Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 8 (20.2.1890)
- Date
- 1890-02-20
- Page
- Seite 57 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Iiltl• XXL |b|Mn1,־M. ftknutr!890. cittr allgemeine Zeitung des Judenthums. ■MndM nHd« t» «ixt thnt*cr >mt U<t*a I. M jllftfXixf 11 •«•1י. (Mt ft» •Bf triltUHWv M tim (•Blmttr■ j. nöchchtttlamt dr«i Mark »trttrtiMrL. >N kittetet Attentat: j«trU4 lt •Urt, 1*4 Mt «ttlttke: 18 »t. (8|L, BSFrct., 8 «»>.. 4 StltTf). »fc «U JfariUaHttt- MattstuttittttUtr) 1t»ti: •'äUH. W (tf«. MtttdKktU«. Herausgkgeben von Rabbiner dr. M- Pahmer in Magdeburg. Fi» »ihrhelt. stecht 88» Frledenl itrttti• «tr kit.I I ra t (IM f <t t 8>«<tetf8rtf1* mr l»r k«l.3SH(4t 8tttetattt.8(a!r, bl< neinMkaUne H.lIiztUt »ttr ottrt tat« Mft 9t. fink ttntcket ttrch Mt Matten• (tncMlitncn tat O. X.. Dtuba 4800., Rudolf Mo■», Ktuiacttln 8• Votlwi.• »ket kittet efn*t nttttt: m JmiIHi Wtcht». Inchattr Uliiti «rtiftl: Sine ungenügend« Antwort und ein — dringlicher Vorschlag. — Professor v. Lreitschk«. — Au» dem öfterreichischen Reichsrathe. Berichte and Sorrefdoadeaiear Drutfckl-ns- Magdeburg. Berlin. Berlin. Berlin. Döttingen. Dresden. Freiburx. Aus Württemberg. Württemberg. Vefterreich-Nngarn: Wien. Au»Ungarn. Lemberg. Wadowice. Frankreich- Pari». veraeischte ,atz aeaeste Nachrichten l Magdeburg. Berlin. Berlin, gsetlohn. Dresden. Lugemburg. Metz. Wien. Odeffa. St. Soul». Jerusalem. da» v. 0. B. B.: New-Amt. — Inserate Nachdruck Ohne «oUftSudtge Quelleuangnde >8terfa»t. -!! Wochenftkraar. 1890. Utf. 6660. Kalender. 1 F-mtorata, . 90 SO 11Eotoh - Chodetch. Frotta, . . . 21 1 Jidnr.! Aoeeuado»» 22 9 (.4») תרומה Aouutag . . 20 8; PUufcig. . . 24 4! 9ts«*«c . . 2» 6 1 WM»»ch . . 26 6 9*muer«te• . 97 7 Gi«e msgeuügende A»twort n»d ein — dringlither vorschl«g. Die .Israel. Wochenschrift' brachte in vor. Nr. die Tonespondenz zwischm Dr. Hermann Adler und dem CardinasiEizbtfchof Manu ingin London über da» Buch von DeSporles detreffend den Gebrauch von Lhristeablut im Ritu« der Juden. Herr Dr. Adler beilagt sich mit Recht darüber, daß dieses Buch ans Veranlassung des. Papste» durch Cardinal Rampolla Anerienuung gefunden haben sollte. Cr weist ferner darauf hi», daß im Gegensatz dazu schon die ftüheren Päpste Jnnocenz IV. «ad Clemens XIV., wie in neuerer Zeit Prediger Beith in Lien und Bischof kopp in Fulda (jetzt Breslau) sich gegen eine so grausame Verdächtigung der Inden erilärt habe». Manning hat den Brief Adler» nach Alst» geschickt und die Antwort erhalten, daß der Papst leine Anerkennung des Buche» an den Autor Hab« schicken, sondern nur demftlben für die Zusendung de« Buche», wie üblich, sofort noch dessen Empfang habe danken laffen, ohne d«s Buch gelesen, oder auch nur angesthen zu hoben. Der Pafist sei weit entfernt, die Empfindlichkeit (8usoeptibilities) der Juden grundlos zu versitzen. So weit die Correspoudenz. Wir glauben, vom Papste mehr hätten erwarten zu dürfen, als eine Schonung unserer Empfindlichkeit. Wir haben vielmehr da« Recht, über solche unbegründete Berdächttgungen, welch« so oft, ja in der Neuzeit noch, zu blutigen verfolguugen geführt haben, Klage zu führen; e» geschieht damit den Juten uud der Menschheit eia großes Unrecht, welche die Häupter der Kirche durch wiederholte Aufklärimgen und andere zurückhaltend« Mittel zu verhindern die Pflicht habe». Solche Männer müffea e» wissen und bei jeder Gelegenheit vorzeitig und rechtzeitig »i;verholt aussprechen, daß die rituelle Blutbeschuldigung durchaus keine geschichtliche Beziehung auf die Juden hat, sondern daß nach dem Zeugnisse der Kirchenväter (Tertullian) zuerst von den heidnischen Römern den ersten Christen vorgeworfea wurde, daß sie ,Christi Blut' trinken, da man sie beim rituellen Abendmahl den dafür geltenden Wein trinken sah. Als die Römer Christen wurden, standm ihnen die Judenchristen, welche als Juden g-lten, und die Juden selbst gegnerisch gegenüber. Auf diesen blieb der alte Vorwurf de» Blut» genusse» haften, gegm sie wurde er in Feindseligkeit erneuert. Die Judenchristen sind vom Schonplätze der Geschichte ver» schwunden, die Juden allein blieben al» Gegenstand des. Haffe» und der Verfolgung für die feindseligen S^riften{ übrig. Das ganze Mittelalter hindurch bi» auf die neueste Zeit haben die Juden oft genug unter der falsche» Beschul» digung de» rituelle Bl u «genusse» leiden müssen; man sagte ,Ehristen-Blut* statt .Chr «ti-Blut*, fanatische Geistliche uud Andere benutzten die wahnw.tz'ae Verdächtigung zur Verblendung und Aufreizung de« Pöbels, und blutige Verfolgungen bilbeten da» Nachspiel. Mau wird e» hiernach wohl anerkennen, daß mehr als eine Verletzung de» Gefühl» oder der Empfindlichkeit im Spiele ist» wenn die Juden sich vor Bischöfen und dem Papste über die erneuerte Verdächtigung de» rituellen Blutgenusse», wie eine solche in dem Buche von Desporte» wiederum un» vorliegt, bitter beklagen. Eine ernste Abwehr wäre seitens des Papste» sicherlich an der Zeit gewesen. Darum unterbreiten wir sämmtlichen RMinen Deutschlauds, ja Europa'», den dringlichen Vorschlag: sich in einer gemeinsamen Vorstellung au da» Oder» Haupt der katholischen Christenheit, den Papst Leo XIII., za wenden, und denselben inftäadigst aüzugehen, daß er der Wahrheit die Ehre gebe und die bündige unzwei»