Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 13 (27.3.1890)
- Date
- 1890-03-27
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ffaib and) nicht gar sofgroß,Dda die jüdische« Feiertage meist in di« Ferien falle». E» liegt also gar kein Anlaß vor. Gymnasialghetto'« zu errichten. Herr Stöcker hat behauptet, daß nur durch die Tr» Witterungen Knörke'S und Rickert» die Debatte die- Aufsehen erregt haben: so ist dieser Mann der Wahrheit; hätte Niemand erwirdert, so hätte er sich gewiß darauf berufen, daß, wer schweigt, zustimmt. Wirb ihm rntxegnrt, so sagt er: die Gegner machen den Lärm; ihm werden und wollen wir «- nie recht machen. Sitte israelitische Siaderheilmrstalt. Ein schöner Gedanke ist in unserer Mitte angrregt worben. Wir tragen ihn hinaus in weitere Kreise mit der tsten Zuversicht, daß er die freudige Zustimmung und thatästige Förderung aller Edeldenkenden finden wird. Wir wollm in dem Sool-Bade König-dorff-Jastrzemb (Ober, schlefien), da» durch seine Höhenlage, sowie gute Luft und heilkräftige Wirkung sich au»z«ichuet, rin israelitisches Kinderheim gründen. Es soll eine Heilstätte geschaffen verdrn, in welcher ktänkliche, in der Entwickelung zurückgebliebene, zumal skrophulose Kinder durch einen mehrwöcheutlichkn geeigneten Kurgebrauch im Laufe de- Sommer» ne« gestärkt und wiederhergrstellt werden. Wo« hat uv» veranlaßt, zur Errichtung einesolchen Kinderheim» zu schreiten? Spricht man nur da- Wort ,Kinderheim* au- und denkt hierbei an den ganzen uonennbarea Jammer eine» armen leidende« Kinde» und an da» beseligende Bewußtsein, einem solchen hiflose« Kinde Heilung und Genesung gebracht zu haben, dauu ist die Antwort auf unsere Frage bereit» gegeben. Die gute Sache spricht für sich selber; wir wollen aber noch folgende» hinzufügen. E« ist herzergreifend zu sehen, wie oft kränkliche Kinder unbemittelter Etter» langsam dahinstechrn und zur Sommer», zeit nach Stärkung und Erquickung sich sehne» — vergeben»; dir Eltern, die ihr Leben nolhdürstig kaum stiften, sind nicht im Stande, ihren Lieblingen Hilst zu bringen. So müssen die armen Kinder schon in der erste» Blüthe de» Leben» dahinwelken, ihr Auge wird matter, ihr Gesicht bleicher, und der erste Schnee, der zur Erde fällt» deckt vielleicht da» stische Grao so manche» dieser unschuldigen Geschöpfe. E» erscheint darum al» ein Werk wahrer Barmherzigkett und reinster Menschenliebe, wenn man solche doppelt arme Kinder, so lange e» noch Zeit ist, so lange da« Uebel i» dem jugendlichen, bildsamen Körper noch nicht tiefer Wurzel gefaßt hat, frühzeitigem Untergänge oder langjährigem Siechthum entreißt, und ihnen durch sorgsame Pflege in einem Kinderheim neue Kraft und ueue» Leben einflößt. Die abgezehrten, traurigen Geschöpfe erblühen dann überraschend schnell zu einem gesunden, stöhlichen Dasein; denn schon eine vierwöchenttiche Kur in frischer, reiner Luft hat gerade bet Kindern »ft Wunder gewittt. Nicht selten kommt e» aber »or, daß Eltern, die nicht gerade al« ganz unbemittelt zu dez-ichne» sind, gern eia Opfer bringen möchten, um ihrem kiänklicheu Kinde die Wohl» that einer Badekur zu Thril werden zu lassen. Diese« Borhaben scheitert ober zumeist an der harte« Klipp«, daß die Eltern da« »»mündige Kind doch nicht allein, sondern nur in Begleitung in den Badeort schicken können. Durch die Begleitung der Mutier oder eine» anderen Familienmttgltede» wird aber dir Bad«reise derart vertheurrt, daß di« Eltern «tt tiefer Trauer im Herzen von detselben Abstand nehmen »üffrn. — Man erwirbt sich darum auch in diesem Falle um di« Eltern und um die Kruder de« reichsten Gotteslohn, wenn »an den letzteren gegen eine mäßige Entschädigung die schr gern geleistet wstd, fibie ßPfortru^ eine» gut eingerichteten Kinderheim» öffnet. So schwebt un» eia feste», bestimmte» Ziel vorjAngn» Die ersten Schritte zur Erreichung desselben sind bereit» geschehen. Wir haben in Jastrzemb geeignet« Räumlichkeiten für unsere Linderheilaustalt iu Aussicht genommen, ebenso habn« wir eine zuverlässige Persönlichkeit gefunden, der wst, unter steter Aussicht de» Comitär. die Fürsorge für unser« Schutzbefohlenen uud deren Verpflegung anvertrauen können. Die ärztliche Behandlung liegt in bewährten Hände»; für Kuimittrl ist gesorgt. Dir Berpflegungskosten!ede« Kinde» werden sich nach sachverständigem Uttheil auf ungefähr l Mark für den Tag belaufen. Klein und bescheiden tn seinen Anfängen, aber entwickelungsfähig und vieloerheißend für die Zukunst und vielleicht noch zu einer unpassenderen und allgemeineren Wirksamkeit bestimmt, steht da» Werk im Geiste vollendet da. Wird e» gelingen, dasirlbe zur Au»- führung zu bringen? E» wird gelingenl Wir bauen vor allem ans den festen Grand der göttlichen Hilst und sodann auf die so oft bewährte Opserfreudigkeit der jübischen Gemeinde«. Wir wenden un» zunächst nicht an einzelne Persönlich, keilen, — so erwünscht un» auch deren lhatkräftige Theilnahme wäre — sondern in erster Reihe an dir Vorstände der i»raelittschrn Gemeinden mit der Bitte, durch Bewilligung eines jährlichen Beitrage», so mäßig derselbe auch bemessen wird, un» beizustehen in der Förderung de» gemeinnützigen Werke» und zur festen Begründung und Sicherstellung desselben un» hilsteich die Hand zu bieten. Sodann wenden wir un» an die Wohlthätigkeits» Vereine in den Gemeinden, an die Krankenpflege» Vereine ,Bickur Eholim*, an die Genossenschaften der Pietät und Bruderliebe ,Cyrbra Kadischa*, dir allezeit edelgesinnten ,Frauenvereine*, durch einen kleinen regelmäßigen Beitrag unseren Besttebungen sich anschließen. Wir bemerken, daß Kinder «u» solchen Gemeinden, die sich mit un» zur gemeinsamen segensreichen Arbeit an dem guten Werke verbinden, bei der Aufnahme in da» Kinder» heim besonder» berücksichtigt werden. Ebenso wird solchen Gemeinden die Bergüustigung geboten, daß bei Kindern» die von denselben un« überwiesen werden, der laufende Jahresbeitrag bei den Berpflcgungskost.'n »oll in Anrechnung gebracht wird. Zuschriften und Beitrittserklärungen belieb« man an unseren mitunterzeichneten Vorsitzenden Herrn Rabbiner Dr. Wilhelm Münz in Gleiwitz, Beiträge und sonstige Zu- Wendungen an unseren miluuterzeichnrten Schatzmeister Herrn Bankdirekior Jacob Fraenkl in Gleiwitz zu senden.*) Do» TomitS »ue Errichtung «ine» i«raelt>ische« wiuderhrimo i« Goot-Vad« Köntgodorff-Iastrzemb. Rabbiner Dr. Wtlhe» Rünz-Gleiwitz, Vorsitzender; vankdireetor JarsV Krarukl-EIetwitz, Schatzmeister: Stadttath N. David-Vlet»itz; Stadtrath S. «. Hahn-Sletwitz: RechtSanwalt •agtn Lnsttg-Blerwitz: Dr. »«ä. Karfankel-Jisttzemb; A. Ptnkzoioer-Zabrze O.-?.: Heinrich Pollaik-Zakize O.-S-; Adolph Schlrfiatzrr-Blelwltz. Gerichte und Correspo»de<rzen. Detttschland. Magtzeßnrg 25, März. Nachdem die in New-Aork erscheinende Zeitung ,The Hrbrew Standard* in ihrer Nr. vom 7. März unser» Vorschlag in Nr. 8 der ,Wochenschrift* in Betnff einer gemeinsamen Vorstellung an den Papst reproducirt, bemerkt du» genannte Blatt: *) Auch di» Rrdaetion dieses Blatte» ertltrt sich bereit. Gaben für den oben in zn H«rz׳n gehenden Worten dargeleg.en mohlihiitigen Zweck, dessen baldige vermietiichung jeder «dl« Menschensrruad von ganze» Herzen «Kaschen kan», entgeaenzuoehmen und de« Somit» zu über- «Mel». Veionder» sei da» Unternehmen den Logen de» Bnet Vrrtth- Ordens in Deutschland, die skr dergleichen hunumtttre Veranstaltungen stet« «ine offen« Hand Hader, besten» empföhle». (Die Red.) -- *«-»* i. יי.- 33c;.Ä>-;