Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 3 (16.1.1890)
- Date
- 1890-01-16
- Page
- Seite 19 (sequence 1)
- Language
- German
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M , 16« Kmnmr 1800, Mn,. XXL eine allftrmrine Zeitung des Judenthums. Würwtua rtU>«tw t» eint •nwt Wr ‘!•tt•** >. M fet ■tt#*. Wdl Mt «1« Mel« «»»■Uni MtnMaa'n dr*i Mull MertclJItÄ. «It kittetet flatenkm«: licht«» U «teif. •»kt■ «■Melke: 1• ML (SIL, (OSte*.. 8 ML * telMV «־״ EfrllV ■ll.|iMllliW>l<tt־ riUrMiin M*t: m «ff* tteftttlflictt*. Herausgegeben ton Rabbiner Dr. M. Aaßmer in Magdeburg. ״ir ktc.3111 nNihl. }«feiet• ael{1M«f ne«c«|»tl|f 3»ktffec Stttetetnt.Blett*. ־' een eete» Nein fit »etzrhei». »echt ■1k Ititkta! Me Hcia|rf(Mttcuc ««:iztUe M Pf. fink cntneber tue» Me «menten. ancMtlenen «en O. X*. Deube deOa., Rudolf Mo«», ITeiein »tel n 1% Votleen. «. •ker ktrectctnenicnken en: Ule 8e|»ttln fee» ■JeenetH. Wiche«, nfeetft״ I» Weikekee,! ZVochen- Jiaaar. It90 TtWM. , 6660. Ratender. VmamUg . 16 3s Footta«. . . 17 36 IO»UOd»Ud 18 3« (.5,4) וארא Komata« . . 19 37!Rewnenketnfetn■"»-) Pmfo«. . . 30 38 Monika« 31 39 »iktwoch . . 33 1 Boaoh ChodMoh 8ekew«t. Vormonat«« . 33 3 Anhaltr Clttiati Vttltcl: 3tfe keulMtn Juden unk Mt Relchsw-swahlti,. — Albt tl Heros!ralului. E n jüdischer Antlsewlt. Offene Antwort 8u Herr« Lonrak Vlberti von v. I. 'u Breslau. — SflMN »Mfe ftemfkeiliaiesI Deutschlau - Oqakekura. Berltu. Merlin. Lerli«. Berlin. Stettin. Köutgsberg. Alzey, Bielefeld Oesterreich-Ungarn: Wie». Prag. Nuplauk: Petersburg. Amerika: New-York. äDornMchte »»d neueste Mirchrichte«: vla.keburg. Berlin. Breslau. In Obergloguu. Hannover. Rakel. Sagau. Bochelt. Bur,kunstak! Paris. Part». Laukon. Lonkou. Athen. Petersfas* Dwftü. ÜOJfc* N« C. 0. B. B. Halle. New-Vort. Jitfeeute. Ott Rachferuck •Iwt vollstäudtge Quellenaugafee «uirria,t. -MW Die ffmscheik Ä«de« ». dieNetch»t«g»wahle«. . Der rührige Eifer und die augespannte Energie, »it welcher alle politischen Parteien schan lange bevar der Termin der Reichstagswahleu bestiwwt war. in de« Wahlk»«pf eingetretea stad, beweist, wie überall i« Reiche die hervorragende Bedeutung grade der nächsten Wahlen richtig gewürdigt wird. Gilt e» doch znm ersten Male, ver« treter «it fünfjährigem Mandat in da«Parlament zu entsenden! Fünf Jahre! Sin lan-er Zeitraum, lang genug, am da« deutsche Staatswese» immer tiefer in de» Sumpf der Parteien hineinguleuteu, aber auch ausreichend, da« mächtige dentfche Reich zu eine« beneideten Hort politischer Freiheit zu gestalten. Für uns Juden haben die bevorstehende« Wahlen neben der eben geschilderten allgemeinen Bedeutung »och eia gang besondere« Interesse, »eil gitm erste» Male mfere un- ,oeefghnliche« Feinde, die Antisemiten, wohlorganistrt und gchäewußt in de» Wahlkampf treten. Die älntisemiteu werde» ca. 29 Kandidaten in de» verschiedenste« TheUe» de« Reiche« ansstelle», und da fle, wie gesagt, trefflich »rgauistrt find, über eine» ansehnlichen »gilattonsfond« verfügen, durch die s«iaaar-stür» und laioaar-aUor-Poltltk der Regierungen unterstützt werden, und theil« offene, theil» geheime Wahlkarlelle mit andere» reaktionäre» Parteien abgeschlossen haben, so dürfen sie mit großer Siegeszuversicht dem Entscheidung«, kämpfe entgegensetzen. Jeder Antisemit «brr» der in den Reich«- tag gewählt wirb, bedeutet eine» Nagel zu« Sarge »nset.politische» Rechte; sobald eine ,antisemitische Fraktion« im Reicht »tage vertrete» ist, die selbstst in big Anträge stellen darf, werden antisemitische Jnüiativ- «»träge, betreffend die Einschränkung der Rechtsfähigke'it der Juden ei» häufiger Gegenstand der Tage«orduun> werden, und da weder die verbündeten Regierungen noch die präsumtiven Majoritäten de« Reich«tage« eine besondere Sympathie für die jüd. Staatsbürger empfinden, so ist eine rakorwatio in pejna für die deutsche» Israeliten eine absolut undenkbare Ausficht grab« nicht. Daß wir nicht zu schwarz male«, muß jeder -»gebe», ׳ der de» Math der Ehrlichkeit vor sich selbst hat, und daher erwächst für jede» Jude« in Deutschland die Pflicht, die heilig- Pflicht, »it alle» seine» Krä ften, »it seinen intelleetnellen »ud materiellen Mitteln im bevorstehenden Wahlkampf für die Partei einzutreten, die allein entschlossen ist, die verfassungsmäßigen Rechte der Juden mit »ollster Energie zu wahren» für die deutsch-freisinnige Partei. Diese Beschränkung auf die freisinnige Partei wird vielleicht Manche« unberechtigt erscheine»; wir »tffen wohl, daß ein großer Theil nuferer Glanbeusgenoffe«. besonder« in Sachsen und Süddrutschlaud, auf de« politischen Standpunkte de« sog. Kartell« steht «ud wir habe» weder Beruf, »och Neigung, eine Beeinffuffuug der politischen «aschauunge» dieser Personen zu »ersuchen. Allein bet den bevorstehende» Wahlen handelt e« sich für uns Inden um eine Existenzfrage und daher, wir wiederhole» e«, iste« eine moralische Pflicht für jede« Israeliten in erster Reihe der Partei seine Stimme zu geben, die einer Unterdrückung der jüd. Staatsbürger stet« energisch entgegen,etreteo ist »nd ihr stet« entgegentreten wird. Auf die Kartellparteie» ist tu dieser Beziehung bekanntlich nicht zu rechne».