Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 34 (21.8.1890)
- Date
- 1890-08-21
- Page
- Seite 260 (sequence 4)
- Language
- German
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Sw» paffe», so wisse» stk stch -mr Berzück!»»» »ich« z» ttffse», über ,di« großr Wilhelmdüsch« gett". «er »am solche Briefe der Kaiserin L»g»sta veräffeutlicht »erd«!, »elch« di« geistig hoch gebildete «ch edle Krau kamzetchuea. da finde» die Stöckerimwr dari» «ur, wie der ״Reich»bott" sagt, ״abgethane Idee», welch« ei» halbe» Jahrhundert zurück, liege«, aus rin» Zeit der ratiouakkstssche» Blaubarlgleichgiltigkeit nud einer seichte» ratiamckistische« Richtung herrührend." Die ,Staat«bürg»-Zeituug" sucht stch damit Hera«»» zurrte«, daß die Katseriu Lugusta, ״erfüllt von de» Ideale« reiner Barmherzigkeit auf eurer zu lichte» Höh« geftaudea habe, um i« die drurkle« Liefe« jüdischer Berschla^uhett hinabtauchen zu köuue». Sie ei««» rriaea Seifte da» Beweine unverständlich ist» so ««ßte ihr die Niedrigkeit jüdische« Bebahren«, «i« sie sich Luder» offenbart, »erborge« bleiben." E» ist charakteristisch, daß di« autisemitische Presse jetzt die verstorbene Kaiserin derart de die Wolken zu erhebe», sucht. Bo« welcher verständlichen Be «ei »heit aber miß die Judeuhetze sei», »e«« sie selbst in einer so lichte» Höhe so scharf hervortrttt, wie die» in de« Briefe der Kaiserin gekennzeichnet ist. » M. Merlin. (Or.-Lor.) Sine der Inkonsequenzen, die i» der hiestgeu Großgemeiude zu Lage treten, erhÄt «och inuner viel« Kreise in Wallung. Eta gewisser Herr Ba« s«. einer der Lafseher über die Soscherschlächterei der Broßgemeind^ hatte, uw stch einen Nebenverdienst zu »erschaffe», »och da» Borbeteramt i» ter Eharlottenburger Synagoge a»geno«men. Die Kouuuisfion der gedachte» KoscherschlLchteret jedoch verbot ihm, dort veiler oorzudetea. weil — jene Eyaagoge eine Orgel habe u«d eia Manu, der dort frmgtre, kein Vertrauen i« Bezug a«f Laschru» »erdiene; wolle er dort «etter vorbeten, so müsse er sei» Amt al» Koscherfleisch-Lusseher uiederle-eu. Herr G. hat vorgezogen, da» Borbeteramt aufzageben. Rn« fragt ma» hier — ob mit Recht »der nicht, da» z« beurtheile« sei de« Lesern überlassen: Ist die.Orgelbeglritnng de» Syuagogeucultu« so antijüdisch, daß e» die Beamte« derselbe« de» Vertraue«» beraubt, warum duldet der Vorstand', von de« jene Lommisfion und dieser Lultu» uud viele» Ludere reffortirt» die Orgel ia der Synagoge; ist fie e» nicht, war»« duldet er jene Commission? Warum schenkt er de« Rabbinern, die i» solche» Synagogen fungirr». Vertraue»? Oder bedürfe» di« Bemeinderabdiuer weuigrr Vertrauen, al» die lloschrrfleisch» Beamten? Wie stellt sich den» da» Berliner Rabdiaat, die HH. Uugerleider, Maydaum uud Rose »zweig, die ja sSmm ttich in Orgelsyuagcgen predige«, zum obig« Beschloß der Flrischcommisfio», der ihne» ja da» Vertrauen abspricht, drffeu fie zu alle» religiou»gesrtzlicheu Eutscheiduugeu doch «»bedingt bedürfe»? Hat sich di, Fleischcowmtsfiou die Lonsrqueuzrn ihre» Beschlüsse« klar gemacht? Dürfe» z. B. die in einer Orgrlsynagog« Fuugtteudeu den» »och Lra»- zeuge» sei»? Wird da» Rad binar, wird der Vorstand solch« Urdergriffe der von ihm eingesetzte» Schächtercowmisfio» dulden? Diese Frage» find so übel nicht «ad ma»!»m 00a diesem Bamsv, durch de» sie aus» Tapet gebracht wurde», »vahrlich nicht sagen: Oarnar. lotauwott. — Bezüglich der in voriger Nr. mitgetheütr» seusattouelle» Zungen-Lff-tre Hab« ich noch «achzutrage», daß «au zur Verhütung ähnlicher Vorkommnisse dem betr. Liefrraute» eine» ״Schomer" in de» Fleischlad«, gesetzt hat, der von nun an den Ein- und Verkauf de» Loschersleische« genau zu couttollireu hat — selbst koschere» Fleisch und koschere Zunge» von ander wärt» sind für trat» erAärt. Diese« Kontrolleur find «uh über Nacht die Schlüssel über die Fleischvorräthe au». Nchäadtgea. Ob solche Poliznmaßregeln viel nütze»? Bemiffenhaftigkett ist der beste Kontrolleur.") Gerade bezüglich .Zunge»- spielte vor einigen Jahre« bei linem ,ttsigen jüd. Attischer ein: Lhnliche Geschichte. Demselbe» ist me y;rs. viabbinat z. Z. die Auffichüttafel entzogen worden, er hat tt mute nicht wieder erhalte». . '•דל׳ $M*. sOr.-Cor.) Zu» DVk Morri» b e Jang« gehe» der .Kölm vottlztg.- zur Widerlegung »er Behaüpvmg, daß di« Familie de« Dr. de Jvnge. erzürnt über sei»e» Lbfall vom Judenthum, ih» habe für irr finnig «klirr» «ub eiasperren lasse», folgend« Mitthrtlu«,«» zu: ,Morri» be Jouge hat unter de« 25. August 1889 säuem bamal» i» Pari» zur W«U-Lu»stell»ag wetleudeu Vater geschrieben, baß er au» dem Jukisdieaft auäschridea zuud sei»«« ״Lu»- tritt au» de» Jndrnthum ia de» nächste» Tage« erfolge» lasse» werde". Dt« Familie ließ sich durch diett Mtttheilung in keiner Weise beeinflusse»; fie Rieb ih« »ach wie vor wohlwollend gestaut, »ad fei» ™*tu «acht« ihm danach außer einer erbetene« noch zwei weitere vaarfeuduuge« von erheblichem Betrag ohne über dt« er wählten Mtttheilauge« auch «lr ein Wort weder »Südlich »och schriMch ihm gegenüber zu erwähne». Diese Bestaauag änderte stch auch uoch nicht, di» er begaua» tu der folgenden Zeit bi« grgea dea 20. Ottobrr 1889 auhalteud Lchmähbriefe au seine» V atrr, au Berwaudtr uud Freunde der Familie in Köln uud auderwärt», sowie Drohungen zu richten, gerichlliche Kl« ge» ei»« zureich«» (die sowohl von der Kölner wie Berliner Staatsanwaltschast abgewiese» wurde»), und angebliche Tü.huegelder in hodem Betrage von sei»«» Bitte za verlauge«. Durch diese» Vorzehe» wurde nach au» nach bei der F amiltt bi« Lusicht, daß er geiste«krauk, wenigsten» zeit »eilig geistesgestört sei, zur üederzeuguug» so daß fie stch »ach viele« Zöger» enischließen mußte, seine Ha udlu«tq»«veise durch trzt» Uche Lutoritäte» prüfe» zu lasse»."") Kamturg. Lach hier — schreibt da« »Volk" — kommt di« deutsch - nationale Sache immer m:hr und - «ehr tu Fluß. Nachdem seit ca. 2 Jahre» der ,Deutsch« Verein" die Sammlung der Beflauuugögeuosse» voruahm uud bei der letzttu Reich»tag»watzl für dea auf» gesteüttn «utssemittsch-deutsch-soziale» Kandidaten bereit» ca. 500 Stimme« ausdrachte, ist »»umehr auch bi« Brüubuug eine» antisemitisch«» Wahlvereia» »folgt. Dtt hiesige Polizeibehörde scheint nuferer Sach« nicht «ehr wie früher Hindernisse zu beretteu, «och vor vttr Jahre» wurde einig«, Herren, welche eine» vorlrag de« Herrn Hofprebiger Stöcker arrangieren wollte», zur Beding»»- gemacht, daß derselbe Weber über dtt Jqdeufrage spreche», »och da» Wort ,Jude" auwende» dürfe. Jetzt gestattet ftt schon ein« vortrag dr» Herrn Dr. Böckel, gegen den, »ach Lugab« einer httstge« Zeitung, der Hosprediger Stöcker eia ״reluer Phil»- semtt" sei» soll! (Lignatnra tawxortt!) P. Strasturß (Westprenßeu), 15. August. (Or^Lorr.) E» wir ei» der äußneu Erscheinung »ach einfache», datum ober doch eindruck-volle» und erhebende» Fest, da» btt httstge jüdische Gemeinde am 12. August feinte. -» galt der Weih« «tue» neue» Brihause» de» fett 57 Jahren hierselbst bestehende» Psalweuvereiu», einer Vereinigung »mi fromme» und humanen Männern zu wohllhättgm und Lehr« zwecke». Dtt Opserwilligkeit seiner Mitglttder, welche best» höher zn schätzen ist, al» dttse Mtt,lieber j« »llgemeine, «tt irdische» Bitter« wenig geseguN sind, hat der Betei» btt Mittel geschasst, au» denen tt bat prunklose», ad» würdige» Renda« «richtete. Dtt weihevolle Fei», die da» Brthan» feiue» heilige» Zwecke» zu widme» destiuuut war, begau» mtt einem etnbrnck»voll vvrgettageue« Rrcitatio de» Kantor» Sinai, iu de« Wohllaut der Stimm« und Junigtttt t« Borttag« stch zu schöner Horwoatt oerrimgtt». De» Blanzpnnkt der Feier bildete die geistvoll« und lehrreiche Aeftpredtgt be» »»ehrten Rabbiner» unser» Bemeinbe, *) Wie «uS Berlin gemeldet wird, hat der Polizeipräsident von Rtchthofe» nunmehr gegen Morris de Jonge und den Redactenr der »Kreuzzeitung", Freiherr» von Hammerstem, den Strafantrag «egen Beleidigung gestellt, und hat in Alt-Moabit bereits die verantwortliche Vernehmung de» Erste«» stattgefunde». Danach gewinnt eS de» »»- schein, alS liege de» kSnigltchm Polizeipräsidium hauptsächlich daran, beugauze» SachverhaU und dtt Vväwtworüichkrud» dethetl taten Personen dnrch gerichtliche BerhanLlung klaWchelttn: .