Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 34 (21.8.1890)
- Date
- 1890-08-21
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Etat *b fc■** ka<»tz»ris«he» Imperativ .Dv soäst" Nufe^l, er RtE» mtiwr ft» Mit }afarata: .Nor miMii > al» 3m* mm sich selbst; - st« p»d «st, «egrnfiän» »er Achtung «akr« «U®u^.* &mma «snltir« Mc Mahnung: .Handle s», daß Da di« Menschhelt in deiner Person wie in der Person jede» >nch die drei der Maxime Rabbi'» -,!gefügten Avtgesätz« unterzog der Herr Redner «iurr Besprechuna. Zur »Ansatz zu den Litern Loineutareu, die erfolglos versucht haben, die sich bei diesen Sätzen hteieudeu Schwierigkeiten «wozu auch der schroffe Uebergang mit .Du״ gehört) zu besettigln, geht der Herr Redner einen ganz eignen Weg, «de« er diese Kolaestve als die Resultate längerer! mit viel Scharsfiun und Klarheit in Red« und Stegenrede auögefsthrtrr) Zwimcspräche zwischen Rabbi und einigen Schülern anfieht. Zm ersten Folgesatze sei der Schüler wahrscheinllch ein scheinsrommer, oder noch ganz junger, im zweiten ein phtlosaphisch gebildeter, vielleicht vom Eptkuräiömu» angestecktrr, im dritte» ei» ideal ana^egter gewesen. Der Vortrag 'schloß mit den Worten: .Lehre« Sie in diesem Cbm, lassen Sie Ihren Kindern alle», «a» gut, schön und heilig ist, zur Einsicht werden! Gottesfurcht ist aller Weisheit Anfang. Bauen wir aus der Votteöfurcht nur weiter und Pflegen wir neben der Bibel auch de» Talmud.- Reicher .nicht enden wallender Beifall wurde de« Herrn Redner zu »heil und mit Recht kannte der Herr varfitzende in feinen DanteSwvrten sagen, der Bartrag werde im» durch dt« gedalene Gedankenfülle «ach langt Staff zur vrrwerthuug dei dem Uuterricht geben. Herr Evrnelius-Nvtenbnrg brachte mm in längerer »«spräche tn Anregung, die dmi D. I. S. B ausgestellten 1& Arm dsätze auch beim Religiopsunkerrichtc zu verwerttzea. Dem Jahatie »ach dielen ja die Grnndsttze für den Unter- . richt nicht« Reue«; die Form «her ist eine sa präzis«, daß! die Anregung de« Herrn lkaroeliu« gewiß nicht ohne Be-! deutuug und Lrsalg grweieu ist.*) i von ,Müthritungm" find zu erwägen, eine solche von! Herrn Dr. Stet», die drmaächß erscheinende dritte Auf- ׳ lag« seine» Lesebuche« betreffend, sowie eine solche von dem Unterzeichneten »mram, die letzt«.Generaloersamwluog der Uchawa betreffend, an die fich die Aufforderuug schloß, nicht allein diese» s» segr»«reich wirl.ndrn Br, eine recht zahlreich > beizutretrn, sondern fich auch edeaso zahlreich au deu gemeiunütztgeu Veranstaltungen dr» hesfischen BolkSschullehrervereiu» zu detheüigeu. Sbens« wurde vom varfitzenden da» Autwartschrnden de» vorfteheramle» zu Fulda auf da« Gesuch de» Ausschusses, sawte dir Lrwiderung de» Herrn Geheim- : raih» Dr. Äristeller auf die drmsrldeu zur Feier seines^ 70. Arburl»tage» vom voifitzeuLea -Rnmro» der i»raelitischeu Lehrerkaaferenz Heffea» überreichte Sdreffe verlesen.! Dt« nächste Jahresversawmluug soll in Fulda statt- > finden. Bet der Lu»wahl eine» Referate» sprach Herr Gehcimrath Dr. Kripellcr den Wunsch au», die israelitischen > Lehrertaufereaze» Deutschland» möchte» fich wegea »er aufznftrllrndro Referat« «otrreinandrr verständige». Auf diese! Weise lasse fich «in wahre» Bild von den Bestrebungen der > Lehrerwelt erzielen. Herr Plaut-Gredeasteia übernahm! da» Referat, Herr 8 e v i ^Hofgeismar da» Korreferat über: j ,Die Stellung der israelütschM Lehrer in Heffea und die sozialen Aufgaben. Mc ihnen obUegeu." Der Aulschnb. bleibt auf Antrag de» Herrn Heiser- Niedenstein in seiner jetzige» Zusammensetzung auch für» nächste Bereiusjahr. Nachdem Herr Gatthelf-Laffel Herrn Dr. Stein für die bewährte Leilnng der Verhandlungen den Dank der Bersammluog auägesprochen hatte, ward« di« 22. Jahres- Versammlung geschloffen. Da» gemeinschaftlich« Mahl, an de« fich auch «ine größere Anzahl van Dame» bethelligten, wurde im Palais- Restaurant eingenommen. Die gehabt»« Stimm«»», welche »ährend der ganze» Dauer der Bersammlna» vargeherrscht hatte, setzte fich auch hier fort. Lrtnksprüch« brachten — meist in längerer Rede — an»: Herr Dr. Stet» auf 1 Di« Mängel, welche diesen IS Grundsätzen sowohl dem Inhalt« «l» der.For« nach au haften, sind in diese» Blätter» vor. Jahrg. Rr. 10—18) von vielen Rabbinern u. Pädagoge» fauch einem Seminardireltor) eingehend besprochen worden; di« Einwände sind von keiner Seite widerlegt worden. (Red.) Se. MajestüDj de» Kaiser, Herr larnblW» puf Herrn Dr. Stein, Herr GntÄnb «nf Herr» Gcheimrath -Dr. KristrAer, dieser Mf .Mt: Lehrer in Dentschland, der «Rer« zeichnete Oppenheim auf die Gäste, Herr Gatthelft «nf dt« Frauen uo» Herr Dr. Munk auf de» Ausschuß der Lehrerkanfereaz. Telegraphisch« Begrüßungen waren riugelaufen »vn Herr» Müller-Franler-Hause« nnd Herrn Oppen» hei« »Barchfeld. Rachöem Herr Dr. P r a g e r da» Liichgedet gespracheu, tränte mau sich mit de« Wunsche eine» frohen Wiedersehen» in Fulda. Die Schriftführer: Amram-Borten; Lppenheim-Frrhsa. Drrichtr tmfc VOrrrfpO»de»xe». D»«rh«dla»»d M«rNn. Die Tageszeitungen veröffentliche« eiuen Brief der Kaiserin Augusta an die Frau von Baut» au« dem Jahre 1882 der Blüthezeit de« Anlisemitismu» Der nach vielen Seiten bewerten« werthe Brief lautet wie folgt: .Zch komme auf unser neulich besrpochene« Thema zurück, weil ich noch Tie« und Jene« zu sagen habe. Die Art, wie in Poitsversammlungen und in einem D heile der Presse gegen die Zuden getobt wird, ist ganz und gar nicht nach meinem Geschmack. Die Bewegung wirb bei dem Haß, zu dem einzelne Führer aufreizen, total unchristlich, und weil die» Minnen» jelänger je mehr hervortritt, so frag« ich, was soll der Lärm? Er trägt in die Bolksstelc viel Gift hinein, und die Folge wird fein, dag aus viele Zahrzehntc hinaus die Zuden in ihrem lSemüth sich verhärten. Zch weiß noch von meiner Zugend her, daß In den zwanziger und dreißiger Zähren eine der heutigen antisemitischen Belegung völlig entgegengesetzte im Gange war; danmls ließen sich vo» den angesehenen Zuden sehr viele taufen, und deren Familien zählen heute mit zu den respektabelsten im Lande. Damals trug sich bas Ehristenthum mit seinem vorherrschend humanistischen Gepräge Allen al« eine dcgehrenswerthr Religionslehre an, denn damals hatte sich die Weltanschauung mit Herder'schen Lehren und mit Hegel'sqen Grundsäven erfüllt, und da» Ehristenthum übte «ine bezwingend« Wirkung auf alle intelligenten Bekenner der israelitische« Religion au», Es bleiben mir die Stunden unvergeßlich, in denen ich mit Leopold Zunz religiöse Fragen besprach. Richt viel fehlte, und auch er gab »di« große «»rille seiner Seele" aus. Damit bezeichnet« er seinen Entschluß, es Anderen nicht nachzuthun, die Ehristen geworden ivaren. Der Zug zum Ehrlstenthdm war ein gewaltiger geworden. Da« wird jetzt Alle» ander« werden, und ich möchte besorgen, der AnttsemiliSmu» «erde, wenn er andauern sollte, in sozialer und polttischer Beziehung gerade ,0 schädlich wirken, wie nach der religiösen und sittlichen Leite hin, wenn ich nicht der festen Uederzeugung wäre, Saß er sich wieder verlausen wir», weil er ein bloßes tkampfmiitel zur Erreichung augenblicklicher politischer Zwecke ist. Za, ich glaube, die Zelt ist nicht mehr allzu fern, wo Biel« nicht werden zugeb«» wollen, jemals von dem antisemitischen Wahn besessen gewesen zu sein. Ich habe natürlich keinerlei Reizung, mich für die spezifisch jüdische Sache zu echaussiren, aber ich mißbillige den AittisemttismuS, weil er eine durch und durch unchrtstliche Erscheinung ist. Wir schädigen durch ihn unser Ansehen und bringen und tn den Berdocht reliAöser Undutdsamkeit. Wö bleibt denn die Möglichkeit, auch nur noch einen einzigen Juden dem Ehriitenchuni zuzuführrn? Und zählt den» nicht zu den christlichen Bereinigungen auch die Judenmission? Damit ist e» vorbei, nnd vollend» entrückt sind wir dem Ausblick aus die Zukunft,, die nach ncutestamentlicher Beriheißung fiir den einen Hirten ein« Heerde haben soll. Zch habe «» freudig begrüßt, daß der Kronprinz für den antisemitischen Lärm strafend« Worte hatte, «»sind ihm wohl mütterliche Wort« im ltzedächtniß geblieben, die den Lehren Herder'» entnommen waren. Ich halte dafür: wir müssen aus der jetzigen Strömung so bald al» möglich wieder heran», und mein Be» dauern über die Bargäng« soll sich verringern, weun die Zuden au» ihnen für ihr Verhalten manch guten Wink bekommen haben." Dieser Brief der hvchseligen Kaiserin bestätigt u. a. die vom Kaiser Friedrich als Kronprinz gemachte Aeußerung über deu Antiseyntiswu» al» Schmach unsere» Jahrhundert». . welch« di« antisemitische Preffe bekanntlich im!lter noch in. Abrede stellt. Die antisemitischen Blätter befinden sich darum auch durch die Veröffentlichung diese» Briefe« in nicht geringe. Verlegenheit. Der fromme ,Retchsdotr" schreibt: ,Man wühle »och im Tagesstreit nicht immer wieder die kaum geschloffenen Gräber unserer liebsten Toten asf-״ — Wenn mogekehrt Briefe' und Aufzeichnungen de» Kaiser Wilhel« veröffentlicht kverden, di« den Auttsemite« in ihren