Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 3 (16.1.1890)
- Date
- 1890-01-16
- Page
- Seite 24 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492344-5935074-5956689--0033-5373666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
alt aktives ober als Ehrenmitali» emiHtreten. Da «aingm Jahresbeitrag hat jtbtr flbvt<L Mb für denjenigen, m ff jn schwer wird, fall ihn die Gemeinde zu zahlln habe». SDeffcn iiik sich wohl feine (Braunibe weigern, janrat Mn« bei» Antritt des Int* ff contra cflidj bebmtgf« wird. Außerdem wird in großen and nittleren Gemeinden dnrch Borstand, Lehrer nnd Rabbiner eine Anzahl von Ehren» nitgliedern z» gewinne« sei«, und die Vorstände unserer Gemeinde« sollten es von selbst begreifen, daß sie für sich und ihre Beamte« die Pflicht haben, mit einem entsprechenden AchreSbellrage sich an dem Liebefwerf der Achawa zu betheiligen. Und dennoch fehle« die Namen der meisten Gemeinde»; um* könnte von diesen noch für die Achawa geleistet werden! Man bedenke doch, die Leistung kommt ja nicht nur den Lehrern, sondern auch den Gemeinden z» gute, jede Einzelgemetnde, die kleine wie die großem würde an den Boaheile.« pattiephren. Man höre, selbst der Vorstand Berlin» hat grklagl, daß ff ihm schwer werde, gute Lehrer uni Rabbiner zu finden. Wenn cf wahr ist, so kann dicö nur daran liegen, daß wegen schlechter Stellung Wenige und Unfähige sich solchen Aemtern widmen. Die gnte Stillung der Lehrer und Rabbiner in einzelnen Großgemein ten änden alf Aufnahme die Sachlage nicht. R.-A. Kiekefeld, im Januar. Am 1. b. Mt*, hielt, wie alljährlich, der Unterzeichnete Vorstand zu Dortmund eine Eonferenz ab, um da* Ergebnis des abgelaufenen GeschästSjahres zu ermitteln und die Unterstützungen für daf lausende Jahr siftzustillen. Die betrübende Borautsetzuno, welcher wir au dieser Stelle im vorige« Jahre Aue druck gegeben haben, hat sich leider erfüllt. Die Zahl der UntersttztzungSantheÜe hat sich um 19 vermehrt, m dem sie von 49 auf auf 68 gestiegen ist, und »bschou die Einnahmen, — Dank der wohlwollende» Betheiligung der bisherige» Wohlthiter — so ziemlich dieselben geblieben find, so haben wir schweren Herzens unf doch gezwungen gesehen, de» Einzelantheil von »2 Mark aus 44 Mark herabzusetze», ein Aufsall, der unfern Emeriten, unfern Wittwen «ad Waise» recht empfindlich sein muß. Auch für daf lausende Jahr ist bereit* der berechtigte Anspruch einer Familie zum 1. April angemeldet, wodurch die Zahl der llnterstütznngf. anlhetle wiederum sich um 7 vermehrt, und wir »erde» alfdana 7 Emeriten, 12 Wittwen und 7 Waisen zu unterstützen haben. Ef bedarf »ohl nur dieser Andeutungen, um unsere Freunde und Wohlthäter zu immer regerer Thätigkeit anzusporne». Rögen sie in dem Bewußtsein, die Roth armer emerttierter-Lehrer, ihrer Wittwen und Waisen nach Kräfte» lindern zu helfe», reichen u»d süßen Lohn finden! Der Vorstand der Unterstützungskasse de* BereinS ifr. Elementarlehrer für Westfalen und die Rheinprovinz. Sefterretch-Uw-M«. Wie». Wie die »Reuzeitschreibt, beabsichtigt der Papst, sich ia feierlicher Weise gqen da* Treiben de* Antisemitismus aufzusprechen, welcher da* Fundament der Kirche dadurch erschüttert, daß er die Juden, auf deren Mitte so viele Apostel, ja der Heiland selbst, hervorgegangeu sind, alf von Natur d. h. durch Abstammung und Raffe, schlecht und verderbt darstellt. Mraß.(Or.-Eor.)Ehrenseld kommt, wie wir erfahren, nicht hierher; die hiesige Oberrabbinerstelle ist also wieder vacant. Da* Lenttalorgan der Orthodoxie ist darüber wulhentbranvt nnd schließt die betr. Mittheilung mit de» Worten: »Run steht dre Beute der mit Allen liebäugelnde» „Mittelpartei* zur Verfügung. möge sie gerüstet sei», nm den Ruf folgen zu können.- Was da» „Liebäugeln Mit Allen* anlaugt, so ifl da* bekanntlich eine gchässige Umschreibung für Friedensliebe, und gerade dem letzten Oberrabdiner (Hirsch in Hamburg) wird ja daf friedliche verhalle» mit alle» Pcüteien als desonlerer Ruhm nachgesagt, auch i» seiner jetzige« Stelle kan» berfetbe n»r durch seine Frieden »liebe (oder wsrb'f da* orthodoxe Blatt auch „Liebäugeln mit Allen* nennen?) ersprießlich wirken. Da* sehen die meiste» jungen orthodoxen Rabdiner an* der HildeShe'mer'fchen Schule bereit* ein, und wenn sie erst in Amt und Stellung sind, da »liebäugeln* sie ganz gewalti«. und lasse» bezüglich ihrer Orthodoxie mit sich Handel». (Nom!»« surrt ockioaa!) Wer wallte ef ihnen auch verarge». Die Herreu sehen ein, wenn fle in* praktische Lebe» trete», daß fle mit de» orthodoxen »opf nicht durch die Wand reuuen können und müsse» dem moderneu Leben und de» religiöse» Bedürfniffen der Richtortho« boxen Concesfionfi machen, trotz Schnlchan aruch! SkwOlarrV. Keteroönrg. wie der „Prawit. wiest* berichtet ist die Anfncchme von Israeliten in die Aeademie der schönen Künste in Petersburg untersagt worden. Sämmtltche israelitische Hemdwerker in Petersburg. Moskau re. haben vom 1. Januar 1896 einer Prüfung sich zu auteeziehen. — Der »wiestnik Ewropy* hebt hervor, daß die Ei«, scheänkuug der rusfischen israelitischen Anwälte unnöchig sei, da ja schon die Beschränkung der Zahl jüdischer Studenten im Gymnasium und auf ter Universität nach einigen Jahren de» normalen Stand herbeiführen müffe. Roch mehr würde» sich die ifr. Anwälte in Rußland vermindern, wenn man ihnen die Wege zu ander« Gerlchtfstellen öffnen würde. — Die hier ver einigen Jahre» verstorbene Baronin Mouerheim verschrieb 28000 Rubel ihrer GeburtSstadt Riefwiez zum Baue eine* Spital*. Die Stadträth: daselbst behaupteten, daß die verstorbene, alf Ehristin, nur ei« christliche* Spllal — mit Aufschluß der Jude» — gemeint haben könne. Dagegen protestirte der Friedensrichter Soltaua» im Name» der Testatoriu. die gerecht und tolerant war und so wurden in dem nenerbauteu Spllale 8 Betten für Christen und 8 für Jude» hergestelll. — Ei» Petersburger Blatt weift nach, daß Rubin stein seit 1862 in Peterfdnrg mittelst feiner eignen Loneerte, »der feiner Mllwirkung 300 000 Rubel für «ohlthätige Zwecke eiubrachle. Uautita. Me» Horst, 11. Januar. Ei»e Anzahl hervorragender Israeliten, welche sich den Schutz ihrer eingewanderte« Glaubensgenossen angelegen sei» läßt, gründete vorige Woche die „Moutefiore and Lady Judllh Hebrew Affoeiatio« of the City and Coumy of New Uorh* nachdem folgende Beschlüsse gefaßt worden waren: „Die Zukunft de* jüdische« Einwanderer* verdient die ernste Erwägung jede* Israeliten. vir sind deshalb zusammengekommen, um die Wohlfahrt Derer zu fördern, welche »ege« ihrer Religion in andere» Länder» verfolgt wurden und hier Zuflucht suchten. Die Jntereffen der jüdischen Einwanderer sollte» gefördert »erden. 1. durch den Schutz, welchen man ihnen bei ihrer Ankunft «igedeihe» läßt; 2. durch Erziehung, indem man sie mit der Sprache» der Geschichte, der Gesetze und den Gebräuchen de* Landes vertraut macht; 3. durch Lerbefferuny ihrer materiellen Lage, in&m mm ihnen ein Handwerk beibringt; 4. durch Beaufsichtigung ihrer Wohnstätten, indem man dort auf Reinlichkeit und Ordnung sieht, 5. durch Verhinderung von Blldung sogenannter Judengassen, welche gegenwärtig ia der unteren Stadt charakteristisch sind und welche die ganze jüdische Gemeinde der Mißachtung aufsetzt.* Zn Beamten mrben erwählt: Julius Harburaer, Präsident; MoseS Mehrbach, 1. vier-Präsident; Jsaae Marx» 2. Viee-Präsident; M. G. Landsberg, Sekeütr; Rosenzweig, Schatzmeister. Die Herren Solomon, Steckler, Bennett, Kantrowitz, Löwenthal, Arnheim, Silberstein, Flisser, I. Samuels, Steiner, Mark*, Cohen, Kinkowstei«, Sturm,n, Weilt, Ben. Blumenthal, Her«. Stiefel, bildeu den „Board of Gouvrrnor*.*