Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 8 (20.2.1890)
- Date
- 1890-02-20
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
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Erklär»»» abgete^daß Me hie axk|k« »och imma al»s >»kl«»«ggegi» die IJube» o»fto»ch«»d« B l ntb esch»Ui»«»», dir sch«» so »iel Unheil «»«richtet «ud der so viele Menschenleben sch« zn» Op,»r gefall» find, dnrchknicht», »»«der i» de« Schrtftth««, »och i» de» Rita« der Jude», weder in der Theorie «och runder Praxi« begründet sei, daß er fie als da« dezeichne^wa» sie in Wa h rheit ist: eine historische Lüge; kurz, daß er fich frei and offen de» ähnlichenErklirünge» früherer Päpste «schließe nod dazu beitrage» helfe, diese» wahnwitzige» Irrglauben mit Stumpf und Styl au« dem Herze» der Beihörte» zu reiß« und da« roihe Blutgespenst für immer zu verschenche». QfBit überlassen e« einer ber»fenen Feder, eine solchePetitio» z» entwerfen, welche, durch alle de» jüdische» Interessen ge» widmete» Blütter in Europa verbreitet, rasch mit den Unterschriften der Rabbiner und jüdische» Theologe» aller Länder bedeckt» dürste. Der erleuchtete und humaue Gum Papst Leo'« XIII. wird einer solche» gemeinsame» eiudriuglicheu und wohlbegrüudelen Forderung im Namen der Wahrheit, Gerechtigkeit und Humanität sich nicht verschließ«. Möge die gesammte jüdische Preffe ihre Pflicht th«, diesen Borschlag in Erwägung und Besprech«g ziehe». Die Red. d. ,J»r. Wochenschrift.' Prssessor ». Treitschke. Wir haben sch« vor Jahr» an dieser Stell« auf die gradezu wunderbare und verblüffende Erscheinung aufmerksam gemacht, daß die t«avgrbenden Führer de» AntisemitiSmu«, diese hehren Muster und Tugendspiegel, dies« Verfechter der Moral und Sittlichkest gegenüber der Verderbtheit de« Juden» thu»»«, zum größten Theil hinterher wegen der verschiede«» artigsten Drlistr, Wege» Betrüge« und Diebstahl«, wegen Grlduuterschlagung, wegen fahrlässigen Meineide«, wegen Unzucht und wegen grober Unsittlichkest mit dem Strafrichter in unliebsame Berührung kamen. Vom Schneidrrgrsellen Grünberger bi« zum Hofprediger Stöcker, von Verhovay bi« Bückel bewährt sich eine rächende Nemrsi« und bestätigt sich die innere Unwahrheit und Verlogenheit jener hohlen und innerlich faulen Bolksvaführa. Auf Herrn v. Treitschke, den grimmigen Judenfeind und den intellektuelle» Urheber der antisemitischen Geistcrpest in Dr»1schl«d, kann sich di« oben besprochene Erfahrung selbst» verständlich nicht beziehen. Lu die Integrität seine« Eharakter«, seiner Moral zu zweifeln fällt un« trotz seiner blinden Berurtheilung der Juden in Bausch und Bogen nicht ei». Herr v. Treitschke ist im bürgerliche» Lebe» gewiß ei» ehren» weither Mann, aber auch er hat mit seiner freihest» und judeuseiudlichen Richtung in letzter Zeit üble Erfahrung ge» nracht, den» wa« für eine» Grüoberger der Strafrichter, da« muß für einen Treitschke die kühle und kalte Abweisnug feiner Tendenzen von jene» Kreisen sei», für die er ja recht eigeot« lich zu schreiben glaubte. D« »königlich preußische Reichöhistoriograph' ist wegen seiner unhistorischen Parteilichkeit undLeidenschaftlichkeitvonder »Norddeutschen Allgemeine» Zeitung', dem Leibblatte de« deutsche» Reichekanzla», ver» «rthellt worden. Wa« nun hür von so maßgebender Stelle gelegeutlich de« Erscheiuen« de» vierte» Bande» da »Deutsche» Geschichte i» »eunzehutr« Jahrhundert' Tadel »»d Lb- Weisung erfahre» hat, haben kaltblütige und unparteiische Beurtheila schon'seit langer Zeit a» Treitschke'« Geschuht«, schrribung festgestrllt: daß dem Geschichttschreiba da historische Sin» fehle, da die sittliche» Ideale da.Meuschheit i» ihra Waudelbarkeit erkennt und darum jede Zeit u»r nach ihre» eigeue» Zielen und endlich«» Zwecken beurtheilr. Diese durcha»« gerecht« Kritik abznschüttrln, war aba sehr leicht. Wer Herrn v. Treitschke al« Historik« nicht ernst «ahm, wa st» sei»« leidenschaftlichen Darstell»»ge» nur dm einseitig befangeue» Parteimaan, in seine» Weck» nur den Pamphletist«» erblickte; gehörte zu de» .hosenverkaufeude» Jünglingen' au« Osten, dvn wurde ia erster Reihe da« Nationale casfirt, da« konnte und durste kein Deutscher sei». Und nuu erhebt da« Kanzlablatt, da« doch gewiß »nr von den reiublütigsten Irian geschrieben wird, dieselbe» An« klagen in verbindlichster Form, ab« in bestimmtester Weise. Mü dem Rathe »weise Selbsteutäußeruug zu übe», sich die Ideal« einer jeden Zeit auf« Reu« im Geiste nachzubilden, die Tobten nicht imm« wieda auf« Reue todt zu schlagen', bezeichnet da« Organ de« Reichskanzler« Herrn v. Treitschke als »Publi» eisten', da im Strette um die Herrschaft von Jda» nicht gerecht sein kann uud spricht ihm so den Titel und Beruf eine« Seschichttschreiber« gänzlich ab. Gege» diese »wralische Berurtheilung kann Treitschke nicht einmal Baufung ein» legen, a selbst gesteht den Thalbestand zu. In da Be» urtheilung eine« Rauke entschlüpft chm da chn selbst de» zeichnende Tadel: E« Hab« Ranke an patriotischer Leidenschaft' gefehlt. Damit hat Treüschke sich selbst i» den Augen alla Verständigen den Platz al« Tendenzschrist» stcller schlimmsta Art angewiesen. Er hat sich selbst sei» llrtheil gesprochen «ud wir hafte» nicht mit de« Geständniß zurück, daß die« un« Juden, die a in seinem vierten Bande wieda mft angemessenen Schimpf überhäuft, mit aufrichtiger Genugchuung erfüllt. Earo»Pilsen. Ar»» dem österreichische« Reichörathe. i. Da» Gesetz üba die Recht«vahältuiffe da i«raelitische» Gemeinden ist nach viertägiger Baathung zumeist nach de» Anträgen de« Auüschuffe« im Abgeordnetruhause angenommen worden. Die Vorlage muß wegen einig« unwrseatlicha Abänderungen an da» Harenhau» zurückgrhen, aba e» ist kein Zweifel, daß ia einigen Wochen die kaiserliche Sanktion da neuen Ordnung erfolgt sei» wird. Die Genaaldebatte, welch« sich üb« drei Sitzungen »»«dehnte, berührte da» eigentliche Wesen da Vorlage sehr wenuj, u. wie voran» z» sehen war, stand eigentlich da Intisemiti«mn« auf da Tagesordnung. Türk. Flieget, Pattai uud Genösse» glaubten den glücklichen Zeitpunkt benutzen zu können, um von da Tribüne au» ihre giftstrotzenden blutrünstigen An« klag« wida Juden und Judeuthum richten zu können. Die Waudaelaque auf de» Galleriea war pünktlich erschiene» und nun sollt« da» Kesseltreiben beginnen. Aba e» erging ihnen wie Bileam. Scho» die in vorig« Rumma d. Bl. mitgethellte Erklärung de» Euftu«miaistn» wirkte wie ei» kalt« Wasserstrahl. Die jüdischen Abgeordneten Prof. Z »cker, Bloch »ud Gomperz zarisse» »nbarmherzig uuta de« dröhnenden Beifall de« Ha»se» da» ganze infam« Lügengewebe dies« Bofttvaführa. Gradez» vernichtend aba war» die Schläge, welche Weitlof, Jaqur« und da Berichterstatta Ritt« v. Gniewoüz an die Gestn»»ng«ge»offe» de« prmchych» Hofprediger'» Stück« vertheifte». Weitlof,