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Israelitische Wochenschrift · 1890-01-16 · 3 (16.1.1890) · p. Seite 20

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
3 (16.1.1890)
Date
1890-01-16
Page
Seite 20 (sequence 2)
Language
German
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8ü Mc ftdfbnite fwtci »ach ihre» •nofcfatc »ra ter Gleichheit Aller Mt de» Gesetze ftr die Mische, etMMMricr de» dausche» «eiche« Geleistet Hai. ist Jede» defiumt. U»»ergrsse» »ird ihr ihr »«»uhtztes Anstate» >«tzt» de» Antifänllisums, »diese Schomch de« Jahrhuubertskleide», et» Jtanpf, de» fie «ich z« Zeile» führte, wo dieser »tcht« weutga el« opportun »er ... Die Interpellation »«tze» der Lxcestr t» N«»stritt», die uermche Dedette i» der Budgetrommisstoa de« Reichstag« wer die Zurücks«tz»»g der Juden bei vefsrdauug zu Offiziere» uud vftft a»de« Beweise köuotr« »ir «»führe», wollte» wir lediglich dorthll», daß die freisinnig« Partei stets rückhaUlos we Gleichberechtigung der jüdische» Staatsbürger verfocht«« hat. Doch das braucht nicht bewiesen 4« «erden, es ist ^t fccfomt — eines Nachweises bedarf nur der Theil unserer Behauptung, der sagt, haß die Kartell- Parteien »ie Unterstützung der Ino« bei de» Wahlen uicht verdienen, wie dieses bei de» Angstwahle» von 87 »och vielfach der Fall grwese» ist. Die notional-liberale Partei in ihrer «oderuen Gestalt — »it der liberale« Etiauette »ad de» konservativ«» J»halt — hat für die Jude» me «ehr gehabt, als kühl« Redensarten. Sie hat zwar versichert, dich fie den Antisemitismus verabscheue und sie schimpft wohl auch jetzt »och anf die schwarze Reaktion. — Allein dies« Entrüstung ist eine nur theoretische grwese», sie hat die Herreu nicht gehwdah i» Siege» de» Stücke» durchznbriugm und wlld fie nicht hmdäo — ttotz des scheinbare» Sträube»« nniger Kartelloraaue — vielleicht gar auch für de» .Edle»" va» Hammerstein und de» Exmwista vou Pullkama zu stimme». Das Angeführte, da« wir noch «n eine Reihe von Beispiele» vermehre» Laute», mag genügen, um unsere Leser zu überzeugen, daß — außer de» Sozialdemtraten, für welche bei religiöse« Israelit«« gar lew« Sympatyien vorhaud«, find — es ganz besonder« die ftriswnige Partei ist, welche di« staatsbürgerlichen Interessen der Jwe» ohne Hehl wahumnmt. Für sie ruqutrete» gebietet jedem Israelit« nicht nnr seine Pflicht gegen da» Gesmmuwcke»- chmn. sondern auch der nüchwrne verstand, der ««fach« Selbsterhaltungstrieb. Georg Geiser. Ban anderer Seite erhaUen wir ans Berlin dir nachfolgende Zuschr.ft, die wir unserem Rrdaktio«spri»«ip getreu, »osa Blatt Sm Spnchsaal für alle, d>e einer ehrlichen UGerzengmrg lgco, zu mache», zum Abdruck drioge». ,chuckwt»r ab »It«» p»n. Zu tan Artllel ans Leipzi g in Rr. V0 Ihrer geschützte» Zeitnug, betreff« der nationalliberale« Partei erlaube» Sie «ir wohl ewige Bemerkungen. Ich halte es für durchaus nicht im Interesse des »ns doch Allen am Herze» liegende» Judeuthums, de« Stab im Allgemeinen über alle Rasional-liberale» in Bausch »»d Loge» zu brechen. Die »ational-liberale Partei hat officiell früher «rllärt, daß sie niemals ü? ciac Beschrätzvug de. Recht« der Juden willigen würde. Das mag uns genug sei». Wen« sie jetzt aus taktisch«» Gründe» (well die konservative Partei es fordert uud das Kartell, welches nun einmal die naiional-Ubaale Partei als zu» Heile des Vaterlandes gehörig betrachtet, sonst nicht zu Stande gekommeu sei» würde) es duldet, daß die Paar Antisewile« auch ihren Sitz drhalte»; so beklagt das gewiß di« uat.-lib. Partii nn Großen und Ganz«» so gut wie wir, kaun aber »egen de« höhere« Zweckes, der Erreichung einer regier»ogsfrsundlicheu Majorität, nichts daran ändern. Ist der Grundsatz zu verwerfen — und ich gebe zu, daß er augrfochieu «erd«« tuan —. s, läßt sich da» Zusam«e»g«heu der Denllchsrri. finnigen mit Socialdemokratea, Welse» und «utllmriteu (7Red.) im Wahlkampf ja auch nicht rechtfertige». Was soll »uu der Jude machen, der, wie ich, «it de» äußerste« rechte» Flügel der uatioual-liberalen Partei steht? Dir Jude hat uicht blo« Pflichten gegen seine Religion, er hat auch Pflicht« groen da« Vaterland. Mir schemt das Richtige zu sein, daß j der Jude, der national-liberal gesinnt rp, sich de» Laudibateu, der -ufgestellt worbe» ist, grua» «sieht. Ist es ei» Rational-liberaler, so gleit er ih» ohne Welteres sei»« Stimme, eine» Konlervativeu aber nur daun, wo» bestimmt weiß, daß er keine» antisemitisch«« reudenze» huldigt. Aber, daß non jüdischer Seite dt» Parole ausgegebea »ad«, uuta keine« Umstünde» «llm» Rational-liberalen zu »Lhlen, schüttet das Kwb mll de» vade aus, ist unpolitisch und ist ganz dazu geeignet, die Svmpathie», die trotz alledem und alledem (me« «mH SWzrure und ewige Loeal-Lomits'« wrlleicht antisemitisch anaehaucht find), bei da» grüßte» Theile der Natioual-Uoeraleu »och für »ns vorhanden sind, zu tödte» »ud w dm maßgebend«, Kreisen die Uebazeuguug hervarzurnf». als ob die Juden alle Frrifianige »da gar Socialdemotraw», also regierungsfeindlich sind.- (Wir Hab« beide Auficht» w unparteiischer Weise hier «ebeuewmchaaestrllt, es prüfe jeba diesrldeu und folge s«i»a ehrliche» politische» Ueberze»«»»«.) _;_ Alberti Heratnt«l«i. »Im »- - Mt» |l9lf(9C9 »ifipWl» Offcae Animort a» Herr» (mm) Mberti »«» O. I. l» vreslan. ew Schrtstftell« sich entschließt, w ewa mid dedmtstu»» »»zelegacheit die Etwa» z» erhebe^ f» sollte a «llew di« rewe Sohrhell mW «a diese zu» «ftstrr, nehme», sollt« a dt« Gerechtigkeit spach» laste», fittt sew Her, kew» Raum habe» für die Hetze Leidenschaft, aar edle Me»sche»lirb« swlt. es erfülle». Es ist sew heiliger Beruf, Bild»« «ud Erzieh« des volles p fd», sew Ziel ist, die Mensch» aw» da» »ieda» Gelrieb« z»r lichw» Hbh« enrporznsührr», ihr Haz »» rewtge». itza Gefühl« m verwest», iha Gebäck» zu erheb«. Da Schr tststella vergißt sewe» hahe» Zweck, wen» a haadsieigt »ud dt« Flammm da Seide»schäfte» entfacht, «statt fie ausMsfhe»; »am a Haß statt Sieb« süest »ca* a da Wahrheit um rwe« oordehachtm Zmeckes wegen Gemalt anth»e 8ct de» «»fsatz des Herr» Alber ti (w ba Zeitschrift „Gesellschaft-) ^lesen, muß zngestehe», baß a sich sri»a Tchriftstesla-Würd« entkleidet, baß « da« hohe Ideal des SchriftstrAathums rntmeiht hat. «Mac Arbeit ist crfMB ■o» boshafter GehüsfiMit. Wir fühl» es heran«, es mar ba» vafaffa »tcht barm» z» ihn», b« Wahrheit sewe Stimm, z» leihe», mll kühla krtttfcha Schürft dft Schübm des Jubenthmns «mfznheckm — »ew a malte «a dem jetzt so belteble» Gelüst« frshne», dem verfügten n»b Goschmüht» wmwr atat Krünwuge» »znhüngen. Ich gesteh«, atfe stieg teun» Schamrste in Mt Wange», m ich los, wie Herr Alberti, selbst ew Jude, im Zmc des sittlich entrüstete» «nvü^r« »td« das Jnballhn« dt« schliniinst» Beschnldtgnnge» schlendert, Ss scheint als Hab« ba Verfasser stellruwetse ein« »nwanbwng »»»Schamgefühl empfand«, als Hab« « sich gescheut, günzllch ba Gerahtlgftit Ws Goficht M schlage», «r wetz stellenweise «ch atz bft ««»rech« ba Elfttste» Hw, aba um bald daratz den Dow. abz» schwächen nnb mb Wachaus spertfisch Misch« Gebreche» z» spreche». Herr Alderti! Sie kouuie» kein« bester« Aufschrift M Ihrer Arbeit finde» als ,Indenthmu und Anttsiwttlsw«-. Mau ist ft heutzuwg« w da «haraktakofiglett, dft w» Itzpu« da Zell dildet, s, well grdllhe,, daß mau sich des Iudenthume» schämt, daß mau fich wtMga dazu »ersteht, es mit Füße» zu trete» »ud zu beschimpft», als au da »war uudaukdara», «da unendlich edleren «rbrll mitzuwirk«, sellw» ionereu Ansdau, sewe Weitere nt Wicklung zu betreibe». Jude uud «atisemit sind sch», — schmerzlich tz es z» sage», — fast ideutisch« vegriffe, da P-radoxwwu» des Sprichwortes: „da Jude ist des Jude» grtßta Feind-, hsrt «ms Pmodoxtsmu» zu sei», a degtuut leid« Wahrhell zu »erbe». —- Lch darf »reift bM>*fc» - so (UA au«, Har «lbati. am »ns-ag-Jhrer UesfiaalgeN zett^,Ssstsch»U «m»i« — daß «s MW ’J t . 'Ä •3

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