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Israelitische Wochenschrift · 1890-08-14 · 33 (14.8.1890) · p. Seite 250

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
33 (14.8.1890)
Date
1890-08-14
Page
Seite 250 (sequence 2)
Language
German
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M thAU 3■ •E« Orte« ■«fbtah» ficht-»«» Me «aae^ Mische Vevölkermeg Me HadstliMit« zusammrnpack» nk M der ^flhrltche» «mken», nach PalMu-, Brastli» ^er ttgeabwohiu »ach thncrifc pch »«bereite«. Welche« ist als der richtig Ort zu wühle«? ■er ««P es ja foaen.' Vit ,lmibe«, baß die tut PalSstiua Zurücklehr«k» wit ihre» schwärmerisch« Rede» eine sehr uuhettvolle Propaganda »acht». Traurig geuug ist ja da« Schicksal je«« ««glückliche» Juden, die Rußleud alt ««ländische Uutrrthaue» verlasse» mußte». Trotzdem sie meist mit sehr ««reichende» Lruutoiflc» begabt find, find» sie weder bet ihem enropäi« scheu Gleubentgeuoffeu noch aoderwettig eine Steltuug. Um wieviel trauriger gestaltet sich da« Schicksal derjenigen, die ohne irgend welche Sprachkeuntniß, ohne Halt «ad Mittel chre Stätte »«lassen, um nach fremden Selttheil» z» zieh«. Sohin ziehe«? Da« ist die schmerzvolle Frage, die jede« Jude» ans de« bleiche» Lippen schwebt. 'Schafft ei« Asyl! Da« ist »«Hilferuf, der pch al« schwer« Se»fz« der Unglückliche» aut angstbeklounmuer Brust drängt, da« ist der IhrSnenuwflorte Blick, d« pch z» Lach. Ihr hoch, he, zig« edle» Großen und «eiche» und Angesehen« jüdisch« Glaube»« w«det. Zählte doch J«rael fcna jemal« s» einflußreiche Männ« der Mff«schaft, d« Industrie «nd de« hohen Fmaozweseu«, al« gerade jetzt. Eine« solch« groß« herzig« Philavthropm wie Boro» Hirsch hat noch lei» Jahrhundert «fznweis«. >» Reichthnm find ihm viele «»ser« Glaubeußgeuossm üb«lege», ad« « Hochherzigkeit «»bedingt stein«. Da« drohende Gewitt« in Rußland nud Pol» kann jede Stunde losbrech«. — Schaffet ei» Asyl — eine Zufluchtsstätte —. eine Organisatio» — ehe e« zu spät wird — ehe eine wilde verzweifelnde Augwandernngrjagd, die sich -» reg« be^nnt, mächttg üb«h,»d nimmt — md wie eine sturmbewegte Fluch Tausende »xd Mdertansende mit fich tu d« Udgruud schleppt. Verbindet -Euch Ihr edl« Groß« in gleich« Hochherzigkeit »fit Her« Varou Hirsch damtt eure sichere Zuflnchtsstätte bald grfuuku »erde. Säumet »icht. L.* Ei« frühere Original^orrespoudenz au« Beter«» stur g hatte noch wie folgt gelautet: .Die Furcht, daß duvch die AlltwauderNNg der Juden aus Rußland ei« große Sraft demselben entgeh« wird, sowohl hinsichtlich de« Groß, und Aleinkapital«, de« Handels i» sein« Gruudsester,. sowie eine« groß« Theiles der ihm so nochwendigen Intelligenz veranlaßt die ,St. Petersv. Wtedmuosti* eine Reihe von Leitartikeln üb« die »Jukuftage« zu veräffmtluhm, die scheiubartei« aewiffe Umlehr durchblick» ließen. Währ«d d« Anfong die Schädlichkeit d« Judm iu Rußland behandelt, kommt d« Autor srtbst allmählich arf der« Nothwendigkeü zu sprechen und schließt mit folMd« Wort«: .Da« Mittel wodurch die Jud« die Summe de« HSchsten Nutzen« dem russischen Staate bring« kda u«, ist die Ormmisation der Brofesslon«- und stleinschulen für diese. DieseOrgauifation wird dem Reiche und lhnen selbst zu Nutz« kommen. Man muß d« jüdisch« Handwerker lehr«: reiu, ordeuüich «nd da««hast zu arbeitm, dann wird die jüdische billige Production nicht mehr schlecht sein. Diese Producttouükrast wird die Juden von d« Hast de« Besuche« der Schul« und Lehranstalten, von der beunruhigenden Intelligenz ab« letten, und die Schulbeschräukuuam, — wie sie jetzt für sie ostwalt« — würden nicht mehr nochwendig sein, vir Härten sogar, daß diese Anaelrae«heitaüf der Tage«ord»ung siebe und zwar infolge der Anregung de* Baron Hirsche welcher ja Millionen zur Organisation steLMrofeMüiD^ lau» zuz »weise« bereit ist.* Dieser wohlgemeiuteRath scheint dnrch die ׳ spät«»^ Maßream» Wied« illusorisch grwprd» zu sein. So. f die rufflsche Regierung ittcht amtlich erklärt, daß sie darau denke »nd nicht daran gLacht habe, Re gegj» Jud« erlaff«« Verordnung« zu verschärfe«. Hab«!— Dementis einzelner Blätter od« selbst in Petersburg woha«- der Diplomat« keiueu Werth. (Mau vergleich« die nach« folgenden Mittheiluuae» aus Petersburg, Odessa, und Justerburg i» dieser Nummer.) . Z»rLckgeder jSdifche»Sch»l<r«t»r«UviP«»t«r. von U. veldeuer. JL Um die Aussichten, welche das jüdische 8eh«rt»m kr heutig« Zeit hat, aa einem Beispiele zu iSustreere». sei e» mir gestaltet, aus mein«» vo» Oft«» 188V di« Oster» 1890 adsolvirt« Probejahr dasstuige tu kurzer Skizze wird«׳ zugebem wa« zur Sache gehsrt. Metmr Meldung « da« Prootuzialschnlkollegium folgte iu kurz« Zett die Zewetsnug.. und zwar au ei» Gymuast»« t« Ost« w» Berit«. Da ich die L«hrb«echtig»»a für Latet» an» Griechisch hatte, s, wurde ich i» k» kW» Halbjahr« je zwei Lehrer» kr out««, beziehentlich ,kr» Tertia zugewtes«. Da« reiche .׳ Maaß pädagogisch« Erfahrung» welche« kr leite» de Lchr« ׳ besitzt, krnu« zu ttru», iu »»mittelbar« Nähe die Hand- Hebung k» U»t«richt« zu verfolgen, ist für auch vo» keiner ' geriugea Bedeutung gewesen. Gatt ja schon ku alt» ' Römer« da« in radu» intoraoa, al« »eseMlich sür jek» künftig« verufsmensche». Btellrich» wichtig« jedoch alskt« fichtdarr Beispiel war es. de» immrengusamme«,»,. k» Sansrtuexu« zu erkenn«, in weichem ans methodische« Wege dir Erziehung stufenweise fortschreitet. Die stllersgreuzc» kr Klaff«, die ich keuu« lernte, mar etwa das zwÄfte bl« füaszehut, 8edeu«jahr. T»«r« hald dies« gertug« Grenz« welch kkutsam« Uaterschied, welch« di« in« Ketuste gcheude ftufmmäßige Eetmtckluugs- Prozeß des serlischm.Lebeusk Dadies« Prozeß nicht immtr uormul ist «ud dleidt. htadert wohl nicht, die Mettzod« kunoch folgerichtig «zmkaden. Der gesank stdrp« und mit ihm kr grfunk Geist zeig« sehr weuig Abnormität; und wird auf Normolschül« die Beodechtuag deschetutt, so nkenut «a» anch mtt Sicherheit dt« »«male Befähig«», heran«. Falsche Beobacht«»,, freütch nämlich diejenige, wäche «ns Boreingruommeetzeit beruht, lau» anch leicht zu ' sulsch« Refuttatt» führe». S« irrt »ohl selbst kr tüchttgst« Pädagoge znweil» in sein« Beurtheilnng. ksonder«, wenn ihm nicht Zeit gelaff» ist, die sorgfältig ^spouueu» Aßkn kr Uotrrsuchuug ruhig «ud sich« fertzuleit«. »»« d« Umfang friuer Berufsthätigkrtt kettr ewgrheuk« Befasst,^ mit psychologisch« Frag« gestrttet. Der Beobachtung, Theorie, schließt fich daaa ja al« weseutttch« »ud wichtig« die Behandlung, Praxi» im pädago^jchrm Sinn«, an. Zwei IBt|t kr Erziehwch, kik ,, nud für fich »ekr gut noch schlecht, kik durch vtett Erfelgr, fett Mrüsch» leb«, al« erprobt «kaut, betdevtelletcht etusettig, akrkrMruschemmtnr eutsprecheud, nur ihr etgeuchkmttchalgpvei ^eichstehmk stttttche Mächte find «ö^tch:Str enge ist kr et«, Milde kraudere.Wa« mau k« Mittelweg unutt, scheint vtrt eh« «ud defftt die «gäuzuu-äaeis« Ltuschlaguug de« »iu« akr aukr» Wege« zu sei». Ein« stbschwächuag deikr, so zw«, daß kr Unterricht »ekr auf ftrru^r »och auf mtlkr Bchuudluug. sondern gewiffermaß« «f eiuer Art glrichfchmekukr Tnupcretur deruht. ist für ku ernst« Geist kr Geg»»art so wrvt, wie für die Semüthüttefe auürrlesener »üukl«. «otur» augedracht, wenigst«»« miukr rrfolgreich. Genug, od Sir«ge »kr Milde, od etu« Bemtntguug »kr «nch Abfchmächuug deikr. all diese find »ur Mittet znm Zweck, um Formattru» der» kr Lehr« k»«ß um die WMU» 1 <-׳ 4'

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