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Israelitische Wochenschrift · 1890-01-16 · 3 (16.1.1890) · p. Seite 23

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
3 (16.1.1890)
Date
1890-01-16
Page
Seite 23 (sequence 5)
Language
German
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blafec |B loifHtaim , welche selbstständig «tfcUea ssllen. Durch eine solch rationelle Arbeitstheilun, »ird der Einzelverband in der Lage sei«, in seine« Kreise erfolgreich zu agiliren und die Zahl der Verein-Mitglieder zu verwehren. Der jährliche Beitrag ist ans nur. 6 Ml., das Eintrittsgeld auf 8 Mk. normirt, so daß auch der Beamte einer noch so kleinen Gemeinde beitreten kann. Die Gegenleistungen find: fortlaufende oder einmalige Unterstützung in Krankheit«- und Gterbefälleu. — Der neu« resp. wiedergewählte Vorstand besteht au« den Herren: 1. Rechtsanwalt Dr. F. Stern, 2. Kaufmann H. Abraham, 3. Direclor Lewinski, 4. Rentier Göttinger, 5. Kaufmann M. Lichtenstein. 0.—8. Eantoren: Marksou, Rosenthal, Friedmann, sämwtlich in Berlin und!>. Santor Tchönberger-Potsdam. Wir wünschen, daß der Verein wachse und gedeihe, das» er werde, was er sein kann und soll: eine Stätte der Bereinigung und Verbrüderung der Eultusbeamten Deutschlands zu deren eigenem Heilei L.-S. Merlin, 13. Januar. (Or.-Lor.) E« ist wirklich possierlich; Hammerstein und Böckel — pnr nobile frntram — beide toben und springen. Der Hammerstein tobt. Erst das energische Refus de« „Reichsanzeigers" und jetzt als zweiter Schlag die vom Kaiser ausgehende Bestimmung, daß die „Kreuzzeitung" nicht in den ldniglichen Schlössern austiegen dürfe, ja, nach der Meldung eines Frankfurter, mitunter osficiös bedienten Blattes soll da« Junkerorgan auch aus den Kasernen und Kasinos des OsfizierkorpS verbannt sei»!*) Der Hammerstein tobt — und da er den bittein Groll natürlich nicht an dem Urheber der ihn so demüthigenden Maßregel auslassen kann schimpft er auf — — den Herausgeber der »Verl. Politischen Nachrichten", welche die Nachricht von dem über die Kreuzzeit. verhängten Belagerungszustand zuerst mitzutheileu in der Lage war. 0, 400« mntntio nrnml Der Hammerstein, testen Ahnen vielleicht schon zur Zeit der Lreuzzüge die Juden geplündert haben, muß durch bas Mittel eine« .österreichischen Juden" (brr!) erfahren, daß er .allerhöchsten Ortes' nichtsweniger als beliebt sei.**) Er, der so eifrig gestrebt nach der .Sonne der königlichen Gnade"! Wie schmeichelte er so widerlich, wie kroch er so hündisch am Boden, wie verläumdete und hetzte er so infam meisterlich; — alles vergebens. Lobt Hammerstein vor Aerger, springt'« Boeckel in «iulci jabilo, und tobt und schimpft auf Juden und Judenthum in einem vorige Woche hier fast ausschließlich von Studenten besuchten Bortrag: Ueber den Antisemitismus und die deutsche Jugend." Man amüfirte sich famos; das Bier war feudal, der Boeckel ein schneidiger Kerl, und kannte man auch den Inhalt des Sprechers aus früheren Reden destelben Häuptling«, so konnte das der Stimmung der auimirteu Hörer keinen Abbruch thun. Die Versammlung schloß mit brüllenden Hochs auf den Hordensührer, der von jetzt an den Beinamen .Mehrer der Reichsbevölkerung" führen soll. Möge er noch lange, wie bisher weiter leben und reden, springen und toben und damit den Ekel vor der antisemitischen Bewegung immer weiteren Kreisen mittheilen. Aletttn» den 8. Januar. (Or.-Eo.rH Eme innige Freude gewährt e», au« den jährlichen BerwaltungSbrrichten de« .Jüdischen Kurhospital»" in Eolberg zu ersehen, wie sehr sich die Anstalt die Gunst dcS Publikum« erobert, wie sich immer mehr und mehr Freunde und Gönner finden» die durch jährliche und einmalige Zuwendungen die Zwecke und Ziele deffellren unterstützen. Dadurch war e» der Verwaltung im vergangenen Jahre möglich, 118 Personen — 8 mehr al« im Jahre vorher — in der Anstalt während der Badezelt aufzunehmen, d. h. chneu in dieser Zeit ganz unentgeltlich Wohnung und Verpflegung, sowie die zur Kur nöthigen Sool. und Seebäder, ärztliche Behandlung, *) Bon dkmfklben Verbiet ist — nach de« Verl. Tagebl. — auch das BaUsemttenblnit niedrigster Lotte .Volk" betroffen. *") Herr Victor SMweinbarg erklärt, daß er kein Jude sei. Die „Krenzzettmig" sriigt: Seit «aan? Arzneien rc. zu qewähreu. Von diesen 118 Pfleglingen war d>« männliche G-schleckt mit 40, das «.ibliche mit 78 Personen vertreten, die au« den verschiedensten Orten Deutsch, lands vor n und auch die verschiedensten Krankheiten hatten. Davon konnten entlassen werden als geheilt 72, al» gebessert 42 und nur bei 4 war kein Erfolg zu constatiren. Wir denke» doch, daß diese» ein Resultat ist, auf welches die Anstalt stolz sein kann und hoffen, daß sich immer mehr und mehr Freunde finden «erden, die der Anstalt chre Gunst zuwrnden. Darum sei es un« auch vergönnt, die Bitte de» Vorstandes hier wörtlich wieder zu geben." .W r bitten um Unterstützung für Kranke, die zugleich arm sind, und denen wir Gesundheit und verjüngte Lebenskraft wiedergeben. Wir bitten um Unterstützung für arme, blasse, abgezehrte, hinsiecheude und schwächliche Kinder, die in unserer Anstalt zu neuem Leben, zu gesunder Kraft, zu Frohsinn und Jugeudlust ousblühen." Möge diese Bitte Gehör finden bei Allen, die diese Zeilen lesen. Aätttgolerg, 8. Januar. Eine» der bekannten Vermächtnisse de» versiorbmen Geheimen Kommerzienrath S mon hat Veranlassung zu einem Prozesse gegeben, auf dessen Au-iang man recht xesprnnt ist. Da» Legat im Benage von 10000 Mark sollte bestimmungsmäßig dem „israelitischen Unterftützungevcrein" zufallen, dieser hat sich aber seit Jahr und Tag aufgelöst, ohne daß über die AuSzahlung de» L-pats eine andere Bestimmung getroffen worden wäre. E» hat sich nun der sogenannte „S'uigSberger Unterstützungsverein" gemeldet und erhebt Anspruch auf diese« Bermächiuiß au« dem Grunde, weil der Legatar dis zu seinem Lebensende Mitglied diese« Vereins gewesen ist, der ursprünglich von Mitgliedern jüdischer Religion umer dem Namen „Jsraelilischrr Verein" gegründet wurde, und erst später sich al« „Unterftützungsoercin zu Königsberg in Preußen" konstituirt hat. Da da» Surat rium der Simon'schen Vermächtnisse die Auszahlung de» Legat» an diesen verein verweigerte, hat sich der Vorstand an den Herrn Regierungspräsidenten gewendet, und dieser har dem Verein anbeimgegeden, seinem vermeintlichen Anspruch im Rechtswege geltend zu machen. Der Borfitzende hat sich daher bereit» mit zwei der tüchtigsten hiesigen Rechtsanwälte in Berbindung gesetzt, die auch dem Verein einen günstigen AuSgang de« Prozeße« vorausgesagt haben. Akzep. (Roch einmal „Achawa".) Dem Bericht über die jüngste Vorstandssitzung in Nr. 1 d. Bl. fügen wir al» beuchtenSwerth hinzu, daß den Lehrern nicht nur obliegt» vei Anderen zu werben, sondern daß eS sich auch um ihren eigenen Beitritt handelt. Die meisten warten bi« zum letzten Augenbl'ck, wo die nahe Roth sie mahnt» al»bald Hülfe zu suchen, oder wo der letzte Termin vor der Thür ist, der noch den Einttitr ermöglicht. So ist e» gekommen, daß viele da» 40. Lebensjahr überschritten» für welche dann nachträglich noch einmal die Gnadenpforte geöffnet wurde, um sie bi« zum 31. März d. I. noch einzulassen. Daß aber die Lehrer vor dem 25. Lebensjahre eintreten, bis wohin da« niedrigste Eintrüt»geld gezahlt wird, oder daß er vor der Berheirathung Mitglied werde, die ihn «ahnt, die Zukunft seiner Frau und Familie zu sichern, daran denken wenige. Und doch ist der so niedrige Satz der Beiträge und Einttiitsgelder darauf berechnet, daß man erst eine Reihe von Jahren zahle, ehe auf Gwenleistung gerechnet werde. Ueberall ist nicht nur an „Rehmen", soudern auch an „Geben" zu benlen, daran, daß der Eorpsgeist jeden verpflichtet, nicht nur da» eigne Ich, sondern auch die Eollegen, d«e Gesammthert mit im Auge zu haben. Wir möchten er jedem, der daran denke, Mitglied der Achawa zu werden, »ur Pflicht machen, mtt tem Eintritt in'« Amt auch den Dntritt in die Achawa zu bewirken, — bei anderen Hülssvereinen ist es ja auch so, — und es auch jedem an« Herz legen, der glaubt, die Hülfe der Achawa entbehren zu können, um der Eollegen, Lehrer und Rabbiner, willen entweder

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