Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 4 (23.1.1890)
- Date
- 1890-01-23
- Page
- Seite 30 (sequence 4)
- Language
- German
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88 Stabntymn* versicherte,'' zu bau er mit 8t*«f auf eive Talmndstelle sag««:. »Da» steht in Ihre« Talmndl* A. will also nicht» von de« Talmud wissen, wa« ih« nicht schwer fällt, aber »da» Geschrei gegen de» Talmnd ist bereit» die Stellung de» Apostaten*. — llo» könnte e» nur erwünscht kein, wenn G. die iwn ausgesprochene» Zustimmungen verSffentlichen würde. Dadurch würden auch der D. I. G.-B. und der Rabbinerverband veranlaßt werden, ernstliche Stellung zu nehme» zu der berett» auf dem letzten Gemeindetage von un» angeregten Frage, ob dir mit Subvention der Gemeinden und unter den Auspicien de» D. I. G^v. erscheinend« »Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland* fernerhin, wie bisher, eine Lblagerungsstätte für die christelnden veüritäteu ihre» Redakteurs sein soll, oder nicht. »Freilich — schreibt uns heute eiu sehr gesch. Freund au« Berlin — wenn Herrn Dr. Geiger, der überdies alle Fehler in reiche« Maße besitzt, deren uu» schon der von ihm allerdings «ugekanute Talmud anklagt, seine »Geschichte der Jude» iu Berlin*, bei deren Lektüre mau in Gefahr geräth zu erfrieren, als Ideal der Geschichtschreibung erscheint, dann muß ihm das Geist und Herz erfrischende Werk des Dr. Güdemann höchlichst mißfallen,; durch Schmähungen aber seine verlorene Sache zu rette», müht er sich vergeblich ab.* O. In» H»erschieße», 19. Januar. (Or.-Lor.) Wen» ei» Arzt, oder ein Psycholog, mich beachtet hätte, während ich heute Bormittag de» ersten Artikel der letzte» Nr. dieser geschätzt« Wochenschrift las: »Die deutsch« Juden und die Reichstagswahl«*, welche Veränderung« hätte er in den »«igeu Minuttu an wir wahrg«ommm, wie gehobm fühlte ich wich bei« Les« de» ersten Theils, wie ftmte ich wich des s« tief mitfühlend« jüdisch« Herz««, daß hier Herz uud Geist so harmonisch zusammenwirk«, aber wie deprimirt war ich. wie zog sich «ein Herz zusammm, als ich bann die nüchterne, kalte Berechnung des daran sich schließend« Nachtrages las. Ja schmerzlich Hab« mich di« Ausführung« des anonym« Berliner »National-liberal« vom rechten Flügel* mit seinem Andiatnr et alten pan berührt. Nein, mit Mäuvttu, welch« sich national-liberal oder freikouservativ nennen und nicht zurückschrrckru, Stöcker, Puttkamer, Hammerstein und Lousort«, die Todfeinde des J«d«th»ws, auf d« Schild zu erheb«, kann mau unmöglich bet der Dahl zusammengehenl Als.wahre uud nicht Scheinpatriottu ist es unsere Pflicht, dr« Laudesvater di« wahre, unverfälschte Volksstimme zum Bewußtsein zu bring«, was doch wahrlich nicht durch Lhauviuist« uud Byzantiner geschieht, sondern durch Männer, di« es durch ihr Leb«, durch ihre fteiwillige Entbehrung, durch Gr tragen unverschuldeter Zurücksetzung bewährt«, daß sie gerecht und hnwau find, und ei» Herz für da» Volk uud auch für defl« wahr« Juterefl« Hab«. Soll« wir wirkltch zu dr» Schad« »och d« Spott hiunehm«, daß wir kein polttisches verstäuduiß Hab«? Wir wollm lieber gehetzt, als »erachtet sei». Da hat der selige Rabbiner Meisel« als Mitglied dr« «eichsraths tu Oesterreich betreff« liberaler Wahl« mit einer andern Antwort regalirt, als »User »äußerster Rechtsslügel-Adjutaut der National! tberole».* Wie entrüstet «arm wir doch Alle, uud mit volle« Recht, als i» Jahre 1887 zwei jhdisch« Profeffor« sich bei Gelegen heit der Wahl« ganz tu de« Sinne de» Berliner alten pan-Eorrrspondeutm äußerte. Treibt mau »us nicht geradez» ausschließlich i» die Arme des Frrifiuus, da noch nicht ein« einzige Simm« des Ration all iberaltsmu» sich «ergtsch für «es aussprach. Schnöder uuverautwortlichrr Undank wäre es, »cm wir nicht, soweit wir es vermögen, für die Partei der Freiheit uud Gleichberechtigung «intret« sollte». HönigoAerg, 20. Januar. Wie die Nationalliberal« über di« Befähigung der Jud« für öfftutliche Aemter denk«, hat die Rekwratswahl an der hiesig« Universität am vorig« Dienstag gezeigt. Bi» daht» galt e» al» nnzweiftlhast, daß Prüf. Hermann diesmal in der Reih«folge der Proftssorr» znm Rektor ouserseh« sei» würde. Da «hob« einige »ationaWerale Mitglieder de» Senat« in d« letzt« Tag« vor der Wahl Bedenk» arg« Herma»», wen derselbe Jude sei. Man erzählt, e» sei von einzeln« sehr »national«* Leut« besonder» betont Word«, daß der Besuch de» Kaiser» im Lauft de» Jahre» in Königsberg zu erwart« fei «ak man könne doch Sr. Majestät nicht »amen» drrUniversität eine» Rektor jüdischer Konfession Vörstetten. Im Anfang erregt« diese Opposition selbst bei Rationalltberal« großen llawillen, da im ganz« die früher« liberal« Tradition« an der »Albertina* noch nicht vertreitschftt sind, ober r» gelang doch dm Anstrmgung« der führenden Rationalliberalen, ihre Meinung durchzusetzm, und e» wurde am letzten Di«»tag Prof. Buggenhagru mit einer Mehrheit von drei Sttmm« gegen Hermann gewählt, obwohl Buggenhagr» selbst für Hermann gestimmt hatte. ^chnetdemützt. (O»Lorr.) E» sei mir gestattet, in Ihrem vielgklesenen Blatte die Frage aufznwnfen, warum nicht Innerhalb sämmtlicher Gemeind« Deutschland» eine Bereinigung stattfindet, eine Eentralkasse gegründet wird, au« welcher Gemeinden Beihalft zu dem Bau von Gotteshäusern. Ankauf von grtedhofsplätzm re. geleistet werden könu«? Fast in jeder Woche komm« an die Borstände drrarttge Gesuche von kleinen nothleideud« Gemeind«. Ja den evangelischen Gemeind« Hilst hier der Gustav-Adolph- Berein au«, welcher di« Rothlage prüft uud jede» Jahr Beihülf« zu Baut« gewährt. Ich glaube, wenn diese Angelegenheit von berufener Seste in die Hand genommen wird, wohl keine Gemeind« sich von einem jährlich« veittage autschließen wird, dann könnt« auch eine Eenttalleitung besser da« Bedürfniß prüf« und Unterstützungen gewähren. Ohne Organisation dieses Liebeswerks werden nie durchgreiftnde Rrsultatt erziett und, da die Gesuch« so häufig kommen, von d« meisten Gemeinden ad aota gelegt. (Wir hob« diese Frage schon öfter» besprach« und dargethan, daß der D. I. G.-B. sie iu di« Hand nehm« müßte, aber seitdem derselbe nur alle 4 Jahre einen Gemeindetag abhält, bleib« vergleich« wichtige Anregung« jahrelang lieg«.) Pnesen» 17. Januar. (Or.-Lor.) Die vom Mainzer »Israelit* zuerst verbreitete Nachricht, als beabsichtigte Herr Dr. Lhreufeld bra Prager Oberrabbiuerpoftm nicht auzuuehm«, bi» ich h«te iu der Lage zu dementier« Die bett. Nachricht, die allerdings sowohl nach Prag als »ach Magdeburg uud Mainz berichtet wurde, war offenbar uur für gewiffe ängstliche Kreise berechnet, den» nachttägltch schrieb die bett. Persönlichkeit nach Prag, man möge dort schleunigst veröffentliche», daß die Nachricht ^unwahr sei. Dieser Berichtigung bedarf es aber für d« Ettigeweiht» durchaus nicht, uamentttch der gegrb«« Form gegenüber, wonach Dr. E. erklärt Hab« soll, daß er dtt Prag« Stelle unr daun auuehm« «erde, wma mau alle von ihm gestellt« Be« diugung« «Me. Herr E. hat nämlich, wie das tu diese» Falle selbflverstäudltch ist, gar keine Bedingung« zu stelle». Die mit dtt Rabbinerwahl in Prag bettautt Lommisfio» hat vielmehr eiu vertragspräliminare ansgearbeitet, da» »vorbehaltlich der Ratifieatio« durch die Ge- «einderepräsentauz* dem Dr. G. zur Annahme eiugesendet wurde, lieber zwei uudedeuttude Punkte hot sich uu» eine Uuttthaudlung als »vthig erwiese». Das diese scheite« könnte, odtt daß dtt Rattsttattou des Vertrages von d« Repräsentanz (dtt dieselbe bis heutt nicht vollzog« hat) verweigert wttd« kömtte, daran hat »ach dtt Nttnr d« Wahl eigentlich Niemand je bezweifelt. Durch dtt zuerst »«brettett Nachricht sollte uur eiu Druck ausgeübt «erd«; m« war offenbar im hiesig« Hauptlagtt ängstlicher, al» um» zu sei» uöthig hatte. Dtt strittig« Punkte betreff« besonk«» dtt Bildung de» Rabbtnalscollegtnms und dtt nöthig« Auseinandersetzung«, da jede Discusstou darüb« mnütz ist, will ich nicht erst Papttr verschwende». (S. »Prag*.) «Leipzig, 8. Jrnuar. Dtt hiesige »Gaichtitttg.' brwgt folgend« Mittheilnng« üb« eine Duellaffatrr. vor «tqtger. Zett «htttt d« RechttanwaU Dr. .Werthoner, Sohn ye»