich von - 7 Juden belagert» um sich Pässe kommen zu lasse» oder alte kf 1« renoviren. Die meisten hatten keine Pässe und reisten v so ab. Gegen 1000 weibliche Persouc» sind vaßloS und ver« lasse« die Herrschaften. Die Verordnung gilt für da« ganze;־ -tztowner Gebiet und für die Städte ״Dubno, Luck, Krzemie- 'f- *»i« und Poczchow'. 5׳. Wilna (Dt. Lor.) Die frühere gesetzlich« Bestimmung, wonach auch solche Theologen, die ihre Studie» an einer?״־ michtrussischen Anstalt gemacht, in Rußland ein Rabbiner« *ia*t bekleiden dürfen, ist bekanntlich seit einiger Zeit aufge- (Deshalb mußte anch der Rabbiner Dr. Klein in bau, der — ein geborener Ungar — am HlldeSheimer'schen ׳ - Hlabbinerseminar feine rabbinische AuSbllduug erlangt hatte, l . -seinen WirknngSkiri» verlassen: er nahm ein« Stelle in £, Amerika an.) Nun schwebte diese« Damokl^lchwert auch .7״ über de« Haupte unsere« Rabbiner« de« Herrn Dr. Gordon, der zwar ein Kink» unserer Stadt, doch aber am Breslauer ^, ,Seminar leine thwlogischen Studien vollendet hat. Zur Freude unserer Gemeindest jedoch der Kaiser auf Empsrh- «ng de« vortrag, »den Minister» durch besondere« Dekret r'de« durch seine ükelehrsamkeü und lljährtge segensrnche ^. Wirksamkeit beliettr» Rabbiner de« verbleib t« Amt gv- »ehmigt. Die hiesige Gemeind« zählt ca. 50000 Juden. Permischl, msd »»»»st» N«chricht»». Kr. nicht fl**4 Maabebnra. Der verstand der Lhnagvngemetnd« zu Lrler an» «t», da» dt« Notiz au» Trier t» der vor. Nr. nicht lg sei, inde« dir Verhandlungen betreff« der »nr “ ja berufenden Herren »och nicht zum Abschluß gelangt Gose». A» hiesige» den» 1. Aprll x. verstaaNlchien) Realgymnasium hat!er seit «ehren« Jahn» an de«selben al» Hilf»- lrhrrr »eschaftigX, fts>r besähtgv Dr. Gersoi! Peiser «uumehr deftnittd« «usftetlnng «I» ordentlicher Lehrer erhalten. Ein Bruder deffelbe« lst-Landnchler in tkonttz. BssN», Di« Frage, »b ein Angestellter jüdischen ».landen» an seinen hohen Fei«!tagen i» Geschäft thätig sein «uß, ist kürzlich in eine« Spezial falle durch zwei Instanzen bejahend ent- --schteden worden. Es hanvelx süh darmn, daß «in jüdischer Kommt» ^smxn Prinzipal u« Urlaub für fein« beide» hohe» Festtage ersuch», .an« bestimmten Grüate» aber aostblägig beschieoeu war. Der jung« I Ak«»n blieb iratzben» MtS dr» Geschäft fvrt und al» er in Folge dessen ^KnaS und Fall entlasse» mute. Nagt« er M Gehalt bi» zun, Quaret». Er Hit i» betbm Instanzen Unrecht Moorncn. M, 17. Geptmadv. (vr.^or.) »nf di« «rschnxrde S. Licht,nstet» über den »reisphMn« Dr/Wuber Uertheilwig mn . : yl!»e»h«»«er» »avvtner. t. (0.•®.) Herr vrofeffor Th, odo r ־' m Jahre vo» Prosefforencollegm« der. einstimmig zum Direktor gewühlt __ _ >.... Etnverstilndniß und im «uftmge de« Herrn Ministers dem Herr» Kreisphhfikn« di« Weisung ha: zugehen taffen, »daß er al» Staatsbeamter Agitationen zu vermeiden habez Welche geeignet find, zu irrigen Auffaffungen oder gar zu» Mißstimmung in einzelnen Brv»1kerung«klaff«n Leranlaffaxg zu geben." Leipzig. Herr Dr. Carl Walker, der rühmlich bekannte Lehrer de» Staatrrcht«, widmet in feine» Buch« »Politik der constttuttonellen Staate«" (Carl«ruhe 1890) der vernrthellung des Antisemitismu» einen beträchtlichen Raum. Der Verfasser fordert deutsche Pro- " «estanten und gebildete römische Kacholiien auf, sich mit den Ju den ln Deutschland und anderen Ländern zu vereinigen, um gemeinschaftlich für dle Unterdrückung de» deutschen und »»»ländischen A«udalt»«u» de« sranzöfischen Lhauvtnimu» und de» russischen Panslavist«ns zu wirken, Lübeck. Di« hiesige Kultusgemetnd« hat den Senat ersucht, ein« gesetzlich« Anordnung zu treffrn, nach welcher alle hier ansässigen Jude» verpflichtet ft!» sollten, Mitglieder der israelitischen Gemeind« zu werde», ohne Nachsicht darauf, ob sie religiöse Bedenken gegen die Mitgliedschaft habe« »der nicht. Der Staat war geneigt, diese« Antrag« zu ent» sprechen; dt« Bürgerschaft lehnte jedoch säst einstimmig den Senatstantraa ab. Hier »ft ein Schüler tzlldeicheimer« Rabbiner. Darmstadt, 14. September. (O.-C.) Lan däberg, der auch in diesem T ' hiesige« »rechntschen Hochschule" «I . wurde, erhielt am Geburt«tag de« Großherzogä da« Ritterkreuz 1.1 Ans Beffea. Al» prakttschrFolge der antisemitischen׳ Hetze wird der .Feeisin. Ztg." berichtet, daß in Allendors, «ine« Ort von IRXI Ltnwohner, sämmtlich« jüdische Familien ln ihren ,Verches" Welßbrot, welch«» die Juden dort an Sabbaih- und Festtagen «firn, unter der Ernste resp. unter dem geflochtenen Berche» ca. 10 Stück abge» schntttzne Stretchholzköpfchen fanden. Eanftnan» Stern an» R ordert hat die Sache der Staatöanwaltschast »«gezeigt. Der Ort gehört zu« Wahlkreis Bickenbach» und wird fortwährend von anttsemitischen Agitatoren durchzogen^; dahrr dieft Verrohung der Gemüther. An« Dest«»relch. Kaiser Franz Joseph empfing am 10. September rin« Abordnung der israelitische« Cultuägemei»»« in Gro ßwardetn und erwiederte ans ihre Ansprache Folgende»: .Gnädig empfange ich Ihr« Huldtgung und wünsch« aufrichtig. daß Ihr« «laubensamoffe» . und Ihr« religiösen Einrichtungen im Frieden sich all' de» Wähler-!«'und der Zuftiedcnhrir erfreue» mögen, welch« der Schutz de* setze» und Meine unwandelbare Gnade Ihnen zufichern." Amsterdam. Holland schein« da» Geburtsland jüdischer violtn» virtuose« zu sei«, viel« derselbe« haben bereit» in England rühmltche Erfolge erzielt. Heute richtet sich di« Aafmrrksamkelt ans den lüjähriae» Jaque» Jacob», welcher in jüngster Zeit mit außer ordentlichen Erfolgen t» Pari« gespieit hat- Dt« Dage»blätt«r waren voll Lobe». Graa. Dt« Hochflnt, von der unserer Stadt hetmgesucht wurde, hat auch einige der in de« Josefstädter Viertel gelegene« Svnagogeu Inundtrt. In die Ptnkassynaaoge, die Ztamlnersimagoge, tntoesoadi« aber t» di« Altneu-Synagogr ist da» Kaffer mit (י Der Fußböden daftlbst ist ganz Schwer« vom, aber und die! D«r Minister sür Cultu« und Unterricht t« Etnver» nehmen mft dem Ministerium de« Innern hat den ord. Universität»- pröftffor Dr. Arnold Pick zu« Soexamintnator bet« zweite» «edizi» ntschen Rigoros«« an der hies. deutsche» Universität, und de« a. UniverMt«pr0feffor Dr. Philipp Pick zu« Cvexamtnalor bei« dritte« «edtzintschen Nigorvsu« ernannt. Laad»«. Di« dies. BlätXr veräsientltö Lordmahm« Jsaae«, in welchem derselbe zur gebrannte» in Salvntchi aufiordert. E» find > etngegange«. Elisstbettzarab. vor Kurze« find hier an« Palästina bi« DelegirX» der jüdische« Gemeinde Schloma Demki» und Jesba iurk " Phn. Sie schildern mit große« Euihufiasmnä di« dortige« stuft der Juden und wird hier und t» der Umgebung zu maff Answanderung nach Jerusalem agitirt. Bambcktz. Di« Mitglieder der neue» Shnagog« auf dem Khuouk Israel MohaL« haben gleichzeitig in Verbindung mit dieser ei« Kamen schul« eröffnet. Dirstldevesteht schon ftU st Jahre» und wird heule »an Sb Knaven besucht, »ns der« Unterncht tm Hebräische«, wacher hier führ vernachlLsfiet ist. besondere Sorgfalt verwendet wird.. Di« Svnagogenverwaltung sorgt mit alle« Kräfte« für «in« gesund« moralische Erziehung nebst «velnlcher lvildung der Knabe» und bVcgäai tot lltmrftpr» »er hcffllgen Bücher, so wie t« vor! auch rtm. entwrechen! werte«. I »den doftlbft ist ganz zerstör«, dt« Bänke wurden trotz ihrer ««.Platz geschwemmt, di« charakterlftilche» Etnrtchtung«stückr die'alle Jahn« sind unvrrsehrt geblieben. «in Schreibe« de» »nag für dt« Ab» große Lumme« genoffen ln Cng! et heiligen Bücher, so wie t« Vortrag dm sorgsälth unterrichXt. E» wir» beabsichtigt, zn trtidpm; jedoch konnte an» Mangel an ,den Gitdäckttiln der Plan »ochnicht znrAnäführun Da» Co^chstw hat sich daher um Unterstütz««- an di« < mben»- Anstatt«,. Uttuksb betragt Mt iör. ukab ftfSw, mn »elch»,«» ans Virtvria, 800» .י MddVcübG»» -ns dasJunerr M Lau— km,«»» U,

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