Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1890)
- Issue
- 2 (9.1.1890)
- Date
- 1890-01-09
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
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»vor kurzem erging sich «iu russisches Blatt tu Am», «iwautzersetznngeu fcuUar, daß die Jude, ,ege« die Gesetze«, vorschriste» au all« Orten Rntzland« sich anstedel». Gegen die G«s«tze»vorschriften I Darin liegt ja edeu da« ganze Wesen der Juden frag« in Nutzlaad. Seit «e vielen Jahren umgehm die Jaden immn mehr da« Gesetz» ja »och mehr, sie nehmen sich da« Nrcht heran« olle Gesetze und Vorschriften, »eiche sie hindern auf Kosten de« Boikr« und de« russische» Reiche« sich zu bereichern, straflos zu vergewaltigen. Da» ist die Juden frage. Line andere Judeusrage be» steht nicht und kan» auch nicht bestehen. Weder auf dem Wege der Administrativ». noch der Gesetzgebung ist seü 80 Jahren irgend etwa« für die Juden und chre BeschrLu» kuugen Mildernde« erlaffen worden. Dennoch kamen wir zu dem Standpunkte, daß gegrnwänig die beide« Hauptstadt, und alle Gubnmien de« russisch«. Rach«, di« gesammte Industrie auf dem Lande und der ganze Handel — Haupt» sächlich der Getreidehaudel — unter jüdischem Joche seufzt. Ich wiederhole es. Die« bildet btt un« dir Judenfrage. Die Jude» bedienen sich der ungewiffenhaitrstea Mittel, benützen di« geheimen, unterminirenden Verhältnisse, tasten alle Gesetze an, spotten jeder >mt«gewalt und unterjochten im Laufe von 30 Jahren ganz Rußland. Jetzt aber, da endlich die Augen auf die Rechtlosigkeit, durch welche der Jude sich bi« in die höchsten Schichten der russischen Gesellschaft hinaufschwang. geöffnet sind, jetzt verwandelt sich dieser Jude in ein arme« verfolgte« Opfer und verlangt Schutz gegen die Unterdrückung. Hier haben wir e« nicht mehr mit ttner Mystifikation chun, sonder» mit der empörenden Verhöhnung der russien Staatsmacht, mit der Verhöhnung Alle« besten, was un« Verehrung und Achtung gebietet. Dreißig Jahre alle Gesetze und Rechte brechen, alle verordnunge» umgehen und endlich, wenn die Presse die Be. frttung von dieser Gesetzlosigkeit beansprucht, sich noch über Unrecht bellagen, — da« kann nur der jüdische Cyni«muS vagen — eia Eynismu«, der hiuläuglich die Staatsgefährlichkeit der jüdischen, scheusalgleiche» Macht der Juden datthut. Da« ist kein Scherz mehr. Die Gesellschaft fühlt, datz die Juden diese Frage auf die äußerste Grenz« trieben. Wetter geht'« nicht mehr. Entweder Rußland oder die Juden! Wenn Rußland leben will, dann muß die Behörde diese schmutzige, gefährliche Welle in sein alte« Bett zurückdrängrn. Dt« Juden dürfen nicht länger Herren de« russischen Handel» i» Petersburg und Moskau sein, überhaupt nirgend« in Rußland. Die Iu en dürfen nicht da wohnen, wo das Recht r« verbietet. Die Juden müssen endlich begreifm, daß ihre Brrgewaltigung de« Rrchies zu Ende zu. Wem da« nicht gefällt, der packe sich fort von Rußland. Die Welt fft doch groß genug. Rußland darf im zweiten Jahrtausend seiner Existenz, nicht tie Rolle eine« von den Juden Gefan» euen spielen — die Rolle eine» geduldigen Lammes, welches ie jüdische Exploitation schrert. Solch ttue Rolle ist gleich dem Tode Rußland». Nicht von heute constatiren wir mit Leidwesen, daß allmählich da« russische Element und die russischen Gefühle in un« erkalten. Und Jeder behaupier, datz die Hauptursache dieser Erscheinung der Einfluß der jüdisch«, Herrschaft stt, die Alle« beherrscht, sich überall hindrängt. — Und in Petersburg — es ist schwer einen Begriff davon zu gebe» — welch' eine Macht da« Judenchum bildet." Ich habe Ihnen diesen ganzen von nirderträchttaen. lügnerischen Berläumdungen gespiinrn Artikel de« ttnflußreichea Fürsten wiedergegebeu, damtt die gefahrdrohende Bosheit diese« Judenfreffer» nicht unterschätzt werde — umsomehr, ei« die in Jhiem geschätzten Blatte bereit« ttngchend beschriebenen antisemitischen Preß-Agitatioaen in Polen mir dieser neuesten Publicistik in ttnem der bedeutendsten russi. scheu Blätter von einer «»heimliche» gistrg'u Spinoeaarbrit zeige». Wrr »olle» hoffen, daß diese Arbeit mich nur wie «tu Sptunengewebe vor der auch i, Rußland sich immer mchr Bah» brechende» Wahrheit and Jutchligeuz zerreißen uud in Nicht« vermehr» mftd. — Aber Menu daselbst plötzlich «ine Reaktion eiutret?» sollte, daun hätte« die Juden die schrecken» erregend-» Gräuel de« IS. Jahrhundert« zu befürchten. Wohin »ander»? wäre die Frage. Die au« Rußland in den letzten Jahren vertriebenen ausländischen Juden irren, den Tod i« Herzen, nustät in der Wttt auch». — Wen» an der Idee, welche «an iu den letzte« Zeiten de« Hrrr» Barm« Hirsch zuschrttbt, die zur Verbesserung der Lage der Juden in Rußland bestimmten 50 Millio >en Rubel für Colonien Ankauf in Amerika zu verwenden, etwa« Wahre« stt, dann sollte man nicht zögern, sondern e« müßte «tt größter Energie an die Verwirklichung dieser Idee gegangen «erden, ehe e« zu spät wird. L. Keetchle n»d E«rrespottde«ren. Deutschlaud. Zgerkl», Or.-Eor. (Ein antijüdischer Jude.) Uutrr der deäugftigeud großen Heerde von pornographischen Litteraten, ivelche die «iftduftendru Erzeugatffe ihrer krankhaften Phantafle als litterarische Befreiungsmerle «ad reformatorische Thateu ausposaunen und welche, von dem Triebe nach .Originalität" geleitet, diese« Ziel am sichersten zu erreichen glaube», wenn sie sich au Widerlichkeiten überbietea — »Spezialisten für ekelerregende Krankheiten" hat Paul Lindau mit treffender Satire diese Clique von ,stürmenden und drängenden" Koprophageu genannt — unter diesen jüngstdeutschen Anbetern de« Ekelbasten als solchen, deren wahre Bedeutung indirekt proportional ist der Länge de« ihrer Characterifiruug gewidmeten Satze« — befindet fich ein junger Manu, ein Jude, der seinen wahre» Ra uen Sittenfelb unter dem christlich-germauischea Pseudonym Conrad Alberti verbirgt.*) Der Name diese« jungen Menschen ist unseren Lesern vielleicht bekannt — nicht etwa durch seine .Werke", diese Zumuthuug wäre beleidigend, sondern durch eine jüngst von den Tageszeitungen gebrachte Mirthttlung, wonach ein »naturalistischer Zeitroman de« jungen Mensche» von der Lttpziger Crimiualpoliztt auf Grund de« 8 184 Slr. G. B., der von der Berbreitung unzüchtiger Schriftm handelt, deschlaguahmt sei." Dieser pornographische Litterat ist, wie gesagt leider ein un geteufter Jude; aber »ie Zugehörigkeit zum Judeuthum, die stet« uud bei allen Juden, bei Apostaten selbst, ein Gefühl der Pietät für die altrhrwürdtge Religion, einen Rest von historischem Stammesbewußtsein zurückgelasten hat, sie hat Herrn Conrad Albertr nicht zu hindern vermocht, Schmähungen niedrigster Art, Schmähungen, »ie sie kaum der fanatisch« Haß der verbohrtesten Antisemiten ersinnen kann, wider da« Judeuthum und seine Bekenner auszustoßen. Die Cloake, in der dieser .nicht nur litterarisch verkommene junge Manu" — so drückt fich der „Börsencourier" treffend au« — Erzeuguiffe seines .Geistes" ablädt, ist eine urtter Ausschluß der Oesfeatlichkeit erschttneade Zeitschrift, der beliebte Reudezvousorl der naturalistischen Heerde de« jüngsten Deutschland. Au dieser seiner würdige» Stätte läßt sich der edle Jüngling zur Freude seiner autisemittsche» Geistesdrüder also aus: „Ich darf dreist behaupten, daß es unter der ganzen jungen, mit moderaer Bildung durchtriakten jüdischen Gene» ratton kein Mitglied giebt, da« von der Schädltchkett, Ueber» flüsfigkett und verfaultheit de« Judeuthum« nicht in tiefster Seele überzeugt wäre?" — Woher will »er junge Mensch die Ueberzeugung eine« Gebildeten kennen? Aus s i ch doch nicht! «Das Judeuthum hat jedes Recht zum Dasein verloren I" Der junge Mensch kennt natürlich das Judeuthum ebtasoweuig, wie ei» pornographischer Scribeut da» Schamgefühl — aber das hindert den jungen Menschen nicht, darüber zu urtheile» — ist er doch .originell", spricht man doch von ") «r hm mM in de« richtigen ««fühl daß er d„ steld der «riea Gilt« »erlass«. de» ihn beschLareude» »«bub 6iite»f«U bei Seü« gelegr.