Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 33 (14.8.1890)
- Date
- 1890-08-14
- Page
- Seite 251 (sequence 3)
- Language
- German
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a# frö* M, M!4<nkfcr nM taf richtigste ist. fitatM crfdtdst t» »4( tat lichften, b«fi »er «hrer. wie er et, grtvühnlichrr Mensch tst und al, Nationalg«sch»pf bil srkratische weitbürgerliche ' Erzietzertdeal »ach Utvpien verweisen wird. die seinem Wesen »» «tytcn art{pre4«ttbc Kenn fit In»cnbmtt Htngt. Er ' ft »aun doch mt der Gefahr ,«schützt, die Offenheit M Auftreten, nn» Erzieher» Äznbühen. ©irenje ist »ach >icht nvthwendlg mit Energie idemisch» auch Milde kam, Energie »er,e«. Diese, Mc Snerßie, aber bleibt da» allgemein« Erfarderniß, gilt in allen Füllen nnd nnter allen vmstünden al» da, «8«», der Erzkdnng. Fragen »ir, »te «»er falchen Berhälkniffen da» »nslreten eine« Lehrer» sein »nß, tzer eine ganz aber varwirgevd andersglünbige Klaff« nor sich hat. Er »ir» »»hl znr Strenge neigen «üffen, da er die Vvransfttzongen nicht kennt »der nicht empfinde«, »ter denen di« Klaffe da« ist, »a» sie ge»orden. Jedenfach, üderhedt ihn dt« Strenge der nnangemeffenen Rücksicht- ״ nah« ans allerleieinge»nrzeit« Etgenthümlichkeiten. Inch Wlihert sich die Strenge »ehr der fittlichen Insgade menschlicher -ONdnna al» die ans de« allerdings gnten Grund« der natür« «chen Menschlichkeit er»achs«nd« Milde. Streng hat et»a» Legale», Pvlitische», MUde et»a» Natürliche», Ka«mop»liltsche» an flch. Dt« Er»ett«rnng de» Hortzante» nernrsacht ein« Ein- «anng k* Strenge, vereng»», de» Horizont» «in« Er« «tternng der Strenge. Inch in de» »eitefien Wtrknng«- ^felde Strenge zn bewahren ist de» grahen Meister» Sache, statt »er sichtbaren Schranken Unsichtbare anfrichtet und hütet. Der jüdisch« Lehrer hat »der nnr dann Anöficht ans Nneekennn»^ »e» er seine Grenzen eng zieht nnd erst dann ennettert, »enn ihm ans halbe» Wege eut^^n,«kommen »ird. Non aber ist e» schwer zn bestreiten, dader jüdische Mann, de» ans Humanität. Frieden«ttrbi nnd Idealismus gaichteten Wesen seine« Slam«» entsprechend, sän Fch »tt N» s» schmerrrer Hekümpfnng de» Egatsmn» znr Selbstmcht Nnd znr Strenge leitet, vermag er diese», »enn sei«« Streben nach fittlichen Idealen »er Baden entzagen »ird, »enn kein« Lied« ihre unsichtbaren Ketten «n ihn schlingt, sein »arme» Empsdchen nnd «allen an der Erskltpp« de» teilnahmlasen Indifferenti»mn» erkalten muh? Die 82. ÄchtzreAverschMml»»- der i-LieliUschem Lehrerk»»fere*- Hesie»» fand am 7. Jntt in Cassel statt. Mtt graßen Ermammgen sah man schan seit Wochen gerade dieser versa«nlnng entgegen»' da ihr neden einer hohen Ehre anch ein hoher Genuß zu Geil »erden sollte, indem der »üvnrhrte .varfitzcnde desD.J.S.V., Herr Sehetmrath Dr. Lrtsteller an Berlin, nicht allein zur Versammln», kommen »ollte, «edern anch einen Vortrag über ein Gebiet an» der südtschen . wtssenschast an«nelde» hatte. Daher »ae der Besnch anch «in ncht z^lrrtcher, gegen 100 rheilnehmer »«den gezühlt. In heroarragenden Güsten find anher Herrn Seheimrath MristrllerznnennenrDieHerren Nadbtaer De. Prager- Caffel and Lr. Mnnk-Marbnrg, der Delegirte de« D. I. G. B., Herr Idols Gotthelst-Laffel, Herrn Nralschnl- Direkter Dr. Bür»ald-Kr,nlfa« «. Ä-, die Herren Nrcht»an»Ült« Hirsch und Dr. Rvthsels-Caffel, so»t« der-Herr Blnmenan-Caffel, der dishertge Vorsitzen»« de» rheinisch*»,ftstlisch« Lehrer verein,. Inch eine Anzahl ^Kollegen an» den Nachbarprooinzrn, besonder, an, Hannove r, so»ie die Lehrerin Krünletn Kronenderg-Jmmenhanfen marrn erschienen. Hur festgesetzten Ltnnde begannen i» großen Saale de, Irdelter-goridtldnngsverein, di« ver Han»! Unzen, die mit Idfingnvg de, Choral,: »Segne, trrner Sott, nvd stärke'' eingeleitet »ordrir. Hierans hielt der Larfitzend,, Herr De. St ein -Caffel in gavvhntrr Meisterschaft die Erdsfnung«- ' re»e, »eiche in chren SrnndjÜgen' eine Setüchtnißrede «ns MvP^»U>del»j,htzt den grohen Denlscht» «d Inden» dübele, d«n . estrige Lüge varW in bekanntlich ein Denkm« errichtet »erden ist.' ,9t sei — so führte der Herr Redner ans— nicht ebne ge> sthichtltchen AttfnmwenVmg, wenn unsere Konferenzen «tt Vorliebe tn Lasset abgehalten würben. Habe doch Mendelssohn, durch den der »oochtdtsche Segen, dnff Iaphet in Sems Hütten «ahnen soll«, so recht »ur Wahrheit gt10cr*>a1 sei, Indem durch ihn ein« Vermahlung des deutsche« Seifte» mit de» israelitische» Seifte stattgefunden Hab«, hier t» Caffel seine würdigsten Nachfolger gefunden. Mendel-sohn, nicht allein als Schriftsteller grob, habe auch den pädagogischen Bestrebungen seiner Zeit, besondere denen Basedows nahegeftanden, wie aus einem 1778 an Lampe gerichteten Briefe hervorgehe, denn seln für alle» edle empfängliche Herz mutzte von Basedow'» philanthropischen Ideen tief ergriffen, «erden. Bon hervorragender pädagogischer Bedeutmrg sei seine Bibelübersetzung gewesen, denn hauptsächlich durch diese hätte« die Israeliten in ihrer groben Masse erst die deutsche Sprache schütze» gelernt und stch atuceignct; dadurch seien sie erst imstande gewesen, an dem deusschen Seifte theUzuoehmru und im deutsche» Bolle aufzugehen. Auch das religiöse Gefühl sei durch sie nachhaltig gekräfngt worden. Mendeltsohas Verdienste wären aber verloren gegangen, wenn nicht die ieraelltische Volte-Schule erstanden wäre, seine Bestrebuaaen fortgesetzt und ihnen dauernden Erfolg gesichert hätte. Die Begründung der israelitischen Bolleschule sei aber von Cassel ausgegangen, wo zu allen Zelten i« Mrndelssoha'schen Geiste wirkende, das israelitische Schulwesen treu fördernd« Männer gelebt hätten und wo schon 1876 Israel Jakobson dl« erste tsrartitlsch« Lollsschule in Deutschland, di« sogen. Konststorialstbule, errichtet habe. Zwar sei diese Anstalt infolge der politischen Umwälzungen jener^Zeii wieder einaeganaen, aber dl« unausgesetzte» BLmühunge» der Männer, dt« auch nachher noch i« Mendelfohnschen Setste forüotrkten nnd an deren Spitze der sel. Pinhas stand, hatten den Erfolg gehabt, daß 1834 tn Laffel das erst« Israelitische Lehrerseminar Deutschlands eröffnet werden konnte, woraus fich in Hesse» das jüdische Voltsschulwesen ganz nach deutschem Muster «usgebUdet habe. ,Möchte»,- so schloff die Er- Sffnunasrede, ,auch ferner aus den israelitischen Schulen Hessens treu« Israel»«», treue S3h»e des Bäterlandes hervorgehen f Nach Begrüßung der anchcseodea Gäste »«de dnrch den Herrn varfitzenden der Jahresbericht verlesen, »elcher Nechenschaft von der Thütigkeit de, Intzschnffe, gab. lins d«e günstige Sntsteklunhiawie,, di« t« »b-elnnfenfn vereintzjahrr hinsichtlich, der peeuntüren Stellnng de, Lehrerftande» in Preußen eintzetreten sei, und den Staat,behdrden hierfür Wart, de. Danke, zollte. — Nicht so erfreulich »ar der dmch Herrn Gntkind-Caffel erstattete Kaffenbericht, dm! ein mcht unerhebliche, Defizit feftfiellte. Hoch« derzitzrrweisr erklärten die beiden «nvesälden Mitglieder de» Varsteheramt» der Jsreelttrn zn Caffel, die Herren Sandrnbbtner Dr. Präger nnd Nechtsanmalt Hirsch, die Deckung diese» Defizit, dnrch die Kaffe de» Vorsteheramt« in Inregnng dringen zn mellen. Nun folgte da» LUserat de» «itumerzrichaeten lara«: ,Der ethisch« Inhalt der Gebete." Inf dt« eigentlichen Gebe» sich beschränkend, als» Mc biblischen nnd talmndischeu Stücke de» GebetbvcheS anher acht laffend, zeigte da» Referat, ans »eich' hohe« ethischen St-lldpnakt die Gebete ber Israeliten steh», »te sie denselben ethischen Seist «thmrn, der dt« hrtliae Schrift und da» jüdisch« Schristthnm erftillt, nad »eich' grvhen erziehlichen Werth sie beptztn. Da da, Rrsrrat auf latrag der Herren Dr. Bür»asd und Dr. Munk dem Druck üdergrven »erden soll, s» deschränken »tr-nn, hier ans di« Wiedergabe der Leitsätze: 1. Die Sebet» der Jsraeltten sind ihrem Inhalte «ach ganz den ethischen Srunbsätzen der heilige» Schrift und den Morallehren aller Kulturvölker entsprechend. 3. Dt« Gebei«' der Israeliten haben «inen groffen erziehliche» Nerih für den Betende», indem sie zu innerer Heiligung führen- 3. Di« Gebet« der Jsraeltten unterstützen und fördern den Wellglonsmiterricht und die religiös« Erziehung durch di« Schul«, deshalb «uff d>« Schul« deren verständnlff galt! besonders Pflegen. Da» Korreferat de» Herrn David-Jesberg stimmtevollständig mit »e« Referate Überein und lärmte aas diesem Srtind« karg gehalten sein; es »ird mit de« Hanptreserate verbunden i« Druck erscheinen. Die Besprechung der Referat« wurde ans nächste» J-Hr »erschabcn nnd Herrn Dr. Kriftelier die dadurch ge- »»tau» Zeit zur verfüg«»- gestellt. . (Schluff {«igt.)