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Israelitische Wochenschrift · 1890-02-06 · 6 (6.2.1890) · p. Seite 43

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
6 (6.2.1890)
Date
1890-02-06
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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r fc*** *&<* V ei« Xtnisc dieser Herr« in» Bestreb« SargamWörter ohne jede ftftf|as, i» dir deutsche Spreche «pwstr^r». G» les« wir t» dieser Predigt d« schmerzlich« Amörnf: alt» Jüdischkeit war $*m ^oh»e und Spott Man tantt ür( eb« so gut „jüdische Fröwmigkeit" sag«, jüdische» Lese«, jüdisch« Anschauung. Aber da« »Erd« anständig klingen, und wa» anständig ist, da» ist ja dach »icht «ehr »ach der Anschauung dieser Herrm die rechte ^üdlschkrit". Aleinigkeiteu, »ie etwa gramatikalische Schnitzer z. B. Festhalten «Satte» heilige Gesetze",»der „Mirrhm" find wir ja bei der HalbbUduug, welche die Jünger »er »»garischm UoaobLbab «»zeichnet, so gewöhnt, daß da» weiter nicht anffällt. Dir Herr« find nicht i» Stande da» »nlgSrr Deutsch der alt« Steider-Börse von der Sprach« gebildeter Menschen zn »terscheiden. Der stampf mit den eigen« Grsiunuug»- g«»si« ist nach Her« Breuer »bitter wie Galle". Meine Leser in Deutsch!«d »erd« gar nicht begreif«, wie ei» solcher >«»d«ck sich auf die st«zel verirr« tonnte. Skr aber jrmal» dabet war, wenn in einem Taffehause der Wi«er Leopoldstadt, ein Laudsmarm de» Hem» Breuer beim Ansagen de» Pigat nllimo koutriert wurde, der weiß, woher der neue Rabbiner der israelitisch« Religtousgesellfchaft zu Frankfurt am Main seine Sprachkenutuisse geholt habe» wag. (Uu» „Dmtschm" unverständlich l Red.) Diese Halbbildung ist auch Schuld, daß solche Herren figürliche Ausdrücke gewöhnlich falsch versteh«, falsch auwenbeu und falsch bilde». Herr Br«er meint, daß alle »die dem Heiligthume ihre heiligsten Gefühle weih«, im eintönigen gleichen Schmerz um S. R. Hirsch klag«." wir »oll« natürlich da« Thatsöchliche ohne «eitere« glanben. — Aber, lieber Herr Bräuer, wissen Sie denn nicht was .Eintönig" ist? Eintönig ist, was (akustisch geredet) gleich Aingt und, da richttge Musik ihre Schönheit durch d« Wechsel der Töne gewinnt, so ist eintönig soviel wie: unser Ohr belösttg«d, langweilig, Ueberd«ß erweckend, soviel etwa, wie wenn ein Prediger «ine Stunde laug immer über ein »nd dasselbe Thema mit gehobener Stimme uu» etwa» vorjammert. Ich habe einmal rin« Her« an» Ihrer Heimat eine Grabrede halt« hör«, worin er dem Berstorbenen »achsagte, derselbe sei in srinem ganze» Leben ntemal» ein »Hagestolz" gewrsm, denn der gute Monn meinte, Hagestolz sei soviel, al» .sehr stolz". Sind Sie vielleicht bei diesem Herrn in di« Schule gegaug«? — In dasselbe Lapitel gehört die «Bewunderung und Verwunderung", welche von aller Welt de» selig« S. R. Hirsch gezollt ward« sein soll. — Miss« Sie, Herr Breuer, »« Unterschied zwischen beschämt und verschämt? Ich will Ihn« helfen. Wenn Sie diese Rede, die mir gedruckt »arliegt, in Ihrem Beth ha-midnaoh vor einigen Ihrer Gestuuu»gsg«off« gehalten hätten, ohne dann weiter die Buchd«cker>Presse damit zu beschäftig« und zu belästig«, so wär« Sie bescheiden; wenn Sie diese Predigt bau» al» Manuskript d«ck« lass«, und unter ihre gut« Freunde »ertheileu, so ist das ei» verschämter Versuch, Ihre Sanzelderedsamkeit auch von solchen g«ieß« zu lass«, bi« das zünd«d« Wort, welche» St, verkünden, nicht sind« kann." — So spricht nämlich Herr Breuer. — Wenn Sie aber dies« Red« al» ein rhetorische» Meisterstück de« Druck übergebe», dann »erdie»« Sie beschämt zu werde». Lass« St« uu» unsere Lretiou zu Sud« führe».' Mit Bewundern», schaut »an zu bemjeutg« anf, de» «an al» Muster eigene» Thun» betrachtet. Mit Berwund eruug fleht me» höchsten» kopfschüttelnd nur Narr« «. S» Sinn« also nicht dieselb« Person« Ihr« selig« Schwiegervater gleichzeitig mit Bewnndernng und verwundeungesehen Hab«. Bet Uebersetznug einer talmubtsch« Stelle leistet Herr Breuer sich da» kleine iverMge», n>» »an poei rabblnischm Gelehrt« zu erzähl«, welche eine Trauerrede halt« wallt«, ab« .b« Schwerpunkt »icht fand«, »»raus ste ihr« NVVN (Trauerrede) leg« sollt«". Um Ihn« da», »et» lieber Herr Breuer, besser zu rxplicir«, erzähle ich Ich»« Folgende«: .Ei» Lehrer fragte i» der Schule: — Fritz, wa» »er. steht man unter »Durchschnitt" - und Aritzch« erwidert ganz «nerschrock«: .Durchschnitt ist ein Ding, tn da» dir Hühner ihre Eier legen.' — »Wie kommst Du darauf?" fragte der Lehrer. — »Weil Sie un» gesagt Hab«, autwortrte Fritz, daß die Hühner im Durchschnitt 3 bi» 4 Eier täglich legen. Nun haben Sie den Schwerpunkt, worauf Sie Ihren "LVN lege» köun«. Zum Wese« der Unbildung und Halbbildung gehört e». wie schon angedeutet, den Mund voll Phrasm zu nehmen. Da« .Herzblut" hat e» dem Her« Stracr besonder« augetha». „Hirsch war ei« mit seinem Herzblut« kämpfender lläwpfer." Da« gefällt dem Herrn Br«er so gut. daß er e» nicht blo« zweimal sagt, sondern am Schluffe deuselbm Hirsch noch „mit seinem Herzblut« auf der Warte stehen läßt." Mau kämpft wohl mit Schuß», Stich« und Hiebwaffen, mau kämpft auch figürlich mit Aufopferung aller seiner Strafte mit Hintansetzung seiner Jntereff«, aber mit dem Herzblute kämpft man ebensowenig. al» mau e» statt einer Hellebarde oder eine« Gewehre« mit aufgestecktem Bajonett mit auf die Wache nimmt- Nun wolle» wir die Lection über da» richttge Sprachgefühl beeudm, und nur lkleint,leiten ohne jede Glosse nottren. „pirsch war «in jüdischer Gelehrt««, kein Splitter ging davon verlorrn, .er war ein« »»überwältigende Größe". »Für es (sein Volk) streiten seine Hände". Aber im Gegensatz« zu ihm, «fristete der Abfall ein unstetes, unfestes Vogeldasein." Entschuldig« Sie. daß ich Sie zitire mein lieber Herr Br«er. Ich muß nach dieser Anthologie mit Ihnen auSrufen „bitter wie Galle". Zvm Wesen der Unbildung gehört noch, die Sucht, zu übertreiben, miv darin ist Herr Bräuer umsomehr Meister, al« jme Selbstüberhebung, welche in der Orthodoxie liegt, mit dazu beiträgt, die Dinge, welche diese Herr» betreffen, in einem für sie günstig« Lichte erschein« zu lassen. Ich muß vorher erst erklär«» daß ich den seligen Hirsch für einen Mann von Geist, Kenntnissen und ehrlichem Streben jederzeit gehalten habe und noch immer halte. Ich will auch zugeben, daß sttne Anhänger ihn für mehr, daß sie ihn für ein« Pfadfinder auf religiösem Gebiete, ja daß sie ihn für ein« provinziell« Mann halten dürfen. Aber auch der Anhänger hat die Pflicht jüdischer Besonnenheit. Was soll da« aber heißen, wenn Herr Bräuer zu bezwttfelu wagt, daß es ein« so unübertroffenen Helden der Feder gebe. Also Lesstng, Schiller, Gvth« oder, um bei den Lebend« zu bleiben, ein Gustav Frey tag, «in Felix Dahn, oder alle die Tlasslker de» wiffmschaftlichm Prosastylt» und der literarisch« ftrüit — sie alle soll« uu» tu Zveffrl lassen, ob fie nicht von S. R. Hirsch überttoffeu wurden. Lass« Sie mich auf» Serathewohl dm Ohoreb auf« schlag«, der ja noch Ihren Anschauung« ein .uuübertroffme» Meisterwerk" ist. Da les« Sie gleich im tz 1. .Des wißens Blüthe sei das Leben» doch daß dem wißen das Leben «ntblüh», genügt das wißen nicht" und hol« Sie freuudlichst sich au» eine« autoritattv« Munde ei» Urteil darüber, ob da» der Prosastyl «ine» .Helden der Feder" ist. Doch ist diese» Heldeuthu« ^der Feder noch ein bescheidmer A«»druck gegenüber der „Virtuosität in allem menschlich« Utor.M und vermögen", welche dem seligen Hirsch zngeschrieb« wird, der iwerbie» »alle «rusche»

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