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Israelitische Wochenschrift · 1890-02-06 · 6 (6.2.1890) · p. Seite 42

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
6 (6.2.1890)
Date
1890-02-06
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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feakltiMKa, »er Storni Mi Gleichheit n» Serechtigk». mam Mttk, Wie Mc «»lich »tfr:«»»«», M gtitagiti «ch» fltato«. 100 Iah« MH tor Revotntio» seile» ta Sonhckt selch«, gc«*a dat g«agt gURt Mi Bürger» gerichtete» Vorwürfe «Malt» Um»», gege» Siirger, die f, g»t« F«»zos«n find, wie nnr einer, «Mk Me fett dam Jahrhnndert mit Kidenschaftltcher Hingabe de» Baierl«»« gebkat, fär Frankreich Ihr Bl« vergossen hrto»! Ich «ppellirr « »He ehrenhaften Vi&aner, »eiche» •lantor» mk »elchrr Partei sie sei» »5g«», «» tt ist «et« UedaUuguig. »aß Mmi btt Mitglieder de» katholische» und protesiantischen Klerus, »erea Her» und »eist, «ie der«» P-triotisams ich gleich hochschätz», sich »II je»er Sprach« «iatorstaude» erkläre» wird, die »ich! französisch, nicht christlich, nicht »«»schlich Ist. Zador Kah», Orand-rabbir» La Consistoire central doa Israölites de France.14 In Wirklichkeit verdiente diese Episode de» Ernst nicht, de« man ihr beilege« sollt«. Im ganzen gesitteten Frankreich erhob sich ei« Sturm der Entrüstung über diese skandalöse« Szene», überdiese« „fl6»u *llem*nd* eine Entrüstung, »elche in langen Artikel» der maßgebenden Blätter eine» ««zweideutigen Autdruck findet. Al« charakteristisch für die Stimsnng de« gebildeten Frankreich gegenüber dem versuche, eine Jndenhetz« zu inszenirra, geben »ir im Folgendru eine» Auszug au« de« Interview», da« «in Redakteur de« »Figaromit M. Ernest Räua» hatte: »Ich Mn”, so a»t«orte!e der berühntte Akademiker aas die Frage des Jo»r»«lifte», we» er »»» den Vorgängen t» Reuilly hielte, »starr vor Etourenl Die wahrste Religion (I» plna essentielle), die Religion der Toleranz s o behandelt zu sehen, bei u n »I... Franklelch hat vor hundert Jahren »die Jndensrage' sehr weise geläst ... wir glaubten die gelten de» Religioushaffes überwunden zu habeal . . . Der Jntervreuwer erinnert de» Gelehrten an gewisse revolutionäre Vorschläge, die auf dem Meeting in Nruilly gefallen waren; Renan entgegaete: .Oh, ich kenne diese Schlagworte; man wandte sie schon 1848 an; ich find« sie heut« ebenso gesährlich, wie banal», not viel weniger interessant, denn st« hatten zu jenrr gelt wenigsten» den Reiz der Renheit, der ihnen heut« fehlt.4' .Man wirst den Juden vor, daß sie Geld ir Nischen seien (manieare d’argent). 8er ist schuld daran? Wirt Zwölf», dreizehnhundert Jahre «lerschieden fie sich In nicht« von un»; e» gab bei ihnen v«ern Arbeiter. Groß war feie Zahl jüdischer Weinbauer in Lüdfravkrelch. so blieb er bi» zu de» Lag«, wo di« Kirche, in de« irrigen Glauben da» Darleihen von Geld aus Zinsen sei Sünde, dieses den Christen veibot. So wurde der Jude Herr eines Geschäftszweiges, den der llhrift, oft wider WillenI ausgeb«» wußte. Hierin liegt der Urgrund des Haffes und der Eifersucht, hierin di« Ursache jener Verfolgungen, welch« einig« Verrückte (£nergomines) wieder «insührrn wolläl. Der Einfluß, den di« Jude» im Handel und in der Industrie gewonnen haben, er ist ein« einfache Lonsequenz unserer Jrnhürner und Ungerechtigkeiten» Aber alle dies« Bettachtungm dürfen uns »I« vergeffen laffeu, daß der Jude h«tte Bürger ist, Franzose wie wir. Ich wenhjsttn» kenne ein« bedeut,nd« Zahl von Inden, Gelehrte, Schriftsteller, Soldaten, — deren Leistungen einen Ruhm für das gemeinsam« Baterland bedeuten. .Ich weiß, was «an den Israeliten vorrotrst: fie seien Freud« in unserem Vaterland«. Das ist ein Punkt, über den sich viel sagen läßt. Sehen Sie, zugegeben, unsere iSraelttischen Landsleute hätten palästineufisches Blut in ihren Adern, muß «an nicht das moralisch« Recht (eicht nur dieses, es besteht auch ei» streng »juristisch«»4' Recht der .Ersitzung') In Erwägung ziehen, das ihnen der vielhuudcrtjährige Aufenthalt in unsere« Land« gewährt? Aber ich glaub« nicht an die Reinheit des palästinensischen Blute«, ich bin überzeugt und di« <«*• schichte gleb« «ir Recht, daß Kreuzungen innerhalb der jüdischen Raffe staugefunden haben, daß sehr viel row«risches, griechisches, französisches Blut in ihre» Adern fließt, viel z» viel, als daß man hent« noch die Ausdrücke .Semit' und .Jude" als Synonyma gebrauchen könnt«.*) *) Sir fügen hier folgend« statistisch« Aufstellung Hinz»: Jeder Mensch har zwei Eltern, 4 Großväter »ad Großmütter, 8 Urgroßväter und Urgroßmütter, 18 Ururgroßväter und Ururgroßmütter, 83 Ahnen Unter »»seren J»de» glebt es nicht »nr gute Franzose», sonder» »»ch rein« Gallier . .. Sie sehr» also: Würde na» Mt Philosophie nicht aschige», di» Inden z» refpeetire». die Geschichte zwänge »ns dazu.' Räua» vergißt nur, daß Philosophie aak Geschichte heutzutage in de» Sagen brr Antisemit» Hirngespinnstr sind, ideologische Schwärmereien, »» die sich der »»den» .ReG. Politiker' nicht kümmert. Er spricht, tU ob unsere .uationale»' Bersommlnngeu Filialen der Akademie der Wissenschaft wäre». Da« ist ein Jrrthn». Räna» ist «in Gelehrter; Herr Franc!« Lanr und sein« Kumpane in Frankreich, jowie der brave Boeckel und lkonsorteu bei nn« find .Politiker-; der Gelehrt« sucht sich zu unterrichte» uud über da«, was er sagt, nachzudmke», die Herren Laue und Böcke! thu» es aber nicht. Herr Lanr, so berichten spätere Pariser Meldnuge», j bedauert seine neuerliche« A«»laffungeu schon und ist bemüht,! dieselben vergeffen zumachen, «ir freuen uu« darüber,! um de« Herrn Lanr willen, der sich durch diesen Widerruf > jedenfalls mehr Achtung erwarb« hat, «ie er je al« Antt» srmiteuhäuplliug hätte erringen können. k. De«tsche vildB«g «»d jüdische vrthodsxie. Die Zeitungsnachricht, daß Herr Salomou B r e« « r an« Papa, zum Rabbiner der israelitischeu R«ligiou»geseüschast iu Frankfurt am Mai» gewählt wordeu lei, kann uu« vom gewöhnlichen menschliche» Standpunkte gesprochen, kalt laffeu. Wir stehen dieser Gemeind« und ihren Bestrebung«» vollständig kalt gegenüber «nd begreife», daß fie bei ihrer separat!- scheu Tendenz nur eine» Manu brauchen kann, der die Anschauung, daß unserem Gemeinwesen nicht Eintgkett, sonder» eine stets fortschreitende Streitsucht helfen kann, mit derselbe» Starrköpfigkeit vertritt, wie die« sein sel. Schwiegervater und Vorgänger gethau hat. ES ist nöthig, da« »orauszuschickeu, damit nicht wieder wie in dem Falle Prag, un« zu« Borwurfe gemacht »erde, daß die religiösen Prinzipien der Mittelpartei nur tu dem Streben nach Versorgung ihrer Mttglieder anfgehnr. Wir haben jedoch ei» lebhafte« Jutereffe daran, zu konstatire», welche breite Kluft zwischen den Anschauungen, welch« di« i«rarlittsche Religionsgesellschaft iu Frankfurt und die ganze orthodoxe Partei, mit der fie sich ein« fühlt, uud deu aller gebildeten Menschen und ernst religiös gefinuteu Jude», gähnt. Da« soll an der Predigt konstatirt werde«, welche Herr Dr. Breuer zum Gedächtnis seine« Schwiegervater« S. R. Hirsch iu Papa gehalten hat uud die zu Raab 188V i» Druck erschienen ist. Da« Reiuerträgoi» an« dem verkaufe dieser Predigt fällt der Jesohib» in Papa zu, «nd wir gönnen ihr «t» solche« in sehr reiche« Maße, indem wir unser« Freunde bitten, diese Rede zu kaufe», «m »ach den Worte» de« Talmud den Unterschied, .zwischen meinem Sohne and de« vohue meine« Schwiegervater«' kenn« zu lernen. Da die Orthodoxie für fich daS Lob in Anspruch »immt, wissenschaftliche Forschung und moderne« gesellschaftliche» Leben mit de» religiöse» Begriffe» de« Jndenthnm« versöhnen zu kvnur», ist e« unser« erste Pflicht, durch ei» paar Ttilblüthen zu zeigen, wie die gewaltsame Spracheuverzerrnug, welche der große Meister S. R. Hirsch als sei« eigne Erfindung in Anspruch nehmen durfte, unter seine» Nachbetern üppig gedeiht. in der 5. Generativ», 64 i» der 6., 138 in der?., 356 in der 8„ 513 i» der 3. und 1034 in der 10. Generation. In der 16. hat Jeder schon 66,684 Ahnen und zur 16. Generation gehören 500 Jahre, unter den 66,684 Ahnen, die jeder J»d« im 14. Jahrhundert hatte; gibt «s gewiß Personen au» so verschledeaen Schichten uud Ständen, daß der Unterschied der Abstammung doch wohl nicht so groß sein'muß. (Red.)

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