Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 36 (4.9.1890)
- Date
- 1890-09-04
- Page
- Seite 278 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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fi- ■. V■*' Gehüssigkciten, Jnsinnatioaen «mfc Iwuncwttont« mfibc umrde und daß er freiwillig refignirte. Er legte di« Feder nieder, die er im Lanfe von mehr alt einem Biermzahrhundert mit Erfolg gehandhabt. Al» Hatwwrnud der GehäsfiMt lau« noch der Umstand diene», daß Herr Horn au» seinen Sympathien für« Deutschland durchaus keinen Hehl machte. Mt»«. (Or. - Lor.) Das strenge Gesetz gegen de« Wucher gibt der größtentheil» den Juden feindlich gesinnten russischen Prefse Gelegenheit zu Auslassungen gegen diese. Trotzdem e» genügend erwiesen ist, daß die Juden «in west gering««» Strafcoatingent hierfür liefern, gilt hier dennoch ״Jude und Wucherer" identisch. So beginnt da» offizielle »uff. Blatt WilenSki-Wiestnik den Bericht de» GouverneurS von Grodno welch« en«gisch beschloß im Admini« strativwegr die Wuchern zn vertreiven, damit, daß ״die jüdischen Wucherer in Slonim und andern Grodno« Städten höchst beunruhigt üb« diesen Beschluß wären re." Also die nicht jüdisch«» Wucher« find nicht beunruhigt? od« dürfen nichtjüdische Bnbrech« weniger fürchten? Nun büre man aber wie die russische Zeitung ״Nowr. Telrgr." üv« ein anderes Bnbrecheu: den Pferdediebstahl sich ausläßt: ״Nach uns«« Ansicht brschüftigen sich mit dem Pferdediebstahl hauptsächlich nur die Israeliten. Diese »«achten jede productiv« Arbest und denken einzig und allein daran, wie am besten die Unwissenden auSzunützen seien, während sie selbst (die Juden) sich zu v«- b«gen wissen und d« Gerechtigkeit entgehen. Wo es ihnen die Zustände nicht ermöglichen, falsche» Geld zu schlagen. Banknoten nachzumachen, und im Allgemeinen Dokumente zu fälschen, da unternehmen sie complicirte ab« weniger riskante Arbeiten. Sie legen in den Dörfern Pfndedlebereie« an und wählen dazu ein eigene» ״Eheder", — die Schenken. Der Leit« ״Melamed" wird d« Schenkwirth. toelcher der wißbegierigen Jugend di« raffinirten Operationen vorträgt. Sobald die Jug nd ihren Ähr« begriffen hat, überträgt sie'sich nach d« Stadt und »ach Städtchen, wo sie schon mit den ״Profesteren" zusammentrrffen, das ist mit den Vorstehern d« DstbcSbanden welche üb« chuen Tod «ad Äben »«fügen. Zur Ausführung benutzen die Juden die Bauern, rvelche die gestohlenen Maaren d« Jugend zur Weit«- bekvrderung üb«geb«ii. Die größte Gefahr übernimmt also noch der Bauer-״ So der Wortlaut. Kana man noch gemein« und sophistisch« schreiben?" <£«»} (Or.-Lor.) E» har flch in letzter Zeit hi« eine starke Smigratiou »ach Brastlie« Seiten «ns«« »tauben«- geuaffr, »rzei,t und die» hauptsächlich auf Znrraeu von »tzenlen, di« ihnen dert goldene v«ge versprachen. Uat«- deffea enveist e» sich, daß jene «geaten Betrüg« find. Soeben kam eine» ihr« Opf« zurück au» Rio de Janeiro. 9* ist di,S eia Handwerk« meldet mit Rabl. ■300 hinreiste. In Rio de Janesto wmde « mit ein« ganzen Pmthie »« LuSwanderudeu untcr freiem Himmel gelaffe» und »es andern Tage« wurde ihnen uut« dem Borwa»», Wohnungen und Sohoungsiechle zu erwerbe», von Seite der Agenten Geld entlocke, welche« 10mm» de« Agenten auf iwm« verschwand. Jede Bemühung, daun in Brasilien Bro» zu finden, blieb erfolglos nud dem Genannten gelang r» kaum mied« heimreisen zu können k Da» find die Lusfichteu eia« uag«egelleu AuSwaudnungU — Ab« höre» wir, wie die in Peter»- bürg erscheineade ,Nowoje Wremja" in den letzte» Nummern ihre» Matte« überdie Auswanderung au» Rußland, in d« dem Organe de» Herr» Snwariu ganz eigene» Rederträchtigeu Weise sich auSläßl: ״E« ist ein dekmmtr» Aactnm," schreibt da« betreffend« Organ, um seine Lüg« im vornherein z« bemänlelu, ״daß die Inden über die Grenze flüchte», n» flch dem Militär-Dienste za entziehe»" ״I» de». letzte» gehn Jahre» sind an» Wolhynien etwa 3000 rmigrstt (»d« nicht vor de« Mtütär ü i), . gegenwärtig wniMW-chtch di« -mWlente daselbst. Da» «innert n»S ״ den vädawiee« Hnozißin Galizien. 9t ist »nzunchwe» (also nicht gewiß?), »ichdies« Emigration d« Bauer« an« «olhymen nicht ohne Beeinfluß»,» btt Juden stettfiadrt, welche» nnzwetfel» Haft (y diese Prozednr bedeutend« vorthetle bringt l Auchist sie für bi« Deutsch« nützlich zur . Frirdeu«erhaltt«ß." — Eg »erd« bald mehr drntschr als rnsfische Vau«« in Wolhynien sein" — u. s. ». geht« inlllage» üb« Jude» und Deutsch«. I» denselben Nummern lesen »tr gleich darauf ein« Eerrrspendeaz «4 Wtlu» «nt« Ander»: ,— Nach de» Memoiren de» Professor Kraul an» Wilna betrug dir Zahl d« Inden 1804 ungefähr 11000, Ehrtste» dagegen 80 000. Nach 80 Jahre» ist da» verhältntß d« jüdische» Bev»lk«u»g zur christlichen auffallend «aermal. Währrad dt« Zahl d« Lhriste» unverändert dlieb — habe« die Inden fich 7 fach — wenn nicht 10 fach »«mehrt. — Ein« Zählung d« Jaden ist nnwüglich, »eil sie an» soztale« »ad rrligtSseu Gründe» de« «ntgegewirken. (?) Infolge dies« Ueberwucherung wird Wilna mit Recht eine ,Judenftadt" genannt nud mit gleiche« Rechte kau» »an Grodno, Low«», und vtele and«e Städte im'Nortoste» Rußland» so nennen." Dom» tommt eine ganz« Geschichte »ege» de» verpachtete» koscher» Fleische» und nun regnet e» mit Beisätzen auf di« Jude» üb« Schmuggel (»denn jebcr Jude hat eine Eootrebead-Rd«!-) nud andnu uiediigeu Ausdrücken, von denen wir nur sage» können: ,Wie die H««nSg«b« so die Lokrrspoadente» — Haß, Lug und Trug auf jedem Schritt!'" Amerika. -levekand. Die Lentral-Lonfneuz der amerikanischen R»ddiu«uah« hi« ihren Ansang am Saantag den 17. Jnlt in den Räumen »er ״Yonng Men Hebreir A»»ooi*tion*. Reo. I. M. «ist sührte de» Vorsitz in d« an« SO Mitglteder bestehenden v«sa«wlnug. Re». Dr. Machol «- öffnete die Cons«n1g mit einem Gebete, worauf Re». >. Hahn die Versammlung bewillkommnest. MS vicrprüfident fangirte Rrv. Dr. M. Landsberg «ad Kev. Dr. N. Kalis ch al» Schriftführ«. Ne». Dr. St se sprach in länger« Red« üb« dir Ausgebe der Ziele der Lenserenz und entwarf «ine kurze Skizze üb« die früh«en in Amerika abgehaltruea Nabbi««-Aonf«e»ze» »vd ihren Einfluß ans dir amerik. Gemeinden. Am Montag Bormsttag eröffnrte Re». Dr. Mayer die Sitzung mit einem Gebete; die Annahme d« Evastttutto« war d« Hauptzweck, wclcher i» dieser Sitzung «ledigt wurde. .Die vrrhaad'umz über diesen Gegenstand wurde darch eine« ׳Vortrag de« Dr. Mielziuer ״üd« eine HochzeitS-Agende" «uterbrochr» and dies« Augelrgenhrit einer Lommisfiou, deflehend an» dem Vortragende» «ad den HH. Dr. Mayer, Schwalb, Guttmachrr und Louis Großman» überwiesen. Ja b« N-chmittagsfitzaag hielt H«r. Dr. S«u«en- . schein «tuen Bortraz über ״di« Verwandtschaft des Juden- ׳ ihn»« mit d« Republik', welcher ctre sehr erhitzte DtSensflau hervorrief und zwar in Folge einer von Herrn Dr. Philippsohn v»r-efchlagen«u Resolution, nach welch« da« Wort Jude als die einzig richtig« Benennung für die Anhäager d« jüdischen Religion anerkannt weiden sollte. Dstsem widersprach Dr. Wise indem « «klärte, er wöre keiu ,Inde" — diese« Wort Witte ei» Schimpfname*);- « wäre rin ,Israelit". Sein -roß« Aha hieß Israel; dies« Lame-enthält kein« Beleidigung, den» Gott selbst hat. ihn de» Patriarchen gegeben. Di« Kind« I »r ael» harten Propheten, die Jude» aber nicht. Dr. Philipps״-, verlas »och ei» Schreiben de» Dr. Hahn und einig« and«« Nabbta«, in welche« die Eruenaung ein« Tommisflen behnf« Hrransgabe «ine» «rar« Gebetbuch«» für die »sfcaüiche nnd hünsuche Audacht norgeschlagen wurde. (Am. .Hebe.) *) d. h. rr •ict ist er ein Oc!«jmc t M t al» solcher in Munde der Tntffemttne; an sich, «name. pie gSraeltt, « dchchchuei Mt «0 gm ewige« Dvjwa - ׳.׳