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Israelitische Wochenschrift · 1890-08-14 · 33 (14.8.1890) · p. Seite 254

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
33 (14.8.1890)
Date
1890-08-14
Page
Seite 254 (sequence 6)
Language
German
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Metz! Die bobnlofcn Verleumdungen der deutschen Antisemiten finde» ihren Ausdruck iu einer Lorrespoutze«^ «Ache daS Berliner Antisemitenblatt »Bostsich von hier schreiben läßt. Wir wollen dieses Pamphlet niedriger härmen, — vnS näher damit zu befafleu.verbietet un« der Ekel, der un» bei« Lesen desselben übermaunte.. Solch« Perlogenheil richtet sich selbst. ,Bor . einiger Zeit — heißt e» darin — durchlief die ganze enrotz-ische Preßr eine Roiiz, betreffend dt« Zahl der Inte« in Frankreich. Darnach sollen b0000 Inden in Pari» wohnen, in Frankreich (außer Paris» 80000, in Summa 80000! Blödsinn! Schreiber diese«, 1» Frankreich wohl bekannt, schätzt die Zahl Inden auf da- Dreifache, e» . wohnen in Frankreich wenigsten» 2SOOOO—800000 Inden 11 Die EivwaNderuno derselbe» hat seit de« Krieg« 1870 koloffal zugenommen. Al» Metz i» Herbste 1870 in deutsche Hinte siel, stailden .die Jude« von Frankfurt, Main», Mannheim bereit, um hinter den siegreiche» deutsche» Loldate» «kwuzkheu, m» Proviant, Schnatz» und liederliche Frauenzimmer einzuführen. Sofort setzten sich die Israeliten in Verbindung mit de» Militär und sie beherrschen di« hiesigen Pro« viant-Amier vollständig! I« lchterer Zeit hat fogar rin hiesiger Jnd« die Lieferung de» Schweinefleische» echalten Ob die angegebene» Borräthe in Metz, was Quantität und .Qualität «»geht, wirklich vorhanden,* *) darüber weiß Echmnl Bescheid. Krieadminister Frehclnet in Pari» hat seine Berichterstatter nicht astein in Part«, die «a kheil früher hier wohuten und deren Genoßen noch hier wohne». Sa« den Deutsche» verwehr« ist, da« steht J»rn«l offen. St« haben fast alle Lieferungen zu besorgen, gehen in de» Kaserne« au« .und et», wie in de» Fort« und berichten über aste», m# «um ln Pari« zu wtflen wünscht — gegen Selb. In Rorbfronkrrich erkennt «an noch ebenfall« den Jude». Picht so in Südfrankretch, wo sk de« schwarz därtigeu Romane» gleiche». Di« Angabe der Statistik über die Zahl der Inden in den Provinze« Frankreich« beruht auf der Angabe »er Rabbiner. Letztere besorge» dieselbe für di« Maire«, di« Bürger- «eistrr geben aber «nr M« Zahl der «rthodoxen Inden an. Auf «inen orthodoxen Jude» komme» aber zwei liberal«, die über aste« spalten, sich a>« MritcMc Franzosen aufspklen, Ladengeschäft« habe», wuchern und — Schnqtz» vertansrn. Rach letzter Angabe de« fran- Ä Statistiker» in Pari« meldet derselbe, bah der Schnapstonsn« ckreich seit!0 Jahren um da» kfach« gestiegen sei. Da« ist da« Verdienst Israel». Israel rninirt Frankrrich, »k einstmal« Polen. Da« arm« Polenwnrde weiland von de« IefuUe», tan» von de» Inden und de« Schnatz« rninirt. In de« Matze, «l» sich da« Indenrhu« in Frankreich verbreitet, verarmt da» srtülzösische Volk nnb der Säuferwahnsinn nimmt zu! (In Belgien ist e« »och schlimmer. Rnr dir in Brüffel »ohnenden reichen Jude» geben sich «I» Inden an». Die in der Provinz »ohnenden Juden find all« liberale Belgier. Bor mehrere» J-Hrrn starb in Antwerpen ein hoher Artillerie-Offizier. Alle Welt hielt ihn für einen liberalen Katholiken, er selbst gab fich dafür au«. Mit große« Pomp« wurde er begrabe». Al« seine Zimmer nach -seine« Tode autzgerLumt würben — er war unverheirathe« — entdeckte «an Gebet-Riemen bah er heimlich «in Jude war und geblieben war bi« an« Ende. Diese heimlichen Juden, bk de» Atheisten, Liberale» x. ritten, gtebt e# massenhaft in Belgien, d. h. in de» Provinzial» Idle», desgleichen in Frankreich in de» Provinze». Erst tarn» sie wohlgemästet find, ziehe» sie »ach Pari«, wo ihr Papst R-NhsthUb wohnt, n« noch reicher z» werde». Da» ehemalig, Jerusalem der Juden ist — Pari«, ihr Hohepriester und Messias ist — RochsMld. Für heute schließe» wir. Die deutsche» Krieg«rvereine rüsttti^sich, bei Metz die Grabstätte» ihrer Käme roden auhusuchen. Bravo! Wa« Pr ab« nicht sehen, ist der Feind, der bereit» in Metz wohnt und üb« Vieles Bescheid weiß und airbt — alle« für Geld! Da» Oteneralstabswerr berichtet nickp, welche Rolle», bk Juden im böhmischen Krieg« 1806 spielten, noch wenig« üb« die Verdienste im Krieg« gegen Frankrrich 1870. Darüber schweigt der Schweig«.- Solch« Vrrlänmbungen wieder doknt sich fast in jeder Rr. wahrlich Rickerl hat Recht — s. unter B« rl i n — ״es ist hohe Zeit daß dk Aufmerksamkeit höher« Kreis« ans diese« Treibe» gerichtet wird.-) N«st-a»d. 3F«l<r»l»r§. Die hirfige .Nordische Trlegr«tzhev. Ngeulie- Hut v«l sichert, die russische Negierung habe kein« Maßregeln gegen di« Juden beschlösse». Nu« eutuirumt du» .N. Wiener Tagdl.* russischen Blättern, daß uns Petersburg. Moskau, Sir« nnd Odeff« Müssen v»u jüdischen Handwerkern, Aauflente» »nd -ritzal. leute« auSgrwtese» »rrdeu. weil fle ungebiich kein Nicht besitzen, fich in de» genauuteu Etädtra aasznhalte». — Bor lvrzrr Zeit hatte die jüdisch« BevSlkrnng 1« »irle» Städten Rußlands beschlossen, einen Baß- »nd Kaptag in der Loch« srftznsetznr, »nr de» Himmel »nrch Gebet, Faste» urd kloftrinnge» zu entzeichrn, daß rr sich der »». atücklichert Rinder Israel» annttynt «nd rrdarme, deren Lag, *) ««che «erläumdung du tzrrnß. Milk»etnhörd«! ^(Red.) —י. ■<׳ in der That tük »rrzweiftü« . und Fasttag« »nßten nb«A^ar den McgnSanHe« HG-BW tzärden geheim ,ehrten werden^ da dtestttn» sicherlich dt« kttengsie» Maßregel, ermiss«, hält», *at diese .De«»»- strattonen* nnnrSgttch zu mache» und die »Mautse stall allein für die Absicht ttnes derartige» freche« Appell» an de» höchste» Nicht« »nr verautwoetnng z» ziehe» Aerttich kann «an Niemand (selbst ttm» russische» Jnd«, »icht. der doch da« rechtlosest« Wesen auf Gffttas Erdboden ify »er» Himer», zu hungern; da« ist «in Recht» da» Wa Inden tat Nnßk«rd nicht benommep ist nnd die marken Maßregle der Negierungen zielen darauf hi», diese» Recht* »ach Lrästm zu rr weiter,. Aber demonstrati» z» Hunger«, »eit die Negierung beabsichtigt, vier Millionen ihrer Bürger ׳ t» deren vndfiHnzwittrl» nach mehr zu drschrtukeu — da» würde die Patizet ui« gestatte«. Edens» würde «an da» Abhalte» von Gebeten nicht gestattru, da diese Grdete doch al« rin Anflehne» gegen die HSchfte Negieraug, als eine u» «tue HI Here «nd fremde Instanz gerfchttte Beschwer»« de» ttachtri »erde» würden. Denn der Gott der Inden ersten! fich in Naßland keine« sonderkkchen Ansehen» nnd ei»!«der Appell an ihn wird al» illegal betracht«. Wen» also die russischen Inden deten nnd faste» »alle«, tm den Htmnilt anznflehen, da» ihnen drohende Unheil abjnlenkrn, so müsse» sie e» i» Geheimen tdu». F. Z. Marsch«». (Or>Lor.) Di« Judenaurwanderung «ach Pa« lästina, Afrika ano Smerika au» Rußland nimmt immer nuchr überhand. Die au» Palästina zurückgrkchrtr» Eommissil»»- Mitglieder de» jüdischen Lolouieu. Unterstützungverrin» für Palästina «nd Syrien schildern die Lage der Jude» in Palästina mit verlockende» überschwänÄuhen Lobeserhebungen «nd ׳ halte« in Wilna, Bialhstoch Ikowuo so, begeisternde .Droschau»-. daß fie auf dH«» -Wege lttder nur äußerst beuurnhmende Zustände schaffen. So schreibt da» pol«. Blatt,Mel*: »Wandert nur au» «ach Paläistua, ihr hbret die stmriae» Rede« eure» au» Palästina rückgelehrt«» Rabbiner» Joffe »nd doch weiß die Mehrheit, daß da» entwnrzelt«, verheerte und vertrocknete Sand nicht «ehr ansblühen kann, denn wo einst da» Voll Israel mit seine» Füßen den Boden zertreten hat; da lau» da» unfruchtbare, Fttd nicht «ehr grünen.- Marsch«», 28. Juli. (Or^-Lor.) Der hiesige OberdLrgermeistrr erließ soeben eia« Lerordunag, wonach er die Jude«-- Gruppirnnge» auf Nalewki (dem frühaen Ghetto) und Nebeusttaßeu verbittet,-well hierdurch BervchrSstörnngen erwachse«, aber strenge auch verordaet» daß die Judvr sich nirgends in verbotene« Trachte« zeige«, (d. h. nicht i» laugen Rock und nur mit Spalte«, hoher Mütze «.fit» «nr wie die Russen tragen). — Lin iuteresiaüter Prozeß ward« dkstr Tage entschiede». Die Jüdin Fttga MmlSka litt a» Zahnschmerz«» »nd begab sich zu« Dentist B. um Rath. Dieser marterte sie derart, daß sie einen Blutsturz erlitt, in» jüditche Hospital gebracht wnrde und dort starb. Die gernhtliche Sectio« erwies di« Zahnrttßertt mittttst Shagat, und der medittnische Rach erklärt«, daß der Blutsturz in Folge gewaltsamer , Exstrucüon und starker Beschädrguna de» Sabenluoche« Seiten» de» Zahnkünstlers erfolgt«. Die gerichtliche Unttrsuchung hat alle diese Andeutungen zu Lasten de» Angeklagte« wahrheitsgetreu besundm und der schuldige v. wnrde »er» urcheilt zur — kirchlichen Buße nnd -nr AblegnAg. eine» neuen Aahnkünstler-Sxamen». Würde «an «icht btt umgekchrtnn Falle: daß et« jüdischer Dvatist ttner Ehristiu Blut gezapft hätte, einen Hüllenspectakl mache»? Südamerika. Ji. Hfaramaril« (Holländisch Gaayaua). Eia'a« l. Juli gttrierte» Botkdfest wnrde der Anlaß zu «nur antisemitischen Demonstrotio». Während die »fferkltch« Berguügnnzeu auf de« Markchlatzr ihren Hährpmckt erreicht hatten, lirß der Gontzernenr durch -den P-ltzei-Lunmiffag dir «Wr anf-

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