Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 7 (13.2.1890)
- Date
- 1890-02-13
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
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JK* 3aten +Sm M fM ** («U »tttg« i, r»ßl«»d etafcfai, und es ist ei« «rgmsttM bar &H0UbMaWKg, toft mc JhotuKg gegen dtefilbe»; der vor etliche« J-H«n i» eisige» anderen »rvpikksch» Ander» «»geleitet «narbe »»d sich jetzt selbst «ff Frankreich ausgedehnt hat. «kter »»ser» Lands lmten »««als eine Unterstützung gefuudm hat. Wahrlich, kein Rame ist geehrter unter Engländern als der Montefiore's, «ad ander« Angehörige der Ra« find tan» weniger geachtet. Es ist nicht schwierig, die Ursache» dafür auzugebe». Die englische» Jude» stad stets voran in philanthropischen und wohlthätige« Handlung« gewesen, «ud ih« Mildthätigkeit hat sich niemals ans Mitglieder ihr« eigene» Rationalität »nd Religion beschränkt. Der »»finnige Haß, d« gegen die Rasse i« Auslande erweckt wird, ist völlig unverständlich sür »ns. die wir nur als nnternrhmende Kauflente und Industrielle, patriotische »ad friedlich« Bürg« und achtbar in alle« Beziehungen des Privatlebens kennen." P. Merlin, 10. Februar. (Or^Cor.) Unter de» von d« dentschfreifinnige» und d« sozialdemokratische» Partei für die bevorstehende» ReichstagSwahle» ausgestellte» Landidat» befinden sich 8 Inden; nämlich die Herren Dr. Ludwig Bamberg er (dfr.) (Alzey-Bingeu), Dr. Richard Grelltug (dfr.), Rechtsanwalt Ludwig Fla tau (dfr.) (Schnetdemühl), Panl Singer (Soziald.) (Berlin VI.). Albert Anerbach (Soziald.) (B«lin V.) — Große» Erfolg «zielte das in d« vergangen» Woche am hiesige» Lesfingtheater in Sceue gegangene Schauspiel .Das Bild des Siguorelli". D« »nt« dem Pseudonym Sonstanti» Prach» fich verargende Bersaff« ist ei» jung« Berlin« Jurist, Richard Ja ffö, d« Sprößling ein« hochangesehene» jüdische« Famckie tu Pose». > Merkt«. Die .Arch. iSr-öl." gebe« eine Uebersicht üb« die Verbreitung d« Juden üb« die Erde; danach zählt: Europa 8.400,000 Inden «sie» 300,000 . Afrika 380.000 . Amerika 260,000 . zns. 6.300.000 Juden Die Zahl d« Inden in Australien ist unbekannt. In Europa wohnen die meisten Juden «nd zwar in: Rußland 2.882.000 Oestereich 1.644.000 Deutschland 882.000 Rumänien 263.000 Türkei 108.000 Niederlande 82,000 Frankreich 63.000 Italien 40,000 Palästina 28,000. Mteotnde». Bor d« hiesigen Strafkamm« kam vor einig« Zeit ei« vielbesprochen« Fall von Freiheitsberaubung Sc Abmtheiluug. Angeklagt waren vi« Personen: 1. Jakob hu, 2. dessen Ehefrau Adelheid«; geb. Roos, 3. Isaak Grünebaum, 4. Moses Ikreitelt, sämmtlich aus Krttendach, die beide» ersten wegen FrciheitSb«aubung und die beide« letzten wegen Beihilfe dazu. — Zum Verständnisse der Sache ist ei «forderlich, etwas zurückzugreifea. Die Frau de» Armeklagten Kahn ist geboren in Frucht bei Ems, wo bi»h« «och rin Brud« und eine jüngne Schwester Bertha wohnten, während die Eltern tobt sind. Benha Roos, zur Zeit uns«« Geschichte 17 Jahre alt, und, ei» jung« Thnst, RamenS Fr. Sabel lernten sich kennen und lieben. Ihr« B«bindung standen jedoch religiöse Bedenken entgegen. Emes schsnen Tages ab« warm die Lirbeadm verschwunden, und als sie nach einiger Zeit in die Hermath zmüetkehrteu, warm sie Mann und Frau, den» sie hattm fiy in London träum lass». Diese Thatsache hatte Bertha ihr« Schwest« Adelheid« in Kettmbach in einem Briefe, dm sie auf dn Reis« an diese gerichtet hatte, dadurch mitgetheilt, daß sie das Schreib» untnzeichuete: »Bertha S^ geb. R." Rach Empfang dickes Schmidens fitzt» die Berwsndh» alle» dar«», de» Scheut Bertha'« rückgdmig z» «ach» Adelheid« JL schrieb an Bertha, sie sei fegt bnt «tüsfi wahrschetrmch «ach Marburg reisen. »« sich operirm za lass« and ttfttfme sehr, chre liebe Schwest« »och einmal zu feh»; Benha möge dah« doch recht bald komme». Bertha reist« ckbch »ach lkettmbich, fand ab« zu ihre« Erstaunen die Schwesfir ganz wohl «nd «unter. D« Schwager uad die Schwest« dränge» nun in sie; sie wäge -doch die Sache rückgängig machen, gesetzlich sei sie ja nicht vnheirathet re. Gleichzema wurde ab« auch Bertha in «ine« Ziam« sestgehalte«, damit sie nicht abreis« könne. Als sie zur festgesetzte» Zeit nicht »ach Hanse zurückkehrte, reist« ihr Miau «ach uad befreite daun durch Hilfe eines Gmsdarmm seine jung« Frau, -r- Jakob Hahn wurde zu 4 Woche» Gefängniß; sei« Fra» z« 180 Mark uad Moses Areitelt zu 100 Mark Gcldstcoge verurtbeilt, während Isaak Grüaebin« freigrsprochm wurde. Atz» (Wohlthätige Stiftungen.) Wir häkb» und lesm «och tmm« vou «ohlthätigm Stiftuageu in Jsräck und «rkmum auch darau, daß religiös« Stau auch bet de»«» uoch vorhandm ist, welche sich sonst dem reügiös» Lebe» gegenüb« gleichgültig verhalten. Die Testtrunge» find ab« meistens für Arme und materielle Lebenszwecke, nie »der seltm für geistige Bedürfnisse, für Schul» »ud Lehrer, für Syuagog» und Rabbiner, für Anstalten jüdisch« Wissenschaft, Lehrer» «nd Rabbiuerseminare, für di« Förderung jüd. Wifsmschast und Literatur, Schick- und Semtuarbtbliolhekm u. s. w. Für alle diese Zwecke geschieht heute sehr wärig ob« gar nicht«. Dies war früh« a»d«s; da Hab« reiche Männer i« Ledm «nd Tod« die jüd. Litleratur, jüd. Schrsttstell«, die jüd. Wiffmschast und Mrm Träg« reichlich unterstützt, auch dau», uud oft «st recht daun, weua st« nicht selbst Gelehrt« warm, jüd. Gelehrsamkeit und Wiffmschast »icht sckbft pfleg» und bereiche» konuteu; sie glaubt« da» auch uoch Pflicht» grgm dieselbe zu Hab» «ud wenigst«» mit Geld sie unter stütz» »ud «halt» helfen zu «Üffo». Was doch gewiß nah« liegt, daß mau wmigsteus die Untor» ftützungsvereiae für hülsebedürftig« jüd. Lehrer «ud Rabbiner, d«m Wittwm «nd Waism, bedenkt, veuu mau überhaupt die Arm» brdmkt, ab« auch dies« geh» gewöhnüch leer aus. So fern liegt dem hmtigm Mensch« oft das geistige Gebiet. Die Welt ist so materiell, daß mau eben nur m die materiell» Zwecke de« Lebens denkt »ud ausschließlich für diese sorgt; «au weiß oder bedmkt nicht, daß Jtn Mensch nicht allein vou Brod lebt." Di« «aterielleuJnwreffen des Lebens geh» zwar vor, aber die geistig» »nd religiös» dürfe» doch auch »icht vemachläsfigt werd» »ich uuberückfichtigt bleib». Außerdem ist die Welt so egoistisch, daß mau selbstsüchtig uur dir eigenen und Nächstliegende» Joterefsm wahrt, uur die Armm der eigen« Stadt versorgt, nicht aber an die Armm anderer Städte, selbst in nolfir Umgegend denkt oder die weiterliegeud» Zweck« »ud Juteresfi» der Provinz uud des Laubes währt. So kommt es, daß große Städte uud Gemeind» sür fich oft in Ueberfluß gesorgt wissm, während andere Städte uud Gemeiud» oft des Röthigsteu entbehren. Dazu kommt, daß die reich» Stiftuug» der Großstädte »ach dem Statut sich gegen di« Außmwckt, oft wider Will», abwrhrend verhalt» müsse«. Wer Ge» legeuheit und Einfluß hat, darin zum Beffrrn zu wirk«, möge es nicht uuterlaffen uud versäum». R-A. Zu» de« Meg-Mez. Aaffel. (Or.-Lorr.) Ein Zopf aualter Zeit ist «och i» vielen Laadgrmeiadea vorhaaoe», der wunderbarer Weise noch nicht abgrschnitt» worb» ist. Ich meine da» »Jägerrecht", welches der Schächter als Bane« zahlung erhält.") Eia solche» .Jägerrecht" hat aber; we»u nicht viel Herzfett dabei ish uud da» ist meistens der Fall, für den Schächter ein» sehr geringen Werth. Den» dock ", Da» sog. .Jtgerrrcht" besteht in» »othfleisch (Brustfell), Herzfttt »«ist Schl,»» uad «ilz. (Bet adelige» Herrsch»»«» beta» tu früherer Zeit der J«g»r als Latz, far da» erlegt« «U» dt« gemmMe» Itzeüe, daher der VtaM.)