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Israelitische Wochenschrift · 1890-02-20 · 8 (20.2.1890) · p. Seite 61

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
8 (20.2.1890)
Date
1890-02-20
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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tz«M diese Absicht »erher auötzrücklich sei«» Freunde» «tt- «Geilt. Dt« beide, «itgetheilte« Nachrichten über die« D«e> können »ir verbürge». E« treten jedoch so «erk- »Grbtß« Gerücht« über »eitere Einzelheiten «it aller Be- Oi»»theit aus, ^aß »ir dieselben nicht verschweigen künnev, s«dern i» GegentheU tbr vek»n«t»«rdea wünschen, a« eine fttufc Uatersuchnng seiten« der Behörden z, »«raulaffe«. GA »ir» »twlich mit Bestimmtheit behanptet. daß der »Weite K»gel»echs«t anf drei Schritt Distanz stattand. Man denke: anf drei Schritts Sofort, nachdem sei» Gegner den sorglültig gezielten Schuß abgegeben, brach Salomo, schwer oerletzt znsamme». Und »ährend sich der Arzt um de« zn Tode verwnndeten zu thun machte, gingen -bi« Nheaaueu fort, angeblich, ohne daß der Duellant e« für ntthtg hielt, der üblichen Sitte uachzukomme», seine» ent> »afsneteu Gegner Versöhnung anzubieten. Salomon wurde »ach dem Hospital gebracht, wo der bereit« benachrichtigte Prafeffor ftraske sofort die Untersuchung und Operation varnah«. Die stugel war vorn eingedrungen. hatte Magen »ud Lange durchbohrt, war zwischen den Rippen auggetreten und hatte beim Austrttte auch noch den Arm verletzt. Zuerst schien e«, al« ob der verwundete genesen würde, bi« heute Morgen ein plötzlich eiugettetener lkollapözustaud seine« jungen Dasein rin Ende machte. Die Erbitterung über diesen Borsall inder hiefigeu Studentenschaft ist groß. Di« Einen behaupten, daß der Berftorbeue in empöreueer «Seife von den Rheuaneu gereizt worden sei. Die Anderen sage», daß Salomon selber der Provocirende gewesen. Dieser Barsall zeigt wieder' einmal den privilegirten Frevel de« Duellwesen« i« grellsten Lichte. An» ZVürttemöerg. Den diesjährigen statistischen Veröffentlichungen über oe» Stand de« Gelehrten» und Real» schulwesen« in Württemberg entnehmen wir betreff« der Religion der Schüler, daß in den humanistischen Lehranstalten -239 evang.» 2013 kathol. und 368 >«rael. Schüler, in den Realschulen 6732 evang., 123t kathol. und 378 i«rael. Schüler, in den Elementaranstaten (Borberritung«aastalten) 2162 evang.» 228 kathol. und 95 israel. Schüler unterrichtet werden. Ja den iöraelit. Volkischulen finden sich 347 Mödchen und 629 Knaben, zus. 876 Schüler; von diesen 27 Schulen stehen 17 unter Aufsicht der evangelischen und 10 unter Aufsicht der katholischen Oberschulbehörde, wahrend die Religionoschulen unter Aufsicht der ft. Israel. Oberkirchendehülde stelzen. Ana Mürttemüerg, 13. Februar. (Or^Tor.) De» von der sozialdemokratischen Partei für die bevorstehenden Reichs« tagSwahlen ausgestellten ftaadidatea jüdischer Abkunft <s. Rr. 7 der „Israel Wochenschrift') schließt fich auch der vom 2. württrmb. Wahlkreise anfgrstellte frühere Rabbiner Stern, sitz confesstonSloser Schriftsteller in Stuttgart, an, der viele Stimmen auf sich vereinigen dürfte. — In Ulm richtete der jüdische Rechtsanwalt Dr. Hirsch au die do'tigen Jeraelitrn rin Schreiben, sich der deutschen Hiationall beralen) Pattei anzuschließen, wa« zu mehreren Erötterunuen in den politischen Blättern Brranlaffuug gab. — Da« Organ der deutsch-konservattveu Partei, die »deutsche Reichepost', fordert in einem Leüartikel auf, geschloffen gegen ftatholikrn, Juden und — Heiden zu stimmen. I»a Nie» wird der »Magdeb. Zeit.' geschrieben: »Da« Abgeordnetenhaus hat nun endlich dir allgemeine Ervtteruug über da« Iudrngesetz geschloffen, welche fich durch die Scaubalsncht der «utijemtien noch gegen Ende höchst lärmend gestattete. Großen Ruhm haben fie nicht geerntet, wenn die Herren Lnrger und Türk fich nicht auf den Ruhm der Lächerlichkeit etwa« zugute thun wollen. Die drastische Entgegnung, welche der»bgrortntteBloch, ihnen zu Thril werden ließ, hatte sottgesetzt die Lacher de« Hause« zur Sette. Der äußere Erfolg diese« berusrueu Anwälte« der Juden war somit ein glänzender." Wir geben hier an« der Bloch'scheu Red« dt« markau- «rßen Stellen nach der „R. Fr. Pr.'. »dz. Dr. Bloch sind«, dag da» vorliegend« Gesetz, wie e« an« de, Beratdungen tat AnSschnssi» M «dgwrdnetenh'use» hervarge» gangen sei, gegenüber dem vam Herreuhause festgrstellten Entwarf, keine Berbeffernng bidentr. denn in de» Geetz? «erd« bestimnt. «er Herr sei in der Synagoge und in der ReligionS-Schnl«. «er die Rabbiner ein- und abseN«, «er dl« religiöse» Institut« schaff« und abschaffe, und dadurch sei bereits in di« inneren Angelegenheiten eingegriffen worden. Dean wenn der Vorsteher «4 fei, der satt, «a» die Jude» in der Synagoge beten sollen, «i« sie beten sollen, und wenn der Vorsteher e» sei, der lagt, wa» in de» Religionsschulen unterrichtet werden soll«, dann »iss« man wirklich nicht «ehr. wa« der llnterrlchtSminister al« innere Angelegenheit zu regeln nnterlaffe» htltt«. DI« Gewalt de» Vorstand«» er cheine ln diese« Gesetze riesengroß, fie verschlinge di« Autonomie der Gemeiad«, sie oerschlinqe de» ganze» Rabbiner (lebhafte Heiterkeit) sie verchtinge di« Gewissen»- sreiheit «ine» jeden Einzelnen. Rach dem Besetz« besitzen da« Wahlrecht nur'diejenigen, welche die direkten Beiträge leinen, diejenige» aber, welche die iadireeten Beiträge — und diese Art der Besteaerung sei in Galizien die Regel — leisten und an den religiösen Institutionen da« größt« Interesse nehmen, werden nicht« hineinzureden haben. Da« Besetz sei auch in der Beziehung «angUhast, daß, wäoread ein jeder Angehörige der Gemeinde da« Recht Hab«, >n L MnS-Angelegenheiten hineinzureden, gerade der Rabbiner nicht Hineinreden dün«. Da, sei gerade so, wie wenn man sagen wollte. >n die Schusterei könne Jedermann dreinredea, nur der Schuster nicht. (Heiterkeit.) Redner «endet sich gegen die Behauptung de« Abz. Türk, daß die rituelle Schlichtung der Thier« «ine Hartherzigkeit sei. In der Bibel und im Talmud sind Borschristen gegen die Thierquälerei enthalten, und der Talmud mach« e« jedem Menschen zur Pflicht, bevor er frühstücke, seinen Thiere» Kutter zu geben. Gegen den von der Gegenseite al« Autorität angeführten Dr. Otto Böckel sei «ine Alimcniationl-L'age anhängig gewesen, da er sein Dienstmädchen unter Vorspiegelung der Eh« verführt e Zur Verhandlung sei ec N'cht ersch enen, sondern habe sich d-rch Frau vertreten lassen, di« für ihre» Gatten die Uakeantniß de« Gesetze« vorschützte. Da« sei die Autorität de« Ata. Türk. Redner kommt aus den vom Abg- Türk aageiührten Fall Bernstein zu sprechen und führt uu», daß dieser Rabb>aai«-Eaadidat 'aus Grund ärztlicher Gutachten al« unzurecha»ng«fädig erklärt worden sei. E« hätten sich ja auch ähnlich« Fälle an anderen Orten zugetraaeu: so sei In Flen«burg der Führer der Antisemiten, eia evang-lischer Pastor, Namen» Aeiersen, und in Güstrow der Führer der antisemitischen Partei in Mecklenburg ebenfall« wegen ähnlicher vergehen gegen di« Sittlichkeit verfolg» worden. Hieraus wendet sich Redner gegen di« von Türk vorgebrachte Jägerndorfer Blu abzapsung«gfchi vte und »eist in kaustischer Wese den krassen Blödsinn und die bodenlos« Berltumduug, di« hierd'i die Hauptrolle spielten, nach, er widerlegt in gründlicher Weise di« Llutbeschuldigung, di« man t« Mittelal er dem Jndenthu« aufgehalst hat. I» Jüdre 1420 habe sich in Wien eia F,ll ereignet. dag drei christlich« Knaben, die aus« Ei« gingen, ertranken. Al« die Eltern furchtbar jammerten, fanden sich sofort Zeugen, welche di« Knaben in jüdischen Häusern gesehen Hab:» wollten. Und wa« war die Folg«? Di« gesammte Judenschaft wurde hingemordet, und nachdem die« geschehen war, fand min die Leichen der Knaben unter de« Eifel Meine Herrenl Spielen Sie also nicht mit ‘cm Feuerl Redner bespricht nun di« bekannte Aeußerung de« Domorediger« Beith. welch« durch dessen Bruder eidlich destätigt sei. Auch Franz Molitor, «ine der vollgiltigsten Autorimtea über Judeatbum und Ehristenthum nach dem Zeugnisse der Wien r Kirchenzeitung selbst, Hab« die Eide«leistung de» Lomprediger« Beith, in welcher derielb« dt« Blutbeschuldigung znrückivieS, bestätigt un> sich ihr mit den schärfste» Worten angeschlossen. Redner eitirt diese Erklärung vom April 1860, in welcher Franz Molitor «rklärle, »mit reinem Gewissen, ohne Argwohn und Rückhalt dl« HSpde zum Allmächtigen zu erheben und feierlich zu erklären und zu beiheuern, daß er ntemal« mündlich und schriftlich aus irgend einem Weg« von den Juden irgend etwa» vernommen habch wa» dieser Beichuldtgung auch nur im eniferntefteu zum Vorwand«, viel weniger zur Rechtfertigung dienen könnt«, daß e« chm vielmehr bewußt sei. wie de» Juden aller B-utgenuß durch ihr Gesetz strengsten« unterlagt ist. Möge der allmächtige Gott, heißt e«. die Herzen oller Christen vor jeder lieblokea Beschuldigung bew >hrea". Meine Herren, nützt Ihnen da» auch nicht»? Redner eitirt weiter« eia Zeug» ß oe« Jesuiten Franeiteu« Haselbauer vu« 20. Oktober 1736. Er sühn dt« Bulle de» Papste« Paul 111. an, welchen Raak« al« einen der er» leuchtest«» Kirchenfürste» preist, und der au«drücklich erklärt«, »daß diel« Beschuldigungen zu gewisse» Zwecken erkunde» wurden von ge» wissen Mawthabern, welch« al« heißsporaige Feind« der Juden bekanal und von Habsucht verblendet seien, damit sie d,«Hab und Gut selbiger tebräer mit einem gewissen Anstand« sich anzueignen im Stande seien". or fünfhundert Jahren habe Großfürst Bitolt verboten, eine derartige Anklage auch nur zu höre», und er besahl, daß «inen Denunciaa «n, der ein« derart!;c Anklage gegen die I den anzetteln würde, diejenige Strafe treffe, welch« er dem Angeklagten zugedacht Hab«. Da« war vor fünf Iah Hunderten. (Abg. Kaiser: Leider >rtzt nicht!) Im Jahre 1870 stad zahlreich« Christen einer deranigen Anklage zum Opfer gefallen. Kennen Sie die große Kathastroph« in China nicht? Bisse» Sie nicht, daß man dort di« Christen angeklagr hat. daß sie chinesisch« Kinder z» religiösen Zwecke» herdeilocken? Leser Sie da« Buch von Baron Hübner:. .Eia Spaziergang um di» Belt'. Dort erzählt er, wie man Z-ugea gestellt hat, «n» sie haben auch gestanden, und wie

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