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Israelitische Wochenschrift · 1890-01-16 · 3 (16.1.1890) · p. Seite 21

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
3 (16.1.1890)
Date
1890-01-16
Page
Seite 21 (sequence 3)
Language
German
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— 1» — tat MH fanfta, attt MtatM MOhh tanAtrtatks »-«Htoa ki«KtajUt, M »m tat BffcrMfl&Mt, «ch»NG,lt amt Br» stmtchevM» 3ataat|aart «ich» <■ Hcfftec fttlt «tat)ttagt afctf* 3t »ohl, Herr Wtartil Ck haben die unbestrittene Drrtfttgkfit, et« stach« Behaupt»»» dem Leser darzubtete». Ich gchär« der jüugerrn Grueration am art Ma «U Httarncr VEdm, durchtränkt; aber MmeftB irrte halte ich taerchau» tfickt das Iudenchu» für schädlich nu» verfault, E» ist «tu» U»W »hrh eit. wenn Sie so»«», da» Leben der jüngere» Mische» Gruerattou fei ein <•£<» verblutru. Ich »ill IM» faß«, tate i» StrVichkrtt die. Diug« liege», Ml c» mit da» vermeintliche» Tragik de» modernen I»d«, auf sich hat. Ei» »»verzeihlicher Kehler, etue verhäng»i«v»lle Sünde der Mische» Erzieh«», ift e», der Jugend deu Wahre« Geist de» Indrothum« vorzuenthaltr,. de, J»halt zu mrhet»ltche», oasür ihr die leere» Kar««», die trockne Schal« zu reiche». So »itchft ei» Geschlecht Hera», da» lei»« «h»»»» »a» de« eigentlichen Gehalt« de» Jntanthum» desitzt, e» keimt »nr seine Außenseite, die Schale. Seil e» aber vo» seinem Seifte nichl« keuut, spottet e» seiner n»d laeudel sich vvu ihm ad. Rur Seut,e» geliugt e«, eine» Ersatz sitr de» Mangel eiaer religidseu Erzieh»», zu er- «rbr»; selbst tu de» Besitz moderner Bildung gelaugt, hat «a» »och nicht Rfiigiofität ^wo»»en. Deu» .Geistesbildung" »ud .Rrlixioptät', Herr ftlderti, find kriur identischen Be»riffe. Jeue« Geschlecht empfindet daher eiu« gähneade Leere i, sei»,», Gefühlsleben, eine Armut de» Semüthe», di« »eh« ihn', dir Uazusriedruhett t« eigene» Herze» »««kt. die da» Lebe» zu eine» tragische» gestaltet. Dergleichen möge» Sie empfnude» habe»; aber Ihr blinder Haß gege» da» J»de»thuw verbietet Ihm», der Wahrheit dt, Stimme &»«»«», n»d so rrst»d«» Sie da» Mähnhe», <§ sei jede» tglieb der jüngere» Generation a«e der vräfanlthett de» Judeuthums überzeugt. Rur dir allerwenigste» »ma«» da« »»» überzeugt fei», da die Mehrzahl garnicht» vom eigentliche» Mdeuthume «riß; Sie, Herr Alberti, »«hären zu dieser Mehrzahl. .Da» Jntanthum h« jede» Recht zu« Dasei» »erlore», so ruf«» St« kühn au», »eil der Mo»»« theiäm»» trtt ist!" Ist e» Ihm» vielleicht bekannt, daß Heiue «i»ell ganz ähnlichen Ausruf «ie: .der Monotheis- »«» ist tob" getha», th» rter später widerrufe»? verzeihe, «erther Hei»«, daß ich Dich »fit Herr» stlberti i» Berührung bringe — Apoll u»d Marsh«»! — Herr stlberti! ist gh»e» Wirklich die Thatsache so ganz fremd, daß »och «tue gou stattliche st»zahl ehrlicher Bekenner de» M«»othei»m»» varhaude» ist? Helfe» Sie doch ei« weuia Ihrem Gedächt- »t» a»f »»d Sie «erde» mau che» Ihrer vtaeimtr» fiude», tar »och »ahrhaft a» rix» perstafiiche» Gott glaubt. Daher hrt da» Iudentheun, die .Sch««izer»arde" de» WonotheismL«, ovch nicht da» Recht zum Dasei» verloren. stder gesetzt, der Monotheismus sei Wirklich tvd, war»» spreche» Sie bau» sa emphattsch «llet» dem Jude», t hu», da» Recht «»» Dasein ab, war»» nicht auch de« «hristntth»»« n»d eigentlich diese» i» hl Herr« Grade, da e». — mir Sie meine», — Ei» »nd Btrlgdtterei i» fich birgt, als« dvch fieftr al» da» Indeuthu« steht, tusafer» «» »tchi tan reMr» M«»othei»«u» cuthilt? Man sieht e» hier so recht deutlich, «ie e» Ihne« wir tar ans ankam, Ihrem Haffe gege» da» Jntanth,« 8»ft za mache», «ie e» Ih»e, glfichgUlig »er, »er Wahrheit »achz»forschev. Sie sage», der Glaub« der Zukunft »trd et» gereinigter »nd fortgeschrittener Pcntheismn» sei», die Religio» der Poäte», der Br»»«, Goethe, verbeffert durch die Kmschmme» eine» Darwin, Mäher, Helmholtz, Häckel rc. Herr Albern! E» gab eine» träfe» Atlosophcn. Benedict Spinoza, Mischer HerkunftI Er ist zwar nicht tar Begründer, doch tar erhabenste, konseg»e»test». bedeutendste Pantheist, tar erlauchte Geniu», taffe» Sirksoanlfit an kfine Zeit gedunden. Spinoza'» Werke find die Quelle, au» der »och alle große» Deuker ^schöpft, sein Geist lebt fort und »irkt weiter in allen großen Geisttr». Raunen Sie mir dach deu grobe» deutschen Porten «der Denker, der nicht vo« Spinoza beeinflußt wäre! Gie hättur doch es» Goethe wtffr» softe», »ie sehr diaser de» Imstertauaer Jude» tamataife, «k eifrig er fich in fei« Serke vertiefte, «k er sfiueu Seift »,» deu Sedauke» jene» defruchten ließ. Senn Sk der gRdana» find, daß dir Religio» tar Zukunft i« Panthei»mn» bräründet sein »»erde. Warum übergehe» St« Spinoza »nd sei»«» Einfluß? Ich »ill e» Ihne» sage», »eil er jüdischer Herkunft »ar. Sie find eben krt» Jünger der Wahrheit, Sir wolle» uur da» Indenthum schmäh« »ud übergehe» de» Spinoza, einen tar Beste», de» da» Iutaathum der Seit geschenkt, ja eine» tar Besten überhaupt; Sie werden uur Seuige finde», dk de« Spinoza a» Sttteuretnhrtt und Lauterkeit gleichen. Schopenhauer »e»»t sein« Wahre Hcimath dk Ufer der heiligen Gange», da tar Occident seiner unwürdtg. Da» System de» TodschWfigen», H. stlberti, da» Sie al« specifisch jüdische» vergehe» brrnndm-rkr», handhaben Sie hier selbst in wahrhaft prächfiger Seife. — (Schluß folgt.) Drrichte «»st 6*r**A»*tifc*it;eti. DmtfrtUuib. Mugdaüurg, 12. Januar. Wir erhalten au» vielen Gemeinden Berichte über Trauergottesdlenste. di« am jüngsten Sabbath zum ehrenden Gedächtniß der hochsrligm Kaiserin August« in den Synagogen abgrhalten wurden. Wir coastatirm die», ohne alle, ziemlich ähnlich lautenden. Spezialberichte aufzuoebmeo, und hebe« nur hervor, daß diese Trauergottertienste au» der freien Entschließung der Borstänta und Prediger hervorgingen, und »i«ht — wie i» den evangelisch»» Kirchen — vo» einer obere» Kirchenbehtade äugeordnet waren;«» wir da» dankbare jüdische Herz, welche» der erhabenen, die Leidenden aller Eonfesfioneu mit gleicher Liebe umfaffräden edlen Laud«»mutter, diesen Tribut der Verehrung zollte, dieselbe dankbare Gesinnung, welche die Thoea tar egypnschen Kvaig«t»chtrr bewahrte, die ihr mitfühlend Herz aach gegen ra» jüdisch« Knäblein brrändet«, da» Jochedrd im Schilf de» Ml autsrtzte. Und wie da» Goitesbuch von alle» Namen — nach tar Tradition zehn — die diese» Knäblein später erhielt, finzig und allein tan von tar heidnischen Künig»tochter ihm beigrtegten Namen .Mose" beibrhält, so wird tar Name der erste» deutschen Kaiserin von allen Deutschen jüdischen Bekenntniffe» allezeit in dankbarer Berehrunz genannt werdm. Da» war der Grundgedanke, dein wir am jüngsten Sabbach. anknüpfeud an die dttr. Enählung de» Sochenabschuitte». in hiesiger Synagoge Au»drnck gaben, -er »fiederholt sich in fast alle» un» zugehende» Berichte». stu» Berlt» schreibt ma» »»»: Trauer, aufrichtig« Trauer rs Me Heimgegangene erste deutsch« Kaiserin drückte tar Rfich»Hauptstadt in tar »ergangenen Sach« ihre düstere Physiognomie aus. Der Spruch de» groß«« Menschenkemler» Shrtespeare .Mo« Wttaschea AM«s tbaa — M »tarlebet sie, ,T»$ Satt wird mit ihnen oft tagmbe» " er ist hier zu nicht« geworden: So man der verstorbenen getankt, geschieht t» »fit Dorten herzlichster Berehrunz, uugeheuchelter Dankbarkeit. Auch Berlin» arme und kranke Jude» — .dies« Menschenkinder, dreifach elend (nach Heine), behaftet mit den döse» drei Gebrechen, mit Armuth, Kiirperschmerz und Judeuträ»' — «ud fle nicht zuletzt — stehen Nagend au tar Bahre der hfimgegaugenrn Fürstin, die ihnen eine lkbevvlle Sosfithäteria gewesen ist. Um der Trauer, Me alle jüMscheu Herzen bewegt, einen würdigen Ausdruck zu gebeu, veranstaltete die Grmeiade Berlin» im Anschluß an tan Frfitagabendgotte»M«nst in deu Sy»a»ogr» der Orauieubnrgerftr.. Kaiserftr. und Heidereutergoffr eine Gedächtnißffier. wozu, wie die .Rordd. Allg. Zeit,." »itthritt, die Aadäibtigen in Lchaaren strömten. Auch in der B«r»ch - Auerbach'scheu Waisenanftalt, welchem Institut die edle Heimgegangene stet« besondere«

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