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Israelitische Wochenschrift · 1890-08-14 · 33 (14.8.1890) · p. Seite 253

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
33 (14.8.1890)
Date
1890-08-14
Page
Seite 253 (sequence 5)
Language
German
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Dieses Herüber, aab Hiaütorflietzea tor «chtaugea. bat za daer allmähliche״ Berfühaaag tor Parteiea führea Maate, am» -es aafrichttz geasetat »fee aab aicht «es allerhaab Peiaat• -^ateressea torutzte, ist jetzt rie Sismatar tor tzkfigea •er» r 4Mat»»eaea 8«tiU»W<. Dk Orttzabszk tzaachett «af. Däraagaabdk nligilDFniffW'i^gni henchttn ^rttzeto^tr Waa »hat eiaaator Manche» zaSefallea — maanamana« laratl Brrtiv» 8. Caguft. Sei» t)ed*tJ11W1aum stterte gestern der Schriftsteller Max Ring. Lei» Doelorbrtes rühn von der «nediziutstken Faltnltä» her. Er wurde ihm von der Berliner Universität «rtheilt, nachdem er ordnuugs mäßig vier Jahre :־ ׳ lang, theilä in Breslau, theils hier di« Heilkunde studirt hatte. Lein Ülrbetlsgenofse war sein schlesischer Landsmann Ludwig Traube, der nachmalige berühmt« Kltntler. Traube und Nina hatten aemeiusam in Breslau bet Ott« in der Anatomie und Purktn!« in der Physiologie sich gründlich umgetha», dann waren sie 1888 zusammen nach Berlin -gegangen, um hier dir klinische Medizin zu erlernen. Aber dle Medizin ' sulltr Ning» Geist nicht ganz ans. Schon von früh auf׳ regte fich mächtig ia ihm die poetische Ater. Schon alb breslauer Linden« hatte er Erzeugnisse seiner Muse in Julius Laster'« Nachtwandlerinau«-, aesandt. Aber noch »ehr wurde er de« poetische» Schüsse» »ugesührt, . «I, er nach Berlin iibersiedelte und hier in einen l literarischen Sreis -ttntra«, de« Morch Earriär«, Carl Grün, Heinrich v!r«h«rd Oppenheim zngehdrtea. und der ihm Bettina von Arni»'« Salon« *. ^znäsnglich «achte. So taudt es geschehe«, daß Ring i» nämlichen •. Utzre, ta de« er sestm Dortorschrist (über de» Typhus) fertigte, ein Bändchen Gedichte anssandte. Gleichwohl hatte Ning im Sinn«, Pi« praktische Heilkunde zu stiue» Lebensbernse »u mache», er dachte auch . tora», wie sein Freund Lraube, in dte^kademilche Laufbato rtniutreten; aber äußere Umstände zusammen mit dem dichterischen Drange machte» diesen Plan scheitern. Läng« als ei» JahrMnt lebt« nun Aing dem Doppel berufe «i»M Schriftsteller« und ausübenden Arzte» zugleich, «Bei» auf di« Dauer vertrug beides sich nicht, Ning entsagte dem ä«t» lichea Schassen zu Anfang der fünfziger Jahre ganz, und was Um heute noch an dem vormalige» And erinnert, ist der Titel eines Dt. mti. und viele Stelle« 1» seine» Erzählungen, welche errathen lasse», baß ihr Schreiber der Aedizinkunst zngehöete. In de» letzte» Jahren ausgehärt Romane zu schreiben. Dafür hat er sich, wie die ~ mstthetlt, daran gemacht, seine Lebenserinneruuge» , uad über die Eindrücke! und Erlahrnngen Nachricht zu sin daheim und i» der Fremde geworden slnb. Der Jubilar vieruodsiehaigsten Lebensjahre; gleichwohl ist er »och rüstig ». — DmBerltner mediztmfche Ackultät hat Nina zu seine« «n'Dortvr.Jnbtläu» ei» Ehre».Diplom überreichen darin de« vechienten Schriftsteller und Arzte ihre Glückmttote».] j-i־ K VsßMp ▲ HaaafL (vr.^kor.) feirap erfalztea bkmtatioa oer alten Grab» bcnfmdlet aab Grüber tos aar a>tbrere» Jahren ckaf tzk». ardnaag tor vehürtze gefchlcffeaen FrtedhoftS der Synagogeagemeinde Ja»«razla» sind vohlerhalteue Grabsteine ausgefunden amrdea, deren Inschriften dn Alter von 2SV vif ÖW aju^ttll aUflDfl|Ctt «N|C 44)(l1f(U9C VEWNsL, Mq die jüdische Gemeinde in Jnownylaw ein hohes Alter hat, da ein noch älterer, vor diesem nunmehr anher Gebrauch gefetzter Friedhof, daselbst Vorhanden. Auf das hohe Aller der Geaniude lasse« auch die leider nur br«chstüa»eise Avchtto derselben schließen, die zugleich Acht verbreite« über einen sehr dunsten und trübe« Zeitabschnitt der Geschichte tor Jaden in de» ehe«naligen polnischen Landen. ES ist d«eS die Zeit vom Ende de» IS. bis zur Hälfte des 17. Jahrhunderts, namentlich die letztgenannte Zeit, wo auf dk vor denen Polen jahrelang zitterte, ei« blutiges Nachspiel für die jüdische» Gemeinde» deS damaligen Groß, und LletapoleuS folate. Als näaüich zu de» gegen die Bolen «er• büadetrn Kosaken uad Nuss«» noch d» neuer Fein•, Karl X. von Schweden, hinzutrat und der schloache Poleakünig Johann Kasimir sei» Land verlassen und den Schutz des deutschen Kaisers erbitten mußte, da begann eine neue Schreckens- und LeideaSzett für ote jüdische Gemdnde Groß» Polens, die der polnische General Ezarmcki der Berrath» der Pole» an den Schweden beschnldiate. Mil Jener und Schwert »üthete er g»e« die Jaden in Jnowrazla», Pakofch, LobseuS, Wreschea, Posen, Meseritz «. a-, verbrannte die Synagoge» and dk Thorarolleu, und lik aus jener Zeit erhaltene« Urkunden, refr Ehrvnik» berichte» über «ne ungeheure Zahl von damals in de» genannte» Landstriche erfchlaaeue« Juden. Hosfeattich haben wir Ge» legenheit, demnächst ans de« in lateinischer, polnischer anb hwräischer Sprache geschriebenen Ueberrepe« des Archiv» der Gemeinde Jnowrazlaw dem Bestrebe», jene Vorhand«« Grabdeakntäler, welche in Stein und Erz die Geschichte der LerganOmheit eingegraben enthalten, gewiß lobend auzuerkenne« ist, Nähe«« zu berichte«. Line Schilderung von Leute» «»• Bauten jener veraaugeneu Zeiten entbehrt gewiß nicht des allgemeine« Interesses. PL*) äfatav, 8. August. lOr.^Lor.) Aus eine« za. fällig in «eine Hände «langten Schriftstück ist ״ersichtl«L, daß in dem für PreuKm so unalücktiche» Jahre 1807 rs hiesiger Gegend außer den als Fände im Lanto hausenden Franzose« aach due Pest unter de« Bich hier gewüthet hat and wer konnte hieran ander» schuld sein als die — Jude«. Aus uachftrhnld wvrttich anfgeführte» Befehl de» danraligen Juspretor» der Herrschaft Flato» und nacharalige» Bürgermeister» der Stadt Flatow, der an alle OrtSvorstcher in einem meilenweitea Umkreise gerichtet war, läßt sich schließe», welche Qualen wohl «nsere damals in hiesiger Gegend zahlreich wohnende« und vom Haustren auf to» Laude, dem sogknauuten ,Mediste gchensich ernährenden Borfahre» zu erdulde« hatte». Da» Schriftstück laufet: ,Da durch die Jude» da• Liehst erben noch immer verbreite« wirb, .indem dieselbe» fich hächststraflichermefft unterfangen, dag krank, und creptrte Bieh »bzuledern und dt« Pest-l^. <U zu kaustu, s» wirb säunnUtche» Schultz»» und Aelteste» btt e!st»>er und großer Ver. antworwng ausgegeben, von jezt ab leine» Juden, der nicht vom Vovttwt» einen ErlaubnttzSchttn hat, im Dorfe zu dulden, ihn sofort, so »t« er fich sehe» läßt, zu »rrtttrr», und an mir (?) abzuliefefr damit er kbrperllch!«straft werden kann. Derjenige Einsatz», welcher einen Jude» t« Dorft dulden und ihn nicht «ufgretfe« wird, muß von de» Dorfrs»8or ge setzten ebenfalls arretitt und szur Bestrafung dem Dcaaio übergebe» werebn. Flat»».' IS. «ovdr. 1807, Münzer.- *) «an beat geehrten Einsender obiger «ttiz liegt uns auch ei»» grüße« Abh-nbluug ^nr Geschichte der Juden im ürrise Flatowvor. die wir demnächst znnr Abbruckbrsttge» worden. - (Red.). ׳M’::'

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