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Israelitische Wochenschrift · 1890-06-26 · 26 (26.6.1890) · p. Seite 195

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
26 (26.6.1890)
Date
1890-06-26
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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in ernsten Streite der Geister herbeirufen und 'mit ihm bedevNich fragen: »Sann da« Herz glauben, wo der Geist zweifelt?" Dem geisteSmächtigen Kant, dem alle« zermalmenden, hat doch auch er für seinen kühnen Aufbau werthvolle Vorarbeiten geliefert. Am meisten in dem Zweige philosophischer Forschung, den man als den eigensten und werthvollsten Erwerb de« deutschen Geiste« bezeichnen darf, in der Diffeuschaft vom Schönen und von der Kunst. Hier find die Spuren de« Zusammenwirken» mit seinem groben Freunde Lesfing am tiefsten eingedrückt, und gerade von hier an« ist die Erneuerung der deutschen Sulturbewegung vollzogen werden. Der» deutsche Kultur ist ibrem Begriff und Wesen nach vor allem ästhetische Kultur. Darin liegt da- Neue, wo« sie der Menschheit eingepflanzt, darin die Macht, die fie unter den Böllern gewonnen hat. Indem dieser edle Geist mitten au« einer Stamme«- und Glaubensgemeinschaft herau», »auf deren GeisteSschwinxen (nach seinem Ausdruck) die bürgerliche Unterdrückung wie eine tobte Last lag, die sie unfäbig machte, den hohen Flug de« Freigedoineu jemals zu versuchen", sich zu reger und fruchtbarer Mitarbeit an dem Kulturleben der Nation durchrang, hat er in diese Gemeinschaft einen Antrieb gepflanzt, ihm uachzuahme», und «r hat Biele mit fich fortgerissen. Er hat so eine Bewegung angedahnt, die trennende Schranken niederwarf, gegenseitigen Groll versöhnte und abseits Stehende in die große Strömung de« naiionalen Leben« hineinzog. Au« seinem eigenen Geschlechte sind ihm edle Männer und Frauen entsproffen, die deutschen Geist ehrenvoll vertreten, und einer der erlesensten Lieblinge der deutschen Nation, der gotlbe« gnadete Sänger der »Paulus״ und de« »EliaS* trägt feinen Namen. Er bot für Denlsreiheit und Glaubensfreiheit mit Eifer und Erfolg gestritten, er selbst ein Muster weiser Mäßigung und Billigkeit de« Urtheil« bei fester UeberzeugungStreue. So soll da« Andenken Mose« Mendelssohn'« im Segen unter den Deutschen sortleben. Von dieser Stätte au«, die seine Heimoth war und die durch das hier ihm gewidmete Denkmal sich zu pietätSvvller Verehrung für den hochgesinnten Mann bekennt, wag sein Ruf hinaustünen in alle Fluren de« weiten herrlichen deutschen Baterlande«: »Liebet die Wahrheit! Liebet den Frieden!" G1tzu«gsbericht de« am 12. n. «3. Rai USO im iSralttlschen Waisenhaus zu RS«i«s»erg t. Pr. ««gehaltenen 4. Aenfmnj ,üdischer -teU-iouslehrer des Verbandes der Lynagogeu-Semeiudea Ostpreußens. Am 13. Mai d. I. hielten die Religio'iSlehrer der Gemeinden Ostpreußen« hier ihre 4. Versammlung ab. Schon am Abend vorher fand eine Besprechung der Mitglieder der Schuliospektion statt, behuf« Feststellung der Tagesordnung für die folgende Hauptversammlung und Mittheilung einiger interner Angelegenheiten der Schulinspectiou. Die Haupt« Versammlung wurde um 10 Uhr Bormittag« von dem Vorsitzenden der Schulinspectiou, Hrn-Rabb. Dr.Bamb e rge r, eröffnet. Anwesend waren 9 Mitglieder der Schulinspectiou und 20 Lehrer.*) Al« Bertreler de« Ausschusses de« ShnagogeuverbandeS Ostpreußens waren Stadtrat E l ö ß e r - *) Und zwar: a) ton den Mi'gli-dern der Schulinspection: 1- Dr. Bamberger-Königsberg, 2. Birnbaum-Königsberg, 3. Cohn- Königsberg, 4. Periy-KönigSÜrg, 5. Scherbel-Äumbi»neu, 6. Sturmann-Ostciode, 7. Tonn-Allenstein, 8. Weinberg-Insterburg, 3. Ir. Wolsberg-K önigSberg. d) von den Lehrern der DeibandSgemeinde»: 1. Bialoftoczli- Landsberg,!t. Larc-Nllenstein, 3. Davidsohn-Rcstenburg, 4. Eckstein» Sieidenburg, 6. Epstein-Königsberg, 6. Fintenstein-Gerdauen, 7. Freieinger-Tapiau, 8. Frey.r - Marggrabowa, 3. Vrünblait» BisckosSdnrg, 10. Katz-Wartenburg, 11. Sroll-Lobnu, 12. Löwenth,i-Jnsterburg, 13. Nermann-Wormdiil, 14. Pessen-Stalnpönen, Id. Rosenderg-Heilsberg, 16. Rosengarken-Eydtuhnen, 17. Si> semhal-Röffel, 18. Komm- LnelSburg, 13. echön-Meh'sack, 20. Lrachmann-Lyk. Insterburg und Simonlohu-KönigSberg erschienen. Die Synagogen-Gemeinde Königsberg hatte vom Vorstände den 1. Vorsitzenden Prof. Dr. Samuel und S. Magnu« entsendet. Bon den Gästen sind besonder« zu neunen Lommerzienrath Sohn, Kaufmann LachmannSki, Dr. Seeltger, Rosettenstein, Dr. Brueg, Cand. ph. Fabian, Sekr. Klein, I. Schwarz, Dr. Littmann »Elbing. Bor Eintritt in die TageSordnuna sprach Pred. Tonn« Allensteia ein Gebet. Darauf folgte die Bildung de« Bureau'« : Rabb. Dr. Bamberger-Borsitzender; Rabb. Weinberg-Inster« bürg, stell». Borsitz.; Dr. Wvlfberg-KönigSberg und Peritz» Königsberg Schriftführer bez. Stellv. deSs.; Predig. Scherbe!» Gumbinnen und Freyer-Marggrabowa Beisitzender. Der Vorsitzende ert heilte nun Herrn Prof. Dr. Samuel da« Wort. Derselbe begrüßte die Versammlung im Namen der hiesigen Synagogen-Gemeinde. Redner hob die Schwierig» leiten des Beruf« eine« israelitischen Religionslehrer hervor und führte da« Wort LesstagS au», daß die Religion die Aufgabe habe, bei Gott und de» Mitmenschen beliebt zu machen. In diesem Sinne mögen auch die hier veisammelten Lehrer zu wirken sich bestreben. — Hierauf begrüßte der Vorsitzende de« Synagogen-Berbande« Ostpreußen». Stadtrath Elößet »Insterburg, ebenfalls die Versammlung mit herzlichen Worten. Der Deutsche israelitische Gemeindebund sandte schriftlich seinen Wunsch für eine ersprießliche Lonferenzarbeit. Der Vorsitzende dankte den Rednern für ihre theil« nahmSvollen Worte und gedachte im weitern noch in ehrenvoller Rede eine« verstorbenen VerbandSmitgliede», des Herrn A. Jacoby-Rastenburg, der sich um die Bestrebungen de« Verbände» jederzeit wohlverdient gemacht hat. Ihm zu Ehren erhebt sich die Drrsammlung von ihren Plätzen. Mit dem Bericht des Vorsitzenden über die Aufgabe und die gewonnenen Erfolge der Schulinspection ist der geschäftliche Theil der Tagesordnung erledigt. E» erhält nun Lehrer Sturmann-Osterode das Wart zu dem Bericht der Commission für Umarbeitung de« bisherigen Normal-Schul- und Unterrichtsplanes. Redner giedt zunächst einen kurzen Rückblick auf die Entstehung de« Plane« und führt die Gründe au«, welche die Umarbeitung deffelbea nothweadig gemacht haben. Au« der Neubearbeitung sticht al« streitiger Punkt nur noch der Unterricht im Pentateuch- Uebersetzen hervor- Ref. spricht über die Wichtigkeit diese« Gegenstände« und kommt zu dem Resultat, daß alempfehlen«» werteste Stoffeintheilung sich die von Rabb. Dr. Bamberger vorgeschlagene erwiesen, nämlich, daß entsprechend den fünf Büchern ein S jähriger Evklu» eingehalten werden soll und jährlich ein Buch mit Auswahl gelesen werde. Die weiteren Ausführungen beziehe» sich auf die in den verschiedenen Büchern fortzulasiendeu Kapitel, wofür die schriftlichen Gutachten der CommissionSmitglicder zu Grunde gelegt find. — D׳e Diskussion, an der sich außer dem Vorsitzenden die HH. Kroll- Labiau, Weinberg-Insterburg, Neumann-Wormditt, Eckstein- Neidenburg. Scherdel-Sumbinnen und Tonn-Allenstein de« theiligten, führte zu keinem definitive» Resultat; doch bietet sie für die Mitglieder der Schulinspektion eine Direktive zur weiteren Berathuag, auf Grund deren ein neuer Narmalplan entworfen werden soll. Z«m 3. Gegenstand der Tagesordnung: Ueber Methode, Umfang und Lehrbuch deS nachbiblischen Geschichts-Unterricht in der ReligiouSschule erhält Dr. Wolffber g-SönigSberg da« Wort. Ref. giebt vorzugsweise seine eigenen Erfahrungen über alle auf diese« Gebiet bezüglichen Fragen. Bei seine» Ausführungen über Methode und Umfang macht er einen Unterschied zwischen Gymnasiasten und Elemeutarschüler. Ueber da« für diesen Gegenstand empfehlenSwertheste Schulbuch gehen die Meinungen der Anwesenden auseinander. Besonder» genannt werden die Bücher vsn El kan, Bäck, Sondheimer II. Theil, Lasset. Vierter Gegenstand: Bericht üb.r den Stand der HülfSkaffe. Ref. Sekr. Klein׳Königsberg: Die Haffe besteht

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