Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 2 (9.1.1890)
- Date
- 1890-01-09
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
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04« fftt ihre ld. h. der nlktffca •aateW) Interesse» rärii »nd ahn« EisersLchtclei eiostibe» weitz»». »uh di« Über jeden Zweifel erhabene Gerechiglift »nsorr« Präses bient Mfftx; das, hier tttrauob — cw wenigst» »in Fremder — ttreiniffrit ftiften oder gor in ftparatistische» Sinne i» Trüben sticken wird. Die gute Pnblciftik wird haffiuttich auch »riter diese« Bestreden beistehea. R»-tzAnrg, 26. Dezember. (Or^Lor.) Bon de» Antisemitismus »md« »ft gerühmt. daß er anf dt« innere Ean» folidirnng des IndeMhnm« varthetlhaft eingewtrkt hat, well di« Inden pch durch ihn ans ihre, eigene, Glauben «d ihre Zasammengehkrigkest »ieder besonne» Hoden »nd zu» eifrige» Wirken in Sachen ihrer Religio« veranlaßt warben. Anch di« christliche Glanben»ge««inschast scheint Res« antisemitische exclusiv« Sttönmug in der genannten Art, »euu auch zu »»liberalen Schritte», z» deeinfinffe». Den» «indesten» hier in Preßbnrg, «» der Anttsewtltsmn« zuerst seine krawallischen Orgie« gefeiert hat »nd noch gegeuwärtig sei» Preß-Hctzorgan hot, hat die katholisch« Ge«ei»de rin Stet»« geschaffen, wonach Ieder, der einer Freimanrer» Loge angehört, »»» derselbe« au«geschloff-n sind. Eine De« putatio», in welcher fich auch ei» hiefiger Abgeordneter befindet, reifte dieser Tage zu« Fürft-Priwa« nach Gran, u« die Bestätigung diese« Statut« seiten« de« obersten Seelenhirte» Ungarn« zu erwirken, und sollen nach Gutheißung deffelben auch andere katholisch« Gemeinden diese« excommnnicirrnde Statnt zu ihre« eigenen wachen. Diese Exclufirität hindert jedoch die Kirche nicht, dev Uebertritt der Juden, die die Antisemiten gewöhnlich auch kurzweg , Freimaurer' nenue». mit offenen Armen zu ewpfauge», wie ich ja in meine« letzten Berichte »ou einem solchen angeblichen Maffeaübrrtritte Meldung that. Da aber da« Gerücht davon sprach, daß selbst der Unterricht«ministrr Graf Lstky diese» Uebertritten günftt« ja sördernd zugeftiw«! hätte, hat er unlängst in einer Ausschnßfitzung öffentlich erllärt: ,e« sei ihm ferne, de» Urbertiüt von einem Blanden zum ander» zu fördern; sei er e« doch gewrsr», der jüngst, als ein sclchex Uebertritt seiten« eine« Israeliten wegen Erlangung eine« Amte« erfolgte, de» Betreffenden abgewtese» habe.' In Oesterreich muh man eigentlich viererlei Antisemiten untersch eiben: di« »schwarz-gelb««', di« de» österreichische» Patriotismus allein gepachtet zu haben «einen; di« »deutsch-vatianale«', deren Verein di« »Germania irridenta" ist; die »klerikalen', bet denen anch etwa« religiöser Fanatismu« mit unterläuft; endlich die »soziale«', dt« de» Sitz de« Capital« ausschließlich unter den Jude» wähne». Diese vier Abarten der bösen Zunft bekriegen fich gegenwärtig in Oesterreich »nd schreibe» fich einander Absagebrief«, dir da« Tischtuch zwischen ihnen «nlzwetschnride«. Allein die Maxim«: daobas ligiUniibtu tottia* gaudet bewährt fich hier nicht, den» die Inden komme» anch bei der. Trennung dieser antisemitischen Froctioaen nicht mit Gewinn davon, und die Angriffe auf dteseide» »erden nicht schwächer und seltener. In BeretnNversammtnngen, in Restaurationen, sogar in Etsenbahu-Eonpee'« wird ans die Inden tüchtig loögeschlagr», wovon einige Gertchtlverhoudiuugen an« der letzte» Zeit Zeugniß geben, die nicht immer mit der erwartete» Bestrafung de« provoeirende» Antisemfteu erdete». Einen drastisch«, Beweis aber, welch schwache Wirkung ftlbst der bekannt gewordene Mintsterial-Erlaß, den Auöschrntungen der Antisemiten mit alle» Kräfte» entgegenznwtrken, hat, liefert die Restdeuz. luid Weltstadt Wien selbst. I» Gemeinderath dieser Stadt wurde jüngsten« der Antrag verhandelt, zu« hundertsten Geburtstag de« berühmte» österreichisch«» Dickster« Grillparzer eine Biographie von Prüf. Sauer in Prag erscheinen z» lagen. Die erste Frage ein«« antisemitische» «athimaune« aber war, ob Profess« Sauer et» deutscher Man« «nd nicht etwa ein .Jude sei. Ei» Anderer machte den verewigten Dichter zu seine« eigene» Parttkzänger »nd meint«: ein Mann» der in der »Jüdin mm Toledo» di» Verse schriM. »ie mit de» Worten bo^Nnen: »Der Tenfel waikbe ein« Müedm schaff«' m fstwi Ochr mäß ans antisemitischer di «f phichsemitischm Gstzch De. v. «antdner wie« die MbMbibldl mA. Mwb iemitiBm»« bei vemtbestnna Gristnaraer's in Disuststa» wr bringe» «ch nomentlich am» der »Jüdin von Totedok einen Vchttch ans deffen «ntisem. Gefinnnng z» ziehe». Ich Hab« nicht den Mnih. sprach er. einen solch» geistige» Heros arit dieser Strömnng ia Verbindung z» bringe». 9ha an Eine« m« iwwre ich. E> find da« die Sorte des weis» »nd gerechte» stünigs in der »Jüdin von Toledo': »Sir stosje» sie «nd wunder» n»ö, wen» sie «es fluche».' Ei» andere« Mal handelte e« fich am die Gnbventio» für die .Freiwillige Retlnngs-Gesellschast', dt« ein vaeschrobcner stopf nicht bewillige» will, »eil anch mehrere Inde» an diesem Hnmauitätswerke «itarbeite». Er werde sich, sagte er, gegebenen Faste«, »der richtiger Unfälle«, von dieser Gesellschaft i» keine Rettnng«austaft traaäportire» lasse», weil — man höre und schaudere — auch jüdisch« Aerztr dabei thätig find. — Ei» dritte« Mal steht der Zone»» taris ans der Tagesordnung, wie er jetzt zur Berwohlfeilnug der Eisenbahufahrt ia ganz Ungar» «tageführt ward«, und anch bet diese« Di«c»sfi»»-zrge»sta»d durfte» di« Jude» nicht an« de« Spiel gelassen «erde». Ei» antisemitischer Heißsporn sprach ia öffentlicher Sitzn»g Kolgeudr«: »Der Gedanke de« Zonentarif« ist ursprünglich der eine« deutsche» Manne«, Porrot, gewesen, Inden aber hätte» fich gefnndcn, die ihn ausnützte». Ganz Unrecht, metate er, habe der vor» reduer nicht, wen» er sage, die Einwanderung der Jude» werde durch die Billigkeit der Fahrt »och zuaehmeu. Jedermann eri»»ere fich ja, wieviel die Juden anfbieten, »» wieder Inden »ach Wie» zu bringen. Doch die« geschähe, ob' die Bahntarift hoch oder niedrig seien. E» sei bekannt, wie sehr die »Alliance Israelite' um die an« Rnßlaud vertriebene» Inden fich angenommen hat» und ein Gemeinderath der Stadt Wien, Dr. S t e rn, sei deren Wertzeug gewesen. Dawal« seien ganze Züge von Jude» »ach Wien gekomme» ' ohne einen Groschen in der Tasche. Aber wen» anch die Tarife um 1000 Procent erhöht würde», dt« Jade» blikbe» doch »icht an«. So lange »och etwa« ans einem Bad» abznwetden ist, würden sie immer kommen and e« »erbe wohl die Zeit nicht an«bleibe», daß »au na« zmufru wird: wenn de» Lhriste» zuviel Jude» hier find, solle» fie aus« wandern. So spricht »an »ffentlich im Gemeinderath za Wie», trotz de« iuhibtreudeu Ministerialerlasse«. — Wohlthueud und sensationell wirkte aber di« Art and Weise, wie der berühmte Eleftro-Therapeut, Professor Be»edict, sich i» dem österreichische» Studentenverri» und io dem demokratische» Verein jüngsten« über de» Raren- und Rationalitäte»- Schwindel «»«sprach, um gegen de» Autisemitisma« und die Reactto» eine Lanze zu brechen. Er sagte: Durch Jahrhunderte wurde» die Völker Europa'« so durchetiumder gemischt, daß e« schwer ist, die Repräseatanteu einer Kirär. uovermischte» Ration zu finde»; nur jene streife sind streng national erhalten, welche im Kulturleben zurückgeblieben find. In Madrid sah ich «in Regiment vorvetmarschtere» and d» fiel mir ans, daß jeder Mann deffelben ei»ea phtzstschnatia« nalen Lharacter Hab«. Ader die spanischen Patrioten klage» auch, daß Spanten caltnrest zurückbletb«. Rar durch die Mischung entsteht etwa« vollendete«; noch nie ist et» Volk groß geworden, welche« fich nicht gemischt hätte. Eine römische Rare hat e« ndht gegeben; zosam rrngrümfene Elemente haben Rom gegründet. Die Mischung »acht, kräftig, Mischung ist Retchchnm. Wen» die deutsche Ratio» groß ist, ist fie e« durch Mischung. Als ma» vor stürze» eine» Kirchhof in Berli» ansarnb; fand man lauter czechtsche Schädel. Lhmmtnifte» kämpfen gegen die vemttrn. Dia «rvpätscheu Semite» find aber ttnr Mtscheace, fie stad an« alle» rnropätsche» Rationalität«» her«rge,äugen; der Anthropologe vermag nicht «ine» jüdisch-natronalen Eharnkter z» constrntr«; »nr die Geschichte, das Sttzichal, hat de» S«»^^