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Israelitische Wochenschrift · 1890-01-09 · 2 (9.1.1890) · p. Seite 13

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
21 (1890)
Issue
2 (9.1.1890)
Date
1890-01-09
Page
Seite 13 (sequence 5)
Language
German
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unb Toaste ertffutlt bot Herr Obcttabbiaot mit tuurn Hoch «uf bcii Kaiser, in welche« die FrstversammlunH beaostnt «instnumte mb naist dewselbe» fteheud die Naltouallhymue sang, währeub auf bev Wb« die geschmückte Kaiserbüste, i» bengalische« Lichte strahleub, sichtbar wurbr. Herr I. Herzberger begrüßte alsdann den Brrein Namen« de« Gemeinbevorstaude» und Herr Asch Namen« de« Schwrstrrvereinö »Mach«« Jchuda'. Hierauf sang Herr Eantor Hirsch ein« von Herr» L. Golbstein g^tchtttm Willlommmsgruß. Herr B. Lohen toastete auf den Herrn Oberrabbiner und a as die Lehrer der Gemeinde. Die Herren Koßmann und Zöhlinger überbrachte« Grüße und Glückwünsche de« gleichnamigen Kölner Verein». £» folgten noch Triuksprüche der Herren M. Michel« und I. Herzberger auf die Gäste, de« Herrn M. Reiß auf de« Herrn Obrrrabinrr dl« Herrn I. Leven auf den estaulschuß und de« Herrn Buxbaum, welcher, nach m er für da« auf den Lehrerstaod au«grbrachte doch ge» gedankt hatte, die Kinder hochleben ließ. Herr Wallerftein beschloß die Reihe der Toaste mit eine« Hoch auf die Eintracht. Frl. Marx erfreute die Anwesenden durch einen Gedicht-Bortrog und da« Zwillingspärchen de« Herrn M. Lahn durch Vortrag einiger Musikstücke. Rach Verrichtung de« Maaril «Gebete» wurden von der Festversammlung t ie Lhanukkahlichter angezüudet und der Erlös für die -erzen zum Best-n de« Waismhause» zu Dinslaken und Paderborn bestimmt. Zur Krönung l»e« Ganzen stiftete der Verein eine Abihrilung für »Autstottung armer Bräute' durch welche jede« Iah» mindesten» ei» brave» Mädchen unterstützt und au»« grstottkt werden soll. Ein Theaterstück, von Liebhabern aufgeführt und rin glänzender Festball beschloß da» schöne Fest. And Hetzuhause». 31. Dez. Eiu seltene« Fest - war gestern einem unserer Mitbürger beschieden. Herr Sanitätsrach Dr. Rinteln hierselbft blickte auf 50 Jahre medizinische« Wirke»« und tuuuit auf de» Tag zurück, an welchem ihm vor 50 Jahre« die medizinische Fakultät der Uuiversttät Berlin die Doctorwiirde verlieh. Wahrlich eiu seltene» Fest Angesichts der ernsten Pflichte», Sorge» und Mühen de» 1 ärztliche» Beruf« und der Pflichttreue, mit welcher der; Jubilar seine« Amt«» gewaltet hat. Se. Maj. der Kaiser zeichnete ihu durch die Verleihung de» rothen Adlerordeu« .mit der Zahl 50 au«; die medizinische Fakultät der Berliner Universität sandte ihre Glückwünsche unter Zufertiguug eine« Shreu-Diplow«. Nebst de« von Sr. Majestät verliehenen Orden überbrachte Herr Bergrath Frey tag die Glückwünsche der Verwaltungsbehörde und Überreichte ihm eine, da« Wirken de« Jubilar» würdigende Zuschrift de« königlichen Bade-Kuratorium«. Eine Deputation dr« Stadtoer- »rdutteu^ollegium«, dessen Mitglied der Jubilar lauge Jahre geweseu, gratulirte Namen« der Bürgerschaft durch «tue zum Vortrag gebrachte schriftliche Ansprache. Auch der Borsiand der israelitischen Knltusgemeind« zu Vlotho erschien zur persönlichen veglückwüuschung. Dir hier wohnhafte» Aerzte ließen durch die Herren Sanilätsräthe DDr. Lehwaun und Voigt ihre kollcgialischen Glückwünsche entbiete». Schriftliche Gratulationen liefe» vou dem ärztlichen Verein für den Regierungsbezirk Minden und da« Fürsteulhn» Lippe, von vielen Sollegrn, zahlreiche» Patienten und Freunde» rin. Mit sichtlicher Freude und Rührung nahm der körperlich und geistig rüstige Jubilar die Beweise der Anerkennuug und Verehrung entgegen. -ree» «. Hlßetu» 2. Januar. (Or.-Lor.) In einer am 3. Rov. in Wesel und am 17. in Bocholt abgehaltenen Versammlung wurde vou einer namhaften Anzahl Mitglieder dieser Gemeinde» der Beschluß gefaßt, einen Verein in« Leben zu rufen zu dem Zwecke: »Arme», in ihren BermögenSverhältniffe« zurückgegaugene Glaubensgenossen theils durch eiu zinsfreie« Darlrhu, thetl« durch sousttge Unterstützung wieder erwerbsfähig zu mache».' Der Verein soll vorläufig die Gemeinden der Kreise Ree«, Eleve, Gelder». Borken uud L»««selb umfasse». Die Mittel zpr Srrretchuug de« Zwecke« der vereiuiguag solle» ») durch fest« Jahresbeiträge der Mitglieder (5 Mark jährlich), b) durch freiwillige Gaben und sonstige Zuwendungr» beschafft werden. Am 25. Dezember tagte in Wesel eine Versammlung der Delegirten au« sämmtlichen Gemeinden der genannten Kreise und steht die Gründung de« Bereiu«, zu welchem schon über 250 Mitglieder ihren Beitritt erklärt haben, in naher Aussicht. tvesterreteb.Uwgwr«. L. Prag. (Or.-Eorr.) (Schluß.)*) Wenn der nun zu« Präse« erwählte tapfere Vorkämpfer für echte» Judenthum frei von Verirrungen nach recht» und link», de« selbst von den diametralsten Gegnern der ehrliche Wille und die lautersten Motive nicht bnuieifrlt werden, in jüngster Zeit durch allzugroße Nachgiebigkeit gegen — seine Gegner mit schuld ist a» der drohenden Uneinigkeit in der Gemeinde, so ist er doch der Mann, di« rechten Mittel zur Wiederherstellung derselben zu finden. Und er findet sie auch auf derben »Prager Briefen' entgegengesetzten Richtung. Der Rabbiner der Rrusynagoge. der die allgemeine Liebe und Verehrung der Gesammtgemeind« genießt uud von einer ersten Autorität, an welche sich der Gemeindevorstaad um einen Oberrabbiner wendete, al» einzig geeigneter Eindidat genannt wurde, ist zum Stellvertreter d>:s Oderrabbinec« während der Amt»vacanz ernannt worden, den in ihrem Amte «rst jungen Rabbiner, de« Tempel« und der Meiselsynagoge wurde die Würde von »Gemeinverabbinern' mit dem Titel »Rabbiaatsasseffor' rriheilt und die »Eifersüchtelei der einander Eoncurrenz bietenden' Synagogen, wie sich die »Prager Briefe' ausdrücken, ist eine so große, daß die Bo,stände der übrigen großen Synagogen in der hochherzigsten, sie und ihre Pcotögö's gleich ehrenden Weise in einer Versammlung, der böhmische und gewesene deutsche Landtagsabgeordnete« al» Stznagogenvorsreher anwohnteu, e ne Adrrffe votirten, in welcher der Gemeindevorstaad um Stob lisicrung diese« Berhältnisie« angegangen wird. Gesagt muß noch werden, daß hier nicht, wie Mancher vielleicht au» dm »Prager Briefen' irrthümtich heraubkesm könnte: 29, sondern nur die genannten drei Synagogmrabbiner und Pretiger existieren. Der Essttgeiz dieser Herrm ist durchaus nicht auf ein »Ueberbietm der Eoncurreuz', sondern »uf ein kollegiale« einheitliche» Wirken im Jutrresie der Gesammtgrmeiude gerichtet, so daß ihr Gottrsdimst eiu relativ couservaiiver ist. Liner Ihrer Herrm Eorrespondmtm hat t% ja schon hervor« gehoben, daß der Oderrabbtner Hirsch e» nicht ablehnte, in jeder dieser Synagogm zu beten und zu functioairm, wa» gewiß meine Behauptung genügend unterstützt. Aber gerade diese freundschaftliche Friedfertigkeit, diese streng eonservatio« Tendenz, vou welcher die niedrige Bmdächtigung, »daß mau sich windm und krümmen müsse, um e» allm BaaU habattim (Idol) recht zu thnn', wirkungslos abprallt, ist dm Separatlern nicht recht, die im Trüben am destm fischm. Rammtlich ist man gegen einen Herrn aufgebracht, von dem «an gehofft hatte, daß er reformtoll mit dem Kopf gegen die Wand rennen wilde, und der im Gegrntheil auch in seine« Goitrshause zu weitgehende Reformen (dreigetheilte Thoralection, »interconfessiouelle' Sängerinmn rc.) abgeschafft hat. Was die nächste Zukunft un« bringm wird, wiffen wir nicht, aber die Autonomie der einzelnm Synagogen, die *) Au» technischen Gründen mußt« dies« ilorrespondenz getheilt werden. Der letzte in voriger Nummer abgedruckt« Satz wurde hiebei verstümmelt und soll vollständig heißen: »Von welchen Prinzipien ab» gegangen werden mußte, al« ein Dr. Nosenbacher, der nur den geraden mg der Wahrheit und de« Rechte« kennt, sein« Stimm« zur maßgebenden i« jüdischen Rathhaus« gemacht hat, möchte ich al« guter Prager au» Schonung für di« fett sechs rare* abgetane Richtung erst dann sage», wen, ich dazu gezwungen werde. Pier weiß e» Jeder.'

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